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07. 02. 2012, 13:43 #1
Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Ramona Fricosu aus Colorado, die vom Richter verpflichtet wurde, ihren Rechner im Rahmen eines Betrugsverfahrens zu entschlüsseln, hat nach eigenen Angaben ihr Passwort vergessen. Das teilte der Verteidiger der Verdächtigen am gestrigen Montag mit. Diese Entwicklung könnte die ohnehin schon komplizierte juristische Situation noch unübersichtlicher machen.
zur News
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07. 02. 2012, 13:52 #2
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Schon klar.
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07. 02. 2012, 13:54 #3user124deaktiviertes Benutzerkonto
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
angenommen die angeklagte sagt sie WILL das passwort nicht rausrücken... wie soll dann beugehaft auf sie einwirken das sie es gegen ihren willen doch herausgibt?
kann es sein das "beugehaft" nur ein euphemismus für psychische weiße folter ist? jemand wird eingesperrt, und das soll denjenigen so belasten das er zusammenbricht und sich fügt?
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07. 02. 2012, 14:01 #4
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Von daher finde ich das schon etwas sehr zufällig, dass ihr jetzt ausgerechnet das Passwort entfallen sein soll. Ich vermute da pokert nur jemand ziemlich hoch.Staatsanwältin Patricia Davies erklärte gegenüber der Presse, sie sei bezüglich dieser Behauptung skeptisch, da die Verdächtige vor Gericht niemals zu Protokoll gegeben habe, das Passwort vergessen zu haben.
Auch wenn er vermutlich wenig Erfolg haben dürfte, drücke ich die Daumen.Dubois plant derweil, sich an das Berufungsgericht zu wenden und dieses davon zu überzeugen, dass die Verpflichtung zur Entschlüsselung gegen den fünften Verfassungszusatz verstößt.
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07. 02. 2012, 14:02 #5
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Jap, Beugehaft ist im Grunde genommen Folter. Mir unbegreiflich warum das erlaubt ist, während Folter anderer Art verboten ist. Zumal es manchmal um weit mehr als um dämliche PC Daten geht. Der Fall Gäfgen ist ein super Beispiel. Da wollte man das Leben eines Kindes retten und kriegt was auf den Deckel.
Hier gehts lediglich um Betrug und Psychoterror ist ok. Aber Geld war schon immer wichtiger als alles andere. Sobald Geld im Spiel ist darf man so vieles plötzlich tun.
Allerdings ist für mich ohnehin eindeutig, dass sie sich mit dem Entschlüsseln selbst belastet und dies damit nicht tun muss.
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07. 02. 2012, 14:22 #6Mitglied
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Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Das ist die Knack Frage in jeden Rechtssystem. Auf der einen Seite die Rechte des Angeklagten und dann natürlich andere Seite die rechte des Klägers.
Auch im GG ist das ja auch sehr "schwammig" oder zum wohle des Klägers gelöst. Sprich es gibt ein Grundrecht, was mit bestimmten mitteln Eingeschränkt werden kann. (Meinungsfreiheit, Wohnung etc.)
Ähnliches gibt es auch für auch für Aussagen (siehe Helmut K.) und natürlich fällt darunter auch Verschlüsslungen.
Mann muss da echt Nathan der Weise sein um was Gutes hin zu bekommen.
Leider sind es unsere Gesetze nicht, immer von jeden Blickwinkel aus.
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07. 02. 2012, 14:55 #7
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Was wenn die gute Dame das PW wirklich vergessen hat?
Immerhin hat sie es ja wohl nicht oft benutzt in letzter Zeit
und bei dem ganzen Trouble braucht man sich nicht wundern.
Und wenn ich dran denke wie oft ich manch PW vergesse....
Allerdings muss ich mich dann nur mit Blizzard, Steam, E-Plus & Co. rumschlagen und nicht gleich mit der Staatsanwaltschaft
Falls sie's vergessen hat wird man sie erst wieder aus der Beugehaft holen,
wenn ein Entschlüsselungsprogramm nach 17 Jahren alles geknackt hat.
Und DANN darf sie erst ihre richtige Haftstrafe antreten,
natürlich nach fairer und gerechter Urteilsverkündung,
was natürlich mit der vorgeschichte Lebenslange Haftstrafe heißen muss
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07. 02. 2012, 15:32 #8
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Das ist ja gerade das komische am Vergessen, man kann es einfach nicht vorhersehen.Staatsanwältin Patricia Davies erklärte gegenüber der Presse, sie sei bezüglich dieser Behauptung skeptisch, da die Verdächtige vor Gericht niemals zu Protokoll gegeben habe, das Passwort vergessen zu haben.
Wie soll man sich das eigentlich vorstellen? Wird sie da zusammen mit ihrem Schleppy eingesperrt? Vllt. einfach zwischendurch mal öffnen, sweepen und dann vorlegen.
Aber mal im Ernst, irgendwas stimmt mit solchen Anordnungen nicht. Entweder sie haben Beweise und können sie verurteilen oder eben nicht. Dann haben sie eben Prch gehabt. Aber das wäre wohl zu einfach und wer am längeren Hebel sitzt macht sowieso was ihm passt.
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07. 02. 2012, 15:33 #9
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Der Trouble ging aber schon seit einiger Zeit quasi um das Passwort. Da könnte man sich schon überlegen, es vorsichtshalber irgendwo sicher zu hinterlegen. Z. B. weil man sich dann doch irgendwann entscheidet die verschlüsselten Daten offen zu legen.
Das dürfte bei einem guten Passwort "etwas" länger dauern.Falls sie's vergessen hat wird man sie erst wieder aus der Beugehaft holen,
wenn ein Entschlüsselungsprogramm nach 17 Jahren alles geknackt hat.
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07. 02. 2012, 15:42 #10
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Ich halte es für möglich ein Passwort zu vergessen. Für CDU Bundestagsabgeordnete, die ihren Nachnamen benutzen und den Vornamen als Passwort nehmen, wird es unverständlich sein. Weiterhin wer für alles mausgo als Passwort nimmt der wird es auch nicht vergessen und auch nicht verstehen.
Wer sich aber an den Regeln für Passwörter hält und für die Verschlüsselung ein Passwort, was sonst weiter nicht benutzt wird, nimmt und dazu noch Stress mit der Polizei hat, der Laptop bei der Polizei ist, kann es sehr wohl vergessen.
Es sollte jeder mal ausprobieren ob er nach drei Monaten ohne Benutzung dieses Passwort noch kennt.
Y#}D7=>LFhr@)6
Dieses Passwort ist sicher.
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07. 02. 2012, 15:45 #11
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07. 02. 2012, 15:52 #12Mitglied
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Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Das kommt ganz auf die Seite an von der du das siehst ...

Für den Beklagten ist es sinnvoll "zu vergessen" für den Ankläger natürlich nicht.
Und je nach dem UM was es sich dreht verstehen das auch einige.
Natürlich ist es im dem Fall echt fragwürdig, was für Geschütze Aufgefahren werden.
Anderer Seite "alle Macht geht vom Volke aus .... " nur wie sieht die Macht (recht und Ordnung) gegen über ein "vergesslichen" Angeklagten aus (ohne Handhabe).
Bei nur kleine Delikten sagt sicher jeder ... "Ach was soll s last den doch "...
Aber was ist bei "Mord ?, KiPo, Entführung, Erpressung ..."
Gesetze sollten Kein "aber" kennen sondern sind immer gleich.
dh. ist es auch verdammt kompliziert in der Frage wirklich RICHTIG, richtig zu sagen
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07. 02. 2012, 15:58 #13
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Inquisition in moderner Fassung.
Du wirst verbrannt, wenn du denen sagst was sie hören wollen und du wirst verbrannt, wenn du es nicht sagst.
Sowas gab es eigentlich im Mittelalter mal....
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07. 02. 2012, 16:00 #14
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
@Pandarus
Ich finde, es geht nicht um das vergessen. Der Punkt ist die Verpflichtung verschlüsselte Daten zu öffnen. Da spielt es auch meiner Meinung keine Rolle worum es geht. Jeder ist bis zum Urteilsspruch erst einmal unschuldig. Die Entscheidung nach der möglichen Schwere abhängig zu machen, hinkt, da sie dann nunmal für alle anderen auch gelten würde. (Gleichheitsgrundsatz)
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07. 02. 2012, 16:11 #15Chefredakteurin
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07. 02. 2012, 16:20 #16
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Einige meiner Zugänge (z. B. zum Ticketsystem und Wiki eines Softwareherstellers, dessen Produkt wir hier einsetzen) sind mit ähnlichen Passwörtern versehen. Da muss ich in der Regel auch nur alle paar Monate mal rein. Bisher kein Problem. Gut das mag jetzt nicht bei jedem zutreffen, aber machbar ist das durchaus.
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07. 02. 2012, 16:52 #17
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Diese Verharmlosung ist schon recht eklig.
Es geht hier um einen massiven Grundrechtsverstoß durch einen Polizeibeamten und zwar kalkuliert und deswegen, weil er mit dem Vater des Opfers befreundet war. Zudem kaum bestraft worden, der gute Herr Polizist.
Auch interessant, dass es sonst immer heißt, "die Verbrecher" habens im Knast noch viel zu gut, aber dann ist Haft plötzlich doch Folter? Also quälen wir die Inhaftierten?!
Das Urteil wäre in Deutschland zum Glück so nicht möglich, da der Eingriff in die Grundrechte viel zu groß ist, weiterhin kann eben niemand beweisen ob man ein Passwort noch weiß, oder es vergessen hat und auf Grundlage einer wagen Vermutung geht man in DE nicht in den Bau.
Mal sehen, was die USA draus machen
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07. 02. 2012, 17:43 #18
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Tja , in England ist man zur Entschlüsslung, bereits per Gesetz verpflichtet.
Siehe Link:
http://www.gulli.com/news/603-verurt...gen-2009-08-12
Zumindest sind die Amis noch am Diskutieren, aber ich glaube trotzdem nicht das da was Gutes bei raus kommt.
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07. 02. 2012, 18:33 #19Gesperrt
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Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Ich seh da folgende erfolgsversprechende Strategie:
"Herr Richter ich hatte das Passwort auf einen Zettel aufgeschrieben. Habe es aber sofort nach der polizeilchen Vernehmung in Panik vernichtet. Sorry, ich kann nun beim besten willen keine genauen Auskunft über die Passphrase geben. Ich glaube aber, dass da ein paar Zahlen und auch ein A dabei waren."
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07. 02. 2012, 18:49 #20
Re: Krypto-Urteil: Hat die Verdächtige das Passwort vergessen?
Man sollte vermutlich wohl auf ein Fallback-Passwort setzen, das man aushändigen kann, welches aber beim Verschlüsslungsprogramm nur bestimmte Daten freigibt und die wirklich wichtigen Sachen sind weiterhin verschlüsselt und versteckt...
Ausreden werden vor Gericht bald nicht mehr viel bringen und man wird letztendlich eh nur dafür bestraft - ob es nun rauskommt, dass man gelogen hat, oder nicht.
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