Ergebnis 1 bis 11 von 11
  1. #1
    Mitglied
    Registriert seit
    Jul 2008
    Beiträge
    14
    Danksagungen
    0

    Standard Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Hallo,

    ich habe ein Kleinunternehmen und bin im Jahr 2012 das erste mal über die 17.500€ Grenze mit meinen Einnahmen gekommen. Mein vorraussichtliches Einkommen 2013 wird ca. 30.000€ netto (ohne die 19% Mwst.) betragen.
    Muss ich nun zwingend die Umsatzsteuer abführen, oder tut das erst not ab einem Einkommen von 50.000€? Da ich die Buchführung und die Steuererklärung selber mache, würde ich natürlich gerne auf den Mehraufwand verzichten.

    Vielen Dank für eure Antworten.

  2. #2
    ex-Moderator
    Registriert seit
    Apr 2011
    Beiträge
    1.029
    NewsPresso
    1 (Talent)
    Danksagungen
    7

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Es gibt eine Ausnahmeregel für Umsatz zwischen 17.500 und 50.000 Euro, und die hast du bereits 2012 genutzt. Für 2013 gilt sie nicht mehr, weil du 2012 bereits über der Grenze warst und ab jetzt Umsatzsteuer abführen musst.

    Vom nachträglichen Reduzieren deines Umsatzes des Jahres 2012 rate ich dir ab, das fällt bei einer Prüfung auf. So viel Mehrarbeit ist es übrigens gar nicht. Und solange deine Kunden kaum Privatpersonen sind, sparst du sogar recht viel Geld.

  3. #3
    Mitglied

    (Threadstarter)


    Registriert seit
    Jul 2008
    Beiträge
    14
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Ich hatte es fast schon befürchtet.
    Problem ist, dass ich auf Provision für Firmen im Internet arbeite, meine Auszahlungen finden quartalsmäßig statt. Die nächste zum 15.01.13.
    Da ich gerade erst mit der Steuererklärung 2012 angefangen habe, ist es mir auch erst jetzt aufgefallen, dass ich leicht drüber liege.
    Die Firma, bei der ich am meisten Umsatz generiere zahlt die Umsatzsteuer erst ab dem Tag des einreichens der Steuernummer aus. Bisher war ich als Kleinunternehmer gemeldet, nun müsste ich mich als umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen bei denen registrieren und dann würden sie mir erst ab diesem Tag die Umsatzsteuer auszahlen, also ab heute. Die erste Quartalsauszahlung bestünde dann zu 2/3 aus Einnahmen ohne Umsatzsteuer. Kann mir das Finanamt einen Strick draus drehen?

    Zitat Zitat von Munro24 Beitrag anzeigen
    Und solange deine Kunden kaum Privatpersonen sind, sparst du sogar recht viel Geld.
    Ich arbeite ausschließlich für große Firmen, aber wieso spare ich dadurch Geld?
    Geändert von Ivyn (01. 01. 2013 um 23:38 Uhr)

  4. #4
    ex-Moderator
    Registriert seit
    Apr 2011
    Beiträge
    1.029
    NewsPresso
    1 (Talent)
    Danksagungen
    7

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Die Einnahmen des laufenden Abrechnungsquartals berechnest du vollständig auf deine Einnahmen im Jahr 2013 an? Solange du keinen Weg findest, die Zahlung aufzuteilen in 2012 und 2013, also nicht umsatzsteuerpflichtig und umsatzsteuerpflichtig, musst du die Umsatzsteuer berechnen und ans Finanzamt abführen, und zwar dann für die gesamte Summe. D.h. du wirst bei der Rechnung zuzahlen, weil der Netto-Betrag (bzw. der Netto-Brutto gemischte Betrag) dann als Brutto-Betrag betrachtet wird.

    Wie genau du das lösen kannst, weiß ich nicht. Bei deinem Umsatzvolumen würde es nicht schaden, mal einen Steuerberater aufzusuchen. Der muss ja nicht gleich die gesamte Arbeit machen.

    Du sparst deswegen Geld, weil erstens dein bisheriger Preis derselbe bleibt. D.h. du nimmst genauso viel Geld ein, nur zusätzlich die Umsatzsteuer, aber die leitest du nur weiter. Deinen Auftraggeber interessiert die Umsatzsteuer auch nicht sonderlich, weil er sie vom Finanzamt zurück bekommt. Also zahlt er letztendlich denselben Preis wie vorher. Zweitens kannst du ab jetzt von deinen Kosten und Investitionen die von dir gezahlte Umsatzsteuer abziehen von der Umsatzsteuer, die du von deinem Auftraggebern einziehst. Das kann in manchen Monaten sogar dazu führen, dass dir das Finanzamt Geld überweist, wenn du beispielsweise nur 1000 Euro netto (190 Umsatzsteuer) eingenommen hast, aber in dem Monat Kosten hattest in Höhe von 1100 Euro netto (209 Umsatzsteuer).

    Das ist immer wieder dasselbe: Jeder liest "Kleinunternehmerregelung" und "Arbeitsersparnis", aber am Ende kann die Entscheidung mehrere tausend Euro kosten. Gerade in der Anfangszeit, wenn viele Investitionen getätigt werden, und dann, wenn viel Umsatz mit Geschäftskunden passiert, ist es eine krasse Fehlentscheidung. Die Rechnung kann jeder in Excel durchspielen mit verschiedenen Parametern.

    Aber wie gesagt: Mal beim Steuerberater vorbei schauen. Vielleicht kannst du einen Teil des Geldes, das jetzt im Januar kommt, noch für 2012 berechnen.

  5. #5
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Zitat Zitat von Ivyn Beitrag anzeigen
    meine Auszahlungen finden quartalsmäßig statt. Die nächste zum 15.01.13.
    Du schreibst also ein Quartal lang Rechnungen und bekommst die erst am Quartalsende ausgezahlt?
    Tolle Zahlungsmoral. Bei Miete, Telefon etc. hast du sicher auch schon Quartalsrechnungen vereinbart.

    zum Thema:

    Zitat Zitat von Ivyn Beitrag anzeigen
    Da ich gerade erst mit der Steuererklärung 2012 angefangen habe, ist es mir auch erst jetzt aufgefallen, dass ich leicht drüber liege.
    Da sind die offenen Rechnungen des laufenden Quartals aber nicht mit drin?

    Zitat Zitat von Ivyn Beitrag anzeigen
    Die Firma, bei der ich am meisten Umsatz generiere zahlt die Umsatzsteuer erst ab dem Tag des einreichens der Steuernummer aus. Bisher war ich als Kleinunternehmer gemeldet, nun müsste ich mich als umsatzsteuerpflichtiges Unternehmen bei denen registrieren und dann würden sie mir erst ab diesem Tag die Umsatzsteuer auszahlen, also ab heute. Die erste Quartalsauszahlung bestünde dann zu 2/3 aus Einnahmen ohne Umsatzsteuer. Kann mir das Finanamt einen Strick draus drehen?
    Das kann so nicht sein. Wenn du, aufgrund deines Umsatzes, ab diesem Jahr umsatzsteuerpflichtig bist ist dein Auftraggeber
    auch verpflichtet, diese an dich auszuzahlen. Du musst sie nur davon in Kenntnis setzen, deine noch offenen Rechnungen des laufenden Quartals neu schreiben und die Mehrwertsteuer zuschlagen.

    Wieso hast du eigentlich keine Steuernummer? Die bekommst du doch nach der Gewerbeanmeldung vom FA zugesandt und muss,
    damit deine Rechnungen gültig sind, auf jeder stehen, unter dieser reichst du deine Steuererklärungen ein etc.pp.

    Das Finanzamt wird dir keinen Strick draus drehen, die wollen einfach von jedem eingenommenen Euro ab 01.01.2013
    die MwSt. haben.

    Zitat Zitat von Munro24 Beitrag anzeigen
    Das ist immer wieder dasselbe: Jeder liest "Kleinunternehmerregelung" und "Arbeitsersparnis", aber am Ende kann die Entscheidung mehrere tausend Euro kosten. Gerade in der Anfangszeit, wenn viele Investitionen getätigt werden, und dann, wenn viel Umsatz mit Geschäftskunden passiert, ist es eine krasse Fehlentscheidung. Die Rechnung kann jeder in Excel durchspielen mit verschiedenen Parametern.
    Vielen Dank munro. Was habe ich mir schon (speziell bei neuen Subs) den Mund fusslig geredet.
    "Alles so einfach ... keine Arbeit ..." und rennen dann los und kaufen teures Werkzeug BRUTTO

  6. #6
    Mitglied

    (Threadstarter)


    Registriert seit
    Jul 2008
    Beiträge
    14
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

    Ich habe das mit der fehlenden Mwst. mit dem Unternehmen für das ich arbeite geklärt, ich muss einfach eine Rechnung über die entgangene Mwst. stellen, dann wird mir der Betrag nachgezahlt. Puuuh, Glück gehabt.

    Natürlich habe ich eine Steuernummer, das spielte bisher aber keine Rolle, da ich keine Rechnungen an die Firma stellte, sondern die Provision quartalsmäßig (bisher ohne Mwst.) ausgezahlt bekam. Da stutzt jeder immer wenn ich davon erzähle, ich mache das aber schon seit 2008, das ist alles rechtens.

    Da ich bis Oktober noch fest angestellt war und das Kleinunternehmen nur nebenbei betrieben habe, spielte es auch keine große Rolle, dass nur vier mal im Jahr eine Auszahlung stattfand. Mal sehen, wie ich jetzt so über die Runden komme, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das Geld gut einteilen kann.

    Ja, Steuerberater, das ist ein kleines Reizthema bei mir. Letztes Jahr hatte ich mir da einen etwas unfähigen Herrn angelacht. Die Steuererklärung für 2011 habe ich dann komplett noch mal neu gemacht und fast einen vierstelligen Betrag gespart...

    Ok, ich kann die Mwst. der Investitionen von der Umsatzsteuer die ich nun erhalte abziehen, soweit klar. Aber wie sieht das dann in der Steuererklärung aus? Sind meine Ausgaben dann auch noch voll abzugsfähig, wenn ich oben genanntes gemacht habe?

  7. #7
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Zitat Zitat von Ivyn Beitrag anzeigen
    Aber wie sieht das dann in der Steuererklärung aus? Sind meine Ausgaben dann auch noch voll abzugsfähig, wenn ich oben genanntes gemacht habe?
    Voll natürlich nicht, der Nettobetrag deiner "Investitionen" ist anzugfähig.
    Sollte dich aber nicht weiter stören, da du sie ja, durch die Verrechnung mit der vereinnahmten MwSt., doch voll abziehst.

    Ab jetzt monatlich Umsatzsteuer-Voranmeldung nicht vergessen. Fällig am 10. des Folgemonats.
    Also am 10.02.2013 für Januar 2013.

    Mit einer Dauerfistverlängerung (Antrag beim zuständigen FA stellen! Keine Antwort des FA darauf bedeutet genehmigt )
    hast du einen Monat mehr Zeit. Dann wäre die USt.VA für Januar erst am 10.03.2013 fällig.

    Edit: Wenn du jetzt Rechnungen an deinen Auftraggeber stellst sollte dort auch ein Zahlungsfrist (besser Zahlungstermin)
    erscheinen, während dieser der die Rechnung begleicht.
    3 Monate wären völlig inakzeptabel!

    Sprich mit deinem Auftraggebern über Rechnungslegungen (pro Projekt, monatlich o.ä.), vereinbare Zahlungsziele und
    handle deine Provision neu aus. Du musst jetzt alle Kosten wie Krankenkasse etc. selbst zahlen!
    Geändert von Perma (03. 01. 2013 um 15:13 Uhr)

  8. #8
    Mitglied

    (Threadstarter)


    Registriert seit
    Jul 2008
    Beiträge
    14
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Zitat Zitat von Perma Beitrag anzeigen
    Edit: Wenn du jetzt Rechnungen an deinen Auftraggeber stellst sollte dort auch ein Zahlungsfrist (besser Zahlungstermin)
    erscheinen, während dieser der die Rechnung begleicht.
    3 Monate wären völlig inakzeptabel!
    Wie gesagt, ich stelle sonst keine Rechnungen, das ist eine Ausnahme, wegen der fehlenden Mwst. Ich habe jedoch auf der Seite des Unternehmens gelesen, dass ich mir die Provision auch jeden Monat auszahlen lassen kann, ich muss dieses jedoch "voranmelden". Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig, wenn ich jeden Monat die Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen muss. Blöder Papierkram.

    Danke mit dem Tipp mit der Umsatzsteuervoranmeldung, das hätte ich definitv verpennt!

  9. #9
    deaktivierter Nutzer
    deaktiviertes Benutzerkonto

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Zitat Zitat von Ivyn Beitrag anzeigen
    Bleibt mir ja auch nichts anderes übrig, wenn ich jeden Monat die Umsatzsteuer ans Finanzamt zahlen muss. Blöder Papierkram.
    Du musst nicht zwingend monatlich zahlen. Du musst die Voranmeldung monatlich abgeben und nur das zahlen, was du, nach Verrechnung mit der verauslagten MwSt, an MwSt. übrig hast abdrücken!

    Was ich nicht verstehe ist: Du bist selbständig und bekommst von einem Auftraggeber rechnungsfrei Provisionen ausgezahlt.
    Auf welcher Grundlage?

  10. #10
    Mitglied

    (Threadstarter)


    Registriert seit
    Jul 2008
    Beiträge
    14
    Danksagungen
    0

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Zitat Zitat von Perma Beitrag anzeigen
    Was ich nicht verstehe ist: Du bist selbständig und bekommst von einem Auftraggeber rechnungsfrei Provisionen ausgezahlt.
    Auf welcher Grundlage?
    Siehe hier: http://www.spreadshirt.de/hilfe-C132...articleId/1112

    Im Moment bin ich noch auf Arbeitssuche, deswegen muss ich mich noch nicht mit Krankenkasse etc. rumschlagen. Falls das Geschäft weiterhin so gut läuft werde ich mich dann auch komplett selbständig machen...

    Habe gerade gelesen, dass ich die Umsatzsteuer auch vierteljährlich abgeben kann, das würde mir natürlich einiges ersparen. Muss ich dann trotzdem die Umsatzsteuervoranmeldung jeden Monat machen?

  11. #11
    ex-Moderator
    Registriert seit
    Apr 2011
    Beiträge
    1.029
    NewsPresso
    1 (Talent)
    Danksagungen
    7

    Standard Re: Umsatzsteuer abführen, ja oder nein?

    Das hängt von der zu erwartenden Umsatzsteuer ab, die an das Finanzamt überwiesen wird. Frage das Finanzamt, ob du sie auch vierteljährlich machen kannst. Aber letztendlich ist es nicht viel mehr Arbeit, gerade bei nur einem Kunden und übersichtlichen Kosten.

  12.  
     
     

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •