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MarkyMark
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Angry bush in berlin !!!

Aufruf zu Aktionstagen in Berlin gegen den Besuch
des amerikanischen Präsidenten !!!
www.bushinberlin.de
Alt 17. 05. 2002, 13:59 MarkyMark is offline Mit Zitat antworten #1
Sevenger
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Aber nicht Heulen, wenn es wieder was mit dem Schlagstock über die Birne gab!

so long
Sevenger
Alt 17. 05. 2002, 15:18 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #2
Stoertebeker
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Zitat:
Original geschrieben von Sevenger
Aber nicht Heulen, wenn es wieder was mit dem Schlagstock über die Birne gab!
Naja ist an sich schon traurig, dass man das in Kauf nehmen muss um sich wenigstens mal kurz Gehör zu verschaffen, oder muss das so sein?
Hoffe, dass unsere amerikanischen Freunde mal sehen, wie felsenfest wir doch hinter ihnen und ihrem Terror stehen.
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...196270,00.html (u.a., da sind noch en paar andere Artikel zum Besuch)
Alt 17. 05. 2002, 15:36 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #3
Korrupt
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Zitat:
Original geschrieben von Sevenger
Aber nicht Heulen, wenn es wieder was mit dem Schlagstock über die Birne gab!

Warum nicht?

http://www.tagesschau.de/aktuell/mel...770786,00.html

Ab wann darf man sich beschweren anfangen, deiner Meinung nach?

Ich liebe Pseudoliberale, denen einer abgeht, wenn sie nem repressiven Staat beim Leute pruegeln zugucken koennen.
Alt 17. 05. 2002, 16:13 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #4
Sevenger
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Auch wenn mir nicht ganz klar ist wo der Zusammenhang zwischen den 3 Zeilen und dem was ich geschrieben habe besteht, folgendes:

Es gibt mit Sicherheit genug Gründe gegen Bush auf die Strasse zu gehen, keine Frage.
Aber es gibt ein paar Punkte die dagegen sprechen:
Zum einen möchte ich bezweifeln, dass die Demo irgendetwas bringt.
Die, die sich dafür interessieren, haben sich eh schon ne eigene Meinung gebildet und
die, die es nicht interessiert werden sich auch keine bilden.
Bush interessiert es nicht.
Bush wird davon auch nichts mitbekommen.
Es ist jetzt schon klar, dass etliche Gewalttouristen angereist kommen.
Die lustige Gesprächsrunde die es am 1. Mai gab, wird es mit Sicherheit nicht geben.
Die Polizei wird massiv dafür sorgen, dass keiner in die no-go areas kommt.
Sie wird auch dafür sorgen, dass keine Barrikaden angezündet werden oder Geschäfte geplündert werden, das würde, angesichts des hohen Besuchs, ein Bild auf Deutschland werfen, dass Schröder & Co Bush nicht erklären wollen.

Ergo:
Es kommen genug, die Bock auf Gewalt haben.
Genug Polizei ist auch da.
Wenn Dich der Steineregen trifft, ist es schwierig zu erkennen wer schmeisst und wer nicht.
Es wirt heftige Auschreitungen geben.
Dabei werden viele Richtige getroffen und zu viele Falsche.
Mein Schluss daraus: Wer hingeht ist selbst schuld.

so long
Sevenger
Alt 17. 05. 2002, 16:27 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #5
Korrupt
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oder, mit etwas weniger Worten:
- man sollte dann, wenn anderswo Voelkerrecht mit Fuessen gereten wird, prophylaktisch auf seine Grundrechte verzichten.
- man sollte es unterlassen, in wirklich strittigen Faellen fuer seine politische Meinung einzustehen.

wann gruendest du die faschistische Plattform der FDP?
Alt 17. 05. 2002, 16:38 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #6
Sevenger
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Nein, man sollte durchaus für seine Grundrechte eintreten.
Wo in meinem Post faschistische Äusserunge n sind, ist mir schleierhaft, aber den Vorwurf machst Du ja gerne mal, auch wenn es nicht gerade passt.

Beispiel:
Sehr guter Freund von mir wird, wenn er besoffen ist, sehr direkt.
Er sagt dann Leuten, auch wenn er sie nicht kennt, ganz deutlich seine Meinung.
Das finde ich gut, denn er ist ehrlich.
Aber ich bin nicht so blöd mich mit ihm zum Zechen in ner Kneipe zu treffen.
Denn nicht jeder kann damit umgehen.
Und um das Beispiel in den Kontext zu setzen:
Wenn der Freund sich gerne ohne Grund prügelt muss ich damit rechnen auf die Fresse zu bekommen, wenn ich mit ihm unterwegs bin.
Entweder ich bin bereit die Konsequenzen zu tragen und mecker dann aber nicht, wenn auch ich auf die Fresse bekomme, oder ich hab kein Bock auf die Fresse zu kriegen, dann zieh ich aber auch nicht mit ihm durch die Gegend, wenn er breit ist.

so long
Sevenger

p.s. Ein Hoch auf die Faschismus-Keule!
Alt 17. 05. 2002, 17:30 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #7
Stoertebeker
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Nur wo wären wir heute, wenn schon immer jeder so gedacht hätte?
Alt 17. 05. 2002, 18:07 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #8
Turrican
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Kann es sein das hier ein kollektives Missverständniss vorliegt ? Warum Sevenger gerade angemacht wird weil er keine Lust hat im Chaos eine auf's Maul zu bekommen ist mir schleierhaft !?
Wer nicht respektiert das es Menschen gibt die es einfach Leid sind an einer Veranstaltung teil zu nehmen die keinerlei Auswirkungen hat, da sie aus der Erfahrung heraus, in der Versenkung der Tagesschau untergehen wird, hat vielleicht ein bisschen ein Toleranz Problem ?
Ich habe einigemale an Demos teilgenommen und muss nun aber sagen das ich mir im nachhinein ziemlich bescheuert vor komme. Die gewollte Eregung der Aufmerksamkeit ist heute einfach nicht mehr so zu erreichen wie es vielleicht einmal war ...korrigiere sehr viel früher sehr wohl so war.

Wie die RTL etc. Berichterstattung läuft, wird die Demo kurz vor dem Hund Naschi gennant, der kein Herrchen mehr hat. ARD/ZDF haben dafür genauso viel Zeit eingeplant wie für den FDP Parteitag ...
Der Punkt ist das, wenn ich meinem Bekanntenkreis so lausche, ich das Gefühl habe das es eher persönliche Gründe sind . Kann es sein das hier das "Ich hab was getan und bin nicht wie der resignierende Bürger" -Gefühl an ? Wenn ja ist zugegebenermaßen eine Diskussion überflüssig weil sich dann jeder eh' angepisst fühlt.

Bush ist ohne Frage die lächerlichste Führungsperson die es gibt aber Wirlassennichtallesmitunsmachendemos sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Nebenbei, wenn wir schon beim Thema sind, meine Nase sah nicht immer so schief aus. Ich habe (93' ?) einen Stein ins Gesicht (kurz unter dem Auge) geworfen bekommen. Schon mal gesehen wie Blut richtig spritzt ?Mittendrin statt nur dabei.
Gegen was Demonstrieren wir eigentlich ....achja, gegen Gewalt.

Turrican
Alt 17. 05. 2002, 21:55 Turrican is offline Mit Zitat antworten #9
Dexter
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Zitat:
Original geschrieben von Turrican
Kann es sein das hier ein kollektives Missverständniss vorliegt ?
Jein. Ich seh`s eher so, dass (ansatzweise) kollektives UNverständnis ob der propagierten Resignation vorliegt.
Zitat:
Warum Sevenger gerade angemacht wird weil er keine Lust hat im Chaos eine auf's Maul zu bekommen ist mir schleierhaft !?
Naja, wenn du es so sehen willst. Ich wiederum sehe das eher als ein - wenn auch mit sehr harten Worten - aus der Reserve locken ist.
Ich glaube nicht, dass es was bringt, das Thema jetzt bis in`s I-Tüpfelchen auszudiskutieren. Dass es Leute gibt, die keinen Bock haben sich für andere die Fresse polieren zu lassen, kann man sicher tolerieren. Nur die Augen davor verschliessen, WER die Fresse poliert, ist schlichtweg dumm. Die Polizei geht mit Gewaltanwendung eben doch sehr selektiv um.
Das man u.A. mir dann das Anprangern verbietet; da erschliesst sich mir nicht der Sinn. Möchte an dieser Stelle auch darum bitten, dass hier jetzt keine Grabenkämpfe über die Diskussion anfangen, wer denn mit der Gewalt angefangen hat. Fakt ist schlicht, dass Bullen friedliche (!) Demo-Teilnehmer prügeln und fakt ist, dass das (normalerweise) nicht ihr Job ist. In dem Zusammenhang wird auch Gewalt und Gewalt immer gern in einen Topf geworfen. Man muss aber unterscheiden, dass Gewalt gegen Dinge und Gewalt gegen Menschen unterschiedliche Dinge sind. (Ich möchte Dich, Turrican nicht als Ausnahme bezeichnen, nur weil Du nicht in den Kontext reinpasst, von dem ich gerade rede. Dass es Idioten gibt, die aus hinteren Reihen Steine schmeissen ist traurig, aber wenn alle sagen: ich geh nicht da hin, weil da die Chaoten sind, erst dann wird genau jenen Chaoten das Feld überlassen.)
Zitat:
Wer nicht respektiert das es Menschen gibt die es einfach Leid sind an einer Veranstaltung teil zu nehmen die keinerlei Auswirkungen hat, da sie aus der Erfahrung heraus, in der Versenkung der Tagesschau untergehen wird
Da gibt`s nix zu respektieren. Wer resigniert, ergibt sich dem Staatsmonopol auf Gewalt und Unterdrückung. Wegen ein paar Handvoll Idioten. Oder gar wegen ein paar Handvoll vom Staat bezahlter Provokateure?
@Turrican: versteh mich nicht falsch. was ich schreibe war unpersönlich und nicht auf Dich bezogen. ich will Dich nicht anpissen, nicht auslachen ob deiner schlechten Erfahrung. Aber die "Argumente", nicht auf `ne demo zu gehen, lassen mich einfach den Schluss ziehen, dass es besser wäre, dass Du Dich vor die Glotze hockst und alles ist schön. Jedenfalls für Dich (und Sevenger in diesem Fall sowieso)
Was ich meine: RTL ist nicht Politik. RTL ist nicht Realität. Es vermittelt Bilder, die Realität verheissen. Es macht (realitätsferne) Politik. Und verdammt viele Menschen fressen das. Und wisst Ihr warum? Weil es so schön einfach ist. Einfache Feindbilder. Leicht und schnell gefundene Schuldige. Gehen wir mal 30 Jahre zurück. Ich (als mehr oder weniger Pazifist) würde klammheimliche Freude empfinden, wenn ein paar von den "Chaoten" RTL (aus der Aktualität herausgegriffenes Beispiel) abfackeln. Aus den Gründen, die ich oben beschrieb. Eine Realität wird vermittelt, die es nicht gibt. Ein brennender Fernsehsender ist Realität aber nicht das Fernsehprogramm selbst.
Du hast einen Stein abbekommen. Von IrgendEINEM Idioten. Nur es sind nicht alle so. (Natürlich sind auch nicht alle Bullen Gewalttäter)
sorry, ich find kein Ende, später nochmal mehr dazu....
Was ich vermitteln wollte: Ich scheiss auf Resignation. Resignation ändert nix. gewalt ändert auch nix, jedenfalls nicht zum Positiven. Aber: vor Gewalt einzelner zu resignieren, heisst auch vor der Gewalt der Mehrheit (Staat) zu resignieren.
cu
*Glotze an*
Alt 17. 05. 2002, 23:05 Dexter is offline Mit Zitat antworten #10
Zyqoon
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Alt 18. 05. 2002, 12:04 Zyqoon is offline Mit Zitat antworten #11
Sevenger
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Ich habs doch gesagt

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...196821,00.html

so long
Sevenger
Alt 18. 05. 2002, 14:46 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #12
nastySprite
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Sehr richtig. Der, gegen den demonstriert werden soll, kapiert es nicht, denn die friedlichen Demonstrationen sind "intellektuelles Geblubber" (Zitat Powell), die gewalttätigen genau das Gegenteil. Beide sind jedenfalls aus sicht der USA nicht ernstzunehmen und führen, wenn sie überhaupt wahrgenommen werden, eher noch zu einer weiteren Verhärtung der Beziehungen ("Antieuropäismus" in USA).

Zum "Reinfall", wie bushinberlin.de fordert, werden die Demos den Besuch sicher nicht machen. "Demonstrieren" bedeutet jemandem etwas deutlich zeigen. Demos, die den eigentlich Angesprochenen aber gar nicht erreichen, weder physisch (wegen Absperrungen) noch psychisch (wegen Dummheit), zeigen nur den Veranstaltenden selbst etwas, sind also nur Zelebrieren der eigenen Einstellung und somit doch völlig nutzlos.

Sinnvolle (=den angesprochenen Erreichende) Demonstrationen müssten sich meiner Einschätzung nach eher gegen die Appeasement-Politik der Bundesregierung richten ("wir teilen gleiche Werte, uns vereint der Einsatz für die Demokratie"), denn die wird immerhin irgendwie darauf reagieren, die Demo wenigstens wahrnehmen - allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie zivilisiert vorgetragen wird, denn: "wer brüllt (bzw. Steine schmeißt) hat Unrecht". Diese Zivilisiertheit wird beim Bushbesuch kaum stattfinden, weil neben ernsthaften Demonstranten mit Argumenten eben auch Radaubrüder die Situation ausnutzen werden und leider die richtigen Argumente der Anderen diskreditieren.

Aus diesen Überlegungen heraus hätte ich es für klüger im Sinne der ernsthaften Demonstranten gehalten, wenn die Demos vor oder nach, aber nicht während des Besuchs stattgefunden hätten. So wird sie wohl als reine Energieverschwendung wirkungslos verpuffen, bestenfalls ein paar ausgebrannte Autos, eingeschlagene Scheiben und überflüssig gebrochene Nasen zurücklassen, vielleicht noch den Hass auf die Scheißbullen (wegen überflüssiger Gewaltanwendung) respektive aus der gegenüberliegenden Sichtweise Scheißlinken (aus dem gleichen Grund) steigern. Schade.

MfG,
nastySprite
Alt 18. 05. 2002, 15:40 nastySprite is offline Mit Zitat antworten #13
Korrupt
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Zitat:
Original geschrieben von nastySprite
Diese Zivilisiertheit wird beim Bushbesuch kaum stattfinden, weil neben ernsthaften Demonstranten mit Argumenten eben auch Radaubrüder die Situation ausnutzen werden und leider die richtigen Argumente der Anderen diskreditieren.

Ich haeng mich jetzt einfach mal an was auf, was mir der Kernpunkt der Argumentation zu sein scheint.

Mit deiner Argumentation scheinst du ein Stueck weit richtig zu liegen, ich halte es aber nur fuer *enorm* gefaehrlich, einer Argumentation zu folgen, die dahin geht, Demonstrationen zu meiden oder am besten gleich abzublasen, wenn es moeglich oder wahrscheinlich ist, dass es zu Ausschreitungen kommen koennte.

Militante Gruppen gibts immer. Wie gesagt, ich bin gegen diese dauernd eingeforderte Distanzierung der friedlichen Demonstranten von verschiedenen Leveln der Militanz. Aber abgesehen schon davon hiesse es, ein *immer* weit ueberwiegender Teil der Menschen, die ihr Recht auf freie Meinungsaeusserung und Versammlungsfreiheit wahrnehmen wollen, liesse sich von einer kleinen Gruppe mundtot machen.

Nach der extrem tendenzioesen Berichterstattung z.B. aus Genua sehe ich ohnehin keine Moeglichkeit mehr, ueberhaupt noch eine Grossdemo zu organisieren, ohne dass der Eindruck erweckt wid, es gab Randale mit angegliederder Meinungsaeusserung.

Von den Moeglichkeiten, generell Demos mittels Agents provocateurs zu diskreditieren, wenn deine "Lassen wirs lieber, bevors knallt" - Taktik angewendet werden wuerde, will ich gar nicht groessers anfangen.

Auf den Punkt gebracht: Demos wegen moeglicher Ausschreitungen zu verbieten, waere ein *extrem* empfindlicher Einschnitt in die Buergerrechte, den konsequenterweise nur Leute befuerworten koennen, die generell dagegen sind, dass demonstriert werden darf. Die muessen sich dann aber auch bitte den Totalitarismusschuh anziehen.

(ich weiss, dir gings nicht ums "verbieten", der Effekt, das Mundtotmachen der Leute, die noch bereit sind, fuer politische Ansichten auf die Strasse zu gehen, sich jenseits der vierjahreskreuzeleien zu artikulieren etc. bleibt derselbe, den so sind Demos diskreditierbar/sabotierbar, ebal ob vor, nach oder waehrend Bush. Diese Entkoppelung von Demo und Demoanlass scheint mier ohnehin schwer vermittelbar. Wem soll ich klar machen, dass ich grade stellvertretend gegen was von in einer Woche demonstriere? Aber das sind grade Haarspaltereien )
Alt 19. 05. 2002, 09:20 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #14
Sevenger
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Meiner Ansicht nach lieferst Du die Ursache für die von Dir angesprochene Problematik gleich mit:
Zitat:

(...)ich bin gegen diese dauernd eingeforderte Distanzierung der friedlichen Demonstranten von verschiedenen Leveln der Militanz.(...)

Wenn man sich nicht distanziert (oder sogar selber dagegen vorgeht) trägt man die Sache mit.
Und genau darauf begründete sich mein erster Post.
Hier ging und geht es niemandem um das verbieten irgendwelcher Demos.
Warum auch?!
Ich finde es nur lächerlich, wenn man die Gewaltbereiten als völlig legitimen Teil (und vermutlich auch noch davon überzeugt ist, dass Vandalismus, Plünderungen und Bullen-mit-Steinen-beschmeissen auch freie Meinungsäusserungen sind) ansieht, nach den Demos rumzuheulen, weil man dabei dann die "freie Meinungsäusserungen" der Hundertschaften abbekommen hat.

so long
Sevenger
Alt 19. 05. 2002, 10:54 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #15
nastySprite
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Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
Demonstrationen zu meiden oder am besten gleich abzublasen, wenn es moeglich oder wahrscheinlich ist, dass es zu Ausschreitungen kommen koennte.
Das wahrscheinlich trifft es eher. Kann man Wahrscheinlichkeitsrechnung auf Demos anwenden? Dass immer "Militante" dabei sind, lässt sich, wie du sagst, wohl kaum vermeiden, ob nun Radaubrüder, Agents oder Militante mit ner differenzierten Meinung. Aber wenn man sich zwischen 99% (während) und 40% (am Tag danach) Militanz aussuchen kann, würde ich mir eben eher die 40 raussuchen.

Zitat:
(ich weiss, dir gings nicht ums "verbieten", der Effekt, das Mundtotmachen der Leute, die noch bereit sind, fuer politische Ansichten auf die Strasse zu gehen, sich jenseits der vierjahreskreuzeleien zu artikulieren etc. bleibt derselbe, den so sind Demos diskreditierbar/sabotierbar, ebal ob vor, nach oder waehrend Bush.

Verbieten und Bürgerrechte stimm ich dir völlig zu. Eine Selbstbeschränkung wegen sich anbahnender Faktoren, die extrem negativ auf die Aussage wirken würde ich allerdings eher "Taktik" nennen.

Genau das ist es, was mir zumeist bei Aktionen "von links" fehlt. Erst attac scheint ja in letzter Zeit wirklich zu versuchen, ein Fundament für eine Strategie aufzubauen (und selbst bei denen erinnere ich mich an Berichte von Medien jeder Coleur, die eine gewisse Konzeptlosigkeit feststellten: "another world is possible" - "ja, aber welche?"). Aber das nur am Rande.

Zitat:
Diese Entkoppelung von Demo und Demoanlass scheint mier ohnehin schwer vermittelbar. Wem soll ich klar machen, dass ich grade stellvertretend gegen was von in einer Woche demonstriere? Aber das sind grade Haarspaltereien )

Wie gesagt, ich würde argumentieren, dass die Demo ja gar nicht gegen Bush geht, bzw. gegen ihn nur zu 5% als Galeonsfigur. Deshalb kann ein Bushbesuch nicht mehr als ein Publicity-Aufhänger sein - und dieser Aufhänger funktioniert am Tag danach (jedenfalls in umittelbarer Nachbarschaft) genausogut.

MfG,
nastySprite
Alt 19. 05. 2002, 11:55 nastySprite is offline Mit Zitat antworten #16
Falke
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Eigentlich vernünftig

Hi!

Was sollten Menschen denn tun, die nach langem Nachdenken (oder auch kurzem) zu der Überzeugung gelangt sind, dass bestimmtes politisches Handeln unser "Führer", falsch ist. Müssen die sich durch die Medien erklären lassen, daß Ihre Meinung nur ne Meinung ist, ohne Bedeutung. Sie dürfen ja ihre Meinung kundtun. In friedlichen Demonstrationen. Und dann?
Wer glaubt denn wirklich, das solche Demonstrationen überhaupt wahrgenommen werden? Wie naiv muß man denn sein, zu glauben, daß in einer Welt, in der es ausschließlich um Macht und Geld geht, das "Ballen der Faust in der Hosentasche" von wenigen (100.000 sind keine beachtenswerte Grösse) von diesen "Führern" wahrgenommen wird und zu einer Verhaltensänderung führt. Ich will damit Gewalt nicht rechtfertigen, aber so sind doch die Fakten. Jeder, der sich Gedanken um das Wohl dieser Welt macht, trägt im Innern den Wunsch, dass in seinem Leben wenigstens der Ansatz zu einer positiven Änderung der Verhältnisse getan wird. Wenn also reden, faustballen und demonstrieren nichts nützt, was machen wir dann?
Die, die in dieser Welt das Geld und damit die Macht haben, nehmen bestimmte Entwicklungen erst wahr, wenn es ihnen an den eigenen Geldbeutel oder an den Kragen geht. (Wir, die wir nicht dazu gehören, würden uns an deren Stelle wahrscheinlich nicht anders verhalten). Das bedeutet aber, dass erst dann eine Veränderung eintritt, wenn es (wahrscheinlich) zu spät ist.
Prophilaxe (für was auch immer), ist in diesen Kreisen kein Thema.
Man braucht sich doch nur die Geschichte anzusehen, um zu erkennen, wann sich in der Weltgeschichte etwas verändert hat, bzw. in Bewegung geraten ist. (Der Mauerfall ist dafür kein Beispiel und eine Besonderheit).
Wer also gegen Gewalt ist (sollten alle sein) der möge mal Vorschläge machen, wie ohne Gewalt, mit der selben effektivität wie mit, etwas in Gang gesetzt werden kann, dass zu einer wirklichen Verhaltensänderung unserer Politiker führt und von denen ernst genommen wird.

Wird fortgesetzt.

Grüsse an Alle
Alt 19. 05. 2002, 22:16 Falke is offline Mit Zitat antworten #17
Dexter
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Re: Eigentlich vernünftig

Zitat:
Original geschrieben von Falke
Wer also gegen Gewalt ist (sollten alle sein) der möge mal Vorschläge machen, wie ohne Gewalt, mit der selben effektivität wie mit, etwas in Gang gesetzt werden kann, dass zu einer wirklichen Verhaltensänderung unserer Politiker führt und von denen ernst genommen wird.
Vom Ansatz her nicht wirklich falsch, nur (um auch mal eine resignative Position einzunehmen) das Gewaltmonopol hat nun mal der "Staat" Triffst Du einen Bonzen am Geldbeutel, so werden innerhalb kürzester Zeit Gesetze erlassen, Grundrechte eingeschränkt usw. die alte Leier. Also Gewalt kann man aus meiner Sicht in bestimmten Situationen klar als letzten Ausweg befürworten. Nur es bringt nix. (Siehe: Stefan Aust: der Baader Meinhof Komplex, da wird ganz gut beschrieben wo Gewalt gegen Bonzen hinführt) Man muss im Hinterstübchen behalten, dass man Bonzen mit viel Geld, ihre Marionetten, wie z.B. ein ganzes Heer von willfährigen Medien gegen sich hat und somit ein ganzes Volk.
Was ich meine: Sobald es eine Form von Gewalt geben sollte, die sich zu befürworten lohnt, gibt es eine ungleich stärkere und härtere, die Dich ganz klein macht... Nämlich die der demokratisch gewählten Partei, ihrer Medien und ihrer Schergen.
Also Gewalt ist ineffektiv - immer...
cu
Alt 20. 05. 2002, 00:35 Dexter is offline Mit Zitat antworten #18
nastySprite
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Es scheint ohnehin zynisch, Gewalt und "Effektivität" in einem Satz zu nennen. Gewalt kann doch nicht effektiv (=wirksam) sein, wenn bzw. weil dabei Menschen zu Schaden kommen. Wenn man das nicht in eine Effektivitätsstatistik mit einrechnen will, sondern nur "Veränderungen pro Zeiteinheit" berücksichtigt, dann muss ich Falke recht geben, dann wird man mit Gewalt am schnellsten zum Ziel kommen.

Ich denke, mit der Wirksamkeit von Demonstrationen bzw. Fäusteballen liegst du falsch. Noch nie war es so leicht wie heute, seiner Stimme Gehör zu verschaffen, unterstützt durch die modernen Kommunikationsmedien.

Zudem ist es doch völlig legitim und nicht etwa ein "letzter Ausweg", die "in dieser Welt Geld und damit Macht haben" ihre Fehler am eigenen Geldbeutel spüren zu lassen. Über den Boykott von Marken und Produkten haben wir als armselige Konsumenten doch das beste Druckmittel überhaupt. Blödes Beispiel, aber wenn Udo Jürgens als Reaktion auf den Ferrari-Pfusch sein neues Modell wieder abbestellt und auch andere dazu aufruft, dann werden die sich in Zukunft dreimal überlegen, ob sie das nochmal machen. Oder Hans Eichel zum Boykott derjenigen, die ihre Preise zur Euro-Umstellung massiv erhöht haben.

Auch schaffen Demonstrationen ein öffentliches Bewusstsein für ein bestimmes Problem, ob die Presse nun positiv oder negativ berichtet. Ich halte es für einen großen Erfolg, dass auf der diesjährigen WTO-Konferenz über Globalisierungsprobleme gesprochen wurde. Selbst wenn nur heiße Luft herauskam, es zeigt doch, dass es immerhin so ernst genommen wird, dass man meint, sich damit beschäftigen zu müssen.

Demokratisch dauert's halt immer etwas länger, weil alles über Dialog, Diskussion, Kompromiss ausgefochten wird. Joschka Fischer hat das meines Erachtens schön auf den Punkt gebracht:
Geduldig und immer wieder, im Vertrauen darauf, dass die Früchte schon auftauchen. Und solange lieber Snickers als Gewalt.

PS: Wieso ist der Mauerfall kein Beispiel?
Alt 20. 05. 2002, 02:50 nastySprite is offline Mit Zitat antworten #19
Falke
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Hi!

Um es nur deutlich zu machen, ich wollte keinen Aufruf zur Gewalt starten.
Hat man auch sicher nicht so verstanden.
Aber das es leider eher zur Bewegung im Denken derer, die es angeht führt, ist leider durch die Geschichte bestätigt.

Aber es fehlen mir noch mehr konkrete Beispiele für die Variante der "friedlichen Aktion" mit gleicher Wahrnehmung. Es wäre doch schön, wenn sich in der Welt oder sonst wo, noch in meinem Leben etwas zum Positiven verändern würde. Mit friedlichen Mitteln.
Es gibt die Menschen, die dazu bereit wären etwas zu verändern. (Fischer) Aber wo sind die Anderen? Aber hat nicht auch der mal, in grauer Vorzeit..... Und beweist nicht die Tasache, wie versucht wurde diesen Mann zu demontieren, was wirklich abgeht? War das nur Zufall? Wollte sich die Presse nur mal auf diese Weise mehr Leser verschaffen?
Für die Mächtigen dieser Welt, sind Menschen wie Fischer (ein Heiliger ist der auch nicht) aber eine größere Gefahr, als ein paar dumme Gewalttäter.
Aber wie schützen wir diese Leute? Kaufen wir diese Zeitungen nicht mehr, die derartiges versuchen? Was ist mit Giesi? Ich hab noch keine Rede von ihm gehört, in der er was falsches gesagt hätte? Aber er ist in der falschen Partei und mit Schmuddelkindern spielt man nicht!
Das der kurzhalsige aus Bayern nach eigener Aussage ein guter (bester) Freund Pinochets (Massenmörder) war, wird nicht erwähnt.
Solche Fehler dürfen vorkommen.
der Vorschlag mit dem Konsumverzicht ist hervorragend. Wann gehts los? Wann fangen wir damit an? Wer Organisiert das?

Gruss an Alle
Alt 20. 05. 2002, 06:49 Falke is offline Mit Zitat antworten #20
Falke
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PS: Wieso ist der Mauerfall kein Beispiel?

Hi nastySprite!

Um Deine Frage zu beantworten.

Ich bin der Überzeugung, dass uns ein paar Monate später (oder so) die DDR sowiso zum Kauf angeboten worden wäre. Wenn es dort nur einige Mächtige gegeben hätte, mit dem gleichen Kaliber, wie bei uns, so hätte sich die Staatsmacht schon bewogen gefühlt, einigen Demonstranten auf den Kopf zu hauen. Dass wir dann natürlich nicht von einer friedlichen Demonstration erfahren hätten, ist wohl klar. Dieses Regiem ist aus Altersgründen und ohne das Intresse der UDSSR in sich selbst zusammengefallen.
Mögen die ehrlichen und friedlichen Demonstranten mir verzeihen.


Grüsse an Alle
Alt 20. 05. 2002, 07:20 Falke is offline Mit Zitat antworten #21
Turrican
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Zitat:
Die Polizei geht mit Gewaltanwendung eben doch sehr selektiv um

Zitat:
Fakt ist schlicht, dass Bullen friedliche (!) Demo-Teilnehmer prügeln und fakt ist, dass das (normalerweise) nicht ihr Job ist.


?



Zitat:
Ich (als mehr oder weniger Pazifist)

Zitat:
Also Gewalt kann man aus meiner Sicht in bestimmten Situationen klar als letzten Ausweg befürworten


?


Übrigens, das mit dem mehr oder weniger ist gut. Da würden sich die Quäker und die Mennoniten im Grabe umdrehen.

Ansonsten, wie du schon meintest, komplexes Thema bei dem es schwer ist nicht jedes Detail auseiander zu pflücken. Ich verstehe deinen Standpunkt durchaus (auch wenn ich mich frage wie ich zu dieser RTL Belehrung gekommen bin. Als ob ich RTL irgendwie befürwortet hätte ? Es geht in meinem Posting doch eher darum das ich zeigen wollte das auf diesem Medienlevel die Demo den gleichen Stellenwert hat wie Dieter Bohlen und
Naddl


Und in dieser Situation hat der normale RTL Nachrichten Gucker es doch schwer die die Wichtigkeit der Demonstrationen zu isolieren, und zwar eben von Naddl.
Rein und raus , alles in einem Abwasch. Wenn es dir nur darum gehen sollte die ohne hin Interessieren zu erreichen ist die Demo völlig zwecklos.


Zitat:
Demonstrationen zu meiden oder am besten gleich abzublasen, wenn es moeglich oder wahrscheinlich ist, dass es zu Ausschreitungen kommen koennte.


Darum gehts doch garnicht. Völliges Missverständniss, jedenfalls auf meine Postings bezogen. Der Kernpunkt ist immer noch ob Demonstrationen ihren Zweck nicht inzwischen verloren haben. Interessiert es dich das 10 Natürschützer in G'schlachtenbretzingen oder Schneckenweiler einen Baum retten wollen ?! Aber es wird in einem Kontext gennant mit den Demonstrationen die hier angestrebt werden. Somit ist es für mich, den Nachrichten Konsument eine Information von vielen die so im laufe eines Tages auf mich einwirken ...oder eben nicht. Ich brauche da auch nicht so überheblich wirken und RTL an den Pranger stellen. ARD, ZDF und NTV sind da keine Ausnahme.
Falls es dir aber eher darum geht der Politik zu zeigen das es eine Konstante gibt ... darüber darf gestritten werden.

Turrican

P.s.: Obwohl mein Erlebniss natürlich, zugegeben, auch ein Punkt für mich ist ob ich zu einer Demo gehen soll bei der mit großer Sicherheit Ausschreitungen zu erwarten sind. Den diese, wird dann endgültig als sinnlos verpuffen da nur die Ausschreitungen genannt werden würden. * Puff *
Alt 20. 05. 2002, 15:14 Turrican is offline Mit Zitat antworten #22
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Zitat:
Original geschrieben von Stoertebeker
Hoffe, dass unsere amerikanischen Freunde mal sehen, wie felsenfest wir doch hinter ihnen und ihrem Terror stehen.
Ganz genau, und egal wie die Demos abgehen, das die Solidarität zu Kriegsabenteurern nicht so uneingeschränkt ist, haben die Politiker schon im Vorfeld der Demos zur Kenntnis nehmen müssen. Und wenn Powell das als Antiamerikanismus interpretiert, ist das sein Problem. Er weis es besser.
Zitat:
Orig