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  1. #1
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    Standard hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Hi liebe Gulli-User,

    ich brauche dringend Hilfe! Nachdem meine Eltern mittlerweile fünf Jahre getrennt leben, wurde das (alte) Familienhaus von meiner Stiefmutter eingenommen und -vielleicht seh auch nur ich das so- wir, die eigentliche Familie, systematisch verdrängt. Sie erfüllt sämtliche Klischees der märchenhaften bösen Stiefmutter. Aber ich habe mich nach langem Kämpfen damit abgefunden, dass es nach genügend Veränderungen an Haus und Garten nicht mehr mein Zuhause ist. Aber deshalb will ich mich hier nicht ausheulen.
    Vielmehr zerreißt mir ihr neuer Plan das Herz, nachdem sie sich nach einem etwas herberen Sturm in den Kopf gesetzt hat, es könne die über hundert Jahre alte und über 30 Meter hohe Tanne im Garten eine potentielle Gefahr eines Blitzeinschlags darstellen. Dabei kommt ihr aber nicht in den Sinn, dass in diesen hundert Jahren nicht das Geringste passiert ist. Sie macht ihr schlichtweg Sorgen!
    Und da mein Vater zur Genüge fehlendes Rückrad bewiesen hat, fürchte ich, er könnte ihrem möglichen Wunsch nachgehen und sie kappen.
    Jetzt mein Hilfeschrei an euch: Kann ich die würdige Tanne durch irgendwelche Gesetze retten? Bitte.

  2. #2
    Gesperrt Avatar von poesie noire
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    So weit ich weiß ist das nicht ohne weiteres möglich. Google bringt da etwas Aufklärung, aufgrund der Uhrzeit nur der Link:

    Bäume fällen - Genehmigung?


    p n

  3. #3
    Gesperrt Avatar von Schulterfraktur
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Da musst du dich bei deiner Gemeinde erkundigen. Die Gesetzeslage in Deutschland ist unterschiedlich.

    Meistens kann der Grundstückseigentümer fällen, wenn er irgendeinen Grund angibt: Baum ist krank, geschädigt oder nimmt irgendeinem Fenster Licht weg. Allein der letzte Grund reicht fast immer. Er muss dann oft nur etwas anderes zum Ausgleich pflanzen.

    Bessere Chancen hast du, wenn der Denkmalschutz aktiv wird. Bin mir aber nicht sicher, ob das bei 100 Jahren auch schon der Fall ist.

    Der erfolgversprechendste Weg wäre wohl das Gespräch mit der Familie suchen. Vielleicht alle an einen Tisch bringen? Geschwister, Mutter, Vater und Stiefmutter. Evtl. auch das Gespräch allein mit Vater im Vorwege.

  4. #4
    Gesperrt Avatar von NoName1954
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Hallo,

    erkundige dich, ob deine Gemeinde/Stadt eine Baumschutzsatzung/-verordnung erlassen hat.
    Wenn nicht, kannst du dort alles weitere erfragen.
    Ganz entscheidend ist der Stammumfang, also vorher messen.

    MfG
    NoName1954

  5. #5
    Mitglied Avatar von Schlagbohrer
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Kann mich nur anschließen, frag deine örtliche Gemeinde, eine Baumschutzordnung gibt es immer, aber sie unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland doch stark.

    Besonders strenge Auslegungen gibt es in den Stadtstaaten.
    Viele Städte haben auch noch mal eine lokale Verordnung die über Landesordnung steht.
    Kurz gesagt in der Stadt wird mehr geschützt, weil weniger vorhanden ist.

    Übrigens, wenn der Blitzeinschlag die Tanne trifft, trifft er nicht das Haus.
    Und so ein alter Baum würde durch einen Blitzeinschlag auch nicht umkippen.

  6. #6
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Danke an alle für die Antworten. Ich sehe, was ich tun kann.

  7. #7
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Zitat Zitat von Joschi25 Beitrag anzeigen
    Vielmehr zerreißt mir ihr neuer Plan das Herz, nachdem sie sich nach einem etwas herberen Sturm in den Kopf gesetzt hat, es könne die über hundert Jahre alte und über 30 Meter hohe Tanne im Garten eine potentielle Gefahr eines Blitzeinschlags darstellen. Dabei kommt ihr aber nicht in den Sinn, dass in diesen hundert Jahren nicht das Geringste passiert ist. Sie macht ihr schlichtweg Sorgen!
    Ich kenne den Baum nicht, aber unter gewissen Gegebenheiten kann ich sie verstehen.
    Dabei braucht sie weniger Angst vor einem Blitzeinschlag als eher vor einem Sturm - vor allem im Winter, wenn noch Schnee auf den Zweigen liegt - haben. Klar steht der Baum seit 100 Jahren (Sicher, dass er so alt ist? Wirklich eine Tanne?), aber irgendwann ist halt für jeden Baum die Zeit gekommen.
    Gerade wenn er alleine steht und damit allen Wind alleine fangen muss, dann steigt mit den Jahren das Risiko, dass es ihn irgendwann schmeisst. In jedem Fall würde ich empfehlen, den Baum untersuchen zu lassen - kostet zwar Geld, aber wäre bei positiven Befund doch ein gutes Argument gegen die Ängste Deiner Schwiegermutter.

    Wir haben es vor 10 Jahren erlebt. Im Garten standen 3 Fichten in Reihe - ~50 Jahre alt, 20 Meter hoch, während der Kindheit meines Schwiegervaters jeweils nach Weihnachten ausgepflanzt. Dann ein Frühjahrssturm, plötzlich knickt der Mittlere in 4 Meter Höhe, fällt auf den Linken, der knickt am Boden und beide rauschen Richtung Haus. Der Mittlere fällt auf einen riesigen uralten Apfelbaum, der das auch nicht überlebt, aber den Sturz soweit abbremst, dass beim Aufprall auf unser Haus, das Dach unbeschädigt alles hält und nur die Regenrinne abreisst. Die 3x2 Meter Panoramascheibe darunter, hinter der ich gerade sass, bleibt heil (wurde plötzlich sehr dunkel). Der linke Baum rauscht Richtung zweite Haushälfte und kratzt mit der Krone an der Fassade entlang. Wäre er 2 Meter länger gewesen hätte er wahrscheinlich auf dieser Seite über zwei Etagen die gesamte Fassade demoliert und alle Fenster eingeschlagen. Er kommt auf dem Hof zu liegen, wo normalerweise die Autos parken. An diesem Tag meinte meine Frau "park doch besser auf der Strasse, sonst rieseln alle Nadeln auf den Lack" - wer hätte gedacht, dass die Nadeln mit Baum kommen. Der Wagen wäre danach nur noch 50cm hoch gewesen.
    Wie sich hinterher zeigte, war der Baum, der alles ausgelöst hatte, in der Mitte bereits von Fäule befallen - sah aber von aussen noch total gesund aus. Den übrig gebliebenen, der jetzt alleine stand, haben wir ein Jahr später dann auch fällen lassen. Es tat uns in der Seele weh, aber das Risiko wollten wir dann doch nicht tragen.

    Es wurde niemand verletzt und der finanzielle Schaden war - gemessen an den Bäumen - minimal. Aber es hätte auch ganz anders kommen können ... 2m länger oder etwas andere Fallrichtung oder gar Richtung Strasse auf einen vorbeifahrenden Wagen ...

    Ich kann wie gesagt nicht beurteilen, wo der Baum steht, wie er aussieht und wie die Umgebung ist. Aber alleinstehend in einem bebauten Gebiet, 30m hoch, 100 Jahre alt ... lass ihn von einem Spezialisten untersuchen. Und wenn der ein Risiko sieht ... überlege Dir, was passieren könnte, wenn es den Baum schmeisst. Willst Du das in Kauf nehmen, nur wegen der Kindheitserinnerungen (und vielleicht wegen der Beziehung zur Schwiegermutter aus Prinzip schon)?
    Wenn dann der Baum auch noch krank war, könntet ihr für den entstandenen Schaden haftbar gemacht werden.

    Ok, viel geschrieben ... aber vielleicht hilft es, sich in Deine Schwiegermutter reinzuversetzen und (zumindest) diesen Case nicht als (nur) paranoid abzutun. Ist natürlich schwierig, wenn das Verhältnis eh schon nicht das Beste ist, aber vielleicht sind ihre Ängste in diesem Fall ja tatsächlich begründet. Versuch mal, den Rest auszublenden und nur die Sache mit dem Baum ganz objektiv anzugehen.
    Geändert von ditier (28. 06. 2013 um 08:32 Uhr)

  8. #8
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Der Baum kriegt zwar nicht alleine den Wind ab (steht mit einigen anderen Nadelbäumen in einer Gruppe), ist aber mit Abstand am Höchsten. Er ist ganz sicher gute 100, um genau zu sein 102, aber ob es tatsächlich eine Tanne ist, bin ich mir nicht sicher. (Hätte früher in Biologie nicht so oft schlafen sollen )
    Er sieht zwar noch ganz gesund aus, aber ein Gutachten wäre sicher nicht das Schlechteste.

    Naja, auf jeden Fall DANKE für die zahlreichen Antworten. Werde schauen was ich tun kann. Auch besonderes Dank an „ditier” der sich wahrscheinlich die Finger wundgeschrieben hat.
    Ich werde es beherzigen.

  9. #9
    Mitglied Avatar von Jambur
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Zitat Zitat von Joschi25 Beitrag anzeigen
    es könne die über hundert Jahre alte und über 30 Meter hohe Tanne im Garten eine potentielle Gefahr eines Blitzeinschlags darstellen.
    und warum glaubt die stiefmutter denn, weshalb früher jeder bauernhof mindestens einen riesenbaum - sei es eine pappel, eine linde, eine tanne oder sonstwas, im garten stehen hatte bzw. hat?
    - richtig, als blitzfänger! die hohen bäume bei den bauernhöfen hatten hauptsächlich die aufgabe, blitze anzuziehen und "sicher" zu boden zu leiten, so dass diese nicht ins haus schlugen und schlimmstenfalls das haus in brand setzten.

    wenn euer haus ein, weit und breit alleinestehendes haus ist, könnte dieser schritt, den baum wegen blitzeinschlag zu killen genau das ende fürs haus bedeuten sofern dieses nicht mit einem blitzableiter ausgestattet ist.
    daher sollte sie sich das fällen des baumes wegen blitzeinschlag besser 2x überlegen.

  10. #10
    Gesperrt Avatar von NoName1954
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    Standard Re: hohen Baum fällen Gesetzeslage

    Hallo,

    hast du den Stammumfang (in 1 m über dem Boden) schon gemessen?

    Es gibt zwar unterschiedliche Regelungen, doch die magische Zahl für Nadelbäume liegt i.d.R. bei 90 cm.

    Zitat Zitat von Joschi25 Beitrag anzeigen
    um genau zu sein 102, aber ob es tatsächlich eine Tanne ist, bin ich mir nicht sicher.
    Oh, es liegt also eine Geburtsurkunde vor. Dort sollte auch die Baumart vermerkt sein.

    MfG
    NoName1954

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