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  1. #1
    Mitglied Avatar von Annika_Kremer
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    Standard Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Ein Anfang November am Skelett einer Taube gefundener Zettel, verschlüsselt mit einem Code aus dem Zweiten Weltkrieg, sorgte in den letzten Monaten für Interesse unter Krypto-Interessierten. Nun behauptet ein kanadischer Experte, die Botschaft mit Hilfe eines alten Codebuchs entschlüsselt zu haben.

    zur News

  2. #2
    Mitglied Avatar von Abijar
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Moment. Soweit ich das Prinzip des OTP verstanden habe, gibt es für eine Verschlüsselung genau einen Schlüssel.

    Würde man also ein Codebuch benutzen, müssten die Nachrichten und der Schlüssel zu diesen Nachrichten darin stehen, was absurd ist.

    Zu einer Verschlüsselung einer variablen Nachricht (in Form eines Frontberichts) ist das System wohl völlig ungeeignet. Entweder haben sie Codebücher mit zigtausend Meldungen inkl. Schlüssel, was wie gesagt absurd wäre, oder es gäbe einen Standardschlüssel - der wäre aber nur zu einfach zu knacken.

    Oder habe ich einfach nur einen massiven Denkfehler?

  3. #3
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Etwas. Das Codebuch ist in diesem Fall der Schlüssel, bzw. ein Teil davon. Ich kann mir allerdings schlecht vorstellen das jemand nun gerade dieses Codebuch in die Finger bekommt um eine (doch unwichtige) Nachricht zu entschlüsseln.

  4. #4
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Ich glaube du hast da etwas durcheinander gebracht.
    Also beim OTP legt man am Anfang einen Schlüssel fest, dieser muss genauso lang sein wie die Nachricht, die man verschlüsseln möchte. Da man aber auf längere Sicht mehrere Nachrichten verschlüsseln will, erzeugt man am besten so lange Schlüssel wie möglich und schreibt diese zb in zwei Codebücher. Jede kommunizierende Partei bekommt nun so ein Codebuch. Dort steht lediglich der Schlüssel drinne, nichts weiter.
    Die Verschlüsselung ist nun wie folgt:
    Man nimmt soviele Zeichen vom Schlüssel wie die Nachricht lang ist und addiert Schlüssel und Nachricht zeichenweise und zwar modulo Alphabetlänge(also zb A=1, B=2,...,Z=26, dann wird A mit C auf D verschlüsselt und X+D=B usw). Dann streicht man den benutzeten Teil des Schlüssels aus den Buch und benutz für die nächste Nachricht den Rest vom Schlüssel. Man darf niemals den gleichen Schlüssel(teil) für mehrere Nachrichten nehmen!
    Entschlüsselt wird ähnlich, es wird geschaut wie lang der Chiffretext ist und dann entsprechend viele Zeichen des Schlüssels zeichenweise vom Chiffretext subtrahiert. Natürlich wieder modulo der Alphabetlänge. Damit erhält man die ursprüngliche Nachricht.

    Unter der Voraussetzung, dass der Schlüssel halbwegs zufällig erzeugt wurde und niemand drittes den Schlüssel kennt, kann man solche Chiffretexte nicht entschlüsseln. Auch nicht mit irgendwelchen Supercomputern. Da man aus einem gegeben Chirffretext, in Abhängigkeit des Schlüssels, jede beliebige Nachricht erzeugen kann.
    Z.B kann der von mir erzeugte Chiffretext "BHKJH" mal HALLO oder BLUME oder MÖÖÖP oder jedes andere fünfbuchstabige Wort geheißen haben, du kannst ihn ohne den Schlüssel nicht entschlüsseln.

    Deshalb ist das OTP auch perfekt sicher und niemand wird diese alte Nachricht je entschlüsseln können, solange man nicht das dazugehörige Codebuch hat.
    Und um das zu bekommen, muss schon jemand ganz schönes Glück haben...

  5. #5
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    Arrow Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Zitat Zitat von Crazy4Finger Beitrag anzeigen
    […]
    Deshalb ist das OTP auch perfekt sicher und niemand wird diese alte Nachricht je entschlüsseln können, solange man nicht das dazugehörige Codebuch hat.
    Und um das zu bekommen, muss schon jemand ganz schönes Glück haben...
    Vielen Dank dafür!


    In diesem Sinne

    Smartcom

  6. #6
    Gesperrt Avatar von musv
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Wer hat hier auch noch bei "Taubenkot" an was anderes gedacht?

    Die stochern aber auch in jeder Scheiße rum.

  7. #7
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    *hust*
    Ich sagte ja, dass das jemand entschlüsselt.

  8. #8
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Bleibt trotzdem die Frage wie die Taube in den Kamin kam und wieso sie erst nach ~70 Jahren entdeckt wurde

  9. #9
    Mitglied Avatar von Shodan_v2-3
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Wie kommt ihr den auf One-Time-Pads? Codebuch != OTP.

    Ein solches in Buchform für Brieftauben zu verwenden ist doch absurd, kommt eine einzige Nachricht nicht an, sind Sender und Empfänger an verschiedenen Stellen in ihrem jeweiligen Pad und das entschlüsseln weiterer Nachrichten wird unmöglich.

    In einem Codebuch sind Codes für bestimmte Begriffe verzeichnet.
    "BHKJH" heißt also keineswegs HALLO oder BLUME sondern viel eher "feindlicher Kommandoposten" oder "Heathrow Airport"

    Fällt das Codebuch in feindliche Hände ist die Sicherheit natürlich futsch, daher hat man häufig noch eine Sekundärverschlüsselung vereinbart, mit der die Codes dann verschlüsselt wurden, "BHKJH" steht also vielleicht schon für "BLUME" und unter Blume steht im Codebuch dann "feindliche Truppenbewegung, 50-100 Panzer".

  10. #10
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Okay, vielleicht hätte ich darauf hinweisen sollen, dass meine Ausführungen zum OTP nicht umbedingt was mit der News zu tun haben. Es ging mir eigentlich eher darum, Abijars Verständnis vom OTP etwas zu stärken.

    Soweit ich mich allerdings erinnere, hieß es in der alten News, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine OTP Verschlüsselung gehandelt hat. Natürlich ist diese nicht gerade sehr praktikabel, zB aus den von dir genannten Grund(wobei man sich bei unverständlichen Entschlüsselungen einfach, auch unverschlüsselt, auf eine neue gemeinsame Stelle im Key einigen kann), aber trotzdem ist sie ohne Schlüssel(ob nun in Form eines "Codebuches" oder was auch immer) nicht zu entschlüsseln. Mehr wollte ich eigentlich nicht verdeutlichen.

    Vielleicht habe ich auch eine falsche Vorstellung von dem Begriff "Codebuch". Meiner Meinung nach fällt darunter auch ein dickes Buch, das einfach nur voll ist mit einer zufällig erzeugten Buchstabenfolge als Schlüssel(zB für ein OTP). Falls ein Codebuch aber immer etwas mit Substitutionen, wie du es andeutest, zu tun hat, dann ist mein Text wohl wirklich missverständlich und ich sollte Codebuch vielleicht durch Schlüsselbuch ersetzen.

    Die Sicherheit der von dir erwähnten Mischform(sofern es sich bei der Sekündärverschlüsselung um das OTP handelt) beruht allerdings immernoch auf der Geheimhaltung des Schlüssels vom OTP. Ohne ihn kann man, bei vernünftiger Wahl der Codes, nichts entschlüsseln. Allerdings ist diese Mischform natürlich wesentlich praktikabler, weil die Nachrichten wesentlich kürzer ausfallen und damit außerdem wesentlich kürzere Keys benötigt werden.
    Geändert von Crazy4Finger (17. 12. 2012 um 16:35 Uhr)

  11. #11
    Mitglied Avatar von Shodan_v2-3
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Schon in der News hat Annika OTP und Codebuch zusammengeworfen, wahrscheinlich mit Blick auf den alten Thread, wo OTP schon angesprochen wurde.
    Warum plötzlich alle, Red wie Kommentatoren, davon ausgehen es handle sich um OTP,

    Die "Lösung" des Kannadiers bezweifel ich.. Der zu Gulli zu den hier geäußerten gegensätzlich Ansatz es könnte sich um eine trivial einfache Verschlüsselung handeln, in diesem Fall Akronyme, macht zwar Sinn, aber warum sollte er sich dann solche Mühe geben es in 27 5er Gruppen zu fassen? Außerdem: "HVPKD - Have Panzers Know Directions" und "KLDTS - Know [where] Local Dispatch Station" .... ja... schön X02 weiß nun, dass der Sjt das weiß, es wäre aber viel sinnvoller wenn die Nachricht diese Informationen an sich enthalten würde.

  12. #12
    Mitglied Avatar von 142857
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    Standard Re: Zweiter Weltkrieg: Tauben-Code entschlüsselt?

    Unter "Entschlüsselung" verstehe ich noch immer etwas anderes. Der Begriff wird von mir selbst eher in die Richtung ADFGX und Enigma-De-Chiffrierung angesiedelt. So sieht für mich Hardcore hacken aus.

    Ohne Codebuch in diesem Fall, hmmh?

    Was wurde eigentlich aus den Schriftstücken, die bei dem Todschlagopfer in den Staaten gefunden wurden ach ja, gidf

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