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Mitglied
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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'Führungschaos' in der IG Metall
Ahoi,
'Deutschlands größte Einzelgewerkschaft im Chaos'... 'Führungsspitze der IGM zerfleischt sich selbst'... 'Schily spricht Peters Führungseignung ab'...
Hoch gehts her in der IG Metallführung und genüßlich schlachtet die deutsche Medienlandschaft das Desaster aus.
Was steckt dahinter?
In meinen Augen hat ein Zwickel wohl keine Ambitionen lame duck zu spielen und bis zu seinem (wohlverdienten?) Abgang von der Bühne als IG Metall-Vorsitzender die Schnauze zu halten.
Hat es ihm noch nie gepasst, dass ein Linker wie Peters seine Nachfolge antreten könnte, witterte er im gescheiterten Metallerstreik in Ostdeutschland eine Chance, den von ihm innig gehassten Peters zu demontieren.
Anstatt diese miese Tour öffentlich zu brandmarken, fällt die vereinigte Meinungsmafia ebenfalls über Peters her, um an dessen Diskreditierung mitzuwirken.
Ich habe meiner Bezirksgeschäftsstelle folgendes geschrieben...
Zitat:
Hallo Kollegen,
sollte der von u.A. Zwickel unternommene Versuch gelingen, den aufrechten Linken Jürgen Peters zu 'stürzen' und einen reaktionären Parteigänger des Sozialabbaukanzlers Schröder als IGM-Vorsitzenden zu installieren, teile ich euch jetzt schon mit, dass ich meine langjährige Mitgliedschaft (Mitgliedsnummer) sofort kündigen werde!
Mit (noch) solidarischen Grüssen
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...und hoffe, dass andere ähnlich reagieren werden, auf einen weiteren Versuch, eine kritische Stimme gegen die arbeitnehmerfeindliche Politik der Schröderregierung mundtot zu machen...
greetz
PeterPanter
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09. 07. 2003, 14:05
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#1
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Misanthrop
Registrierungsdatum: Apr 2003
Ort: Hamburg
Beiträge: 177
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Zitat:
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...und hoffe, dass andere ähnlich reagieren werden, auf einen weiteren Versuch, eine kritische Stimme gegen die arbeitnehmerfeindliche Politik der Schröderregierung mundtot zu machen...
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Ich vermute, Du bist kein CDU-Wähler....
Also entschuldige mal, ich habe ja viel Verständnis für fortgeschrittene Verblendung, aber das Peters mit seinem Ost-Engagement (und "Streiktourismus") den Karren schon halb durch die Wand gefahren hat, kann auch Dir nicht verborgen geblieben sein. Ausßerdem ist es bei weitem nicht so, dass nur die Oberen (Deine "Meinungsmafia") auf Peters "rumhacken", vielmehr ist es auch die Basis - DIE EIGENEN LEUTE - die in Peters keinen geeigeneten IGM-Vorstand mehr sehen.
Zitat:
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...Nicht nur einflussreichen Betriebsräte der Autowerke Ford und Opel stehen gegen ihn, auch ganze Bezirke der IG Metall....
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Geändert von Sliceking (11. 07. 2003 um 13:18 Uhr).
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09. 07. 2003, 15:38
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#2
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Account disabled
Registrierungsdatum: Mar 2001
Beiträge: 665
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*klatschklatsch*
Super gemacht Peter, Super!
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09. 07. 2003, 17:23
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#3
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ex-Moderator
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 5.842
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ich bin ja durchaus eher links als rechts, und eher arbeitnehmer- als arbeitgeberfreundlich, aber selbst ich sehe, dass die gewerkschaften denn sinn für die realität etwas verloren haben.
wie komme ich zu dieser meinung.....
nun, es ist nicht zu übersehen, dass wir hier inj deutschland zu hohe lohnkosten haben, die sich negativ auf den preis unserer produkte auswirken.
auch sehe ich, dass ein grosser teil der lohnkosten nicht mal für löhne direkt draufgeht, sondern für steuern, versicherung usw.
für die arbeitgeber sind die konsequenzen logisch: verlagerung an billigere standorte heisst die lösung. arbeitsplätze werden vernichtet, und woanders wieder aufgebaut.
kann man ihnen das wirklich verübeln? ich meine: nein. wer jetzt das gegenteil behauptet, der muss sich folgende frage gefallen lassen:
wenn er durch einen umzug bzw annahme einer anderen nationalität seine steuerlast um die hälfte reduzieren könnte, mit vertretbarem aufwand - würde er es tun, oder weiter unserem staat das geld in den rachen werfen?
sicher ist das nicht die lösung, die wir uns vorstellen, aber eben der einzige ausweg - wenn nicht die politik endlich rahmenbedingungen schaft, die deutschland als standort wieder attraktiv machen.
gehässig könnte man den gewerkschaften vorwerfen: geht doch lieber mal ins ausland, dorthin, wo die arbeit günstig ist, und macht sie dort ebenso teuer wie hier.
mir ist aus dem bekanntenkreis der fall eines firmeneigners bekannt, der vor der wahl stand: die hälfte entlassen, und die andere hälfte retten, oder keinen entlassen, und dann dichtmachen (=pleite).
durch den widerstand der gewerkschaft musste er dann die zweite option wählen - niemand wurde entlassen, und die firma ging wenig später bankrott.
nichts gegen eine starke gewerkschaft, aber vielleicht sollten sie ihre bemühungen derzeit auf joberhalt legen, statt auf lohnzuwachs / arbeitszeitverkürzung.
just my two cents.
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09. 07. 2003, 21:04
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#4
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jul 2003
Ort: Schwarzwald
Beiträge: 508
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Verdi usw.
Hallo,
Die Gewerkschaften sollten in ihren eigenen Betrieben sich an die Tarifverträge halten die Sie für ihre Mitglieder mit Streik durchsetzen. Die werden ihn den gewerkschaftseigenen Betrieben nicht umgesetzt.
Die 40 Vorstände, die von den Mitgliedern bezahlt werden, wissen nicht mehr wie es an der Basis zugeht.
Die Gewerkschaften haben in den letzten Jahren sich sehr ruhig verhalten und wohlwollend den Mitgliedern bei Wahlen die SPD nahe gelegt und auch gar nichts dagegen unternommen gegen die Unterlaufung der Tarifverträge ( Zeitfirmen) usw..
Die alten Unternehmer die noch eine Verantwortung für ihre Arbeiter übernommen haben sind jetzt fast alle in Rente oder haben den Betrieb abgegeben.
Die neuen Manager haben gelernt, wenn man 10 oder mehr Leute raus wirft, hat man schneller ein Erfolg, als wenn man sein Hirn einschaltet und die Probleme auf spürtt und dann eine Lösung sucht. Fehler werden durch Massenentlassungen ausgebügelt.
Dadurch wird das Mobing gefördert, die Arbeitsleistung sinkt und keiner setzt sich mehr richtig für die Firma ein.
Mann produziert lieber nach der Entlassung älterer Mitarbeiter mit Erfahrung, mehr AUSSSCHUSS und gibt die Schuld dem neuen Mitarbeiter und Meister.
mfg 123falko
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09. 07. 2003, 22:04
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#5
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Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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Ahoi,
die letzten beiden Beiträge machen imo eine etwas ausführlichere Antwort notwendig...
Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
(...)nun, es ist nicht zu übersehen, dass wir hier inj deutschland zu hohe lohnkosten haben, die sich negativ auf den preis unserer produkte auswirken.
auch sehe ich, dass ein grosser teil der lohnkosten nicht mal für löhne direkt draufgeht, sondern für steuern, versicherung usw.
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Das aber ist ein grundsätzliches strukturelles Problem und liegt nicht im Verantwortungsbereich der Gewerkschaften. Im Gegenteil nehme ich deinen Hiweis auf die Lohnnebenkosten eher als Argument für gewerkschaftliche Forderungen, ist es doch deren Aufgabe, die Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten zu verbessern.
Wenn ein großer Teil der Bruttolöhne für Abgaben einbehalten und nur ein gerade mal ausreichender Teil ausgezahlt wird, ist es die Pflicht der Gewerkschaften, dafür zu sorgen, dass die ausgezahlten Nettolöhne nicht noch zusätzlich durch Abgabenerhöhung und Inflation aufgezehrt werden. Dies ist der Hintergrund von gewerkschaftlichen Lohnforderungen, die, wenn man sie in Relation zu den exorbitant gewachsenen Gewinnen der Unternehmer und den astronomisch gestiegenen Gehälter der Manager setzt, doch sehr bescheiden ausfielen in den letzten Jahren.
Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
für die arbeitgeber sind die konsequenzen logisch: verlagerung an billigere standorte heisst die lösung. arbeitsplätze werden vernichtet, und woanders wieder aufgebaut.
kann man ihnen das wirklich verübeln? ich meine: nein. wer jetzt das gegenteil behauptet, der muss sich folgende frage gefallen lassen:
wenn er durch einen umzug bzw annahme einer anderen nationalität seine steuerlast um die hälfte reduzieren könnte, mit vertretbarem aufwand - würde er es tun, oder weiter unserem staat das geld in den rachen werfen?
sicher ist das nicht die lösung, die wir uns vorstellen, aber eben der einzige ausweg - wenn nicht die politik endlich rahmenbedingungen schaft, die deutschland als standort wieder attraktiv machen.
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Das Märchen von der ach so lohnenswerten Produktionsverlagerung in die Billiglohnländer ist eine Schimäre. Wäre es wirklich so einfach, hätten bereits viel mehr Kapitalisten ihre Produktionsstätten dorthin verlegt. Das Problem bei der Geschichte ist, dass die ihr zugrunde liegende Milchmädchenrechnung spätestens dann als solche offenbar wird, wenn es darum geht, die in den Billiglohnländern hergestellte Ware zu verkaufen. Wer soll das Zeug denn kaufen? Die dortigen Arbeiter können sich wg. der Hungerlöhne die von ihnen hergestellten Güter nicht leisten. Ihre westeuropäischen Kollegen, die vormals dazu in der Lage gewesen waren, sind inzwischen aufgrund der Produktionsverlagerungen arbeitslos geworden und fallen somit als Käufer ebenfalls weg. Also bleibt der 'klevere' Kapitalist auf der Ware sitzen und nichts ist's mit dem schönen Profit, den er sich ausgemalt hat.
Und was die Frage nach dem Umzug bzw Annahme einer anderen Nationalität angeht, kannst du sie vielleicht denen stellen, die so etwas machen können, ohne ihre Lebensgrundlagen aufs Spiel zu setzen. Diejenigen, die, um zu überleben, gezwungen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, werden in den 'Steuerparadiesen' wohl kaum mit offenen Armen empfangen...
Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
gehässig könnte man den gewerkschaften vorwerfen: geht doch lieber mal ins ausland, dorthin, wo die arbeit günstig ist, und macht sie dort ebenso teuer wie hier.
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Dieser Vorschlag ist nicht gehässig, sondern, sorry, einfach nur dumm.
Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
mir ist aus dem bekanntenkreis der fall eines firmeneigners bekannt, der vor der wahl stand: die hälfte entlassen, und die andere hälfte retten, oder keinen entlassen, und dann dichtmachen (=pleite).
durch den widerstand der gewerkschaft musste er dann die zweite option wählen - niemand wurde entlassen, und die firma ging wenig später bankrott.
nichts gegen eine starke gewerkschaft, aber vielleicht sollten sie ihre bemühungen derzeit auf joberhalt legen, statt auf lohnzuwachs / arbeitszeitverkürzung.
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Die massvollen Lohnabschlüsse waren ebenso wie der Kampf um Arbeitszeitverkürzung Strategien der Gewerkschaften, um dem Problem der wachsenden Arbeitslosigkeit zu begegnen. Nur ist es so, dass nicht so viele Arbeitsplätze geschaffen werdfen konnten, wie durch technologische Entwicklung, Steigerung der Produktivität (oft auf Kosten der Physis der Arbeiter/Angestellten), Firmenabwanderung und andere Massnahmen der Kapitalisten zur Profitmaximierung 'vernichtet' wurden.
Hätten die Gewerkschaften sich bei ihrern Lohnforderungen ein Beispiel an den Gehaltserhöhungen genommen, die sich die Chefetagen genehmigt haben, wären alle Unternehmen zahlungsunfähig.
Was dein Beispiel des 'Firmeneigners' angeht, so scheint mir in der Regel die Frage, die sich diese Leute stellen, nicht die nach der 'Rettung' der Arbeiter, sondern die nach der Rettung der Profite zu sein.
Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die Gewerkschaften sollten in ihren eigenen Betrieben sich an die Tarifverträge halten die Sie für ihre Mitglieder mit Streik durchsetzen. Die werden ihn den gewerkschaftseigenen Betrieben nicht umgesetzt.
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Hast du dafür Beispiele?
Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die 40 Vorstände, die von den Mitgliedern bezahlt werden, wissen nicht mehr wie es an der Basis zugeht.
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Das ist die übliche Propagande der Kapitalisten, um ihre Gegner (sofern sie denn welche sind, was im Fall des Jürgen Peters ja offensichtlich so ist) in den Augen der eigenen Anhänger zu diskreditieren.
Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die Gewerkschaften haben in den letzten Jahren sich sehr ruhig verhalten und wohlwollend den Mitgliedern bei Wahlen die SPD nahe gelegt und auch gar nichts dagegen unternommen gegen die Unterlaufung der Tarifverträge ( Zeitfirmen) usw..
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Dass die Gewerkschaften sich in den letzten Jahren zu ruhig verhalten haben, sehe ich, wenn auch wohl unter anderen Aspekten, genauso wie du und dass einige führenden Gewerkschaftsfunktionäre eine auffällige Nähe zur SPD-Spitze pflegen ist auch mir höchst suspekt. Für die Behauptung, sie hätten 'auch gar nichts dagegen unternommen gegen die Unterlaufung der Tarifverträge ( Zeitfirmen) usw..' hätte ich gerne Belege, da ich sie anzweifle.
Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die alten Unternehmer die noch eine Verantwortung für ihre Arbeiter übernommen haben sind jetzt fast alle in Rente oder haben den Betrieb abgegeben.
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Ach Gottchen, ich weiss nicht, aber ich muss immer ein wenig schmunzeln, wenn das Hohe Lied auf die 'alten Unternehmer' gesungen wird.
Das waren dieselben profitgierigen Kapitalisten, wie die heutige Generation, mit zwei Unterschieden:
1. Sie hatten nicht die technologischen Optionen, die heute zur Verfügung stehen.
2. Es gab die (wie immer man sie bewerten will) Konkurrenzveranstaltung namens 'real existierender Sozialismus', der die Ambitionen ein wenig bremsen half.
Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die neuen Manager haben gelernt, wenn man 10 oder mehr Leute raus wirft, hat man schneller ein Erfolg, als wenn man sein Hirn einschaltet und die Probleme auf spürtt und dann eine Lösung sucht. Fehler werden durch Massenentlassungen ausgebügelt.
Dadurch wird das Mobing gefördert, die Arbeitsleistung sinkt und keiner setzt sich mehr richtig für die Firma ein.
Mann produziert lieber nach der Entlassung älterer Mitarbeiter mit Erfahrung, mehr AUSSSCHUSS und gibt die Schuld dem neuen Mitarbeiter und Meister.
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Dieser Einschätzung kann ich mich, mit Abstrichen (die zu erläutern ich mir aber schenken will), weitgehend anschliessen.
greetz
PeterPanter
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10. 07. 2003, 09:01
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#6
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Leitkulturbanause
Registrierungsdatum: Mar 2001
Ort: ocean of chaos
Beiträge: 4.661
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Zitat:
Original geschrieben von PeterPanter
Das Märchen von der ach so lohnenswerten Produktionsverlagerung in die Billiglohnländer ist eine Schimäre. Wäre es wirklich so einfach, hätten bereits viel mehr Kapitalisten ihre Produktionsstätten dorthin verlegt. Das Problem bei der Geschichte ist, dass die ihr zugrunde liegende Milchmädchenrechnung spätestens dann als solche offenbar wird, wenn es darum geht, die in den Billiglohnländern hergestellte Ware zu verkaufen. Wer soll das Zeug denn kaufen? Die dortigen Arbeiter können sich wg. der Hungerlöhne die von ihnen hergestellten Güter nicht leisten. Ihre westeuropäischen Kollegen, die vormals dazu in der Lage gewesen waren, sind inzwischen aufgrund der Produktionsverlagerungen arbeitslos geworden und fallen somit als Käufer ebenfalls weg. Also bleibt der 'klevere' Kapitalist auf der Ware sitzen und nichts ist's mit dem schönen Profit, den er sich ausgemalt hat.
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Das hört sich ja fast so an, als würden sie wenigstens unfreiwillig ihre soziale Verantwortung, die ihnen irgendwo im Gesetz auferlegt wurde wahrnehmen. In Wahrheit sind alle Produktionen, bei denen es sich lohnt den "Standort Deutschland" zu verlassen schon ausgelagert worden.
Du wirst z.B. kaum Kleidung der unteren bzw. normalen Preisklasse finden, die in Deutschland produziert wurde. Wenn dann ist das höherwertiges Zeug aus sehr gutem Material, wo das "Made in Germany" auch nochmal einen höheren Preis rechtfertigt. Aber das ist dann echt die Ausnahme.
Vor allem Arbeitszeitverkürzung ist IMO ein interessantes Thema, wir haben immer mehr Arbeitslose aber die Firmen lassen lieber Überstunden arbeiten anstatt neue Leute einzustellen, kommt für sie ja auch billiger.
Geändert von Stoertebeker (10. 07. 2003 um 10:41 Uhr).
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10. 07. 2003, 10:23
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#7
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Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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Ahoi,
ein diskussionswürdiger Hinweis, der in einem fundierten Standpunkt vertreten wird:
Zitat:
Original geschrieben von Stoertebeker
Das hört sich ja fast so an, als würden sie wenigstens unfreiwillig ihre soziale Verantwortung, die ihnen irgendwo im Gesetz auferlegt wurde wahrnehmen. In Wahrheit sind alle Produktionen, bei denen es sich lohnt den "Standort Deutschland" zu verlassen schon ausgelagert worden.
Du wirst z.B. kaum Kleidung der unteren bzw. normalen Preisklasse finden, die in Deutschland produziert wurde. Wenn dann ist das höherwertiges Zeug aus sehr gutem Material, wo das "Made in Germany" auch nochmal einen höheren Preis rechtfertigt. Aber das ist dann echt die Ausnahme.
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D'accord, das trifft auf die von dir genannten Beispiele zu. Dabei handelt es sich jedoch um ziemlich unspezialisierte Manufaktur, in der technologische Innovation noch nicht in dem Masse Einzug gehalten hat, wie zB in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau.
Gerade im Bekleidungssektor hat der Trend, in Billiglohnländern produzieren zu lassen, früh eingesetzt. Schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts haben kleine und mittlere Unternehmen zB in Tunesien auf alten Nähmaschinen ihre Zuschnitte weiter verarbeiten zu lassen, um mit geringem Maschineneinsatz und einem Bruchteil der Lohnkosten maximale Profite zu erzielen.
Bei den von mir genannten Bereichen Automobil- und Maschinenbau ist dies so ohne weiteres nicht möglich. Da ist schon etwas mehr Infrastruktur und Know How der Beschäftigten nötig, als in zugigen Wellblechhallen auf alten Singer-Nähmaschinen die nächste Winterkollektion zusammen zu nähen.
Die in Vietnam gefertigten Nike-Schuhe werden hier auch nicht von Arbeitern aus der Schuhindustrie gekauft (die ist nämlich, was die Inlandsproduktion angeht, schon genauso tot, wie die Bekleidungsindustrie), sondern die trägt der Werkzeugmacher von Bosch oder der Montagearbeiter von VW. Sollte es aber jene auch nicht mehr geben, weil die Produktion verlagert wurde, wer kauft dann die Fahrzeuge?
Also gibt es essentielle Industriezweige, denen im Inland beste Bedingungen geboten werden. dann werden die Teufel tun und abwandern.
greetz
PeterPanter
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10. 07. 2003, 10:53
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#8
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Mitglied
Registrierungsdatum: Jul 2003
Ort: Schwarzwald
Beiträge: 508
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Verdinale
@PeterPanter
Anzweifeln und Beweise, die Wirtschaftslage ist Beweis genug.
Keine übliche Propagande der Kapitalisten, dass sieht man an dem ganzen Verhalten und reden der Vorstände.
Seit 10 Jahren laufen den Gewerkschaften die Leute davon, warum wohl.
Eine Lebensmittelkette die der Gewerkschaftsholding gehörte, hat ihren Mitarbeiter nur Weihnachtsgeld bezahlt, wenn Sie in die Gewerkschaft eingetreten sind. Die Frau ist aus dem Betrieb ausgetreten!!
Eine Druckerei in München, die der Gewerkschaft gehört, durften die Mitarbeiter nicht am Druckerstreick teilnehmen.
Die erzielten Lohnerhöhungen wurden Ihnen auch nicht bezahlt die alle anderen Drucker erhalten haben.
Aus Gesprächen von Betriebsräten, kann man die Stimmung der Basis als sehr schlecht gegenüber der Führung und der Regierung (SPD) einstufen.
Siemens hat Mitarbeiter entlassen in den neuen Ländern und Ihnen angeboten über die Zeitarbeitsfirma wieder den alten Job zu machen.
Aber mit grossen Lohnabstrichen.
Zeitarbeitsfirmen zahlen zwischen 5-7€ Lohn für eine Std.
Kam ein Bericht im Zdf.
Die alten Unternehmer haben solider gewirtschaftet und haben so schlechte Zeiten besser überstanden.
Dass heute Arbeitslosen keine Chance mehr haben einen Job in einer Zeitarbeitsfirma abzulehnen, wenn Sie länger schon ohne Arbeit sind.
Wie sollen die Leute dann noch in einen Kaufrausch zur wirtschaftlichen Belebung fallen!
mfg 123falko
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10. 07. 2003, 13:10
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#9
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ex-Moderator
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 5.842
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Zitat:
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Das aber ist ein grundsätzliches strukturelles Problem und liegt nicht im Verantwortungsbereich der Gewerkschaften. Im Gegenteil nehme ich deinen Hiweis auf die Lohnnebenkosten eher als Argument für gewerkschaftliche Forderungen, ist es doch deren Aufgabe, die Lebensbedingungen der abhängig Beschäftigten zu verbessern.
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ja, da ist durchaus die politik gefragt. dennoch bleibe ich bei meiner aussage: es nützt nix, kurzfristige verbesserungen über lohnerhöhungen zu erkämpfen, wenn die firma in folge dessen nicht mehr konkurrenzfähig ist.
Zitat:
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Dieser Vorschlag ist nicht gehässig, sondern, sorry, einfach nur dumm.
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nein, das sehe ich anders.
wir HABEN die globalisierung im wirtschaftlichen bereich bereits, ob es dir und mir nun gefällt, oder nicht. wir stehen in direktem konkurrenzkampf mit billiglohnländern, und es gibt nur zwei wege, diesen konkurrenzkampf zu gewinnen: ENTWEDER werden wir billiger, und verzichten auf viele unserer - global betrachtet - traumhaften errungenschaften (und wir leben in der tat traumhaft - erzähl einem vietnamesischsem arbeiter mal was von lohnfortzahlung im krankheitsfall. der denkt, du willst ihn verarschen), was ich aber nicht wirklich will.
ODER wir werden insofern aktiv, dass wir eben nicht unsere situation "verschlechtern", sondern die der arbeiter im ausland verbessern, insbesondere ihre löhne und sozialleistungen.
also, was ist bitteschön daran "dumm", eine positive statt einer negativen angleichung zu fordern? (auch, wenn meine formulierung bewusst sehr provozierend war.)
Zitat:
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Was dein Beispiel des 'Firmeneigners' angeht, so scheint mir in der Regel die Frage, die sich diese Leute stellen, nicht die nach der 'Rettung' der Arbeiter, sondern die nach der Rettung der Profite zu sein.
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ich bezweifle nicht, dass in vielen geschäftsformen der profit der aktionäre an erster stelle steht. jedoch bedeutet profit allgemein erstmal nur gewinn - und bitte zeige mir irgendeinen menschen (oder einen betrieb), der finanziell überleben kann, wenn er keinen gewinn macht. der profit der gesellschaft ist also auch die garantie für den bestand der arbeitsplätze.
was dein argument mit der milchmädchenrechnung betrifft: ich stimme dir voll und ganz zu, auf dauer vernichtet man damit die eigenen absatzmärkte. das ändert jedoch nichts an der tatsache, dass eben diese vorgehensweise praktiziert wird. was mich wieder zu obigem argument führt: entweder, wir passen uns den billiglohnländern an, oder wir passen die arbeitsbedingungen dort unseren an.
später schreibe ich evtl nochmal was dazu, aber bin gerade in eile.
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10. 07. 2003, 15:03
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#10
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Leitkulturbanause
Registrierungsdatum: Mar 2001
Ort: ocean of chaos
Beiträge: 4.661
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Du hast Recht, dass wir im Vergleich zu z.B. einem Durchschnitts Vietnamesen traumhaft leben und man versuchen sollte die Lebensbedingungen der Menschen dort zu verbessern.
Wir stehen aber sicher nicht im direkten Konkurenzkampf mit Billiglohnländern. Wo es geht wurde die Produktion schon dahin verlagert, der einzige Sinn einer Unternehmung besteht doch für den Unternehmer darin sein Kapital möglichst hoch zu verzinsen, wenn er das auch auf der Bank haben kann macht er eben seine Firma zu, wenn er mit der Produktion in einem anderen Land mehr Zinsen bekommt produziert er eben einfach da. Was anderes zählt bei der Entscheidung in *keinem* Betrieb.
Hier in Deutschland ist oftmals nur der Vertrieb, die Verwaltung oder es besteht eben Bedarf an Facharbeitern oder sonstigen Menschen mit speziellen Fähigkeiten, für die sind die Billiglohnländer dann aber keine Konkurenz.
Und wer mit Abwanderung dahin droht versucht die Leute für dumm zu verkaufen.
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10. 07. 2003, 15:27
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#11
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ex-Moderator
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 5.842
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sorry, dem kann ich nicht zustimmen.
gut - man kann sicher nicht jeden wirtschaftszweig einfach so mal eben auslagern. im dienstleistungssektor ist das sicherlich noch schwerer als in der produktion.
was aber ist mit neuinvestitionen? werden die wohl eher in den von dir angesprochenen "hochzins"-ländern getätigt, oder in den "niedrigzins"-ländern?
ich mag das hier nicht in eine debatte über sozialismus, kapitalismus, mehrwert und globalisierung ausarten lassen. ich gebe allerdings zu bedenken, dass sowohl die arbeits- und unternehmerfeindliche steuerpolitik der regierung, als auch das blinde "mehr lohn, weniger arbeit" der gewerkschaften uns nicht weiterbringen werden.
von den unternehmen wünsche ich mir mehr arbeitsplätze, von der politik eine moderatere - und vor allem verständlichere - steuerpolitik, und von den gewerkschaften mehr weitsicht, und internationale arbeitspolitik.
unternehmen der grössenordnung daimlerchrysler und konsorten sind schon lange weltweit aktiv - die nationalen gewerkschaften krebsen jedoch alle in ihren eigenen biotopen rum. und das ist auch einer meiner zentralen kritikpunkte: es fehlt an verständnis für die folgen der globalisierung. es reicht nicht, sich abschotten zu wollen - die verhältnisse werden sich einfach anpassen. und jetzt muss man einfluss nehmen, in welche richtung diese entwicklung gehen soll.
bisher haben die firmen alle vorteile der globalisierung erkannt und genutzt - nun sollten dies auch die gewerkschaften tun. denn wenn es gelingt, die produktionskosten UND die kaufkraft der märkte anzugleichen (eben durch mehr lohn auch dort), ist allen gedient.
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10. 07. 2003, 17:16
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#12
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Mitglied
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
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Ahoi,
Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
bisher haben die firmen alle vorteile der globalisierung erkannt und genutzt - nun sollten dies auch die gewerkschaften tun. denn wenn es gelingt, die produktionskosten UND die kaufkraft der märkte anzugleichen (eben durch mehr lohn auch dort), ist allen gedient.
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Nehmen wir mal an, die Globalisierung verläuft so, wie uns ihre Verfechter einreden wollen und die Lebensverhältnisse in Deutschland, Polen, der tschechischen Republik, der Slowakei haben sich weitgehend angeglichen (auf welchem Niveau, lassen wir jetzt mal ausser 8, das wäre aber ebenfalls ein interessantes Thema).
Wer soll die Kapitalisten dann hindern, mit Hinweis auf die 'zu hohen Lohnkosten' den deutschen, polnischen, tschechischen, slowakischen Arbeitern mit einer Verlagerung der Produktion nach Moldawien, Belarus, der Ukraine zu drohen, weil die dortigen Löhne 73% niedriger liegen?
Kannst du erkennen, wem mit der Globalisierung gedient ist und wem nicht?
greetz
PeterPanter
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11. 07. 2003, 09:22
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#13
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ex-Moderator
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 5.842
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peter, entschuldige bitte wenn ich dich jetzt als hoffnungslosen idealisten bezeichne. ich mein das wirklich nicht böse, denn im grunde genommen verfolgen wir das gleiche ziel: gerechter lohn für ehrliche arbeit unter menschlichen bedingungen.
aber bitte denk einmal etwas darüber nach: du forderst quasi, dass wir vollkommen die fortschreitende globalisierung ignorieren. das geht einfach nicht.
schau dir bei einem einkaufsbummel doch mal an, woher die waren heute stammen: tomaten aus holland, erdbeeren aus israel, kleidung aus vietnam, krabben aus der nordsee, die man in polen pulen lässt, thunfisch von den seychellen, lachs aus kanada.... die liste der länder und produkte lässt sich fast endlos fortsetzen.
ob es wirklich SINN macht, und ob es erstrebenswert ist, einen joghurt durch halb europa zu karren, und eine kamera um die halbe welt zu schicken, spielt erstmal keine rolle für den umstand dass es eben gemacht wird.
ja, es wäre schön, wenn wir eine gleiche welt hätten, wo es keinen unterschied macht, ob ich in laos oder deutschland produziere, und wo auch jeder arbeitsmarkt die kaufkraft besitzt, um die produzierten waren abzunehmen.
aber es ist nicht so. also entweder überlegen wir uns wege, wie wir eben diesen anreiz des lohngefälles ausschalten, oder wir werden verarmen.
ich sehe die lösung eben nicht darin, unsere arbeitsbedingungen zu verschlechtern; aber ich sehe auch keinen sinn darin, unsere wettbewerbsfähigkeit noch weiter einzuschränken, solange wir eben unter dem oben erläuterten problem zu leiden haben.
meine einzige aussage ist: sorgt dafür, dass die arbeiter, mit denen wir jetzt konkurrieren müssen, bessere löhne und bessere sozialleistungen bekommen, und bis ihr das geschafft habt, verteidigt das errungene, aber vernichtet nicht kurzsichtig eure arbeitsplätze für kurzfristige verbesserungen.
ich lasse mir nicht einreden, unser problem wäre, dass es uns zu gut geht, und wir uns vietnam anpassen - ich fordere, dass die bedingungen dort von uns verbessert werden, damit auf lange sicht mehr kaufkräftige kunden, mehr märkte und mehr soziale gerechtigkeit herrscht. und ich denke, das ist nicht der falscheste weg, dies langfristig zu erreichen.
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11. 07. 2003, 11:36
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#14
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Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 18:29 Uhr.
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