Guten Abend/Morgen liebe Community.
Ich habe momentan sehr schwer mit mir zu kämpfen, aus vielen verschiedenen Gründen. Derweilen versuche ich mich immer wieder selbst zu „diagnostizieren“, dass läuft aber nicht mehr wirklich gut. Aus diesem Grund dachte ich, dass ich hier ja auf Hilfe und Anregungen stoßen könnte. Ich weiß leider nicht wie ich den Text verfassen soll, obwohl ich mich sonst eigentlich relativ gut ausdrücken kann, werde es aber nichts desto trotz versuchen.
Etwas zu meiner Person, ich bin 19 Jahre jung und männlich, stamme aus guten familiären Verhältnissen und habe keinerlei Probleme mit Drogen und/oder Kriminalität. Ich halte mich für relativ intelligent (bitte deutet das nicht als Zeichen von Arroganz meinerseits) und würde mich selbst als pessimistischen, introvertierten, Realisten bezeichnen.
Kommen wir zu meinen Problemen:
Ich bin faul, nicht nur ein bisschen, sondern richtig faul. In meinem Leben, bin ich bis jetzt immer den Weg des geringsten ***********es gegangen. Beispiele dafür, dürften aus dem weiter folgenden Text genug heraus lesbar sein. Das hat sich besonders in Form von schlechten Noten in meiner schulischen Laufbahn bemerkbar gemacht. Ich war nie gewillt groß etwas in meine Bildung zu investieren, trotzdem habe ich mich bis zum Fach-Abitur durchgekämpft, ohne ein Jahr wiederholen zu müssen, obwohl durchgekämpft ein unglücklich gewählter Begriff ist, da ich nie wirklich viel zu kämpfen hatte. In den zwei Jahren meines Fach-Abiturs haben sich meine Noten sogar ziemlich verbessert, teils viel besser als Mitschüler die bedeutend mehr Arbeit investieren mussten. Ein Grund dafür könnte wohl sein, dass ich als Schwerpunkt Informatik wählte, ein Thema das mich eigentlich immer interessierte.
Der Grund für meinen Entschluss das Fach-Abitur zu erlangen, lag nicht etwa an der oben genannten Interesse für das Thema, sonder lediglich daran das zum damaligen Zeitpunkt (und heute immer noch) einfach nicht wusste was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Das einzige, das ich damals mit Sicherheit sagen konnte, war das ich mir auf keinen Fall schon vorstellen konnte Arbeiten zu gehen. Daraus erschließt sich ein weiteres Problem, die Ziellosigkeit in meinem Leben. Ich weiß einfach nichts anzufangen mit mir. Nach dem Abschluss dachte ich daran zu Studieren aber auch eher aus Mangel an Alternativen und da es sicher cool wäre, am Ende irgendwie mit einem Bachelor Abschluss da zu stehen. Tja auf der Uni habe ich es ca. 3 Monate ausgehalten und dann abgebrochen, sitze jetzt seit Mitte Dezember zu hause. Ich kann mich auch besonders Schwer für irgendetwas motivieren, viele Dinge lasse ich nach kurzer Zeit wieder fallen. Sei es Programmieren oder das arbeiten mit Photoshop, dass erlernen einer neuen Sprache, … Und mischt man Motivationslosigkeit mit Antriebslosigkeit und Faulheit und der daraus resultierenden Ziellosigkeit, so fällt man in ein Loch oder eine Art Teufelskreis. Ich habe bereits daran gedacht mich eventuell mal in eine Psychologische Behandlung zu geben, aber irgendwie bilde ich mir ein, dass ich den Symptomen oder Problemen für die Notwendigkeit einer solchen Behandlung nicht gerecht werde. Was für ein Schwachsinn oder? Den die oben genannten Dinge machen mir wirklich zu schaffen, auch wenn man es vielleicht nicht herauslesen mag.
Leider kenne ich keinen mit dem ich sonst darüber sprechen kann. Mit meinen Freunden fallen mir diese Themen nicht so leicht und mit meiner Familie schon gar nicht. Zum Thema Familie: Mein Vater starb vor zwei Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung und wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, habe ich seinen Tod wohl doch verdrängt. Mir ist zwar bewusst, dass er tot ist, aber ich habe nie wirklich um ihn getrauert, oder mich mit seinem tot auseinander gesetzt. Ich habe sogar einmal die Frage erhalten, ob es mich denn interessieren würde, dass mein Vater gestorben ist. Diese Frage macht mich im Nachhinein sehr wütend.
Wenn ich intensiv darüber nachdenke, war der Tod schon ein sehr schlimmes Ereignis für mich, aber irgendwie ging das ganze etwas an mir vorbei. Nur als ich meine Mutter damals noch Tage später durch einen Streit mit mir, weinen gesehen habe, brach es mir das Herz.

Ich brauch einfach ein Ziel in meinem Leben, einen Traum, irgendetwas das mich antreibt, etwas dem ich mich mit ganzer Seele widmen kann. Das einzige, dass ich mit Sicherheit sagen kann, ist das ich weg möchte. Ausbrechen aus meinem jetzigen Leben, raus aus meiner gewohnten Umgebung, raus aus Deutschland, ich kann mir nicht vorstellen mein Leben an einem Ort zu verbringen, ich möchte die Welt sehen, am besten jedes Jahr in einem anderen Land/Ort verweilen, leben und arbeiten. Dazu müsste ich aber erst einmal etwas finden, mit dem ich diese Dinge bewerkstelligen kann und das fällt mir aufgrund des „Loches“ in dem ich mich befinde einfach zu schwer. Ich weiß einfach nicht weiter.

Ich würde mich freuen wenn sich jemand per PN bei mir meldet (vielleicht gelingt es mir dann besser mich spezifischer auszudrücken).