Thema: Bewerbung bei Pharmakonzern
-
08. 01. 2012, 17:38 #1
Bewerbung bei Pharmakonzern
Hallo Leute,
ich muss für meine Geschichte ein bisschen ausholen, halte die Vorgeschichte aber kurz. Versprochen
Ich bin Epileptikerin und muss regelmäßig Medikamente nehmen. Seit der Diagnose bin ich anfallsfrei.
Nun möchte ich mich bei dem Hersteller meiner Medikamente um ein duales Studium bewerben und bin auf die Idee gekommen das in meine Bewerbung mit einfließen zu lassen.
Haltet ihr das für eine gute Idee?
Hat vll jemand von euch selbst etwas mit Pharmakonzernen zu tun und kann von ähnlichen Fällen berichten?
Am besten wäre natürlich jemand aus der Personalabteilung eines Pharmakonzerns^^
Natürlich freue ich mich auch über Beiträge von "normalen" Menschen
Hab das erstmal so geschrieben:
Ihr Unternehmen ist innovativ, was sich z. B. in Ihren Investition im Bereich der Generika zeigt. Durch Ihre Forschung verbessern Sie die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen. Auch mir hat *Firmenname* geholfen durch Lamotrigin mit Epilepsie zu leben. Dank *Firmenname* bin ich seit der Diagnose anfallsfrei und kann ein normales Leben führen.
Ich würde mich deshalb sehr freuen *Firmenname* meine Qualifikationen zur Verfügung zu stellen.
Liebe Grüße
Zimmerpflanze
-
08. 01. 2012, 17:53 #2Der dunkle Prinz
ex-Moderator
- Registriert seit
- Sep 2003
- Ort
- 53° 5 N, 8° 48 O
- Beiträge
- 9.330
- Danksagungen
- 12
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Ich würde nicht tätigkeitsrelevante Erkrankungen im beruflichen Feld grundsätzlich verschweigen. Aber natürlich weiß kein Mensch, wie der Personaler, der deine Bewerbung liest, darauf reagiert.
-
08. 01. 2012, 18:00 #3Mitglied
- Registriert seit
- Nov 2007
- Beiträge
- 270
- Danksagungen
- 11
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
kann gut sein, kann aber genausogut ins Auge gehen. Ich würds tendenziell eher weglassen
-
10. 01. 2012, 21:16 #4
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Danke für eure Beiträge, ich lasse es besser raus.
-
10. 01. 2012, 21:38 #5TBuktudeaktiviertes Benutzerkonto
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Mal generell, weil es ja nicht uninteressant ist
http://www.modellprojekt-epilepsie.de/index.php?id=3177
Manche Sachen sind ja auch nun wirklich nicht als Schikane gedacht
Aber bei Anfallsleiden muss man einfach ehrlich sein und auch für sich überlegen, ob man eine Gefärdung von sich und anderen ausschließen kann
Dazu gehört auch die Vermeidung von Triggern
Als Epileptiker würde ich mich z.B. nicht unbedingt in Kontrollräumen mit lauter blinkenden Lichtern aufhalten
Gruss
Tim
-
10. 01. 2012, 22:32 #6don't try
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 1.523
- Danksagungen
- 5
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Nichtsdestotrotz würde ich es aus der Bewerbung raus lassen, dass du die Medikamente von denen nimmst. Wenn du dich bspw. bei Nike bewirbst erwähnst du ja auch nicht, dass du grade, während du die Bewerbung schreibst, Nike trägst.
-
10. 01. 2012, 23:06 #7Der Rebell.
Moderator
- Registriert seit
- Aug 2007
- Ort
- Kiel
- Beiträge
- 13.553
- Danksagungen
- 23
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Das qualifiziert dich also für den Job?
Schreibt der Heroin Junkie dann bei der Bewerbung zur Drogenfahndung rein, dass er Heroin nimmt?
-> Krankheiten lässt man weg. Das sind Infos, die den AG nicht zu interessieren haben.
-
10. 01. 2012, 23:36 #8don't try
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 1.523
- Danksagungen
- 5
-
10. 01. 2012, 23:45 #9Der Rebell.
Moderator
- Registriert seit
- Aug 2007
- Ort
- Kiel
- Beiträge
- 13.553
- Danksagungen
- 23
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
"Wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Fresse halten."
Jeder Mensch erleidet in seinem Leben ein paar Krampfanfälle, nur merkt die Person das nicht (z.B. während dem Schlaf oder wenn man betrunken ist). Die Wahrscheinlichkeit bei einem Epileptiker liegt nur rund 20x höher einen Krampfanfall zu erleiden. Sprich auch dein Taxifahrer kann einen Krampfanfall haben ohne dass man von einer Epilepsie spricht. Genauso gibt es div. Zustände bei denen auch ein nicht Epileptiker mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit krampft. Sprich einfach zu sagen, dass nur Epileptiker krampfen und dass man diese daher ausgrenzen und anprangern sollte (du wirst bestimmt auch über ein Verbot für Führerschein Klasse 3 bzw. b nachgedacht haben weil man ja in andere reinfahren könnte...) ist Unsinn und zeigt nur, dass du keine Ahnung hast von was du überhaupts sprichst.
Busfahrer kann ein Epileptiker gar nicht werden, denn er darf nicht über 9 Personen transportieren. Sprich er bekommt den Busführerschein erst gar nicht bzw. nur für Leerfahrten. Das zeigt auch mal wieder, dass du keine Ahnung hast.
Was lernen wir daraus? Wenn wir etwas zu einem Thema schreiben, dann nur dann, wenn wir auch Ahnung davon haben. Ansonsten gilt der Spruch oben.
-
11. 01. 2012, 00:06 #10don't try
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 1.523
- Danksagungen
- 5
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Ist zwar OT und eigentlich wollte ich es ja auf sich beruhen lassen, aber da deine Arroganz zum Himmel schreit:
Du bist der Meinung, dass man ohne weiteres ALLE Erkrankungen dem AG gegenüber verschweigen darf, und das denn das auch gar nicht zu interessieren hat. Wenn nicht nach gefragt wird, braucht man das Thema nicht ansprechen. Aber es gibt einfach Berufe in denen die Frage nach gewissen Krankheiten durchaus mit dem Arbeitsrecht in Einklang zu bringen ist.
Da ich keine Lust habe meinen ganze Zeit für jemanden wie dich zu verschwenden habe ich es mir zugegebenermaßen einfach gemacht und nach dem besten Beispiel: HIV, gegoogelt:
http://www.ondamaris.de/?p=16214
Also nichts mit verschweigen bei allen Krankheiten in allen Berufen. Da ich mich nicht unbedingt auf dein Niveau begeben will unterlasse ich einfach mal das zitieren deines letzten Satzes.Die bloße Infektion mit dem HI-Virus führt in der Regel nicht zu einer konkreten Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Bewerbers, so dass seine Eignung für den Arbeitsplatz durch sie nicht in Frage gestellt ist. Die Frage nach einer HIV-Infektion muss der Bewerber demnach nur dann wahrheitsgemäß beantworten, wenn diese Einfluss auf dessen persönliche Eignung hat, wie z.B. in Berufen mit erhöhter Infektionsgefahr für Dritte, so u.a. im Gesundheitswesen oder bei der Herstellung von Lebensmitteln (Joussen, in BeckOK 2008, Rn. 86). Hieran hat sich auch nach Inkrafttreten des Antidiskriminierungsgesetzes nichts geändert, da eine Krankheit kein Benachteiligungsmerkmal im Sinne des AGG ist (Wisskirchen/Bissels, NZA 2007, 169, 172; Moll, in Hb. Arbeitsrecht, 2. Aufl. 2009, § 7, Rn. 26).
Ist die Frage nach einer HIV-Infektion demnach zulässig, muss sie der Bewerber wahrheitsgemäß beantworten, da sein Arbeitsvertrag ansonsten anfechtbar oder außerordentlich kündbar ist und er darüber hinaus ggf. auch Schadensersatzansprüchen ausgesetzt ist. Ist die Frage nach einer HIVInfektion unzulässig, kann der Bewerber um den Arbeitsplatz seine Interessen dadurch wahren, dass er die Frage wahrheitswidrig beantwortet, ohne der Gefahr einer Anfechtung des Arbeitsvertrages ausgesetzt zu sein (Lichtenberg/Schücking, NZA 1990, 41, 44).Geändert von f1shb0t (11. 01. 2012 um 00:14 Uhr)
-
11. 01. 2012, 12:39 #11Mitglied
- Registriert seit
- Aug 2007
- Beiträge
- 340
- Danksagungen
- 0
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Also ich finde die Idee des TS gar nicht so schlecht. Zumindest werden damit zwei Punkte, die in ein Anschreiben gehören sehr stark beantwortet.
1. Warum dieses Unternehmen:
Der TS kennt es bereits, weil er sich schon wegen des Medikaments auch mit dem Hersteller befasst hat. Er will für ein Unternehmen arbeiten, dass den Menschen solch tolle Produkte (hat er am eigenen Leib erfahren) beschert.
2. Warum diese Stelle:
Der TS ist dadurch hoch motiviert, auch die Lebensqualität anderer Menschen zu verbessern, so wie er es selber auch erfahren hat.
Ob man dafür schon im Anschreiben mit Epilepsie einfallen muss? Da bin ich auch etwas zwiegespalten. In einem Bewerbungsgespräch finde ich, sind das aber starke Argumente.
Der letzte Satz "Qualifikationen zur Verfügung stellen" passt nicht. Du bewirbst Dich für ein duales Studium. So gesehen hast Du noch gar keine Qualifikationen, die willst Du ja erst noch erwerben.
-
11. 01. 2012, 12:41 #12Mitglied
- Registriert seit
- Oct 2004
- Beiträge
- 2.271
- Danksagungen
- 13
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Ich würd auf jeden Fall erst nochmal thematisch drüber schaun. Generika == Nachahmungen != ForschungIhr Unternehmen ist innovativ, was sich z. B. in Ihren Investition im Bereich der Generika zeigt. Durch Ihre Forschung verbessern Sie die Lebensbedingungen von Millionen von Menschen
Beides, also Generika und Forschung in 2 aufeinander folgende Sätze zu packen halte ich für suboptimal.
-
11. 01. 2012, 13:45 #13Der Rebell.
Moderator
- Registriert seit
- Aug 2007
- Ort
- Kiel
- Beiträge
- 13.553
- Danksagungen
- 23
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
@f1shb0t:
Du kennst den Unterschied zwischen einer Krankheit und Infektion:
[ ] Ja.
[X] Nein.
HIV ist nur ein Virus. Es gibt Menschen, die diesen Virus ein Leben lang in sich tragen und nie an AIDS erkranken. Und ich hab von Krankheit geschrieben und es bezog sich ganz klar auf das Problem des TS. Da mit HIV anzukommen zeigt auch wieder nur, dass du da jetzt versuchst vom Thema abzulenken.
Zudem sind das komplett verschiedene Dinge. Mir wäre kein Fall bekannt, in dem ein Epileptiker Epilepsie auf eine andere Person übertragen hat durch z.B. Blutkontakt, bei HIV ist dies jedoch möglich. Das ist auch der Grund für diese Regelung mit HIV. Imho ist das z.B. in einem Krankenhaus gefährlich.
Ein Epileptiker darf zudem erst Auto fahren sofern er 6 Monate krampffrei ist, sprich ein Anfall ist sehr unwahrscheinlich, da hab ich deutlich mehr Angst vor Besoffenen Fahrern im Straßenverkehr, schau dir mal die Unfallzahlen an...
-
11. 01. 2012, 14:02 #14
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Wenn du selber sagst bzw. "einschätzen" kannst, dass du durch die Medikamente "anfallsfrei" bist, würd ich es nicht sagen. Es sei denn, du belügst dich selbst, dann belügst du natürlich auch den Arbeitgeber.
Noch schlimmer ist die Reaktion bei den Mitmenschen, wenn die TS nichts sagt und dann aus heiterem Himmel einen Krampfanfall bekommt.
-
11. 01. 2012, 14:08 #15Der Rebell.
Moderator
- Registriert seit
- Aug 2007
- Ort
- Kiel
- Beiträge
- 13.553
- Danksagungen
- 23
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Es gibt div. Definitionen für anfallsfrei. Das wird ihr ihr Neurologe (vermutlich stellt nicht der normale Hausarzt die Rezepte aus) gesagt haben, daher kann sie das schon sagen.
Es ist sicherlich eine nennen wir einfache und naheliegende Einleitung für z.B. das Interesse an dem Beruf. Aber man kann es auch umdrehen und dadurch z.B. bei Misserfolgen auf einen sehr hohen Frustfaktor schließen.
-
11. 01. 2012, 17:13 #16don't try
- Registriert seit
- Nov 2006
- Beiträge
- 1.523
- Danksagungen
- 5
Re: Bewerbung bei Pharmakonzern
Jetzt musst du dich mit Wortklaubereien aus der Affäre ziehen. Laut deiner Argumentation hätte weder eine HI-Infektion, noch der Ausbruch, der Krankheiten den Arbeitgeber auch nur in irgendeiner Art und Weise zu interessieren, und das stimmt einfach nicht in allen Fällen. Das kannst du jetzt natürlich abstreiten und wieder mit "fresse halten" kommen, ändert aber nichts an den Tatsachen. Tut mir leid.
Gehört hier aber auch nicht hin, und es war, wie ich schon eingeräumt habe, das einfachste Beispiel, es gibt genug andere, u.a. Epilepsie. Hast du den Link von TBuktu gelesen, ja?Geändert von f1shb0t (11. 01. 2012 um 19:57 Uhr)


Zitieren

mehr lesen...







US-Energieversorger gehackt, Iran...
Gestern, 21:23 in gulli:news