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Sevenger
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Das Hauptprobelm besteht aber doch wohl darin, dass die Tarifverhandlungen auf Arbeitgeberseite eher von den big playern verhandelt werden.
Die klein- und mittelständischen Betriebe sind völlig unterrepräsentiert und haben nicht die Plattform, die sie bräuchten.
Ausserdem haben sie auch eine andere Verhandlungsbasis.
Den grossen Betrieben gefällt es vielleicht nicht, wenn sie 4% mehr zahlen müssen, es bricht ihnen aber nicht das Genick.
Das ist im Mittelstand aber schnell anders.
Vielleicht macht eine Abkoppelung auf dieser Ebene Sinn.
Fakt ist jedenfalls schon, dass trotz der Vorteile der Flächentarifverträge, die Nachteile über die Jahre sehr schwerwiegend geworden sind, und mittlerweile Firmen über einen Kamm geschoren werden, die man so gar nicht miteinander vergleichen kann.

so long
Sevenger
Alt 24. 01. 2003, 09:42 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #26
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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Ich hab grade ein wenig bei Distels Links gestoebert, aber fand diesbezueglich nichts, aber ich meine mich erinnern zu koennen, dass grade bei klein- und mittelstaendigen Betrieben die Verbandsflucht recht hoch ist. Das stuetzt sich grade auf die von mir auch ungern gesehenen selbstbeobachteten Stichproben, die alles andere als repraesentativ sind, aber da seh ich viele beiderseitig unorganisierte Tarifpartner, die sich halt so ungefaehr nach den Tarifvertraegen richten und die ganzen Geschichten innerbetrieblich aushandeln, was grade bei kleinen Betrieben, wo es mit der Anonymitaet nicht so weit her ist, an sich gut funktioniert, weil eben die persoenlichen Bezuege auch noch da sind. Ob man sich als Arbeitnehmer auf diese informellen Regelungen verlassen will, steht natuerlich auf nem anderen Blatt. Aber dass da die Flaechentarifregelungen die genicke brechen, meine ich so nicht beobachten zu koennen. Hast du da was fuer mich?
Alt 24. 01. 2003, 09:55 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #27
Sevenger
Kritiker
 
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Müsste ich mal suchen, so ad hoc leider nicht.
Ich stütze mich da auch eher auf persönliche Berichte.
Vielleicht passt es besser, wenn ich die Kleinbetriebe aus der Argumentation nehme.
Also nur noch mittlere Unternehmen, die so gross sind, dass die persönliche Ebene nicht mehr so stark ist, aber nicht gross genug, um internationale Steuermodelle etc. nutzen zu können.
Aber ich glaube, dass meine Kernaussage, also dass die Tarifverträge sich primär an der Leistungsfähigkeit der Großbetriebe ausrichten, trotzdem zutrifft und damit die anderen Betriebe quasi zwangsläufig aus den Flächentarifverträgen treiben.

so long
Sevenger
Alt 24. 01. 2003, 10:20 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #28
deleted user
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
Ich hab grade ein wenig bei Distels Links gestoebert, aber fand diesbezueglich nichts,
Das steht in dem oberen Link unter Öffnungsklauseln.
Und in dem unteren Link der IGM ist sogar von 28.400 Ursprungstarifverträgen die Rede. Da kann von über einen Kamm scheren wohl kaum die Rede sein. Faktisch hat ja bald jeder Betrieb einen eigenen. Das klappern der FDP ziehlt darauf ab, gesetzliche Öffnungsklauseln zu erreichen. Damit entfielen die lästigen Nachfragen bei Betrieben, die vor dem Arbeitnehmer natürlich immer in Sack und Asche gehen.
Mehrarbeit liese sich viel schneller umsetzen u.s.w.

Und natürlich ist auch der Mittelstand in Tarifverträgen bestens vertreten. Es gibt mehr Arbeitgeberverbände als Gewerkschaften.

Aus einem Interview mit Kanngiesser (Gesammtmettal) :
Zitat:
KANNEGIESSER: Wenn wir als Verbände und Gewerkschaften keine sinnvollen Konzepte erarbeiten, werden zwei Dinge passieren: Zum einen werden sich die Betriebe ihre eigenen Wege suchen, wofür es viele Beispiele gibt, zum anderen wird die Politik eingreifen müssen. Dann bleibt keine andere Möglichkeit, als mit gesetzlichen Öffnungsklauseln zu arbeiten.

Wie groß ist auf Sie der interne Druck, weitere Abstufungen bei Lohn und Arbeitszeit im Flächentarif auszuhandeln?

KANNEGIESSER: Faktisch sind solche Differenzierungen in hunderten von Betrieben in den vergangenen Jahren vorgenommen worden. Wenn dem nicht so wäre, dann hätten die dem Wettbewerbsdruck nicht standgehalten.
Selbst der räumt also ein, das da differenziert wird.

Auch hier nachzulesen:

Zitat:
In Deutschland besteht eine spezielle Form der Lohnflexibilisierung, die in Abhängigkeit von der betrieblichen Situation Abweichungen nach unten zulässt. Zahlreiche Flächentarifverträge enthalten "Öffnungsklauseln", die vor allem bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Unterschreitung der tariflich vereinbarten Mindeststandards ermöglichen. ( Opening clauses increase in branch-level collective agreements - DE9709229F). Diese Klauseln werden aber nur in begrenztem Umfang in Anspruch genommen.
Alt 24. 01. 2003, 10:58 Mit Zitat antworten #29
shak2001
 
Beiträge: n/a
schade, daß der thread hier endete. konnte nicht schlafen, habe hier etwas gestöbert und den alten thread von mir entdeckt und alles darin noch einmal nachgelesen. war wirklich eine interessante diskussion. sehr sachlich. finde ich klasse! aber die lage sieht momentan nicht gerade besser auf dem markt aus. was meint ihr, wann geht es wieder los bzw. bergauf? so kann es doch nun wirklich nicht mehr weitergehen, oder?
Alt 26. 03. 2003, 03:37 Mit Zitat antworten #30
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