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ex-Administrator
Registrierungsdatum: May 2000
Beiträge: 6.995
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Kindergeburtstag - Leid und Freud
Neulich war ich auf einem Kindergeburtstag (lauter Einjährige und drum herum, dazu ein Dreijähriger) und habe folgendes beobachtet:
Liebevoll in Geschenkpapier eingeklebte Päckchen wurden den Gratulanten in die kleinen Klebefinger gedrückt mit der Weisung, sie dem Geburtstagskind zu überreichen. Müßig zu sagen, daß letztlich die Mamas die Geschenke weitergaben, weil die Kleinen nicht wussten, was sie tun sollten.
Von mir bekam die Kleine ein in dünnes Zeitungspapier lose eingeschlagenes, mit zwei Tesastreifen locker fixiertes Geschenk direkt in die Fingerchen. Als sie lange genug geknistert hatte, habe ich ihr einen "Beispielriß" ins Papier gemacht, und mit sichtlichem Vergnügen machte sich das Mädel daran, sein Geschenk auszupacken, äh, -reißen. Mein Kind hat sich derweil irgendwo anders vergnügt, das Geschenk hat mein Quälgeist nicht einmal in die Finger bekommen - weder beim Einpacken noch beim Überreichen.
Warum?
Nun, zum Einen denke ich (angeregt von dem Beispiel meines Krabblers), daß es für so kleine Kinder absolut gleichgültig ist, ob das Wickelpapier schön aussieht. Es wird a) sowieso aufgerissen und b) macht es doch viel mehr Spaß, wenn dieses einfach geht und auch noch schön knistert.
Zum Anderen kann ich mich noch an einige Erfahrungen erinnern, wo ich als Kleinkind einem anderen ein Geschenk überreichen sollte. Meist waren es tolle Sachen, die ich durchaus gerne selbst behalten hätte, und bei denen es sehr schwer war, sie abzugeben. Auch denke ich, daß ein Kind bis ca. 3, 4 Jahre das ganze Konzept des gegenseitigen Schenkens noch gar nicht versteht. Drücke ich meinem Wusel jetzt ein Geschenk in die Hände, welches es umgehend wieder abgeben muß, damit ein anderes Kind diesen Spaß des Auspackens und Spielens hat, muß ich doch zwangsläufig mit Mißstimmung rechnen? Umso mehr, wenn mein Kind dieses Geschenk noch selbst mit ausgewählt hat?
In Zukunft werden die Kinder außerdem noch stärker mitbekommen, daß da ein attraktives, neues Spielzeug aufgetaucht ist. Ist es dann nicht besonders grausam, wenn nur ein Kind (= das Geburtstagskind) damit spielen darf? Bzw. dann nicht damit spielen darf, weil sonst die anderen Kinder eifersüchtig sind?
Was für Konsequenzen ziehe ich also daraus?
Ich denke, Kindergeburtstage bis ungefähr zum Alter von 4, 5 Jahren könnten sehr gut ohne Geschenke ablaufen. Ich möchte nicht dafür plädieren, daß die Kinder nichts mehr geschenkt bekommen sollten.
Bei der traditionellen Erwachsenenfeier, die ja in diesem Alter oft mit den lieben Verwandten auch gefeiert wird, und bei der das Kind alleine anwesend ist, sehe ich keine Probleme in der geschilderten Art.
Aber wenn viele Kinder zusammenkommen, um zu feiern - warum dann sich Theater um die Geschenkevergabe aufhalsen? Warum nicht die Parole ausgeben: "Hier wird an diesem Tage nichts geschenkt?"
Ich freue mich auf eure Meinungen und Erfahrungen.
Gruß,
dlfa
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20. 11. 2002, 12:57
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#1
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le Maître de 12"
Registrierungsdatum: Aug 2001
Ort: derrière les Platine
Beiträge: 2.020
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Ich hab`mir das direkt mal ausgedruckt und meiner Frau zum lesen gegeben - vllt versteht sie jetzt was ich meine.
PS: Ansonsten ist deinem Text, nix mehr hinzuzufügen; außer: Zustimmung auf der ganzen Linie!
cu Condomino
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20. 11. 2002, 21:39
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#2
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Mode-Rater
Registrierungsdatum: Aug 2000
Beiträge: 2.069
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Meine Tochter (nun 4) fand mit einem Jahr das Papier besser (zack rein und abgebissen)
und hat das Geschenk fallengelassen. :-)
Beim zweiten Geburtstag, war der Besuch die Spannung und die Geschenke wurden ihr "aufgedrängelt".
Erst an Ihrem dritten Geburtstag hat sie sich mehr für den Inhalt der Geschenke interessiert.
Mir persönlich ist das fast egal.
Ich "kotz" nur ab, wenn Schwiegermama mit materiellen Werten ankommt, die ich nicht bezahlen könnte. (Reise, Highend-Kinder-Fahrrad, Privatflug usw :-(
Aber wenn meine Tochter dann sagt, sie will später nur Papi, also mich :-) , heiraten, dann ist alles in Butter und ich weiß, daß Ihr die materiellen Dinge (noch?) nichts bedeuten und sie mich liebt, egal ob mit oder ohne viel Kohle.
Ich freu mich schon auf ihren fünften Geburtstag...
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21. 11. 2002, 02:51
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#3
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Imperator
Registrierungsdatum: Sep 2000
Ort: Monaco
Beiträge: 30.672
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dlfa 100% zustimm
die kleinen, so um die 1-3j. beissen lieber ins geschenk(papier), als sich gross für den inhalt zu interessieren.
denen ist eine packung gummibärchen lieber.  meine erfahrung!
nichts hab ich mehr gehasst, als zu diesen ganzen parties zu gehen, nur weil irgendwelche leute(die ich sonst nie gesehen hab) für ihren kleinsten diese ausrichten. und dann musst du auch noch so nen schrott veranstallten, weil du ja von xy vorher eingeladen wurdest.
hab erst mit so ca. ab 4j. angefangen, die kleinen zu beschenken. der grösste bekamm mit 6j. den ersten pc. wird ja mittlerweile 10j. und auch die kleinste fuhrwerkt jetzt auch schon mit der maus rum.
@supernorbi
sag dein schwiegermami mal, sie sollte lieber für die kleinen ein konto einrichten, als jetzt teure geschenke kaufen. dann kann sich ihre enkelin später das alles selber leisten. oder mal wirklich in absprache ein besonderes geschenk aussuchen.(die kleine will jetzt ein pony muha)
aber ich hab auch noch eine mutti(die schenkte auch immer so nen käse)  habs aber auch dann abbiegen können.
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21. 11. 2002, 19:15
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#4
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Mitglied
Registrierungsdatum: Mar 2001
Beiträge: 191
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@ dlfa
Ich finde Du hast damit echt ins Schwarze getroffen
Meiner Meinung nach ist heute eh alles zu materiell ausgerichtet, außerdem sind die Kleinen häufig mit all den Geschenken absolut überfordert und viel wichtiger sind meist eh die
Freunde mit denen sie spielen können.
Gruß Drache
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21. 11. 2002, 19:21
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#5
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Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 04:42 Uhr.
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