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  1. #1
    gulli:News Redaktion Avatar von gullinews
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    Standard Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Einer aktuellen Umfrage zufolge, ist ein Großteil der Befragten bereit, künstlich hergestelltes Fleisch zu probieren. Als dauerhaften Ersatz können es sich jedoch nur wenige Menschen vorstellen. Die Nachfrage nach Fleisch ist trotz gegenläufiger Trends ungebrochen und steigt von Jahr zu Jahr. Dadurch entstehende Umweltbelastungen bringen den Fleischkonsum jedoch immer wieder in die Kritik.

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  2. #2
    Stiller Mitleser
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Wer vegane Kalbsleberwurst frisst, der futtert auch Fleisch aus dem Reagenzglas.

  3. #3
    大麻のゴブリン Avatar von maddog
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Ich dachte, das gibt's alles schon. Ob das Leberwurst-Imitat auf dem Feld oder in einer Schale wächst- who cares?

  4. #4
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Die meisten Menschen würden den Replikator aus Star Trek nur zu gerne haben. Bei In-vitro-Nahrung wird dagegen die Nase gerümpft. Man traut wohl der Physik mehr zu, als der Chemie. Nicht wahr, Doc? ^^

  5. #5
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von Lassmal Beitrag anzeigen
    Man traut wohl der Physik mehr zu, als der Chemie. Nicht wahr, Doc? ^^
    Yup.

    Letztlich sind das alles nur gesellschaftliche Konventionen. Spielt sich nur in unserem Kopf ab.

    Unserem Magen ist das alles völlig Wumpe. Der sieht nur Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate. Ob tierisch oder pfanzlich oder aus Hefe oder vollsynthetisch macht für den Stoffwechsel keinen Unterschied.

    Ich seh bei sowas einfach nur die soziale Vorbereitung auf das, was kommen wird.
    Die Menschheit vermehrt sich wie die Karnickel. In ein paar Jahrzehnten werden wir soviele sein, das die normale Nahrungsproduktion einfach nicht mehr ausreichen wird - es sei denn, es wird durch Kriege großzügig ausgedünnt.
    Und dann gibt es Rindfleisch für die Reichen und Mächtigen, und Petrischalen-"Fleisch" für den Pöbel. Und damit der nicht aufmuckt, wird er mit solchen Meldungen schon mal langsam drauf vorbereitet.
    Für diesen Beitrag bedankt sich maddog

  6. #6
    Mitglied Avatar von RycoDePsyco
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Der deutsche Michel wird immer schön kuschen.
    Hat die Vergangenheit es immer wieder bewiesen, egal welches Jahrzehnt.

  7. #7
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Hier geht's nicht um kuschen (vor dem Gesetz oder anderen "Autoritäten"), sondern um gesellschaftliche Akzeptanz. Die wird schleichend (über Jahre oder gar Jahrzehnte) mit emotionalen Berichten Stück für Stück erhöht.

    Mit Berichten über "die armen Tiere" wurde der Veganismus gepusht (neu ist der ja nun wirklich nicht, der wird nur in letzter Zeit immer stärker), und das ist nur die Vorstufe zur vollsynthetischen Ernährung.
    Für diesen Beitrag bedankt sich maddog

  8. #8
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von doc-mabuse Beitrag anzeigen
    Unserem Magen ist das alles völlig Wumpe. Der sieht nur Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate. Ob tierisch oder pfanzlich oder aus Hefe oder vollsynthetisch macht für den Stoffwechsel keinen Unterschied.
    Wichtig dürfte aber wohl der Mix aus pflanzlich und tierisch sein. Wir haben nicht umsonst ein Allesfressergebiss.

    Mit Berichten über "die armen Tiere" wurde der Veganismus gepusht
    Man könnte die "armen Tiere" zumindest vernünftig halten, wenn sie denn schon für uns ihr Leben lassen. Wirkt sich schließlich auch positiv auf die Qualität aus. Das würde die Akzeptanz für tierische Nahrungsmittel vermutlich wieder etwas erhöhen bzw. Veganern die Luft aus den Segeln nehmen.

    Ich bin kürzlich übrigens mal in den Genuss einer veganen Salami gekommen. "Fürchterlich" umschreibt meine Geschmackseindrücke noch vorsichtig.
    Der vegetarische Schinkenspicker ist allerdings geschmacklich von echtem Fleisch nicht zu unterscheiden.

  9. #9
    大麻のゴブリン Avatar von maddog
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren







  10. #10
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von markantelli Beitrag anzeigen
    Wichtig dürfte aber wohl der Mix aus pflanzlich und tierisch sein. Wir haben nicht umsonst ein Allesfressergebiss.
    Nein, eigentlich nicht.
    Wichtig ist der richtige Mix aus essentiellen Amino- und Fettsäuren - und natürlich Vitaminen und Mineralstoffen.

    Das kann man durchaus auch mit einer veganen Ernährung schaffen - es erfordert halt nur mehr Wissen und Planung der Mahlzeiten - so ist die richtige Mischung aus Bohnen und Mais ernährungsphysiologisch (= Aminosäureverteilung) sogar etwas wertvoller als Fleisch (Suchwort für Google: biologische Wertigkeit). Mit Fleisch ist das nur sehr viel einfacher.

    Das wir ein Allesfressergebiss haben, liegt mehr an unserer Entwicklung. Vor tausend und mehr Jahren war es halt nicht so einfach, den richtigen Mix zu finden und auch jederzeit auf den Teller zu bekommen.

    Fleischkonsum ist ja auch nicht sooo normal, wie wir es in unserer modernen Zeit empfinden. Noch vor hundert Jahren gab es Fleisch ein-, bestenfalls zweimal die Woche.

    Man könnte die "armen Tiere" zumindest vernünftig halten, wenn sie denn schon für uns ihr Leben lassen.
    Kann man?

    Zunächst mal ist "vernünftig" doch stark auslegungsbedürftig.

    Dann muss man natürlich auch die Masse berücksichtigen - aktuell reden wir beispielsweise von ~630 Millionen Hühnern pro Jahr (Quelle - nur in Deutschland!). Für eine artgerechte Haltung bräuchte man da aber verdammt viel Platz... und das sind nur die, die wir essen, die "Eierfabriken" dürften noch deutlich mehr sein...

    Letztlich ist aber auch diese Diskussion nur heisse Luft:
    Die Abstimmung über die Qualität unserer Lebensmittel - einschließlich dieser... nennen wir es mal "soziale Qualität" - findet jeden Tag millionenfach an den Supermarktkassen statt. Solange die breite Masse nur billig, billig, billig einkauft, solange sind die Produzenten gezwungen billig, billig, billig zu produzieren - mit entsprechenden Folgen in der Tierzucht.

    Früher (1950 und davor) haben die Menschen um oder über 50% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben - aktuell (seit 2000) sind es um 14% (Quelle). Schuld daran ist natürlich die Lebensmittelmafia (muss ich das jetzt ausdrücklich als Sarkasmus taggen?).


    Ich bin kürzlich übrigens mal in den Genuss einer veganen Salami gekommen. "Fürchterlich" umschreibt meine Geschmackseindrücke noch vorsichtig.
    Der vegetarische Schinkenspicker ist allerdings geschmacklich von echtem Fleisch nicht zu unterscheiden.
    Ja, ähnliche Erlebnisse hatte ich schon vor 30 Jahren in der Mensa meiner Uni.
    Zum Glück sind die Geschmäcker verschieden.

    Was ich mich allerdings frage: Wenn man schon auf Fleisch verzichtet - wieso muss das Essen dann immer noch so ausehen/schmecken, als ob? Wieso kann man dann nicht konsequent sein, und wirklich nur eine Gemüsemischung mit etwas Tofu oder so verputzen?

    Wer veganes "Fleisch" isst, ist meiner Meninung nach noch kein richtiger Veganer.
    Und mitr fehlt auch noch eine klare Aussage zu Insekten.


    //Edit:
    Nur zur Klarstellung, damit mich niemand missversteht:
    Ich bin Fleischfresser.
    Wenn's aber mal irgendwo (Einladung, Restaurant, Kantine) nur was vegetarisches gibt, dann ist mir das auch egal. Hauptsache was im Bauch.

  11. #11
    Mitglied Avatar von sirnnx
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von doc-mabuse Beitrag anzeigen
    .. Früher (1950 und davor) haben die Menschen um oder über 50% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben - aktuell (seit 2000) sind es um 14% (Quelle). Schuld daran ist natürlich die Lebensmittelmafia (muss ich das jetzt ausdrücklich als Sarkasmus taggen?).
    Also dies dürfte aber am gestiegenem Wohlstand liegen. Früher war nach Miete und Essen kaufen das Geld alle, heute reicht es noch für Auto, Kino, Schmuck, Urlaub etc.

    Ich bezweifle echt, das wir so viel mehr essen können als früher. Eher schmeißen wir zu viel Nahrung weg. Damit sind die Tiere dann umsonst gestorben. Natürlich produzieren wir heute auch günstiger. Technik sei dank.

  12. #12
    Stiller Mitleser
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von doc-mabuse
    Zunächst mal ist "vernünftig" doch stark auslegungsbedürftig.
    Also gerade an den Extremstellen gibt es eigentlich keine Diskussion. Pro Jahr z.B. 50mio männliche Küken zu schreddern weil sie ja keine Eier legen ist einfach kein Umgang mit Tieren. Ein Ei (Aldi, Bodenhaltung, 12er) kostet aktuell 0,11€. Wenn es 0,5€ kosten muss um diesen Mist abzuschaffen, dann muss es eben 0,5€ kosten*.
    Zitat Zitat von doc-mabuse
    Die Abstimmung über die Qualität unserer Lebensmittel - einschließlich dieser... nennen wir es mal "soziale Qualität" - findet jeden Tag millionenfach an den Supermarktkassen statt. Solange die breite Masse nur billig, billig, billig einkauft, solange sind die Produzenten gezwungen billig, billig, billig zu produzieren - mit entsprechenden Folgen in der Tierzucht.
    Natürlich kauft der Kunde möglichst günstig. Warum sollte er auch teurer kaufen, wenn er am Produkt selbst keinen Unterschied feststellen kann (selbst wenn es einen gibt)?
    Wäre die Tierhaltung entsprechend besser gesetzlich geregelt wären die Produkte natürlich gezwungenermaßen teurer. Dann kann man sich überlegen, ob man das Geld dafür ausgibt oder eben den Konsum einschränkt.
    Das Geheule der Leute über eine dann ja aufkommende 2-Klassengesellschaft ist lächerlich. Ich höre niemanden schreien weil er sich nicht täglich Beluga Kaviar leisten kann. Wann ist diese Art des Konsums eigentlich zum Menschenrecht geworden?

    *Das Gleiche gilt übrigens für sonstige Erzeugnisse die inzwischen so billig sind, dass die Erzeuger nicht mehr davon existieren können. Wenn der Liter Milch statt den 0,5€ (Aldi) 0,8€ kosten muss, damit der Bauer auch ohne staatliche Hilfe davon leben kann, dann muss die Milch eben entsprechend teurer werden.
    Und wenn nochmal 0,2€ draufkommen damit die Kühe vernünftig gehalten werden, dann kostet der Liter Milch eben 1€.
    Niemand muss deswegen in Deutschland hungern (die Sozialleistungen müssen natürlich an die höheren Lebenshaltungskosten angepasst werden. Es fließen ja auch mehr Steuern durch die höheren Preise).
    Geändert von Colaborate (22. 03. 2017 um 11:56 Uhr)

  13. #13
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von sirnnx Beitrag anzeigen
    Also dies dürfte aber am gestiegenem Wohlstand liegen. Früher war nach Miete und Essen kaufen das Geld alle, heute reicht es noch für Auto, Kino, Schmuck, Urlaub etc.
    Njaein.
    Der gestiegene Wohlstand spielt zweifellos auch eine Rolle, aber der Preisdruck, der seit den 80ern durch die Diskounter erzeugt wurde, dürfte einen erheblich größeren Einfluss haben.
    Vor einiger Zeit war im ALDI der Liter Milch billiger als der Liter Wasser. Das lässt sich mit gestiegenem Einkommen kaum begründen.

    Ich bezweifle echt, das wir so viel mehr essen können als früher.
    Wie essen nicht (viel) mehr.
    Aber wir essen viel mehr Fleisch und dafür deutlich weniger Gemüse, Salat, Kartoffeln und Getreideprodukte. Und in letzter Zeit wird das durch Low-Carb-"Diäten" sogar noch schlimmer.



    Zitat Zitat von Colaborate Beitrag anzeigen
    Also gerade an den Extremstellen gibt es eigentlich keine Diskussion.
    Da stimme ich dir zu.
    Aber die Tierschützer wollen ja immer gleich Maximalforderungen durchdrücken - und das sollte man sich erst mal über eine sinnvolle Grenze einigen.

    Natürlich kauft der Kunde möglichst günstig. Warum sollte er auch teurer kaufen, wenn er am Produkt selbst keinen Unterschied feststellen kann (selbst wenn es einen gibt)?
    Okay.
    Aber dann soll er auch nicht über die "Lebensmittelmafia" schimpfen.
    Oder völlig obstruse Forderungen wie völlige Freiheit von Pestiziden fordern - aber ohne, das die Preise steigen.

    Wäre die Tierhaltung entsprechend besser gesetzlich geregelt wären die Produkte natürlich gezwungenermaßen teurer. Dann kann man sich überlegen, ob man das Geld dafür ausgibt oder eben den Konsum einschränkt.
    Das wäre ein sinnvolles Ziel.
    Aber mal ernsthaft: was glaubst du, was hier loswäre, wenn der Gesetzgeber wirklich mal durchgreifen würde, und alle Fleischprodukte ihren Preis mal eben verdoppeln würde? Bei der nächsten Wahl wären das die, die uns die Wurst vom Grill genommen haben (so würde es zumindest in der BILD stehen), und die würden locker 10-20% Stimmen verlieren.

    Das Geheule der Leute über eine dann ja aufkommende 2-Klassengesellschaft ist lächerlich. Ich höre niemanden schreien weil er sich nicht täglich Beluga Kaviar leisten kann. Wann ist diese Art des Konsums eigentlich zum Menschenrecht geworden?
    Seit jeder jeden Tag ein Schnitzel auf dem Teller hat.
    Gewohnheitsrecht.


    So, und jetzt zum wirklich üblen Thema:
    Pro Jahr z.B. 50mio männliche Küken zu schreddern weil sie ja keine Eier legen ist einfach kein Umgang mit Tieren.
    Erstens verkennst du die Dimension - es sind eher weit über 500mio Küken.
    Zweitens ist das nicht ganz so einfach. Es gibt dazu ein Gerichtsurteil (OVG NRW, Urteil vom 20. Mai 2016 - 20 A 488/15 ), Kurzfassung:
    Die Tötung männlicher, nicht zur Schlachtung geeigneter Küken verstößt nicht gegen tierschutzrechtliche Vorschriften, da sie nicht ohne vernünftigen Grund erfolgt.

    Und so gruselig das auch ist, es gibt tatsächlich Gründe dafür.
    Durch Züchtungsbemühungen in den letzten Jahrzehnten gibt es jetzt im Prinzip zwei verschiedene Hühnersorten. Die einen sind auch gute Futterverwertung = hohen Fleischansatz gezüchtet worden. Die anderen auf hohe Legeleistung. Und bei letzteren sind die männlichen Küken dummerweise überflüssig. Zur Fleischerzeugung sind die nicht geeignet, weil die durch die Zucht deutlich schlechter Fleisch ansetzen. So übel das auch ist: die müssen weg.

    Durch den Druck der Öffentlichkeit versucht man gerade, eine Kreuzung zu züchten, die sowohl gut Fleisch ansetzt, als auch gute Legeleistung erzeilt. Aber das dürfte noch mindestens ein Jahrzehnt dauern.

    Ja, das ist Kacke. Aber wenn man die Hähne der auf Legeleistung optimierten Hühner zum Schlachthähnchen durchfüttern würde, würde dieses Fleisch grob doppelt soviel Kosten, wie das Fleisch der auf Fleischansatz optimierten Hühner. Und wie du selber geschrieben hast: Warum sollte der Kunde teurer kaufen, wenn er am Produkt selbst keinen Unterschied feststellen kann?
    Der Mehrzahl der Leute liegt der eigene Geldbeutel leider näher am Herzen als Tierwohl. Da kann ich mich selber noch nicht mal von ausschließen.

  14. #14
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von doc-mabuse Beitrag anzeigen
    Durch den Druck der Öffentlichkeit versucht man gerade, eine Kreuzung zu züchten, die sowohl gut Fleisch ansetzt, als auch gute Legeleistung erzeilt. Aber das dürfte noch mindestens ein Jahrzehnt dauern.
    Bei Männchen? Dauert bestimmt auch länger...

    Ein Gerichtsurteil muss ja nicht unbedingt richtig sein. Man könnte sich jetzt auch darüber streiten, ob der schnöde Mammon Grund genug ist, um ein Lebewesen einfach so hinzumeucheln.
    Einerseits geben Menschen Unsummen für ihre geliebten Haustiere aus, einschließlich Tierarztkosten, um ihr Viehzeug vor dem Ableben zu retten. Andererseits guckt man auf den Cent, wenn es um Nutztiere gibt, die keine "Lobby" haben.
    Hat die Natur doch praktisch eingerichtet, dass ausgewachsene Schweine nicht mehr so süüüüüüß aussehen wie frisch geworfene Ferkel.

    Die Küken haben halt das Pech, dass niemand sieht, wie sie geschreddert werden. Also verschwindet das schnell aus dem Bewusstsein. Projekte, die über einen höheren Eier-Preis die Aufzucht von Hähnen finanzieren, gibt es zwar. Allerdings sind die vermutlich auch nicht durchsetzungsfähig. Denn schließlich werden die Eier nicht nur als Frühstücksei verwendet, wo man vielleicht gerne mal ein paar Cent mehr zahlt, sondern durchaus im industriellen Maßstab. Und ich glaube nicht, dass die Verbraucher jeden x-beliebigen Preis für Lebensmittel zahlen würden, die Ei bzw. Vollei enthalten.

    und die würden locker 10-20% Stimmen verlieren.
    SPD bei -2%? Nicht schlimm...

  15. #15
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Erstens verkennst du die Dimension - es sind eher weit über 500mio Küken.
    Laut Peta sind es 50Mio sogenannte "Eintagsküken". Aber die schätzen das wohl auch nur:
    Diese Zahl errechnet sich aus der Anzahl der jährlich in Deutschland geschlüpften Küken für Elterntierfarmen und Legebetriebe sowie der biologischen Regel, nach der über einen längeren Zeitraum hinweg etwa gleich viele weibliche und männliche Nachkommen schlüpfen*.
    *Statistisches Bundesamt: „Eingelegte Bruteier, Geschlüpfte Küken (in Brütereien): Deutschland, Jahre, Geflügelart“ (Tabelle: Ergebnis - 41321-0001, Jahr 2013).

    Es gibt dazu ein Gerichtsurteil
    Natürlich. Weil die Gesetze eben sind wie sie sind (auch wenn "vernünftiger Grund" in diesem Fall eher schwammig ist und im Grunde den Tierschutz der Gewinnmaximierung unterordnet). Es ist nicht an der Judikative das zu ändern sondern an der Regierung.

    Warum sollte man Männchen, die bei der Eierproduktion nicht erwünscht sind, nicht einfach als Fleischlieferant nutzen? Ich weiß, sie sind nicht auf hohen Fleischanteil gezüchtet. Aber die einzige Alternative die mir da einfällt wäre die Züchtung von Hähnen die nur weibliche Nachkommen zeugen.
    Geändert von Colaborate (23. 03. 2017 um 20:36 Uhr)

  16. #16
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von Colaborate Beitrag anzeigen
    Laut Peta sind es 50Mio sogenannte "Eintagsküken".
    Ja, du hast recht. Steht auch so in dem Gerichtsurteil ( ~47 Mio).
    Ich bin von den Hühnern zum verputzen ausgegangen und hab das interpoliert - aber Legehühner braucht's natürlich nicht so viel, weil die ja rund um die Uhr Eier legen.
    Mein Fehler, sorry.

    Es ist nicht an der Judikative das zu ändern sondern an der Regierung.
    Naja...
    Im Prinzip hast du natürlich recht - aber gerade im Bereich der Lebensmittel wird der Gesetzgeber (Gott sein Dank!) eher selten konkret, sondern zieht sich oft auf die "allgemeine Verkehrsauffassung" zurück, die dann andere (Leute mit Fachwissen/Erfahrung) festlegen.
    Von daher hat ein Richter hier schon einiges an Ermessensspielraum.

    So auch hier: Der Tierschutz kann "mit guten Gründen" ausgehebelt werden, so lautet das Gesetz.
    Ob wirtschaftliche Interessen als "guter Grund" ausreichend sind, das kann/muss ein Richter festlegen (und hat es hier bejaht).

    Warum sollte man Männchen, die bei der Eierproduktion nicht erwünscht sind, nicht einfach als Fleischlieferant nutzen?
    Wie schon gesagt, Kosten/Ertrag.
    Die wären einfach teurer und würden in unserer Geiz-ist-geil-Gesellschaft wenig bis gar nicht gekauft werden.

    Aber die einzige Alternative die mir da einfällt wäre die Züchtung von Hähnen die nur weibliche Nachkommen zeugen.
    Das würde aber nur eine Generation lang funktionieren (Denk mal drüber nach )

    Man arbeitet gerade an Tests, um das Geschlecht unmittelbar nach dem Legen bestimmen zu können. Männliche Eier würden dann unbebrütet im Karton landen.

    Ist halt die Frage, was das kostet und welche "Schlagzahl" man erreichen kann. 50 Mio geschredderte Küken heisst bei einer 50/50-Verteilung ja 100 Mio zu bebrütende und folglich zu testende Eier im Jahr. Wenn das Geschäft rund um die Uhr läuft sind das satte 274.000 Eier pro Tag, die getestet werden müssen. Bei einem 8-Stunden-Tag sind das 570 Eier pro Minute! Das ist schon ein sportliches Ziel.
    Geändert von doc-mabuse (24. 03. 2017 um 13:38 Uhr)

  17. #17
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Das würde nicht nur eine Generation funktionieren. Du schaffst damit ja den Hahn nicht ab sondern sorgst per Genmanipulation dafür, dass ein eigentlich ganz normaler Hahn nur noch weibliche Samen produziert. Und so ein Hahn kann eine ganze Menge Nachkommen Zeugen.

    Bei dem Test rechnest du jetzt damit, dass es nur einen Herstellungsbetrieb gibt, ohne Schichtbetrieb.. und der Test nicht automatisiert werden kann? Letzteres kommt natürlich auf den Test an. Aber Eierlege Betriebe gibt's schon ein paar. Und die nicht für Legehühner nutzbaren Eier können gleich an die eierverbrauchende Industrie gehen.
    Geändert von Colaborate (24. 03. 2017 um 14:09 Uhr)

  18. #18
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Ich würde Fleisch aus der Petrischale durchaus mit Genuss essen, denke ich. Ich habe schon seit Jahren kein Rind und kein Schwein mehr gegessen, weil ich die Tierhaltung nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann. Geflügel und Fisch kaufe ich zwar nicht, aber ich esse diese Tiere, wenn ich irgendwo zu Gast bin. Da bin ich zugegebenermaßen nicht konsequent.

    Wäre die Tierhaltung entsprechend besser gesetzlich geregelt wären die Produkte natürlich gezwungenermaßen teurer. Dann kann man sich überlegen, ob man das Geld dafür ausgibt oder eben den Konsum einschränkt.
    Das wäre ein sinnvolles Ziel.
    Da stimme ich zu.

  19. #19
    Mitglied Avatar von doc-mabuse
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    Standard Re: Fleisch aus der Petrischale – So viele Leute würden es zumindest probieren

    Zitat Zitat von Colaborate Beitrag anzeigen
    Bei dem Test rechnest du jetzt damit, dass es nur einen Herstellungsbetrieb gibt, ohne Schichtbetrieb.. und der Test nicht automatisiert werden kann?
    Nein, ich seh das große Ganze.
    Ob das nun ein Betrieb ist, bei dem dann 10 Eier pro Sekunde getestet werden müssten, oder oder 100 Betriebe, in denen dann "nur" noch 6 Eier pro Minute getestet werden müssten, ist eigentlich wurst, die Logistik wäre mörderisch.

    Den Test gibt's eigentlich schon, bzw. man könnte ihn in wenigen Wochen zusammenkloppen: Das läuft auf eine simple Gen-Analyse mit PCR oder ELIZA raus. Läuft in meinem Labor fast täglich - okay, nicht mit männlichen/weiblichen Hühnern, aber mit Salmonellen, Listerien, Pferd in Lasagne, Schwein in Koscher/Halal, Gluten und andere Allergene.

    Das Problem dabei (neben den Kosten): dauert ein bis drei Tage. Man müsste die Eier also eindeutig kennzeichnen, lagern und nach ein bis drei Tagen dann aussortieren.
    Theoretisch alles machbar - aber das sind natürlich alles Kosten, die den Preis für eindeutig weibliche Eier locker vertausendfachen würden...

    Wünschenswert wäre ein Inline-Test, experimentiert wird gerade mit Röntgen-Interferenz. Da kullert das Ei in eine Kammer, wird kurz bestrahlt und nach wenigen Sekunden rollen die Weiblichen geradeaus, die Männlichen und alle Zweifelhaften nach Links Richtung Pappkarton. Das schöne an so einem Test wäre, das er keine 100% bringen muss, selbst 20% würden völlig ausreichen, wenn man nur die eindeutigen druchlässt und alles zweifelhafte wie männlich behandelt.
    Ich gestehe aber: ich keine Ahnung, wie da der Stand der Dinge ist, das ist für uns eher eine Randnotiz.


    Zitat Zitat von beutelwolf Beitrag anzeigen
    Ich würde Fleisch aus der Petrischale durchaus mit Genuss essen, denke ich.
    Ich vermutlich auch. Aber ich bin auch kein Genuss-Esser. Ich halte es da eher mit Papa Ratte (aus dem Film Rattatouile): Essen ist wie tanken - Hauptsache, die Maschine läuft.
    Ich hab auch schon Heuschrecken und Ameisen gegessen. War gar nicht übel.

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