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fauler Student
Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 280
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Weltliteratur
Hallo,
ich hatte gerade in einem Seminar eine interessante Diskussion und es würde mich mal interessieren was ihr dazu denkt.
Es ging darum, was "Weltliteratur" ist und unser Prof meinte jeder solle mal eine Liste von 15 Büchern machen, die seiner Meinung nach "Weltliteratur" sind. Der Zeitraum ist alles von der Antike bis zum 21 Jhd.
Ich arbeite gerade an meiner, würde aber auf jeden Fall nehmen:
- Sokrates oder Plato, welches Werk hab ich noch nicht entschieden
- Goethes Faust
- Shakespeare
- was modernes: "Die Entdeckung des Himmels" von Harry Mulish
naja, das ist mir ganz spontan eingefallen, auf jeden Fall kann man drüber streiten, also schreibt Eure Listenvorschläge mal in den Thread... ich bin gespannt.
Gruß
Morphi
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08. 11. 2002, 12:39
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#1
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Boeses junges Fleisch
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.422
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Oh, gekuehlt.
Aristophanes, Die Froesche
Platon, Gorgias
- Shakespeare mag ich nicht -
Dostojewskij, die Brueder Karamassow und Schuld und Sühne... oder besser doch die Daemonen? 
Wenn ich bei den Russen bin: Turgenjew, Vaeter und Soehne.
Deutsche "Klassiker" mochte ich nie so recht. Buechner, "Lenz".
Brecht kann man auch vieles nehmen, ich nehm die Dreigroschenoper.
Ich mochte auch die Blechtrommel.
Neuere Sachen...
Bernhard, Alte Meister
Musil, die Verwirrungen des Zoeglings Toerless
Kafka wuerd ich den Prozess nehmen.
Bert wird mich pruegeln, aber Burroughs "Naked Lunch", wahlweise "Interzone" noch. Und der Herr der Ringe.
Nur 13? Ich lass es mal bei denen.
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08. 11. 2002, 13:03
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#2
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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 498
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Die Frage, ob Sokrates oder Platon, ist echt lieb formuliert ...
wenn du was Originales von Sokrates hast, lass es mir mal rüberwachsen, ich mach dann gleich ne Diss draus, wär schon was Neues
Ansonsten find ich, ist die "Entdeckung des Himmels" von Mulish eher ein AUßenseiter auf einer Weltliteratur-Liste. Aber vielleicht irre ich da, ich hab das Buch ja ned gelesen
An sich ist der Gedanke, die "Weltliteratur" in nur 15 Büchern repräsentieren zu wollen, ebenso absurd wie der 100 BÜcher Kanon von M.Reich-Ranicky. Jedenfalls, Bücher die zumindest geschichtlich und kulturell einiges bewegt haben, wären imho:
- die Bibel (AT,NT) Gott
- Das Kapital (Karl Marx)
aus der Antike vielleicht:
- Das Gilgamesch-Epos
- Die Illias (Homer)
wenn schon Platon, dann imho eher den "Staat" als einen der Dialoge;
und überhaupt eher Aristoteles, da sein Einfluss auf das Denken des Mittelalters
doch auch erheblich war, z.B. die "Nikomachische Ethik" od. "Organon"
Ich würd aber eher die "Elemente" des Euklid nehmen, die doch als ältestes Schulbuch der Welt gelten können.
Tja, ansonsten wirst du´s nicht leicht haben, aus der Fülle von absoluten "Bestsellern" nur 15 rauszufischen. Wahrscheinlich wollte euer Prof. nur damit bezwecken, dass ihr euch auf macht und nachseht, was alles unter "Weltliteratur" firmiert, denn eine sinnvolle Liste kann das nicht werden.
Ich würd folgende Leut erwägen:
- Shakespeare (welches Stück jeweils bleibt die Qual der Wahl)
- Goethe
- Brecht
- Joyce
Am besten, du nimmst eine Literaturgeschichte und wählst aus jeder Epoche ein, zwei Werke, dann kann man dir wenigstens keine EInseitigkeit vorwerfen.
CU ME
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08. 11. 2002, 13:09
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#3
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fauler Student
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Apr 2002
Beiträge: 280
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ne, das war keine Aufgabe, die man richtig oder falsch machen kann, eher sollen die Listen subjektive Diskussionsgrundlagen bilden, weshalb ich die Idee auch so interessant finde. Mulisch hab ich auch genau aus diesem Grund mit ausgewählt.
Herr der Ringe hatte ich doch glatt vergessen, das gehört für mich ganz sicher auch in die Top15.
Kafka finde ich eine gute Idee, allerdings kann ich mich nicht zwischen dem Prozess und der Verwandlung entscheiden.
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08. 11. 2002, 14:34
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#4
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Exoteriker
Registrierungsdatum: Jan 2001
Ort: im Auto
Beiträge: 5.159
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Ich schreib hier mal im Auftrag meiner Angeheirateten
Mittlerweile ist's doch eine Co-Produktion geworden...
Die Bibel
Seneca - Vom glücklichen Leben
Homer - Illias
Das Nibelungenlied
Dante - Die göttliche Komödie
Montaigne - Essais
Andreas Gryphius - (Gedichte)
Lessing - Nathan der Weise
Goethe - Faust
Heinrich Heine - Das Buch der Lieder
T. Fontane - Effi Briest
Thomas Mann - Der Zauberberg
S. Lenz - Deutschstunde
A. Camus - Die Pest
G. Grass - Krebsgang
. . . Abgesehen von einigen tausend anderen Möglichkeiten, diese Liste zusammenzustellen . . .
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09. 11. 2002, 12:50
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#5
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2002
Ort: Tirol
Beiträge: 249
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Gute Vorschläge, ich hab auch noch ein paar:
Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray
George Orwell - 1984
Thomas Morus - Utopia
James Joyce - Ulysses
Platon - Politeia
Jean-Paul Sartre - Das Sein und das Nichts
Albert Camus - Der Mythos des Sisyphos
Max Frisch - Homo Faber
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09. 11. 2002, 14:09
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#6
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ex-Moderator
Registrierungsdatum: Jul 2000
Ort: Baden
Beiträge: 1.914
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Ich könnte nun zahlreiche Werke von Oben wiederholen, werde dies jedoch unterlassen.
Hinzuzufügen habe ich noch
Wolfgang Borchert - Draußen vor der Tür
(Obwohl mir ehrlich gesagt die Kurzgeschichten mehr zusagen)
Shakespeare - Macbeth
(auch wenn es meinem moddigen Kollegen kaum zusagt  )
Einige Werke von Kant (die aus der Kritischen Phase)
MfG
Lazarus
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09. 11. 2002, 14:19
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#7
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kapituliert
Registrierungsdatum: Jan 2001
Ort: SDF
Beiträge: 1.682
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Zitat:
Original geschrieben von Hermann Hesse
Jede Art von Bücherliste, auf der verzeichnet ist, was der Gebildete gelesen haben muß, ist eine Form von höherem Schwachsinn.
Der gehört zwar (trotz Nobelpreis) sicher nicht in die Weltliteraturliste, aber wo er recht hat, hat er recht...
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Salut zusammen!
Die Kanon-Debatte ist ja total in, seit Reich-Ranicki eine Liste der zwanzig (nicht hundert) Bücher, die er gelesen hat, rausgab und die Verlage speichelleckenderweise so nett waren, sie zu drucken...
»Medienunterhaltung für Restgebildete« titelte die Berliner, ich fürchte, da ist was dran. Aber wenigstens haben ein paar Verlagschefs, die sich sonst wohl lieber die Augen auskratzen, miteinander telefonaniert - ein gutes Werk also vom Kritikerpapst.
Bernhards »Alte Meister« wurden ja schon erwähnt, und ich werde - in Ermangelung einer eigenen vorzeigbaren Liste - lieber anfangen, die anderen schlechtzumachen.
Also. Warum Goethes »Faust« nun das deutsche Drama sein soll, hat mir noch keiner erklären können, mir fallen auf Anhieb zwanzig deutsche Stücke ein, die ich für bedeutender halte, also .
Sartres »L'être et le néant« kann man m.E. auch nur in eine Literaturliste aufnehmen, wenn man's nicht gelesen hat - das ist ein bedeutendes Buch, ohne Frage, nur eben keine Literatur. Wenn von Sarte was reingehört, dann doch »Die schmutzigen Hände«, »Die Fliegen« oder »Geschlossene Gesellschaft«. Und wenn überhaupt ein philosophisches Buch Weltliteraturrang hat, dann höchstens Nietzsches »Zarathustra«. Wenn man Marx reinnimmt, dann wohl eher das Manifest, das für mich durchaus literarischen Wert hat. Was ich von »Homo Faber« denke, habe ich, glaube ich, schon mal anderswo geschrieben, ich halte es nach wie vor (zusammen mit »Montauk« aus Marcels Kanon) für eines der schwächsten Frischs. Mulisch und »Herr der Ringe« sind sowieso indiskutabel - obwohl ich Korrupt natürlich nicht prügeln werde, ich bin ja froh, daß er nicht Harry Potter oder irgendeinen Luhmann-Fetzen genommen hat... Ich höre mal auf, bevor ich anfange, mich über »Effi Briest« oder »Die Blechtrommel« lustig zu machen. Auch die »Deutschstunde« ist ein ganz nettes Buch, aber bestimmt keines von Weltrang. Aber dafür Kriterien zu finden, wird wie gesagt schwerfallen; soll man die Auflagenstärke nehmen? Die Anzahl der Sprachen, in die ein Werk übersetzt wurde? Die gesellschaftlichen oder politschen Kreise, die es gezogen hat? Da wird man dann wahrscheinlich wirklich auf Bibel, Koran, das kommunistische Manifest und Pippi Langstrumpf zurückkommen...
Und die Favoriten vom kleinen Bert? Vielleicht gibt es ja gar nicht 15 Weltliteratur-Bücher, geschweige denn 15 Weltliteratur-Autoren. Mir fallen jedenfalls keine ein. Okay, Shakespeare mit Sicherheit, da würde ich sagen »Wenn nicht der, wer dann?«. Kafka halte ich auch für unumgänglich, mehr noch die Erzählungen und natürlich »Das Schloß«. Dann fällt mir noch Flaubert ein, »Madame Bovary« ist ein Buch, bei dem ich auf jeder Seite das Gefühl hatte, wirklich große Literatur zu lesen. Das waren dann die drei, bei denen ich mir sicher bin. Gut, noch Brecht, das wären vier, aber das war's dann wirklich. Von den deutschen Klassikern würde ich Kleist über Goethe und Schiller stellen, bei den Franzosen noch Molière und Cocteau hervorheben wollen, bei den Russen Dostojewskij und auch Bulgakows »Meister und Margarita« erwähnen wollen und Lorcas »Bluthochzeit« und »Bernada Albas Haus« nicht vergessen. Bei den Griechen darf Sophokles' »Antigone« und »König Ödipus« nicht fehlen, bei Aristophanes auf jeden Fall noch »Der Frieden« und »Lysistrate«. Und Dürrenmatt war für mich auch ziemlich prägend. Aber ob das Weltliteratur ist, da bin ich mir nicht sicher...
Ich denke, daß man seine wichtigsten und prägendsten literarischen Erlebnisse auch durchaus bei Karl May oder »Ronja Räubertochter« haben kann.
Gruß!
b
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09. 11. 2002, 17:01
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#8
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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 498
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@ bertolt
Zitat:
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Die Kanon-Debatte ist ja total in, seit Reich-Ranicki eine Liste der zwanzig (nicht hundert) Bücher, die er gelesen hat, rausgab und die Verlage speichelleckenderweise so nett waren, sie zu drucken...
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Wie schriebest du doch so schön treffend in deinem Schluss-Spruch "Hoffnung ist Mangel an Information"
so isses leider:
Hier ein kleines Zitat von der Suhrkamp Seite:
Die neue Kanon-Bibliothek besteht aus fünf Teilen: Romane, Dramen, Gedichte, Erzählungen und Essays. Wir beginnen mit den Romanen.
Romane
Herausgegeben von
Marcel Reich-Ranicki
20 Bände im Schuber
Geschenkbox mit Tragegriff
Etwa 8200 Seiten.
ca. € 149,90
ISBN 3-518-06678-0
Ganz zu finden (für die Bestellfreudigen) hier:
http://www.suhrkamp.de/buecher/archi...ials/kanon.htm
Also mal 20 Romane, und dann je 20 von den anderen vier Gattungen nehm ich mal an (oder sollten sie da weniger finden, glaub ich ned, bringt ja Geld.)
Ein bisserl was muss der Bildungsbürger schon tun für seine Bildung a la Reich-Ranicky.
CU ME
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09. 11. 2002, 18:09
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#9
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kapituliert
Registrierungsdatum: Jan 2001
Ort: SDF
Beiträge: 1.682
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Oh. Da muß er sich aber beeilen. Sah ihn neulich im Fernsehen. Taufrisch sieht er ja nicht mehr aus.
Außerdem planen ja einige Literaten Mordanschläge.
Zwanzig Romane aufzählen ist vergleichsweise einfach, das schafft sogar Korrupt, wenn er sich anstrengt. Zwanzig Bände mit Gedichten oder Essays füllen ist da schon schwerer...
Gruß!
b
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09. 11. 2002, 18:43
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#10
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Mitglied
Registrierungsdatum: Aug 2001
Ort: In Weinkellern
Beiträge: 11
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Hallöchen
Was Bert uns da an Empfehlungen serviert hat, gefällt mir grundsätzlich nicht schlecht, und auch seine Bemerkungen bezüglich Schiller und Goethe teile ich durchaus. Auf den Metadiskurs über den Literaturbetrieb im allgemeinen und des Erz-Kritikers jüngsten Kommerzhammer für den eiligen Manager, der sich sein kümmerliches Bücherregal mit höchstrichterlich sanktioniertem Bildungswust vollstellen muss, sei genausowenig eingetreten wie auf die imho wenig ergiebige Debatte bezügl. Definition dessen, was Weltliteratur sei. Oder doch eintreten, wenn auch nur kurz: Ich halte den Begriff 'Weltliteratur' für eine Etikette, die man a) Büchern anhängt, die man gelesen und äusserst liebgewonnen hat (es sind dies wohl alles Bücher, welche man mehrfach wieder liest). In diesem Falle dient der Terminus gleichsam als argumentative Ritterrüstung gegen jeden Zweifel, der gegenüber solchen persönlich geliebten Werken erhoben wird. Der Begriff 'Weltliteratur' als Diskurshammer im Streit um die Entscheidung über 'literarischen Wert'. b) Belegt man möglicherweise jene Werke mit dem Begriff, welche man in der Schule - zum Teil mindestens nicht ohne Not - hat lesen müssen. Die nun, mit vom Deutschlehrer oktroyierten Marginalien und etwas zerfleddert, im Bücherregal stehen und von denen man tausendmal gehört hat, sie seien Weltliteratur. Wieso dann nicht etwas symbolisches Kapital daraus schlagen? Ökonomisch sinnvoll wär's doch, hat man sie ja nun schon mal gelesen.
Doch genug davon.
Berts Liste seien sehr ungeordnet und spontan weiter angefügt: Alfred Döblin, Berlin Alexanderplatz. Uwe Johnson, Mutmassungen über Jakob (letzteres allerdings erst, seit mir eine stupend klug und schön geschriebene Arbeit die Augen dafür geöffnet hat). W.G. Sebald, Austerlitz. Christoph Ransmayr, Die letzte Welt. Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften. Vladimir Nabokov, Pnin. Und - nicht zuletzt - François Rabelais, Gargantua und Pantagruel.
Grüsse
BösFux
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11. 11. 2002, 10:03
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#11
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Guest
Registrierungsdatum: May 2000
Beiträge: 4.312
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Wenn ich als ungebildeter auch was dazu sagen darf, lautet es:
Hermann Hesse - Der Steppenwolf
Michael Ende - Momo
Michael Ende - Die unendliche Geschichte
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19. 11. 2002, 16:55
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#12
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The brain
Registrierungsdatum: Jul 2000
Ort: In your head....
Beiträge: 449
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Mir fallen da spontan noch folgende Bücher ein:
Sophokles - Antigone
Ödön von Horvath - Jugend ohne Gott
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05. 12. 2002, 20:48
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#13
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jahresendzeit.figur
Registrierungsdatum: Jun 2002
Beiträge: 441
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Zitat:
Original geschrieben von Meseloupe
Die Frage, ob Sokrates oder Platon, ist echt lieb formuliert ...
Jedenfalls, Bücher die zumindest geschichtlich und kulturell einiges bewegt haben, wären imho:
- die Bibel (AT,NT) Gott
- Das Kapital (Karl Marx)
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naja adolf hitler "mein kampf" hat auch einiges bewegt (geschichtlich wie kulturell) :P
ps: nicht so ernst nehmen
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12. 12. 2002, 21:34
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#14
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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 498
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Stimmt, ja. Obwohl das Buch wohl eher im Schatten der Berühmtheit des Autors stand und nicht als *Anlass* für seine Berühmtheit zu sehen ist. Dies trifft allerdings ein bisschen auch auf Marx zu, oder vielleicht irre ich mich, was war eher berühmt, der Mann oder das Manifest?
Na, egal.
Jedenfalls ersieht man daraus, wie BösFux schon so schön treffend sagte, dass die Kriterien für den Begriff Weltliteratur äußerst diffizil sind
Greetz ME
edit: hab irrtümlich Lenin statt Marx geschrieben - sorry *voralzheimerfürcht* ME
Geändert von Meseloupe (13. 12. 2002 um 15:59 Uhr).
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12. 12. 2002, 22:39
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#15
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kapituliert
Registrierungsdatum: Jan 2001
Ort: SDF
Beiträge: 1.682
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...wobei man natürlich der Bibel und dem Manifest einen gewissen literarischen Wert, was Poesie, Sprachgewalt etc. betrifft nicht absprechen kann.
Wer »Mein Kampf« kennt, weiß, daß es sich (nicht nur) sprachlich bzw. Literarisch um ein jammervolles Machwerk handelt.
Gruß!
b
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13. 12. 2002, 12:42
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#16
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vervollständigt
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: Neunte Unterwelt
Beiträge: 621
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Nachdem ich diesen Thread mit Interesse verfolgt habe, möchte ich euch eine Frage stellen:
Bis in welches ungefähre Alter "sollte" man die Mehrheit der gelisteten Werke gelesen haben?
Ich bin jetzt 17, besuche die 12. Schulstufe HTL und habe praktisch kein genanntes Buch gelesen - okay, bin ja noch jung (und habe eine unfähige Deutschlehrerin).
Faust habe ich vor kurzem angefangen und muss sagen, dass es mir etwas "schwer" fällt, es zu lesen.
In welchem Alter habt ihr euch diese Werke vorgenommen?
mfG
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16. 12. 2002, 18:01
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#17
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kapituliert
Registrierungsdatum: Jan 2001
Ort: SDF
Beiträge: 1.682
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Also ich glaube nicht, daß ein Alter gibt, in dem man diesundjenes gelesen haben sollte,
Es gibt haufenweise prima Leute, die auf dieser Erde rumlaufen und keines dieser Bücher kennen, die nicht mal wissen, daß es Goethe oder Kafka oder Johnson oder Mozart gegeben hat.
Ich würde sagen: Besser spät als nie.
Aber je früher man anfängt, umso mehr Zeit hat man natürlich. Und eine Deutschlehrerin kann einen mit Sichrheit nicht daran hindern, gute Bücher zu lesen...
Gruß!
b
PS: Meine Meinung zu Faust siehe oben
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16. 12. 2002, 19:52
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#18
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vervollständigt
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: Neunte Unterwelt
Beiträge: 621
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Zitat:
Original geschrieben von bertolt
[...] Ich würde sagen: Besser spät als nie.
Aber je früher man anfängt, umso mehr Zeit hat man natürlich. Und eine Deutschlehrerin kann einen mit Sichrheit nicht daran hindern, gute Bücher zu lesen...
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Danke für den Rat. Mit der Aussage über meine Deutschlehrerin wollte ich nur sagen, dass wir in ihrem Unterricht keinerlei "Weltliteratur" behandeln - bis auf einen Lichtblick: B. Brecht, Das Leben des Galilei ! Fand ich interessant.
mfG
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17. 12. 2002, 18:50
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#19
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Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 17:43 Uhr.
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