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  1. #1
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    gulli:Redaktion

    Avatar von Julian_
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    Standard Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Ein Leipziger Gericht hat die bisher höchste Haftstrafe im Fall „kino.to“ ausgesprochen. Ein 47-jähriges Mitglied der ehemaligen Betreiberbande des Streamingportals wurde am Mittwoch zu einer Freiheitstrafe von drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Er betrieb einen sogenannten Filehoster und hatte für die Seite Server im Ausland gemietet.

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  2. #2
    Mitglied Avatar von DarkEngel
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Winfuture schreibt da etwas mehr, auch etwas was hier viele User gern lesen würden.

    Gestern ist ein weiteres Mitglied der Kerngruppe des Streaming-Portals Kino.to in Leipzig verurteilt worden. Dabei gab es die bisher höchste Haftstrafe von 3 Jahren und 5 Monaten. Der zuständige Amtsrichter Mathias Winderlich begründete sein Urteil damit, dass der Angeklagte das illegale Geschäftsmodell von Anfang an mitentwickelt habe.

    Der Richter erklärte in seiner Urteilsbegründung außerdem, dass beim Nutzen von illegal angebotenen Streams eine Verbreitung und Vervielfältigung stattfindet. Jeder Nutzer von illegalen Streaming-Portalen müsse sich darüber bewusst sein, dass dahinter also bereits eine illegale Handlung stehen könne.

    Kino.to sei als ein genau abgestimmtes Gesamtkonzept zu sehen, welches einen bestehenden Anreiz bei den Nutzern kanalisiert habe, führte der Richter weiter aus. Allen Mitarbeitern sei bewusst gewesen, dass dort Rechtsverletzungen von statten gingen. "Es muss mit aller Deutlichkeit gezeigt werden, dass solche Rechtsverletzungen nicht geduldet werden können", schloss Winderlich seine Urteilsbegründung ab.

    Der gestern Verurteilte war im System Kino.to für das Anmieten und die technische Betreuung von Servern im Ausland zuständig. Zudem betrieb der 47-Jährige den ältesten und einen der leistungsstärksten Kino.to-eigenen Filehoster auf dem zuletzt Kopien von 10.754 unterschiedlichen Filmtiteln gespeichert waren. Durch Werbung und Abofallen auf diesem Filehoster erwirtschaftete der in Köln geborene Angeklagte seit 2008 Einnahmen von mehr als 630.000 Euro. Etwa die Hälfte dieser Summe konnte er als Gewinn verbuchen.


    Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, dass er zu dem Hauptbeschuldigten seit 2002 geschäftliche Beziehungen unterhielt. In dem Jahr hatte er sich als kleiner Internet Service Provider (ISP) in Sachsen selbstständig gemacht. Der Kino.to-Kopf benötigte damals einen Server für 100 Gigabyte Traffic, den der Angeklagte für ihn in den USA anmietete.

    In den folgenden Jahren unterstützte der Kleinunternehmer mit seinen Fremdsprachenkenntnissen den Kino.to-Kopf bei weiteren internationalen Geschäften - so zum Beispiel in den Jahren 2005 und 2006, als der er in Spanien eine Firma gründen wollte. Für die verschiedenen Webseiten mietete er weltweit Server an und fungierte als Ansprechpartner für die Mitarbeiter der Rechenzentren.

    In der Anfangszeit habe Kino.to viele Kosten produziert, führte der Angeklagte vor Gericht aus. Im Juli 2008 habe ihn der Kino.to-Chef jedoch angerufen und mitgeteilt, dass er mit Valentin F. aus Österreich einen Werbepartner gefunden habe, der ihm monatlich 250.000 Euro zahlen wolle. Diese Geschäfte wurden über Spanien abgewickelt. Der Leipziger Hauptbeschuldigte habe ihm außerdem von horrenden Werbeeinnahmen berichtet, so der Angeklagte weiter, und ihn gefragt, ob er nicht selbst einen Filehoster betreiben wolle.

    Der Angeklagte, dem zu diesem Zeitpunkt die Geschäfte mit seinen ISP weggebrochen waren, sagte zu und programmierte der Aussage zufolge seinen Hoster. Zweidrittel seiner Einnahmen dort generierte er über Abofallen, in denen der kostenlose Download eines Players oder Browsers beworben wurde, welcher allerdings mit einer jährlichen Zahlungsverpflichtung von 96 Euro verbunden war.

    Pro Nutzeranmeldung bei diesem Anbieter erhielt der Angeklagte 2,50 Euro, pro Zahlung durch einen derart geneppten Kunden 48 Euro. Mit so genannten Text-Links warb der Filehost-Betreiber zudem für Firstload, wofür er zwischen 12 und 14 Euro pro Anmeldung bei diesem bezahlpflichtigen Zugangsanbieter zum Usenet erhielt.
    http://winfuture.de/news,67300.html

  3. #3
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Der Richter Mathias Winderlich befand überdies, dass es keinen Unterschied zwischen dem Stream eines Films und dem Download eines entsprechenden Werkes gebe.
    Das beinhaltet einiges an Sprengkraft. Besonders für die Konsumenten. Aber solange das nicht ausjudiziert wird, bleibt es eine Grauzone.
    Wer ist mutig genug für eine Selbstanzeige?

    Im Juli 2008 habe ihn der Kino.to-Chef jedoch angerufen und mitgeteilt, dass er mit Valentin F. aus Österreich einen Werbepartner gefunden habe, der ihm monatlich 250.000 Euro zahlen wolle.
    Oha, schon der zweite Verurteilte, der eine Verbindung zum Gulli Inhaber bestätigt.
    Fragt sich nur, für was diese Summe fliessen sollte.
    Geändert von MrRevil (22. 12. 2011 um 20:49 Uhr)

  4. #4
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Wurde Stefan D. (firecooler) eigentlich auch angeklagt? Der hatte meines Wissens nach auch einen Filehoster, der bei Kino.to genutzt wurde (u.a. Datenklo.net und filebase.to).

  5. #5
    Mitglied Avatar von StaTiC
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    das war ein raubkopierer, da ist die todestrafe das mindeste

  6. #6
    Mitglied Avatar von DarkEngel
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Zitat Zitat von MrRevil Beitrag anzeigen
    Oha, schon der zweite Verurteilte, der eine Verbindung zum Gulli Inhaber bestätigt.
    Fragt sich nur, für was diese Summe fliessen sollte.
    Werbung für Firstload. Kino.to hatte doch sogar eine eigene Firstload Seite. Also nicht diese, die 99% der Szeneadmins haben sondern die von Kino sag anders aus.

  7. #7
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Der Richter Mathias Winderlich befand überdies, dass es keinen Unterschied zwischen dem Stream eines Films und dem vergewaltigen eines Kindes gebe.

  8. #8
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Zitat Zitat von MrRevil Beitrag anzeigen
    Das beinhaltet einiges an Sprengkraft.
    Naja, das war ein Richter am Amtsgericht. Die Sprengkraft ist minimal bis nicht vorhanden, da an den Amtsgerichten regelmäßig sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten werden. Es wäre eher ein Wunder, wenn es an den Amtsgerichten nicht die verschiedensten Auffassungen geben würde...

    Der Strafrahmen scheint angemessen - weniger wegen der Verstöße gegen das Urheberrecht, sondern viel mehr, weil das Geschäftsmodell über Abofallen funktionierte, daher zudem noch ein systematischer Betrug war. Das erhöht natürlich das Ausmaß der kriminellen Energie des Ganzen erheblich, sodass eine Bewährungsstrafe (2 Jahre) nur noch schwer zu rechtfertigen gewesen wäre. Aber vielleicht gibt's ja ne Berufung - die Erfolgsaussichten für eine Strafminderung sind vorhanden, nicht zuletzt, weil der Richter sich mit seinen Äußerungen weit aus dem Fenster gelehnt hat...

  9. #9
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Zitat Zitat von DenKe
    Naja, das war ein Richter am Amtsgericht. Die Sprengkraft ist minimal bis nicht vorhanden, da an den Amtsgerichten regelmäßig sehr unterschiedliche Auffassungen vertreten werden.
    Jetzt rate mal wieso ich das gepostet habe...
    Das beinhaltet einiges an Sprengkraft. Besonders für die Konsumenten. Aber solange das nicht ausjudiziert wird, bleibt es eine Grauzone.

  10. #10
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    Standard Re: Über drei Jahre Haft für vierten Kino.to-Hintermann

    Der Richter Mathias Winderlich befand überdies, dass es keinen Unterschied zwischen dem Stream eines Films und dem Download eines entsprechenden Werkes gebe
    Genau danach folgt dieser Satz

    Aus technischer Sicht wird bei einem bloßen Stream kein ganzteiliger Film auf der Festplatte des Konsumenten abgelegt, wohingegen ein Download die gesamte Datei aus dem Internet herunterlädt.
    Also irgendwie ist ja schon mal genau das ein Unterschied oder verstehe ich hier etwas falsch ?

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