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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 498
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Kaiserschnitt ja oder nein ?
Viktoria Beckham hat - so gings durch die Medien - ihren 2. Sohn (wieder) durch einen (scheinbar medizinisch nicht indizierten) Kaiserschnitt entbunden - naja. Unabhängig von der Wichtigkeit dieser Meldung verleitet mich das zum Nachdenken, wie sinnvoll ein Kaiserschnitt ist, den die Mutter aus Angst vor dem Geburtsschmerz machen lässt.
Ich habe noch keine Kinder (möcht eigentlich auch keine bekommen) aber die Frage ist für mich doch durchdenkenswert.
EINERSEITS verstehe ich jede Frau recht gut, die sich den Geburtsschmerz ersparen will (hab da auch ganz arge Sachen von Freundinnen mitbekommen); und ich glaube, für das Kind besteht bei dem Eingriff ja keine ernsthafte Gefahr, oder?
ANDERERSEITS entgeht einem dann halt das Gefühl, etwas geschafft zu haben, was die meisten Frauen quer durch die Geschichte X-millionenmal geschafft haben, und zwar oft VÖLLIG ohne Schmerzmittel.
ABER auch Zähne wurden früher ohne Schmerzmittel gezogen und Schädel trepaniert, und heute tut man das NICHT MEHR, weil es eben hervorragende medizinische Hilfsmittel gibt.
Sind also Frauen, die sich ohne medizinische Notwendigkeit einen Kaiserschnitt machen lassen, Drückeberger, Versagerinnen, oder ist das besser für die Gesundheit und den Beckenboden und so?
Hab auch gehört, dass Frauen nach dem Kaiserschnitt starke Schmerzen im Bauch (Wundschmerzen) und seelische Probleme haben - sich also vielleicht gar nicht so viel ersparen.
@ Mütter und Väter hier im Forum - wie sind da eure Erfahrungen?
@ Mods - falls doch unter OT - bitte verschieben (war mir nicht sicher)
Cu me
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02. 09. 2002, 20:41
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#1
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 239
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Habe zwei Kinder - kamen beide per Kaiserschnitt. Das was meiner Frau am schlimmsten zugesetzt hatte war die Vollnarkose. Daher war der Erstkontakt mit den Kindern auch erst sehr spät möglich. Ich bin mir sicher, dass es den Kindern nicht geschadet hat. Meine Frau kann auch damit gut leben und die Narbe ist kam noch zu sehen.
Auch wenn es abgedroschen klingt - "Hauptsache die Kinder sind gesund".
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02. 09. 2002, 20:51
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#2
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 5.798
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02. 09. 2002, 21:55
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#3
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ex-Administrator
Registrierungsdatum: May 2000
Beiträge: 6.998
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Tja, dann mal hierzu von einer "Frontkämpferin".
Durch gewisse Umstände habe ich völlig ohne Schmerzmittel entbinden müssen. Ich wollte eigentlich eine PDA haben, am liebsten sogar Kaiserschnitt mit Rückenmarksnarkose (also nicht Voll).
Ein Kaiserschnitt war bei mir nicht begründet, daher abgelehnt.
Die Geburt selbst war... nun ja. Ich könnte zwar versuchen, euch die Schmerzen zu schildern, weiß allerdings, daß dieses einfach nicht möglich ist. Dazu kommt, daß die ganze Sache innerhalb von zwei Stunden von der ersten Wehe bis zur Geburt abgelaufen ist, was für das erste Kind sehr schnell ist. Zwischendurch erwog man sogar einen Kaiserschnitt, weil die Herztöne sehr schlecht waren (die Geburt ging sehr, sogar zu schnell vor sich, das Kind hatte keine Zeit, sich richtig in den Geburtskanal zu drehen), durch die Umstände wurde es dann eine Glockengeburt. Einen Dammschnitt hatte ich auch, gerissen bin ich trotzdem (Glocke).
Am selben Tag noch habe ich es abgelehnt, jemals wieder ein Kind zu bekommen.
Am Tag darauf war ich durchaus wieder bereit, allerdings nur mit Kaiserschnitt (zum Teil wegen der Schmerzen).
Inzwischen wünsche ich mir ein zweites Kind, will allerdings immer noch mit Kaiserschnitt entbinden, allerdings nicht mehr wegen der Schmerzen, sondern wegen der sehr überstürzten Geburt und des doch nicht ganz risikofreien Ablaufes.
Eine Freundin von mir hat dagegen mit Kaiserschnitt entbunden.
Eine andere Freundin "normal" mit PDA und Schnitt, allerdings 3 Wochen zu früh.
Wundschmerzen hatten wir alle, nur eben eine am Bauch  .
Die Geburtsschmerzen hätte keine von uns vermißt. Zumindest bei mir stellt sich auch kein "Ich habe natürlich entbunden"-Heldengefühl ein. Es gibt schließlich auch Leute, die beim Zahnarzt ohne Betäubung bohren lassen; ich gehöre nicht dazu. Ich kann darin auch kein besonderes Heldentum erblicken. Daß jemand das Gefühl einer "natürlichen" Zahnbehandlung vermißt, glaube ich auch nicht.
Jede Frau, die aus welchen Gründen auch immer mit Kaiserschnitt entbinden will, hat meinen Segen. Sicherlich ist es ein medizinischer Eingriff, der ETWAS riskanter ist als eine normale Geburt. Alleine die Tatsache, daß man danach ein Jahr lang nicht schwanger werden darf, weil die Narbe reißen könnte und damit Mutter und Kind in tödliche Gefahr bringt, sollte man nicht außer Acht lassen, wenn man darüber nachdenkt.
Ansonsten ist es aber jedem der eigene Körper, über den jede Frau selbst bestimmen will. Wenn jemand die Schmerzen oder die Körperveränderungen (haha) nicht haben will, dann soll sie doch (Körperveränderungen wird sie noch genug durch die Hormone bzw. das Stillen haben)... Das Hauptargument von Kassen und Medizinern ist doch, daß es etwas mehr kostet.
Auf der anderen Seite kann ich aus persönlicher Sicht nur sagen, daß man SOLCHE Angst nicht davor haben muß. Es ist sicherlich wieder eine solche Ich-habe-auch-dies-überlebt-Erfahrung, die einen in gewisser Weise stärker macht. Im Moment der Entbindung sind die Schmerzen zwar unsagbar, das sind sie aber auch, wenn man sich gerade ein Bein bricht. Trotzdem kräht später kein Hahn mehr (auch man selbst nicht) danach, weil man diese Schmerzen so einfach nicht im Gedächtnis behalten kann zum Einen, zum Anderen: was man einmal geschafft hat, schafft man auch ein zweites Mal.
Zusammenfassung: Für mich sind Frauen, die mit Kaiserschnitt entbunden haben, eben dieses: Frauen, die durch Kaiserschnitt entbunden haben. Keine Drückebergerinnen oder Feiglinge.
Gruß,
dlfa
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03. 09. 2002, 06:52
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#4
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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Ahoi,
ähem, also den Vergleich mit einer Zahnbehandlung finde ich unstatthaft!
Schließlich sind bei einer Geburt immer (mindestens) zwei Menschen involviert:
Die Mutter und das Kind...
...und was es möglicherweise für das Kind bedeutet, ob es per Kaiserschnitt oder auf natürlichem Weg zur Welt kommt, wäre auch noch erörternswert.
Es gibt aktuelle Studien aus den USA, die belegen, daß die Zahl der Kaiserschnittgeburten sprunghaft wächst. Und das nicht nur, weil diese Frauen Angst vor dem Geburtsschmerz haben, sondern zB auch, weil der durch Kaiserschnitt festgelegte Geburtstermin Horoskop-mäßig besser passt...
greetz
PeterPanter
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03. 09. 2002, 08:34
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#5
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jul 2000
Beiträge: 11
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Hallo,
meine Tochter wurde vor 7 Jahren per Kaiserschnitt geholt und wenn ich ein zweites Kind bekommen würde, und die Wahl hätte, würde ich mich mit Sicherheit sofort wieder für einen Kaiserschnitt entscheiden, trotz der ganzen Nebeneffekte.
Ich sehe mich damit auf keinen Fall als „Drückeberger“ oder ähnliches. Vorab, die Geburt meiner Tochter wurde durch einen Wehnentropf eingeleitet und nach und nach höher dosiert. Jedoch ohne Erfolg! Ganz zu schweigen von den Schmerzen, die ich hatte sind irgendwann die Herztöne meiner Tochter abgefallen und ein Wahnsinnsstreß war im Kreissaal um mich herum. Ich habe sofort ein anderes Mittel bekommen, dass die Wehen wieder blockt.
Nun hatte ich die Wahl: wieder von vorne anfangen, mit der Gefahr im Nacken, dass wenn sich alles wiederholt, sofort vor Ort ein Noteingriff gemacht wird, oder aber ich unterschreibe für einen Kaiserschnitt, der dann mit „Routine“ gemacht wird und für das Wohl des Kindes sicherer wäre, wozu mir der Chefarzt im übrigen auch geraten hat!
Ca. drei Stunden später befand ich mich im OP. Und von schön, ist hier gar keine Rede. Jeder der schon einmal einen OP hinter sich hat, denkt ist doch alles easy! Easy, wenn man kein „Beruhigungsmittel“ bekommt. Easy, wenn man alle Vorbereitungen mitbekommt, wie man auf dem Tisch festgeschnallt wird, einen Blasenkatheter bekommt .... Easy, wenn der Anästhesist sagt ok los und man verspürt starke Stiche im Bauch, weil man noch nicht ganz „weg“ ist, muss halt alles etwas schneller gehen, damit die Narkose das Kind nicht erreicht! Easy, wenn man aufwacht und völlig benommen sein Kind nicht richtig wahrnehmen kann und alles doppelt sieht....
Ach und dann der nette Nebeneffekt! Ein dreiviertel Jahr war mein Bauch um die Narbe taub! Nichts schweres Heben und kein Sport – aber steh mal mit Kinderwagen voll beladen vor einer großen Treppe, die meisten Menschen sehen doch dann weg, oder haben es besonders eilig, ausnahmen bestätigen die Regel.
Diese ganze Sache würde ich persönlich nicht ein zweites mal erleben wollen – die Angst, der Druck und der ganze Streß – von einer „schönen“ Geburt sicherlich keine Rede! Und jede Frau denkt & empfindet anders, meiner Meinung nach sollte jede Frau das Recht haben, selber zu entscheiden, wie sie entbinden möchte – ob nun natürlich oder per Kaiserschnitt.
Zuletzt sei gesagt, meine Tochter ist gesund und hat auch kein Problem damit, dass ihrer Mutti der Bauch aufgeschnitten wurde, es hat sie eher interessiert, wie sie darein gekommen ist.
Emmyly
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03. 09. 2002, 09:48
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#6
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ex-Administrator
Registrierungsdatum: May 2000
Beiträge: 6.998
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Zitat:
Original geschrieben von PeterPanter
Ahoi,
ähem, also den Vergleich mit einer Zahnbehandlung finde ich unstatthaft!
Schließlich sind bei einer Geburt immer (mindestens) zwei Menschen involviert:
Die Mutter und das Kind...
...
greetz
PeterPanter
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Ja und? Mal scherzhaft eingeworfen, daß eine Zahnbehandlung auch immer zwischen Patient UND Zahnarzt stattfindet...
Dieses viele Gerede um die Vorteile, die ein Kind von einer natürlichen Geburt hat, kann ich nicht ganz akzeptieren. Es ist sicherlich für ein Kind auch nicht gerade ein Zuckerschlecken, sich durch Wehen in einen buchstäblich hautengen Geburtskanal pressen zu lassen, unter Erstickungsängsten leiden zu müssen (->abfallende Herztöne, schlechte Sauerstoffversorgung) und das alles, ohne zu wissen, WARUM dieses passiert oder WAS da überhaupt passiert.
Der Streß, auf der Welt zu sein, ist in meinen Augen für ein Kind schon schlimm genug (kalt, hell, laut, Sauerstoff brennt in der Lunge, schwer, hungrig, Saugen strengt an...).
Und ja, ich bekenne, als mein Mann mich fragte: "Falls es Komplikationen gibt, und die mich fragen, ob sie Kind oder Mutter retten sollen, was soll ich denn dann sagen?" da habe ich geantwortet: "Natürlich den, der die größere Chance hat, und bei 50:50 natürlich mich".
So, nun nennt mich selbstsüchtig.
Gruß,
dlfa
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03. 09. 2002, 13:12
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#7
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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Ahoi dlfa,
nichts liegt mir ferner, als dir Selbstsucht, oder anderen Frauen, die sich aufgrund medizinischer Indikation zu einer Kaiserschnittgeburt entschlossen haben, ähnlich unlautere Motive zu unterstellen.
Dennoch will ich nicht verhehlen, daß ich die natürliche Geburt dem Wunsch-Kaiserschnitt vorziehe.
Dazu ein Zitat:
(...) Auch die gestiegene Zahl von Kaiserschnitten (in Hessen etwa in den vergangenen zehn Jahren von 17 auf 23 Prozent) hat mit mangelnder Aufklärung und dem generell gewachsenen Sicherheitsbedürfnis in der Gesellschaft zu tun. "Da kommt heute eine Generation zur Entbindung, die alles für mach- und steuerbar hält nach dem Motto: ,Holen Sie mir mein Kind da mal raus'", sagt Hebamme Christine Tulius. "Auf Schmerzen wollen die sich am liebsten gar nicht einlassen", klagt sie. Offenbar fürchten sich besonders ältere Gebärende vor einer natürlichen Entbindung. In dem irrigen Glauben, Beckenboden und Geburtskanal zu schonen, entscheiden sie sich von vornherein für einen auf die Minute planbaren und vermeintlich schmerzfreien Kaiserschnitt. Und manche Ärzte setzen "das operative Heilmittel gegen psychische Ängste" (Marianne Ringler) auch deshalb willig ein, weil die Kassen für eine Kaiserschnittgeburt nahezu das Doppelte zahlen.(..)
Iris Mainka, DIE ZEIT, 25-2001
und zwei links:
http://www.3sat.de/3satframe.php3?ur...stuecke/33588/
http://www.bdh.de/service/presse.html#sanftegeburt
Ich tu mich zugegebenermaßen etwas schwer als Mann in dieser Diskussion, denn authentische Erfahrungsberichte kann ich natürlich nicht bieten, möchte aber trotzdem mein Unbehagen zum Ausdruck bringen, das mich befällt, wenn es darum geht, die wachsende Zahl von Wunsch-Kaiserschnitten zu bewerten.
greetz
PeterPanter
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03. 09. 2002, 14:24
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#8
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ex-Administrator
Registrierungsdatum: May 2000
Beiträge: 6.998
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@PeterPanther: daß du mir Selbstsucht unterstellen wolltest, habe ich gar nicht angenommen.
Ich bin halt selbst irgendwo Partei, weil ich für meine nächste Geburt durchaus einen Kaiserschnitt will. Meine Gynäkologin findet das eher überflüssig, immerhin könne man ja nicht wissen, ob die nächste Geburt auch so schnell verliefe.
Meine Argumentation, daß im Allgemeinen weitere Geburten schneller verlaufen, meine Mutter ebenfalls immer sehr schnell entbunden hat und ich es für äußerst wahrscheinlich halte, daß die nächste eben mindestens genauso schnell verläuft, beeindruckt sie nicht. Ich finde einfach, daß ich keinen Notkaiserschnitt haben möchte, wenn man das Ganze auch vorher aus der Welt räumen kann.
Mich nämlich grämt es schon irgendwie, daß mein Mann bei der Geburt unserer Kleinen zuletzt nicht dabei sein durfte, weil man mich zur Glockengeburt in den OP schob (und die Entscheidung zwischen Glocke und Schnitt wurde durch die Tatsache getroffen, daß das Kind noch ein Stückchen in den Geburtskanal gerutscht war) und er wegen "nicht steril" nicht mit hinein durfte. So habe ich auch sein Gesicht verpaßt, als er sein Kind das erste Mal sah. Für die nächste Geburt will ich es einfach ein wenig ruhiger und nicht so hektisch haben.
Nüchtern betrachtet handelt es sich allerdings um einen medizinisch unbegründeten Kaiserschnitt... sagt meine Gyn.
Tja, ich fürchte, bei der nächsten Schwangerschaft werde ich sie wechseln müssen >
Gruß,
dlfa
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03. 09. 2002, 19:13
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#9
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perdue
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 498
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Ja, der Gyn spielt hier eine wichtige Rolle. Ich habs vermutet, dass ein medizinisch nicht indizierter Kaiserschnitt von den meisten Gyns abgelehnt werden wird, sowohl in D als auch in Ö. Allerdings, eine Schulkollegin von mir ist da DIE AUSNAHME - hat ihre 2 Kindern im Idealalter von ca. 25 und 28 Jahren, bei Idealgewicht, bester Gesundheit usw. beide Male durch Kaiserschnitt entbunden (und zwar die Vollnarkose-Variante) und sagt, sie hätte dies dem Gyn gegenüber angeregt und der wäre sofort dafür gewesen. So hats sie´s halt beim Klassentreffen erzählt, scheint jedoch eher ein Einzelfall zu sein.
In der anglo-amerikanischen Welt hingegen, wo der Mensch ohnehin ne Zusatzversicherung braucht, um halbwegs versorgt zu werden, sind Wunsch-Kaiserschnitte leicht möglich, wie es scheint ...
Früher, als ich mir noch eher vorstellen konnte, ein Kind zu bekommen, habe ich die Kaiserschnitt-Variante auch als *machbaren Weg* empfunden, also ich glaube, es ist schon besser, es den Frauen freizustellen, zumal das Risiko für das Kind auch im Zuge einer *normalen Geburt* ein gewisses ist - also was spricht dagegen, wenn man es so will.
@ dlfa - hab von einigen Frauen gehört, dass man von einer Geburt nie auf die nächste schließen soll - eine ehem. Lehrerin von mir hatte die ärgsten Probleme bei der Geburt ihres 3. Kindes - die sie als Hausgeburt vorgesehen hatte, da die beiden vorigen so problemlos waren - tja. Eine Kollegin von mir war das sechste Kind und machte ihrer Mutter auch arge Probleme - andere wieder hatten schwere Erstgeburten und die nachfolgenden Kinder kamen einfach und schnell - was weiss man
Ich finde, wenn sich eine Frau nach reichhaltiger Informationseinholung und Aufklärung über mögliche Nachteile für einen Kaiserschnitt entschließt, sollte es ihr nicht vom Arzt verwehrt werden bzw. sollte sie nicht als "schwächer" als andre Frauen, die das Geburtserlebnis halt live wollten, angesehen werden.
@ emmyly - ganz ähnlich ist es einer Freundin von mir ergangen, die kam an den Wehentropf weil sie bei ihrem ersten Kind etwa 5 Tage über der Zeit war, dann geschah so ziemlich das selbe wie bei dir - schon schlimm, auch, wenn einem die Kinder drüber hinwegtrösten. Meine Freundin sagt übrigens heute noch, dass die künstliche geburtseinleitung UNNÖTIG war, da das Kind ganz normale Herztöne hatte und nichts auf ein Problem hindeutete - sie waren eben beide noch nicht so weit und sie glaubt fest, dass das Kind 2, 3 Tage später ohne diese Probleme gekommen wäre und sie psychisch besser drauf eingestellt gewesen wäre;
Hier wär vielleicht ein geplanter Kaiserschnitt auch besser gewesen, als eine künstliche Einleitung der Wehen; die ja auch einen *ziemlichen eingriff* in den normalen ablauf darstellt;
Was Männer bei der Geburt ihrer Kinder und bei den sich ergebenden Komplikationen fühlen, würde wohl einen neuen Beitrag erfordern -
Nur soviel - solange alles im Rahmen bleibt, kommen sie wohl mehr oder weniger damit zurecht, aber mitansehen zu müssen, wie die Dinge schief laufen und nur sehr wenig dazu tun zu können, stelle ich mir auch arg vor.
Ich kenne in meinem Umfeld 2 Männer, die die (schweren) Geburten ihrer Frauen nur mit Beruhigungsmittel für sich überstanden haben und die über Spätfolgen wie Albträume usw. klagten - arg auch, weil die Männer z.T. die Inkompetenz und Gleichgültigkeit des Spitalspersonals stärker als die Frauen erlebten, aber auch die Hilflosigkeit in der Situation
Auch dies spricht zumindest in machen Fällen für einen geplanten Kaiserschnitt
Cu Me
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03. 09. 2002, 22:55
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#10
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Pirat der Liebe
Registrierungsdatum: Apr 2001
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Beiträge: 518
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Hallo,
ich bin vor 8 Wochen Vater von einem kleinen Jungen geworden, der ohne Kaiserschnitt geboren wurde. Ich war bei der Geburt dabei und kann Meseloupe zustimmen, dass die ganze Situation schon schwer zu verdauen ist.
Der "Vorteil" meiner Freundin lag darin, dass sie im Rahmen des Schmerzdiliriums die Geburtsschmerzen wie in einem Film erlebt hat. Und 2 Tage nach der Geburt sich nicht mehr richtig an den Ablauf erinnern konnte. Der durchaus sinnvolle Verdrängungsmechanismus hat sich durchgesetzt. Bei mir aber nicht. Aber ich möchte es auch nicht missen.
Als Mann wie PeterPanter schon sagte, ist es ein schwierig zu beurteilendes Thema. Aber ich glaube, dass der natürliche Geburtsvorgang ein wichtiger Abschnitt zwischen Mutter und Kind ist. Meine Freundin empfand dies als Abschied von der Schwangerschaft mit Übergang zum Mutter sein.
Es muss - mit Verlaub - auch ein Sinn von Mutter Natur haben, dass die Geburt bei Menschen(Säugetiere) in der Regel so abläuft,
und -polemisch gesagt- keine Klappe eingebaut ist.
In der Psychologie gibt es Ansätze , dass die natürliche Geburt Bindungsmuster zum Kind fördert, wie auch immer...
@dlfa: Dass das mit deinem Männe so schief lief liegt nicht alleine daran, dass du besser eine Kaiserschnitt genommen hättest. Komplikationen kann es immer geben. Ein wichtiges Kriterium - muss ich im nachhinein sagen- ist, wie das Krankenhaus/ -personal drauf ist. Bei uns war die Krankenhausatmosphere total scheiße. Wir überlegen uns, beim *Nächsten* ein Geburtshaus auszuwählen.
Es steht natürlich außen vor, wenn ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig ist, dann muß das so sein....
Aber Wunschkaiserschnitt zwischen zwei Fußballterminen finde ich perverse...
Gruß vom
Geändert von tombak (11. 09. 2002 um 10:15 Uhr).
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04. 09. 2002, 10:46
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#11
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Visionär
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Beiträge: 1.491
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Zitat:
Original geschrieben von tombak
Ein wichtiges Kritrium - muss ich im nachhinein sagen- ist, wie das Krankenhaus/ -personal drauf ist. Bei uns war die Krankenhausatmosphere total scheiße. Wir überlegen uns, beim *Nächsten* ein Geburtshaus auszuwählen.
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Dem kann ich nur zustimmen. Einer Freundin von mir, wurde unterstellt das nur aus "Angst" den Kaiserschnitt zu wählen, obwohl die Hebamme es empfohlen hatte und obwohl sie ca 1,65 groß ist und das kind mehr als 2 Wochen über dem Termin war. Ergebnis: Sie lag von 5 Uhr bis 17 Uhr im Kreißsaal bis sich die Ärzte dann doch für einen Kaiserschnitt entschlossen haben. (das hätte auch tötlich ausgehen können)
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04. 09. 2002, 10:55
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#12
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Master of desaster
Registrierungsdatum: Apr 2001
Ort: Köln
Beiträge: 80
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Hallo Mesoloupe,
ich habe am 16 Mai dieses Jahr meinen Sohn Marlon auch mit Kaiserschnitt entbunden. Dazu muß ich sagen, daß mein Spatz 17 Tage über dem ET war und keinerlei Lust hatte seine bequeme kuschlige Höhle zu verlassen.
So musste die Geburt eingeleitet werden. Was auch nicht viel brachte, außer das mein Sohnemann keinen Bock auf das Procedere hatte und rumschwamm im Bauch, wodurch es unmöglich wurde, ihn anständig zu überwachen. Kopfschwartenelektrode ließ sich auch nicht anbringen, die Stationsärztin gab nach zwei Versuchen auf.
Dabei bemerkte sie, daß das Fruchtwasser grün war und stellte mich vor die Wahl: entweder Hammerwehentropf oder Kaiserschnitt.
Da ich vorher schon sechs Stunden Wehen mit Null Erfolg hatte, konnte ich nur Kaiserschnitt hauchen. Allein schon bei dem Gedanken, daß mein Würmchen seine eigenen Exkremente schlucken könnte, was nicht ungefährlich ist, wurde mir anders.
Es ging auch alles sehr rasch: ich wurde rasiert, bekam einen Katheder gelegt und einen erneuten Zugang für die OP.
Dann ging es ab in den OPsaal und dort ging auch alles sehr rasch.
Ehe ich mich versah, war unten rum alles taub, ich spürte nichts und es dauerte keine drei Minuten, da hörte ich mein Zwergli schreien.
Mein Männe hielt mir bis dahin wacker die Hand, nachdem ich meinen Sohn zu Gesicht bekommen und ihm seinen Namen gegeben hatte, ging er mit dem Winzling in den Kreißsaal runter, denn das Zunähen dauerte noch ne halbe Stunde.
Den Tag danach streiche ich lieber aus meinem Gedächtnis denn ich fühlte mich absolut bescheiden.
Freiwillig hätte ich mich nie für einen Kaiserschnitt entschieden, aber es bestand leider Gefahr für mein Baby und so musste ich diese Kröte schlucken.
Ich kann es bis heute nicht verstehen, wieso manche Frauen sich so was wünschen können.
Trotz aller Routine ist es immer noch eine große BauchOP!
Der Darm hört seine Bewegungen auf, weil er mit Luft in Kontakt kommt, die Blase kann verletzt werden usw.
Leider werden die Ärzte immer mehr unter Druck gesetzt von den Frauen, die unbedingt mit Kaiserschnitt entbinden wollen, aus was für Gründen auch immer.
Sie können es gar nicht abschätzen mit was für Beschwerden sie sich noch wochenlang rumquälen müssen. Bei mir waren erst in der elften Woche die Fäden entgültig weg. Der Bauch war bis vor einem Monat noch komplett taub, was sich nicht sehr dolle anfühlt.
Abgesehen davon leide ich seit der OP unter diversen Beschwerden, die ich hier nicht weiter erörtern möchte.
Aber das muß jede Frau für sich selber entscheiden, ich denke, es hat nichts mit Feigheit oder so was tun. Ne Frau, die normal entbindet, ist wesentlich schneller wieder fit...
Hier noch ein Link für alle, die sich was näher mit dem Thema beschäftigen wollen:
http://www.der-kaiserschnitt.de/
Falls Ihr noch Fragen habt oder mehr wissen wollt, könnt Ihr mich selbstverständlich anschreiben.
Mit freundlichen Grüssen
Eure Aya
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10. 09. 2002, 00:37
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#13
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Mitglied
Registrierungsdatum: Mar 2001
Ort: am computer
Beiträge: 41
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Bei meiner Tochter wußte ich das es ein Kaiserschnitt wird, da sie von anfang an verkehrt lag und sie sich nie bewegte( war immer froh wenn ich ihre Herztöne hörte, wußte dann sie lebt noch). ich entschied mich dann für PDA, da ich sagte, ich möchte wach sein wenn sie auf die Welt kommt. es ging mir später auch gut, hatte keine Schwierigkeiten. Schließlich war ich ein paar Monate danach schon wieder schwanger. Da sagte ich nach einem Gespräch mit der Ärztin: Kaiserschnitt nein danke. Naja es kam natürlich alles anders, am Entbindungstag in der Klinik zur Untersuchung und plötzlich Hektik: Ein Kaiserschnitt, das Kind hat kaum noch Herztöne!Mein Sohn hatte sich mehrmals in der Nabelschnur verfangen. Heute reichen mir auch meine beiden. Ich bin der Meinung man sollte deswegen keine Frau verdammen, manche haben eben vor den Wehen wirklich panische Angst.Anders sehe ich es allerdings so wie Fr. Beckham: der muß da allerdings auf die Welt kommen, weil mein Mann gerade Zeit hat. ein Wunschkaiserschnitt an dem und dem Tag weil es mir da gerade passt ist in meinen Augen das Letzte
Geändert von wim (25. 02. 2004 um 23:09 Uhr).
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10. 09. 2002, 23:06
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#14
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Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 15:07 Uhr.
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