Wie schwer ist dein Auto? SUV? LKW?
Wie schnell warst du und wie kaputt sind die Fahrzeuge?
Für einen Schleudertrauma muß man MINDESTENS das Fahrzeug auf 10-13 km/h Beschleunigen ruckartig. (Klick als Beleg) Das geht nicht, wenn man nur mit 20km/h ungebremst auffährt, dafür muß man je nach Gewicht des Fahrzeuges schon mal seine 50-60 km/h mindestens drauf haben.
Es gibt immer wieder Leute, die meinen: Uh, mir ist von hinten einer aufgefahren, das gibt Schmerzensgeld, wegen Schleudertrauma.
Zahlt ja die Versicherung. Nen Arzt ist schnell gefunden, der einem sonstwas aufschreibt, im zweifel aufgrund von erfundenen Schmerzbeschreibungen.
So ein Traum kann man auch quasi kaum nachweisen, da gibt es nichts zu röntgen oder zu untersuchen, außer eben der Unfallbeschreibung und dem Schaden, der so an den Autos zu sehen ist.
Im Zweifel ist es übrigens Versicherungsbetrug, wenn da jemand ungerechtfertigt Schmerzensgeld von ner Versicherung kassieren will. Also den Jenigen unbedingt anzeigen, wenn man diese Beschleunigung auf 10km/h ausschließen kann. Im Zweifel reicht manchmal auch ein Wink mit dem Zaunpfahl bei der eigenen Versicherung, die machen das dann für einen.
Nen Anwalt ist sicher nicht verkehrt, vor allem wenn du Rechtschutzversichert bist inkl. Verkehrsschutz.
Ich möchte jetzt nicht anfangen und aus der RTW Nähkiste plaudern, wie schwer man sich verletzten kann, selbst wenn das Fahrzeug nur rollt und dann abrupt gestopt wird.
Es sind nicht alle Menschen mit dem Knochenbau eines 20 Jährigen gesegnet.
Es reicht in manchen Fällen schon aus, wenn das Gehirn nur leicht an die Schädeldecke stösst um beachtliche Folgen mit sich zu ziehen.
Ich saß selber mal in einem Fahrzeug auf dem Rücksitz, was vom Lenker im Stau fahrlässig ohne Gas nach vorne gerollt wurde, während er sich nach hinten umschaute, um noch an der Ausfahrt rausfahren zu können. -->PENG... Die Motorhaube traf genau frontal den rechten Stoßfänger des Unterfahrschutzes des LKW's vor uns. Er hat das Fahrzeug förmlich nur mit Schrittgeschwindkeit in den Stoßfänger rollen lassen. Trotzdem war die Haube so nach oben deformiert, dass man nicht mehr aus der Frontscheibe schauen konnte. Ich bin mit dem Kopf gegen den Rücksitz gedonnert und hatte noch Tage später Kopfschmerzen.
Bei einem Unfall kommt es nicht unbedingt auf die Geschwindigkeit an, sondern viel mehr auf die Wege die sich die Aufprallenergie sucht um zu verpuffen. Ich muss ja selber schon meine Energie kompensieren, wenn ich plötzlich gestoppt werde. Kreuzt dann noch die Aufprallenergie des anderen Objektes meinen Korridor, bin ich direkt davon betroffen. Dann wirken in Sekundenbruchteilen enorme Kräfte auf meine Wirbelsäule und den Schädel ein. Selbst wenn "nur" zwei Menschen zusammenstoßen, fehlt die Knautschzone an der richtigen Stelle kann es verheerende Verletzungen mit sich bringen.
Prinzipiell sollte man sicherlich vorsichtig mit Schadensersatzforderungen sein, da man viele Spätfolgen nicht unbedingt auf einem CT sichtbar machen kann. Nur weil man sie nicht im Gewand einer Hirnblutung oder Ruptur von Nervensträngen sehen kann, muss sie nicht nicht vorhanden sein. Ein sehr schwieriges Thema...
Jeder Unfall hat seine eigene Geschichte. Das darf man mir glauben, denn ich habe eine Zeit lang darauf achten müssen, wenn Patienten aus Autowracks befreit werden mussten.
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