"Auf dem Weg zum Dritten Weltkrieg". Unter dieser Überschrift haben wir Ihnen am 12. November 2001 das im Frühjahr 1997 gegründete "Project for The New American Century (PNAC)", das Projekt für das Neue Amerikanische Jahrhundert, vorgestellt (nachzulesen im Kalaschnikow-Online Archiv, Winter 2001).
Inzwischen sind fast alle der 25 Unterzeichner des Gründungs-Aufrufs in die höchsten Entscheidungsstellen im zentralen Machtapparat der USA aufgestiegen und treiben dort ihr Unwesen. Die wichtigsten, in alphabetischer Reihenfolge:
Elliott Abrams, National Security Council Senior Director for Democracy, Human Rights, and International Operations
Richard B. Cheney, Vice President to George W. Bush
Paula Dobriansky, Undersecretary of State for Global Affairs
Zalmay Khalilzad, U.S. Special Envoy to Afghanistan
I. Lewis Libby, Chief of Staff to Vice President Dick Cheney
Richard Perle, Chairman, Defense Policy Board, Department of Defense
Peter W. Rodman, Assistant Secretary of Defense for International Security Affairs
Donald Rumsfeld, Secretary of Defense
Paul Dundes Wolfowitz, Deputy Secretary of Defense
(siehe:
www.kalaschnikow.net/de/txt/2002/eussner037.html)
Weitere Unterzeichner lehren an der von Paul D. Wolfowitz zur Kaderschmiede ausgebauten Paul H. Nitze School of Advanced International Studies (SAIS), oder sind an anderen ultra-rechten Wissenschafts- und Meinungsinstituten der USA tätig. Wenn Sie sich für Einzelheiten interessieren, lesen Sie bitte die detaillierte Liste der PNAC Statement-Unterzeichner in "Foreign Policy in Focus" (
http://www.foreignpolicy-infocus.org).
Die USA sind dank des "Krieges gegen den Terrorismus" für diese Kreise das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Eine überwältigende militärische Übermacht wird sich jedem entgegenstellen, der die Hegemonie der USA im wirtschaftlichen, kulturellen und militärischen Bereich auch nur anzweifelt. Die USA wollen eine multipolare Welt, also die Entwicklung anderer Staaten und Regionen, wie Europa, Rußland, China und Indien zu Regionalmächten nicht zulassen. Koste es, was es wolle, würden derartige Herausforderer in die Schranken gewiesen. George W. Bush und Donald Rumsfeld haben dies in ihrer neuen Doktrin des militärischen Erstschlags, wann immer ihn die USA für angebracht halten, verdeutlicht. Gewinner dabei ist auf jeden Fall schon jetzt die Militärindustrie der USA. Sie fährt Milliarden Dollar ein. Verkörpert wird die Verbindung zwischen der US-Regierung und der Militärindustrie u.a. durch das Center for Security Policy (
http://www.centerforsecuritypolicy.org) mit seinen besten Kontakten sowohl zum Pentagon als auch zu den Auftragnehmern der Militärindustrie. Der Direktor des Center ist Frank Gaffney, ebenfalls Unterzeichner des PNAC-Aufrufs. Über die Verbindungen der US-Regierung zur Carlyle Group und ihren Militärfirmen, wie den United Defense Industries, berichteten wir bereits früher.
Die kulturelle Überlegenheit der USA in der Welt und der rechtesten Kreise der USA innerhalb der USA wird in letzter Zeit ebenfalls verschärft sichergestellt. Die Grenzen zur Sicherung der militärischen und der wirtschaftlichen Vormacht sind dabei fließend. Wenn sich Wirtschafts- und Meinungskonzerne der USA, wie die Carlyle Group und Vivendi beispielsweise systematisch der französischen Massenmedien einschließlich seiner berühmten Filmindustrie bemächtigen, so geschieht dies weniger aus kulturellen als vielmehr aus wirtschaftlichen und militärischen Erwägungen heraus. Der Pariser "Figaro" veröffentlicht auf seiner Online-Seite den "defenselink.mil" des Pentagon nicht aus kulturellen Gründen, sondern aus Gründen der Machtdemonstration der USA.
Um kritische Stimmen im eigenen Lande mundtot zu machen, wurde eine neue Institution gegründet, die "Americans for Victory Over Terrorism (AVOT)". Sie stellt sich in einer ganzseitigen Anzeige, in der New York Times, am 10. März 2002, der Öffentlichkeit vor. Vorsitzender ist William J. Bennett, Unterzeichner des PNAC-Aufrufs und gemeinsam mit Jack Kemp Kodirektor von Empower America, einem erzkonservativen Politikinstitut.
Wir würden Ihnen gern die Möglichkeit zeigen, selbst über AVOT und Empower America zu lesen, aber beide Online-Adressen (
http://www.avot.org und
http://www.empower.org) sind nach heutigem Stand nicht zugänglich.
In der Pressekonferenz zur Gründung von AVOT traten, wie das "Freedom of Information Center (FOI)" berichtet (
http://www.foi.missouri.edu/avot.html), neben dem Vorsitzenden William J. Bennett zwei hochrangige AVOT-Berater auf, der ehemalige CIA- Direktor James Woolsey und der frühere Staatssekretär im Verteidigungsministerium Frank Gaffney, alle drei Unterzeichner des PNAC-Aufrufs.
AVOT kämpfe an der Heimatfront - gegen den Dolchstoß also gewissermaßen. Die öffentliche Meinung im Lande soll von AVOT im Sinne der Militärindustrie ausgerichtet werden. In großen Medienkampagnen wird AVOT seine demokratischen Ideale Freiheit, Gleichheit und Menschenrechte sowie die Notwendigkeit ihrer Durchsetzung mit militärischen Mitteln in der Öffentlichkeit verbreiten.
Zielgruppen der AVOT Kampagnen seien vor allem die Colleges und Universitäten der USA. Dort wird ab Beginn des neuen Studienjahres, September 2002, die Indoktrination mittels Vorträgen und Teach-ins systematisch betrieben.
AVOTs Ziele und Prinzipien seien die Information der Öffentlichkeit über Natur und Bedrohung durch terroristische Organisationen und Staaten und durch den radikalen Islamismus, die Verdeutlichung der amerikanischen Ideale in Schulen und auf dem Universitätsgelände, die Unterstützung des demokratischen Patriotismus, wann immer er in Frage gestellt wird, und das Ins-Gebet-Nehmen ("taking to task") solcher Gruppen und Individuen, die die Natur des Krieges, dem die USA sich gegenüber sehen, grundsätzlich mißverstehen.
AVOT wurde gegründet, weil die US-Regierung und die ihr verbundene Militärindustrie befürchten, daß die Kriegseuphorie in den USA allmählich nachläßt, wenn sie nicht immer wieder angeheizt wird. Die Bedrohung der USA komme von außen und von innen, von außen durch Gruppen und Staaten, die die USA angreifen wollten und von innen durch Gruppen, die ihre eigenen Vorstellungen des "blame America first" durchzusetzen versuchten. Beide Bedrohungen kämen, so Bennett in einem Offenen Brief, in der ganzseitigen Anzeige der New York Times, vom 10. März 2002, entweder vom Haß gegen die amerikanischen Ideale der Freiheit und Gleichheit oder vom Mißverständnis dieser Ideale und ihrer Anwendung.
What a liberty!
Bevor nun aber unsere Empörung zu groß wird, sollten wir uns fragen, warum die USA eine derartige Politik betreiben.
Wenn man die wirtschaftlichen Daten der USA ansieht, so wird klar, daß dieses hoffnungslos verschuldete Land, dessen Machteliten, ob nun aus dem Republikanischen oder Demokratischen Lager, ob nun puritanisch-christlich, katholisch oder zionistisch-jüdisch (alles eine Mischpoke!) über Jahrzehnte auf Kosten ihrer eigenen Bürger und anderer Staaten leben, gar nicht anders können, als die Flucht nach vorn anzutreten. Darum werden die Kriege geführt, zur Kapitalvernichtung und zum Machterhalt, ja zur Vergrößerung der Macht. Auch die Menschen, die dabei umgebracht werden ("getötet") sind keine Kollateralschäden, sondern Produkte geplanter Bevölkerungspolitik. Man informiere sich einmal über den hohen Anteil der Schwarzen und Farbigen unter den "privates", den einfachen Soldaten der US-Armee.
Die Vernachlässigung der industriellen Modernisierung, die Vergeudung des zu Schleuderpreisen den Besitzern mit Hilfe derer eigenen korrupten Regierungen weggenommenen Erdöls und Erdgases, die Produktion von Dollarnoten, wann immer dies geboten erscheint (in anderen Staaten kommen solche Fälscher in den Knast), der Abzug gutausgebildeter Arbeitskräfte aus anderen Staaten ("brain drain") und die ungenügende Erziehung und Ausbildung eigener Führungseliten, all das muß auf Gedeih und Verderb der USA (!) von der US-Regierung so weiterbetrieben werden. Ein Kyoto-Protokoll kann von den USA nicht unterzeichnet werden, denn die Folgen wären Milliarden Dollar Kosten, die marode Industrie entsprechend umzubauen. Neulich erst schrieb das Wall Street Journal, wenn alle asbestverseuchten Industrieanlagen dichtgemacht werden müßten, könnte auch der Dow Jones Index dichtgemacht werden.
Freier Handel ohne die massive Subventionierung der Agro- und der Stahlindustrie kann nicht betrieben werden, denn beide Industrien wären auf den internationalen Märkten nicht konkurrenzfähig. Die USA müssen ihre Macht dazu einsetzen, die Märkte der anderen Staaten gewaltsam zu öffnen, sonst bricht ihre Wirtschaft zusammen. Die ganze Macht der USA steht auf tönernen Füßen. Ein Ausdruck davon ist der Anstieg des Euro-Wertes.
Ein amoklaufender Staat USA risse uns alle mit abwärts. Deshalb ist es Aufgabe der Regierungen der EU, Rußlands und Chinas, mäßigend auf die USA einzuwirken. Auch deshalb muß ein Krieg der USA und Großbritanniens gegen den Irak verhindert werden. Er würde nicht nur Tausende von Toten auf irakischer und US-Seite bringen und den Irak und die USA sozial, wirtschaftlich und militärisch zerstören, sondern er würde uns Europäer mit hinunterziehen.
Vielleicht ist das ja die Absicht des Paul Dundes Wolfowitz?
Auch wenns viel text ist... les es dir mal durch... pnac
Cya serial