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Hex2Bin
Exoteriker
 
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[ 23.4.2003 ] Tag des Buches. Was lest ihr gerade?

Sorry, aber selbst lese ich momentan nur Michael Ebners "Datenbankprogrammierung mit Interbase" und Mankells "Wallanders erster Fall".
Alt 23. 04. 2003, 01:01 Hex2Bin is offline Mit Zitat antworten #1
Pumawoman
Raubkatze
 
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Gestern mit "Attic" von D. Preston/L. Child fertig geworden. Keine hochtrabende Literatur, sondern einfach zur Entspannung ein Thriller.

Die nächsten werden sein: The Relict und wenn es die Zeit zuläßt irgendetwas über Psychologie.
Alt 23. 04. 2003, 13:09 Pumawoman is offline Mit Zitat antworten #2
BadJesus
Südharzer
 
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Habe vor gut drei Tagen mit Sebastian Haffers "Geschichte eines Deutschen 1914-1933" angefangen. Mal ein wenig abwechslung in mein sonst meist von Kootz geprägten alltag reingebracht...
Alt 23. 04. 2003, 13:56 BadJesus is offline Mit Zitat antworten #3
Morphi
fauler Student
 
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ich schreibe gerade eine Hausarbeit über Brechts "Episches Theater" und episierende Tendenzen in Frischs "Andorra", d.h. ich muß darüber lesen (ist aber eigentlich ganz nett)
Zur Entspannung lese ich "Rom kann sehr heiß sein" von Henning Boetius, den ich übrigens wärmstens empfehlen kann. Der Protagonist ist ein Polzeipsychologe namens Piet Hieronymus, der schon in drei oder vier anderen Büchern von Boetius die Hauptrolle hatte. Boetius hat einen sehr schönen Schreibstil und recherchiert für seine Bücher sehr genau. Mit diesem Buch bin ich noch nicht soweit, aber davor hab ich von ihm "Das Rubinhalsband" gelesen und hätte am liebsten sofort ein Flugticket nach Schottland gekauft, so liebevoll und detailreich wurden dort Leute und Land beschrieben. Dazu kommt noch eine spannende Geschichte und gut ausgearbeitete Charaktere, also alles in allem wirklich gute Unterhaltung

Gruß
Morphi
Alt 23. 04. 2003, 14:39 Morphi is offline Mit Zitat antworten #4
skidt
deilgtiM
 
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Beiträge: 34
Als Fantasy Fan ist bei mir grad die
Midkemia Saga von Tad Williams zum 2. mal
an der Reihe, für mich eine der besten Fantasy Epen
und für jeden Fantasy Fan zu empfehlen !!!
Alt 23. 04. 2003, 14:48 skidt is offline Mit Zitat antworten #5
jungekommmal
Snob
 
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Ich lese gerade Peter Scholl-Latour: "Kampf dem Terror - Kampf dem Islam"

Der Typ hat Shit in der Birne
Zusätzlich lese ich eine englische Lektüre

"The Queen and I" aber ich bin im falschen Zimmer und weiß leider nicht auswendig wie die Autorin heißt
Alt 23. 04. 2003, 17:25 jungekommmal is offline Mit Zitat antworten #6
Blashyrkh
Pulse Demon
 
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Meinereiner liest gerade "Also sprach Zarathustra" von Fiedrich Nietzsche, sowie "Die Göttliche Komödie" von Dante.
Alt 23. 04. 2003, 19:48 Blashyrkh is offline Mit Zitat antworten #7
Znorko
False memory
 
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Beiträge: 277
Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", ist besser als ich dachte und genau so gut wie immer behauptet wird.
Und für die immerwährende Crime-Time: "L.A. Confidental" von James Ellroy auf Englisch (ächz), was den Film echt sehr schmal und einfach aussehen lässt. Kann ich nur weiterempfehlen, beides.
Alt 24. 04. 2003, 11:04 Znorko is offline Mit Zitat antworten #8
Knipser
Astralkörperträger
 
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Zwar ist heute nicht mehr Tag des Buchs, aber ich les im Moment, mal wieder, "Die Buddenbrooks" von Thomas Mann. Da ich aus der Stadt komme, in der die Geschichte spielt, immer wieder ein Genuss. Ich les das jetzt zum dritten mal (in 15 Jahren) und liebe es immer noch. Ansonsten sind bei mir eher Fachbücher (Informatik) dran, da ist etwas klassisches ein schöner Ausgleich.
Alt 25. 04. 2003, 08:59 Knipser is offline Mit Zitat antworten #9
bertolt
kapituliert
 
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Salut zusammen, ich fang jetzt mal an, hier ein bißchen rumzustänkern, damit das keiner von diesen langweiligen Aufzählungsthreads wird.
Zitat:
Original geschrieben von Znorko
Kunderas "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", ist besser als ich dachte und genau so gut wie immer behauptet wird.
Also ich mußte das Buch lesen, weil es seinerzeit ein Freundinnengeschenk war und kann mich erinnern, daß ich es unglaublich platt fand. Hausfrauenliteratur at its best. Mein Exemplar ist voll mit Randnotizen wie »peinlich«, »Edelkitsch«, »pseudophilosophisch«, »Selbstbeweihräucherung« etc.
In der Tat fand ich besonders diese ellenlangen möchtegern-philosophischen Passagen hundsmiserabel. So Thomas-Mann-Abklatsch-mäßig »Schaut mal her, ich kann nicht nur schreiben, davon habe ich auch noch Ahnung«. Ein bißchen Nietzsche, ein bißchen mittelalterliche Theologie und ein paar alte Griechen.
Die Geschichte hat einige schöne Momente, reicht aber dann wieder nicht über die Befriedigung einer gehobenen Kitschromantik hinaus.
So, das war nicht besonders niveauvoll, aber zu mehr reicht meine Zeit gerade nicht...

Gruß!

b
Alt 25. 04. 2003, 10:57 bertolt is offline Mit Zitat antworten #10
Znorko
False memory
 
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@bertolt
Ja, stimme ich in gewisser Weise zu. Aber meine Erwartungen an das Buch waren echt ziemlich weit unten, habs mir aus Langeweile aufm Flohmarkt gekauft. Als ich dann reingelesen hab war ich doch überrascht das ich es interessant fand. Was ich schön finde (nach dem groben 1. Drittel wohlgemerkt) ist die Beschreibung der zwei verschiedenen Partner dieser Liebesgeschichte, finde beide recht ungewöhnlich, ehrlich und mit ihren Ecken und Kanten gut geschildert. Die pseudosophischen Ergüsse sind so lala, aber generell ok. Wie gesagt, die Charaktere find ich gut.
Alt 25. 04. 2003, 11:27 Znorko is offline Mit Zitat antworten #11
am.arsch.die.waldfee
Herrscher der Schwingung
 
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Ort: tiefer dunkler Wald
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Ich les gerade

B.A.f.H. The Bastard Ass(i) plots on von Florian schiel
http://www.bastard.de/

und Wart auf meine 2 Bücher von

Judith Hermann
Nichts als Gespenster
The Summer House, Later - english

Judith Hermman schreibt Kurzgeschichten und hatte mit ihrem ersten Werk "Sommerhaus, später" einen riesen Erfolg. Die Geschichten sind so fesselend ich habs richtig verschlungen...
Wundervolle Beobachtungen alltäglicher Szenen ohne, dass es aufgesetzt wirkt. Und am Ende der Geschichten jeweils der zündende Absatz oder Satz, der Gänsehaut verursacht. Bin jetzt auf das 2te gespannt "Nichts als Gespenster"
Alt 25. 04. 2003, 17:22 am.arsch.die.waldfee is offline Mit Zitat antworten #12
The -Saint-
Sapere aude!
 
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Ich lese gerade zwei Bücher parallel:

Zum einen "Der lange Weg nach Westen" von Heinrich A. Winkler - allerdings nicht komplett, sondern nur das was mich interessiert. Die deutsche Geschichte der letzten 200 Jahre auf 1500 Seiten ist mir dann doch ETWAS zu ausführlich Ansonsten ein sehr interessantes und lesenswertes historisches Standartwerk - wer drauf steht! Wenn man mit sowas nicht warm wird, macht es erst gar keinen Sinn sich die zwei Bände zu kaufen.

Zum anderen lese ich den "Steppenwolf" von Hermann Hesse. In meinen Augen ein wunderbares Buch, wenn auch phasenweise etwas abgedreht In jedem Fall aber viel entspannender als der Winkler...
Alt 25. 04. 2003, 19:27 The -Saint- is offline Mit Zitat antworten #13
Egdir Spender
ist ein Demagoge
 
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Ich les gerade George Orwell´s "1984" --> Das Buch ist einfach nur erschreckend.
Alt 25. 04. 2003, 22:02 Egdir is offline Mit Zitat antworten #14
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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"Konzeption und Entwicklung multimedialer Lernprogramme".

Da sich darueber wenig sagen laesst: davor "Frieden auf Erden" von Lem, dem ich nur den Schluss uebelnahm. Wieder, das las ich vor jahren schon mal.

Kundera vor noch mehr jahren, damals fand ich ihn wohl gut, nach der Unendlichen Leichtigkeit... kam iirc gleich "Die Unsterblichkeit" dran, und dann kann ich ihn so schlecht nicht gefunden haben. Haengengeblieben war nicht viel, und das beduerfnis, ihn mal wieder zu lesen hab ich auch nicht, aber ich mochte einerseits seine Charaktere und wie er sie manchmal ausfuehrlich, bisweilen zu ausfuehrlich, in Szene setzte (ich erinnere mich an eine Szene, wo eine Sonnenbrille zerbricht, die quasi letzter Schutz der Traegerin vor einer zu starken, gewalttaetigen Welt war, und die leitungswasser in ihr mineralwasser wollte, weil ihr ersteres allein "zu stark" war, ich fand das an sich sehr fein und mit sehr klaren, nungut, ueberzeichneten, Bildern gemacht, aber die Kuehle und nebenbei-artigkeit wie sich seine Akteure verletzen, die mochte ich gerne. Heut wuerds mich vielleicht auch enttaeuschen.
Alt 26. 04. 2003, 00:04 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #15
shevek
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Hm, Leuten, die 1984 mögen, würde ich noch die anderen Orwell-Romane empfehlen, "Animal Farm" und "Burmese Days" kenne ich, wer sich etwas Gutes tun will, sollte sie lesen.
Die Farm haben wohl alle mal als Zeichentrick gesehen, aber das Schriftstück eröffnet eine ganz andere Welt, eine Fabel, die intelligent den Stalinismus beschreibt und ihn verachtet, so viele bitterböse Seitenhiebe hat man selten vorher gesehen.
Burmese Days hat wahrscheinlich gewisse autobiographische Züge, Orwell wuchs immerhin dort auf, aber selbst ungeachtet dessen ist es eine unterhaltsame, zynische Grabesrede auf den Kolonialismus.

Aktiv lese ich gerade diverse Bücher über theoretische statistische Physik und Elektrodynamik. Privat sind es "Sämtliche Erzählungen" Kafkas und das Kapital Band 1.

Geändert von shevek (26. 04. 2003 um 01:09 Uhr).
Alt 26. 04. 2003, 00:38 shevek is offline Mit Zitat antworten #16
Meseloupe
perdue
 
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Beiträge: 498
Zitat:
Original geschrieben von Tee-Online
Ich les gerade George Orwell´s "1984" --> Das Buch ist einfach nur erschreckend.

Hmm - ich möchte ergänzen - einfach nur erschreckend schlecht -
wo wir grad so schön beim Niedermachen sind ...

Orwell drückt einem seine Anliegen derart plain auf, dass es einem peinlich anmutet. 1984 und noch viel ärger die Animal Farm sind für mich Anti-Bücher schlechthin, ich hasse sie seit meiner Schulzeit, da sie uns damals als der literarischen Weisheit letzter Schluß geboten wurden - aus tiefster Seele.

Neben der peinlichen Vordergründigkeit seiner Aussagen, der mangelnden Differenzierung seiner Personen und der wirklich sehr sehr einfachen Sprache ist auch das Thema (Big Brother) totgeritten und von der Realität überholt.

Also für mich ist und bleibt der Mann ein Brechmittel.

Zu Kundera - fand ich immer etwas langatmig, aber nicht so wirklich schlecht. Der Film (mit der jungen Juliette Binoche ?!) war ganz gut.

Zum Thema: ich lese gerade die "Tagebücher 1929 - 1939" des walisischen Philosophen John Cowper Powys. Der Mann ist echt erfrischend, finde ich.

So nebenher: Barbara Tuchman "Der ferne Spiegel" eine meisterhafte Analyse des 14. Jahrhunderts, kann ich jedem an Geschichte Interessierten nur empfehlen;

CU ME
Alt 26. 04. 2003, 00:48 Meseloupe is offline Mit Zitat antworten #17
shevek
Gesperrt
 
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Zitat:
Original geschrieben von Meseloupe
Hmm - ich möchte ergänzen - einfach nur erschreckend schlecht - :o
wo wir grad so schön beim Niedermachen sind ...

Orwell drückt einem seine Anliegen derart plain auf, dass es einem peinlich anmutet. 1984 und noch viel ärger die Animal Farm sind für mich Anti-Bücher schlechthin, ich hasse sie seit meiner Schulzeit, da sie uns damals als der literarischen Weisheit letzter Schluß geboten wurden - aus tiefster Seele.

Neben der peinlichen Vordergründigkeit seiner Aussagen, der mangelnden Differenzierung seiner Personen und der wirklich sehr sehr einfachen Sprache ist auch das Thema (Big Brother) totgeritten und von der Realität überholt.

Also für mich ist und bleibt der Mann ein Brechmittel.
Wow.
Du hast seit soeben einen neuen Feind. :)
Als ich Animal Farm vor ca. einem halben Jahr las, begeisterte es mich, dass ein Mensch, der die Revolution in Spanien aus vollkommen freien Stücken eine Zeit lang miterlebte , weitblickend und frei genug war, solch eine knallharte Absage an den Stalinismus zu schreiben. Und das alles noch in eine wirklich witzige Fabelform verpackt, was will man mehr?

Wenn du einen Autor, den ich sehr schätze, niedermachen willst, solltest du doch härtere Geschütze auffahren und dir möglicherweise überlegen, ob beispielsweise mangelhafte Differenzierung der Personen gewünscht war und was Orwell überhaupt mit seinen Büchern ausdrücken wollte.
Was war deine Kritik an 1984? An Animal Farm? Präzisiere bitte, dann kann ich dich auch gezielt zu einem Fünkchen Asche verbrennen. ;)


Was ich hinzufügen muss, dass ich die Bücher nur in Englisch kenne. Keine Ahnung, wie gut die Übersetzer waren, aber soo schlecht bestimmt nicht.

Geändert von shevek (26. 04. 2003 um 01:13 Uhr).
Alt 26. 04. 2003, 01:01 shevek is offline Mit Zitat antworten #18
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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Ich denke, Orwell kann man wie Kundera auch einiges an Plattheit vorwerfen, aber das sollte man Leuten mit einer Botschaft imo nicht allzusehr nachtragen - man wills dann doch fuer viele verstaendlich und erkennbar machen. Irgenwer sagte mal ueber den imo wirklich graesslichen Nathan den Weisen, das Buch sei ein grosser Holzhammer, auf dem "Moral" steht und der einem dauernd auf den Kopf gehauen wird. Imo sehr treffend charakterisiert.

Aber wenn ich hier schon Orwellhasser habe, wer war denn der, der mal Orwell so massiv angepisst hatte, so das mit dem Kohlsuppengeruch und den permanent stumpfen Rasierklingen koenne er gut, und da hoere es aber schon auf? War das Burgess? Ich hab das mal gelesen und fand v.a. das mit dem Kohl fein, aber ich hab nicht mehr die geringste Idee, wo.
Alt 26. 04. 2003, 01:13 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #19
Mrs. Wormwood
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Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
Ich denke, Orwell kann man wie Kundera auch einiges an Plattheit vorwerfen, aber das sollte man Leuten mit einer Botschaft imo nicht allzusehr nachtragen
Kundera? Botschaft? Welche?

b
Alt 26. 04. 2003, 02:02 Mrs. Wormwood is offline Mit Zitat antworten #20
TheReaper
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Ich bin gerade mit »Picknick am Wegesrand« von den Gebrüdern Strugatzki fertig geworden. War alles in allem ein sehr guter SciFi-Roman, mir gefielen v.a. die Schilderung der Gedanken der Hauptfigur während den Aufenthalten in der Zone und das offene Ende. Ich habe das Buch übrigens gelesen, weil es als Vorlage für das zukünftige Spiel »Stalker« dient.
Als nächstes ist entweder Tolkiens »Silmarillion« oder Lems »Solaris« dran.

Parallel dazu lese ich noch div. Fachbücher über Java und Elektronik.

mfG
Alt 26. 04. 2003, 12:23 TheReaper is offline Mit Zitat antworten #21
Meseloupe
perdue
 
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Zitat:
Original geschrieben von shevek
Wow.
Du hast seit soeben einen neuen Feind.

Naja, damit muss ich jetzt leben lernen

Zitat:
Original geschrieben von shevek

Und das alles noch in eine wirklich witzige Fabelform verpackt, was will man mehr?

Tja, was will ich mehr? Vielleicht ist es ja die Fabel-Form, die mich so abstösst. Obwohl ich gegen die antiken Fabeln eigentlich nichts einzuwenden hatte, außer, dass ich sie halt nicht als ein Stück Hochliteratur (z.B. neben Euripides oder auch nur Aristophanes etc.) betrachtet hab ... sondern als das, was sie sein wollten - moralisierende, erziehende Kleinkunst, manchmal amüsant, manchmal ein wenig öd.

Zitat:
Original geschrieben von shevek

Wenn du einen Autor, den ich sehr schätze, niedermachen willst, solltest du doch härtere Geschütze auffahren und dir möglicherweise überlegen, ob beispielsweise mangelhafte Differenzierung der Personen gewünscht war und was Orwell überhaupt mit seinen Büchern ausdrücken wollte.

Ich hab kein härteres Geschütz als eben das, dass mich seine "Geschichte" nicht überzeugt, weder 1984 noch die Animal Farm. Das, was ihr dran "dumpf, bedrohlich" empfindet, kann ich nicht nachvollziehen, weil ich hinter der sog. "Bedrohung" die Machart, das Webmuster oder wie immer du das nennen willst, zu deutlich erkenne.

Am besten fällts mir auf, wenn ich 1984 neben Kafkas "Prozeß" halte. Auch eine eher einfache Sprache, dennoch - dem Kafka "glaub" ich es einfach, da fühl ich die Schlinge um den Hals, die sich eng und enger zieht, dem Orwell halt nicht.

Und ob er die mangelnde Differenzierung nun gewünscht hat oder nicht ist mir letztlich schon egal, weil MICH diese Art zu Schreiben halt nicht anspricht. Ob gewünscht oder nicht, er "erreicht" mich so halt nicht - auch wenn er damit hätt leben können, nehm ich mal an


Zitat:
Original geschrieben von shevek

Was war deine Kritik an 1984? An Animal Farm? Präzisiere bitte, dann kann ich dich auch gezielt zu einem Fünkchen Asche verbrennen.

Mich gezielt zu Asche zu verbrennen wird ein wenig schwer werden, da ich, wie schon oben erwähnt, seine Inhalte weniger schlecht finde, als die Art, wie er sie uns aufs Aug drückt.

Selbst wenn wir mal annehmen, dass die NLP-artige Berieselung und die permanente Überwachung der Bürger in dieser Utopie eine Stück "beängstigende Zukunftsvision" sind (vielleicht bin ich nicht paranoid genug, um das wahrzunehmen) so überzeugt mich die BLOSSE TATSACHE des Vorhandenseins noch nicht davon, dass ich nun beim Lesen Angst zu haben brauche.

Verstehst du, was ich meine. Seine Visionen mal dahingestellt, ich glaub ihm die Story irgendwie nicht.

Anders ist es schon beim Zeitgenossen Burgess - danke für den Hinweis Korrupt - ich hab nicht mitgekriegt, dass der oder sonst wer dem großen Orwell ans Bein gepinkelt hat, aber ich find die Idee schon gut.

Jedenfalls Burgess "Clockwerk Orange" ist imho eine weit besser gelungen "Sozialutopie" immer mit einem Augenzwinkern, nimmt sich nicht selbst so ernst wie 1984 und transportiert imho viel mehr Aussagen über Gewalt in der Gesellschaft und die Lösung des Problems als Orwell in seinem gesamten Oeuvre.

Nun gut, bleibt noch zu sagen, dass mir der "Mensch" Orwell auch nicht grad unheimlich sympathisch ist, ein ewiger Nörgler und Grantler halt. Am besten zeigt sich das in seiner Beschreibung des Paris-Aufenthalts in den 1930 Jahren, in "Down and Out in Paris" eh nur als Zwischenstopp zwischen 2 Jobs und Besucher dort angekommen, klauen sie ihm das Geld und er grantelt und winselt seine Zeit dort ab, anstatt dass er was draus macht - wie z.B. Henry Miller (oder auch nur Hemingway).

Also glaub mir, du wirst mir den Mann nicht näher bringen, da nützt es auch nichts, mich zu Asche zu verbrennen. Jeder hat so seine Bücher bzw. Autoren, die er halt nicht und nicht verträgt, auch wenns andre gut finden. Auf meiner Liste steht da ORWELL halt ganz oben

CU ME

Zitat:
Original geschrieben von shevek

Was ich hinzufügen muss, dass ich die Bücher nur in Englisch kenne. Keine Ahnung, wie gut die Übersetzer waren, aber soo schlecht bestimmt nicht.

Ich hab ihn nie in D gelesen, bei uns war das Englisch-Pflichtstoff (neben Silas Marner by George Eliot) - das war ein ECHT ÜBLES JAHR für mich damals in E - die Bücher warn zum KOTZEN (sorry)
Alt 27. 04. 2003, 00:18 Meseloupe is offline Mit Zitat antworten #22
Lucifer
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Hm.
Ich lese z.Zt. "IT Crackdown"
und "Das Glasperlenspiel" von Herman Hesse.
Habe außerdem bis vor wenigen Tagen noch an der Osten-Ard Sage von Tad Williams gelesen, sie aber jetzt erst einmal zurück ins Regal gelegt (ich lese zwar gerne Bücher noch einmal, aber das wäre jetzt schon das 4. Mal gewesen ).
Alt 27. 04. 2003, 01:07 Lucifer is offline Mit Zitat antworten #23
shevek
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Zitat:
Tja, was will ich mehr? Vielleicht ist es ja die Fabel-Form, die mich so abstösst. Obwohl ich gegen die antiken Fabeln eigentlich nichts einzuwenden hatte, außer, dass ich sie halt nicht als ein Stück Hochliteratur (z.B. neben Euripides oder auch nur Aristophanes etc.) betrachtet hab ... sondern als das, was sie sein wollten - moralisierende, erziehende Kleinkunst, manchmal amüsant, manchmal ein wenig öd.
Moralisierend und erziehend ist es durchaus, aber wenn mich meine Schulbildung nicht täuscht, waren die antiken Fabeln alle recht kurz und steuerten ohne Abschweifungen auf "die Moral der Geschicht" zu.
Das ist bei Animal Farm nicht der Fall, beschrieben wird die Entwicklung einer recht abgeschlossenen wirtschaflichen/sozialen Einheit von der ursprünglichen Emanzipation bis zum bitteren Ende in der ungeschminkt brutalen Herrschaft der Eliten.
Eine Moral gibt es natürlich, der Leser muss sich auch nicht sonderlich bemühen, sie zu erkennen, okay, man wird mit der Nase direkt reingedrückt ;) , aber eine Geschichte muss doch nicht subtil sein, um zu gefallen.

In dieser deutlichen Form wäre die Geschichte wohl nicht mit Menschen als Akteuren erzählbar gewesen, da die Charaktere durchaus extrem eindimensional dargestellt werden, immerhin sind sie ja auch eine Verallgemeinerung ganzer Klassen. Boxer als das gemeine Proletariat, die Schweine als die Elite usw...

Zitat:
Ich hab kein härteres Geschütz als eben das, dass mich seine "Geschichte" nicht überzeugt, weder 1984 noch die Animal Farm. Das, was ihr dran "dumpf, bedrohlich" empfindet, kann ich nicht nachvollziehen, weil ich hinter der sog. "Bedrohung" die Machart, das Webmuster oder wie immer du das nennen willst, zu deutlich erkenne.
Am besten fällts mir auf, wenn ich 1984 neben Kafkas "Prozeß" halte. Auch eine eher einfache Sprache, dennoch - dem Kafka "glaub" ich es einfach, da fühl ich die Schlinge um den Hals, die sich eng und enger zieht, dem Orwell halt nicht.
Kafkas Proceß gefällt mir auch sehr, inwiefern man ihn mit 1984 vergleichen kann, bin ich mir nicht sicher. Die Situation ist viel diffuser, aber durch die geistige Gefangenheit des Angeklagten noch unausweichlicher als in 1984. Aber er beschreibt die Angelegenheit auch aus einer ganz anderen Perspektive, eben nicht, wie eine solche Gesellschaft aufgebaut sein könnte, sondern den Gang einer einzelnen Person ins Verderben.
Welches der beiden Bücher ich besser finde, kann ich nicht sagen, Kafka würde ich bei schlechtem Wetter vorziehen. ;)

Die Akteure in 1984 sind sich von vorneherein bewusst, dass ihre Taten sie vernichten werden, eben aufgrund des offensichtlichen Webmusters des Netzes, in dem sie sich befinden. Nichtdestotrotz leben sie ihre Subversivität im Rahmen ihrer Möglichkeiten aus. Als bedrohlich empfinde ich das Buch auch gar nicht, eher ab und zu als traurig, ab und zu als schön. Und erst die Welt, die Orwell aufgebaut hat, die Konzepte der Newspeak beispielsweise halte ich für eine durchaus interessante Idee.
Die Plattheit des Systems erkenne ich recht gut in der Plattheit des 3ten Reiches wieder, also beschwert euch bei der Realität, wenn sie euch nicht passt.

Zitat:
Und ob er die mangelnde Differenzierung nun gewünscht hat oder nicht ist mir letztlich schon egal, weil MICH diese Art zu Schreiben halt nicht anspricht. Ob gewünscht oder nicht, er "erreicht" mich so halt nicht - auch wenn er damit hätt leben können, nehm ich mal an :p
Ich höre ihn sich gerade in seinem Grabe umdrehen. ;)



Zitat:
Mich gezielt zu Asche zu verbrennen wird ein wenig schwer werden, da ich, wie schon oben erwähnt, seine Inhalte weniger schlecht finde, als die Art, wie er sie uns aufs Aug drückt.
Ich merke es ja, dir passt sein Stil nicht. Kulturlose Barbaren kann man eben nicht bekehren. ;)

Zitat:
Selbst wenn wir mal annehmen, dass die NLP-artige Berieselung und die permanente Überwachung der Bürger in dieser Utopie eine Stück "beängstigende Zukunftsvision" sind (vielleicht bin ich nicht paranoid genug, um das wahrzunehmen) so überzeugt mich die BLOSSE TATSACHE des Vorhandenseins noch nicht davon, dass ich nun beim Lesen Angst zu haben brauche.
Wie gesagt, Angst hatte ich auch keine. Aber es regt zum Nachdenken an.

Zitat:
Jedenfalls Burgess "Clockwerk Orange" ist imho eine weit besser gelungen "Sozialutopie" immer mit einem Augenzwinkern, nimmt sich nicht selbst so ernst wie 1984 und transportiert imho viel mehr Aussagen über Gewalt in der Gesellschaft und die Lösung des Problems als Orwell in seinem gesamten Oeuvre.
Ich muss zu meiner Schande gestehen, das habe ich noch nicht gelesen.

Zitat:
Ich hab ihn nie in D gelesen, bei uns war das Englisch-Pflichtstoff (neben Silas Marner by George Eliot) - das war ein ECHT ÜBLES JAHR für mich damals in E - die Bücher warn zum KOTZEN (sorry) [/b]
Pflichtlektüre in der Schule ist immer problematisch. Diese intravenöse Zwangsernährung mit Kultur ist extrem nervig, ich hatte da noch Glück, die meisten Bücher gefielen mir sogar.

Geändert von shevek (27. 04. 2003 um 15:51 Uhr).
Alt 27. 04. 2003, 15:25 shevek is offline Mit Zitat antworten #24
psy:spy
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