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Zee
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Exclamation Das Ende von MP3s, Moviez, Warez und Cracks

Urheberrecht

Vorsicht beim Kopieren!
Geistiger Diebstahl soll in Zukunft effektiver bekämpft werden


Der Bundesrat hat am Freitag dem neuen Urheberrechtsgesetz zugestimmt, das unter anderem das illegale Musikkopieren erschwert. Das deutsche Urheberrecht soll damit der Entwicklung in der modernen Kommunikationstechnologie angepasst werden, betonte der sächsische Justizminister Thomas de Maiziere (CDU) zur Begründung im Plenum.

Der Bundesrat hatte zuvor den Vermittlungsausschuss angerufen. Die Länderkammer hatte gefordert, dass Kopien nur von legalen Quellen erlaubt sein dürfen. Dies wurde nun im Gesetzestext berücksichtigt. Privatkopien von Texten und CDs sind in Zukunft verboten, wenn sie von rechtswidrig hergestellten Vorlagen gezogen werden. Allerdings müssen die Nutzer nur dann haften, wenn die Vorlagen offensichtlich illegal erstellt sind.

Diese Regelung ist insbesondere für den Download im Rahmen von Internettauschbörsen von Bedeutung. "Wer - ganz gleich ob gewerblich oder privat, entgeltlich oder unentgeltlich - Musik, Filme oder Computerspiele im Internet zum Download anbietet und verbreitet, ohne hierzu berechtigt zu sein, macht sich strafbar", betonte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD). Der Musikverleger-Verband betonte dazu, jeder sollte wissen, dass es keine legale Internettauschbörse gebe.



Es geht nicht um die Kriminalisierung von Schulkindern

Für Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) wird die Rechtsstellung ausübender Künstler durch das Gesetz erheblich gestärkt. Das gelte für Verwertungs- und Persönlichkeitsrechte gleichermaßen. "Leistungen von Schauspielern, Sängern, Tänzern, Chören und Orchestern bekommen in der digitalen Welt die Achtung, die ihnen kulturell wie wirtschaftlich gebührt."

Der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV) und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) begrüßten die jetzige Verabschiedung der Gesetzesnovelle. Die "enormen wirtschaftlichen Schäden, die man der Musikbranche seit Jahren durch den geistigen Diebstahl zufügt", könnten nun effektiver bekämpft werden, meinten die Musikverleger. Dabei gehe es nicht um die "'Kriminalisierung' von Schulkindern", die vereinzelt Musikwerke kopieren, sondern um die "öffentlichen Aufforderungen zum Gesetzesbruch wie Kopieranleitungen und 'Knackhinweise'". Der DJV sprach von einem wichtigen Schritt zur europäischen Harmonisierung des Urheberrechts.

Die Musikverleger setzen jetzt auf eine rasche Unterzeichnung des Gesetzes durch Bundespräsident Johannes Rau und Justizministerin Zypries, damit es nach der Verkündigung im Bundesgesetzblatt noch im August in Kraft treten könne. Für Zypries ist die Reform des Urheberrechts damit aber nicht abgeschlossen. In einem nächsten Schritt soll vor allem das Vergütungssystem reformiert werden.


gefunden bei stern.de


In meinen Augen ist das das Ende für alle Nutzer und Betreiber der P2P-Tauschbörsen und Szene-Boards in Deutschland. Das Ausland wird in dieser Hinsicht wahrscheinlich nachziehen und ebenfalls ähnliche Gesetze verabschieden. Ist nur ne Frage der Zeit. Das Ist das Aus für die Szene.
Alt 13. 07. 2003, 13:58 Zee is offline Mit Zitat antworten #1
TabulaRasa Spender
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nö, sehe ich anders.

die szene hat sich noch nie um gesetze geschert. diese neufassung soll nur dazu dienen, den einfachen endverbraucher besser an den galgen bringen zu können.

es wird kaum weniger raubkopien oder downloads geben, höchstens wird die szene ausgedünnt von den ganzen "ich hoste eine warezseite auf deutschem freespace"-kindern.

selbst die hersteller von kopierprogrammen wird das kaum jucken, im gegenteil. dann verlegt man seinen firmensitz einfach ins - sowieso steuergünstigere - ausland mit laxeren gesetzen, und bietet die ware eben per direktem download an.

gesetze bringen nun mal gar nix, ausser mehr arbeit für die gerichte. es wird kein bewusstseinswandel stattfinden, an dessen ende auf einmal wieder alle leute überteuerte software / musik / was auch immer kaufen.

schon heute gäbe es genug gesetzliche handhabe, verstösse gegen das urheberrecht zu verfolgen. aber da leider regierungen oftmals in sinnlosen aktionismus verfallen, um den eindruck zu erwecken "wir tun was", müssen eben neue gesetze her.

das internet ist eben kein lokal begrenzter, deutscher, amerikanischer oder afghanischer rechtsraum - wenn man innerhalb deutschlands oder europas seine interessen durchsetzen will, und der betreffende server steht zufällig in der ukraine oder marokko, dann viel spass bei der strafverfolgung. schlupflöcher gibt es genug.
Alt 13. 07. 2003, 16:46 TabulaRasa is offline Mit Zitat antworten #2
mcubic
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Aloa!

Auf die orakelten Auswirkungen auf die Warez-Szene gehe ich hier nicht naeher ein, das hat TabulaRasa ausfuehrlichst getan.

Was ich absolut nicht verstehn kann, ist das Rumgeschrei einiger Leute (im mein jetzt nicht konkret Dich, Zee), die sich bei Schlagwoertern wie DRM oder diversen Kopierschutzmassnahmen ueber ihre Unterdrueckung durch Industrie und deren Helfershelfer in der Politik ereifern. IMO ist es Fakt, dass einfach deshalb kopiert wird, weil's zum einen einfach und zum anderen umsonst ist. Keine Sau kommt auf den Gedanken sich zu beschweren, weil er keinen Porsche umsonst bekommen kann - aber alle findens unglaublich shayze, wenn's die neueste Version vom Photoshop nicht 2 Tage nach Releasedatum im Esel oder sonstwo gibt. Liegt nunmal in der Natur der Sache, dass sich Computerdaten manipulieren, vervielfaeltigen, etc. lassen, wie sonst nichts auf der Welt.
Ich seh die Sache einfach so - ein komplettes Unmoeglichmachen von Raubkopien ist schlicht und ergreifend das gleiche, wie wenn ein grosser Freizeitpark - der moeglicherweise, aber das steht hier nicht unbedingt zur Debatte, total ueberhoehte Eintrittspreise verlangt - alle Loecher in den Zaeunen rundrum, die bis dato von allen Kindern exzessiv genutzt wurden, endgueltig zu schliessen.
Enttaeuschung wird und darf die Folge davon sein, aber Entruestung jeglicher Art ist fehl am Platz.
Was den Sinn und Unsinn von Raubkopien geht, da hatten wir hier onboard schon die ein oder andere Diskussion; ob's im Sinne des Threads ist, sich abermals darueber auszulassen ist die Frage.

In wie weit es um die "Szene" als Community schade ist, darueber masse ich mir kein Urteil an, hab da einfach zu wenig Ahnung - aber sollte das wirklich das Ende sein, ist's halt der Tod einer kurzen Aera einer Undergroundbewegung, die sowieso nach und nach durch Mitlaeufer ohne Ahnung und Ideale verwaessert wurde, aber damit ist sie denke ich kein Einzelfall (War schonmal jemand von Euch in Christiania/Kopenhagen? Dann weiss er vermutlich wie ich das meine).

auf das Risiko hin, nicht ganz konform mit einem Grossteil der Boardies zu gehen, mcubic
Alt 13. 07. 2003, 20:22 mcubic is offline Mit Zitat antworten #3
Cassiel
Archangel
 
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Der Witz an dem ganzen ist ja der, dass es jetzt verboten ist Kopierschütze zu umgehen. Das heißt selbst wenn ich eine gekaufte DVD zu hause habe und von dieser eine Kopie erstellen will mache ich mich strafbar. Wer kommt den auf so einen Bockmist?

Des weiteren heißt es ja es sei strafbar mit Hard- und Software zu handeln welche es möglich macht Kopierschütze zu umgehen. Somit wären CD-Brenner oder Software wie DaViDeo, CloneCD, etc. ebenfalls rechtswiedrig.

Gruß,
Cassiel
Alt 14. 07. 2003, 05:42 Cassiel is offline Mit Zitat antworten #4
Wollschaf
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es gibt aber auch open source software... die kopierschütze umgeht... das heisst solang man eine software gratis anbietet handelt man ja nicht damit. Man "handelt" nur beim Tausch absatzfähiger Leistungen, gegen Geld, oder eben diese.
Alt 14. 07. 2003, 12:44 Wollschaf is offline Mit Zitat antworten #5
Zyqoon
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Zitat:
Original geschrieben von Cassiel
Des weiteren heißt es ja es sei strafbar mit Hard- und Software zu handeln welche es möglich macht Kopierschütze zu umgehen. Somit wären CD-Brenner oder Software wie DaViDeo, CloneCD, etc. ebenfalls rechtswiedrig.
die beschreibung "kopierschutz" ist ja auch nicht näher definiert. Man stelle sich vor, der hersteller schreibt einfach auf seine nicht-CD "diese (nicht)-cd darf nur in geräten von XY abgespielt werden, alle anderen geräte können unseren "kopierschutz" umgehen", weil man meinetwegen auf dem PC die tracks ohne weiteres rüberkopieren kann.
Also was der hersteller sich da als kopierschutz ausdenkt ist sozusagen ihm überlassen.
Mich erstaunt es was für ein schwachsinn in .de durchgesetzt wurde.
Alt 14. 07. 2003, 13:14 Zyqoon is offline Mit Zitat antworten #6
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Mal ganz schnell und einfach gefragt, habt Ihr von den deutschen Gesetzesmachern was anderes als Schwachsinn erwarte?
Ich nicht!
Das war doch nun wirklich zu erwarten.
Die unwissenden und dummen benötigen doch auch einen Job und wir haben diese doch in Ihre Funktionen indirekt gewählt.
Was wollen wir da noch mehr.
Jedes Volk bekommt die Gesetzesmacher die es in der Mehrheit (wählt) verdient.

TOMPCT
Alt 14. 07. 2003, 13:31 Mit Zitat antworten #7
Cassiel
Archangel
 
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Zitat:
Original geschrieben von TOMPCT
Jedes Volk bekommt die Gesetzesmacher die es in der Mehrheit (wählt) verdient.
Eben!

Oder frei nach Dieter Nuhr: "Sollte man nicht zuerst die Wähler austauschen?"

Gruß,
Cassiel
Alt 14. 07. 2003, 13:48 Cassiel is offline Mit Zitat antworten #8
Arkaengel
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Zitat:
Original geschrieben von mcubic
Auf die orakelten Auswirkungen auf die Warez-Szene gehe ich hier nicht naeher ein, das hat TabulaRasa ausfuehrlichst getan.
In der Tat, das hat er. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Zitat:
Was ich absolut nicht verstehn kann, ist das Rumgeschrei einiger Leute (im mein jetzt nicht konkret Dich, Zee), die sich bei Schlagwoertern wie DRM oder diversen Kopierschutzmassnahmen ueber ihre Unterdrueckung durch Industrie und deren Helfershelfer in der Politik ereifern.
Da wird auf beiden Seiten viel mit Rhetorik gearbeitet. Fakt ist aber, dass DRM und Gesetze a la DCMA auch die legitime Nutzung erschweren. Siehe das Thema DVD unter Linux. Siehe im Laden gekaufte, kopiergeschützte CDs, die auf manchen Playern gar nicht laufen. Siehe die Reverse-Engineering-Verbote, die es unter Anderem sehr schwer machen, für bestimmte Produkte die Kompatibilität zu weniger gängigen Hard- und Softwareplattformen herzustellen.

Ein Beispiel: sagen wir mal, jemand hat einen hochgezüchteten Amiga, mit dem er recht zufrieden ist und der dank Linux-Port auch das Wesentliche kann. Dieser Jemand kauft sich einen MP3-Player, der mittels DRM-Software den Datentransfer DRM-geschützter Titel von, sagen wir mal, PCs und Macs zum Player unterstützt. Um diesen Player mit seinem Amiga nutzen zu können, muss dieser Jemand ausführliche Recherchen bezüglich Signalkodierung usw. betrieben und die Software vermutlich auch noch klonen. Es gibt genügend Freaks, die derartige Mühen auf sich nehmen und das Ergebnis auch noch Anderen zur Verfügung stellen, und dadurch sind die Herstellerfirmen teilweise aus der Pflicht, jede Nischenplattform zu unterstützen. Aber laut DCMA ist derartiges Vorgehen illegal. Es werden nicht nur Raubkopierer getroffen. Auch zahlende, legitime Kunden werden daran gehindert, von ihrem teuer erworbenen Eigentum vollen Gebrauch zu machen. Richard Stallman und die EFF geben zu diesem thema immer wieder gut durchdachte Statements ab.
Zitat:
IMO ist es Fakt, dass einfach deshalb kopiert wird, weil's zum einen einfach und zum anderen umsonst ist.
Da können wir uns einigen. Ich bezweifle ernsthaft, ob 75% der gezogenen Warez überhaupt mal ernsthaft benutzt werden. In vielen Fällen wär's mit freeware oder Shareware getan, aber die ist nicht so prestigeträchtig.
Alt 14. 07. 2003, 14:05 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #9
Stoertebeker
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Zitat:
Original geschrieben von Arkaengel
Da wird auf beiden Seiten viel mit Rhetorik gearbeitet. Fakt ist aber, dass DRM und Gesetze a la DCMA auch die legitime Nutzung erschweren. Siehe das Thema DVD unter Linux. Siehe im Laden gekaufte, kopiergeschützte CDs, die auf manchen Playern gar nicht laufen. Siehe die Reverse-Engineering-Verbote, die es unter Anderem sehr schwer machen, für bestimmte Produkte die Kompatibilität zu weniger gängigen Hard- und Softwareplattformen herzustellen.
Nur um das noch mal zu sagen, unter Linux gibt es *gar keine* Möglichkeit legal DVDs zu sehen und wenn, dann hat es der Verbraucher den Gesetzen seines Landes und Kriminellen zu verdanken.

Der Filmindustrie war das egal, als dann einer das ganze geknackt und es auch Nutzern freier Betriebssysteme ermöglicht hat ihre Angebote zu nutzen (sprich sie mit DVD Käufen noch reicher zu machen) haben sie ihn auch noch verklagt.
Edit: Angeblich gibt es *mittlerweile* für Grossabnehmer sowas wie PowerDVD, aber ich hab noch keine Möglichkeit gesehen es mir einzeln zu kaufen. Wir wohl eher für fertige Kisten sein, auf denen dann Linux läuft (so Embed Zeugs).
Wobei ich sowieso lieber OpenSource Software möchte und zwar für alles (wo ich mir wieder sicher sein kann es auch in 10 Jahren noch nutzen zu können).

DRM Daten haben auch ein Verfallsdatum, wie spielst du die in 10 Jahren ab, gibt es dafür lebenslangen Support oder hängt das am Ende an einen Betriebssystem, vielleicht sogar an einem Hardwarebauteil (genau diesem einen) ala TCPA?
Bei meinen LPs, echten Audio CDs, Oggs, MCs und MP3s weiß ich zumindest, dass ich sie auch noch in 10 Jahren hören werde, für alles andere wär mir mein Geld dann zu schade.

Zitat:
Da können wir uns einigen. Ich bezweifle ernsthaft, ob 75% der gezogenen Warez überhaupt mal ernsthaft benutzt werden. In vielen Fällen wär's mit freeware oder Shareware getan, aber die ist nicht so prestigeträchtig.
Wenn man sich die Shareware leisten könnte wäre derem Author der Gewinn entgangen, nicht den grossen Mitgliedern der BSA, die immer grossartig weinen.
Aber die Vorwürfe sind einfach grotsek, wie können Gewinne entgehen (bzw geraubt werden) für die niemals die nötige Kaufkraft vorhanden war? Egal ob nun Software oder Medien, wenn man sich die schwarzen Listen anschaut fragt man sich echt für *wie* blöd die die Leute halten.

Wenn die Medienindustrie wirklich finanziele Probleme hätte, dann würde sie einen Gang zurückschalten und auf Verbraucherwünsche eingehen, aber anscheinend wollen sie zumindestens mein Geld nicht.

Aber um auch was zum Topic zu sagen, das neue Urheberrecht macht es u.a. auch Schul- und Bildunseinrichtungen schwerer ihre Texte zu kopieren, genau wie es mir als ehrlichem Käufer vorschreibt, meine CDs in der Hitze liegen zu lassen, will ich sie in meinem Auto hören. Zur Not kann ich sie ja einfach nochmal kaufen.
Ich hab früher immer meine CDs und LPs auf MC für mein Autoradio kopiert, das war doch schon immer gang und gäbe seit es Tonbänder zum Aufnehmen gibt, dass man auch mal etwas kopiert (geht meines Wissens nur noch, wenn man keine grossen Anstrengungen unternehmen muss um den Kopierschutz zu knacken und das ganze aus einer sauberen Quelle (z.B. Freund mit Orginal CD, nicht Internet) kommt, aber 100%ig sicher bin ich mir da nicht).

Aber waren Warez jemals legal oder wie kommst du auf Auswirkung in der WareZ Szene?

privatkopie.de (Urheberrecht) und die von Arkaengel angesprochene eff.org (u.a. DRM und Verbraucherschutz) haben dazu weitere Infos.

Geändert von Stoertebeker (14. 07. 2003 um 15:33 Uhr).
Alt 14. 07. 2003, 15:02 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #10
mcubic
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100% Ack. mit Arkaengel und Stoertebecker, was Gefahren usw. von DRM, TCPA und dem ganzen anderen Mist angeht. Ich bin in meinem ersten Posting nicht naeher drauf eingegangen, weils mir in 'nem Thread "Ende der Warez-Szene" ein bisserl OT erschien, aber nun gut.
Ein Problem dass sich mir bei der ganzen Diskussion immer wieder stellt ist das der Vertragsfreiheit. Kann ich wirklich dagegen anstinken, wenn der Produzent einer DVD mir nur die Wahl laesst, sie am Standalone oder unter Windows anzuschauen...? (Ich hab weder nen Standalone-Player und nutze quasi ausschliesslich Linux und FreeBSD auf meinen Rechnern.) Moralisch gesehn isses natuerlich beschissen, wenn Grosskonzerne ohne Ruecksicht auf Verluste ihre Interessen durchsetzen und sich gegenseitig exklusive Vorlagen zuspielen, waehrend kleinere Entwickler und Nutzergruppen die gearschten sind. Aber rein rechtlich... IMO wird effektiv eigentlich niemand um sein Recht des Gebrauchs einer Sache gebracht, wenn der Hersteller genau definiert wie's zu gebrauchen ist - sprich: die CD darf in der Anlage und im Windows-PC abgespielt werden, Ende Gelaende (Ich hab mir in den letzten Monaten durchaus die ein oder andere CD gekauft - zB Foo Fighters, Bad Religion, Seeed - die ich trotz Kopierschutz unter Linux mit minimalem Mehraufwand auf Platte gerippt habe).
Ist eben ne gewisse rechtliche Entmachtung des Nutzers, der fuer sich persoenlich mehr Moeglichkeiten in Betracht zieht als die genannten. Leider Gottes sind das allerdings wahrscheinlich so wenige, dass die Medienindustrie womoeglich drauf schicen kann.
Das einzige, was dagegen helfen koennte, Arka hats im Thread im OffTopic angesprochen, ist eben Aufklaerung - vor allem auf Seiten der Politiker, die entsprechende Gesetze verabschieden.
Ich befuerchte nur, dass die von Arkaengel geschaetzten 75% der 'sinnlosen' Kopien in der Hinsicht voellig kontraproduktiv sind, da sie der Gegenseite ein nicht ganz ungewichtiges Argument fuer ihre Sache in die Hand geben; aber so gibts eben auf beiden Seiten Leute, denen persoenliche Bereicherung im Vordergrund steht (Dass der eigentliche Hintergrund von DRM usw. Machtinteressen sind, duerfte eigentlich klar sein...)

Sorry wenn's ein bisserl konfus ist, aber ich muss wech, die Leute mit denen ich heut DSA-Abend hab, warten schon
Ueberarbeite das ganze heute nacht vielleicht nochmal...
Alt 14. 07. 2003, 17:18 mcubic is offline Mit Zitat antworten #11
DJ Xtended
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Zitat:
Original geschrieben von Cassiel
Der Witz an dem ganzen ist ja der, dass es jetzt verboten ist Kopierschütze zu umgehen. Das heißt selbst wenn ich eine gekaufte DVD zu hause habe und von dieser eine Kopie erstellen will mache ich mich strafbar.

Ich habe gerade die erste Lücke im neuen Gesetz entdeckt...
Ich kopiere einfach den Kopierschutz mit, somit habe ich den nicht umgangen - also kopiere (zumindest) ich, munter weiter!
Alt 14. 07. 2003, 18:45 DJ Xtended is offline Mit Zitat antworten #12
-laureus-
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Zitat:
Original geschrieben von Condomino
Ich habe gerade die erste Lücke im neuen Gesetz entdeckt...
Ich kopiere einfach den Kopierschutz mit, somit habe ich den nicht umgangen - also kopiere (zumindest) ich, munter weiter!

genial. mehr fällt mir dazu nicht ein.
Alt 14. 07. 2003, 18:49 -laureus- is online now Mit Zitat antworten #13
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wenn man es so betrachtet, ist das neue gesetz sogar ein waschechter "schuss ins eigene knie", da es für die hersteller von kopierprogrammen bedeutet, noch bessere programme zu erstellen, die jeden kopierschutz einfach mitschlucken.

die zweite lücke liefern sie gleich mit:
Zitat:
Privatkopien von Texten und CDs sind in Zukunft verboten, wenn sie von rechtswidrig hergestellten Vorlagen gezogen werden. Allerdings müssen die Nutzer nur dann haften, wenn die Vorlagen offensichtlich illegal erstellt sind.


fassen wir zusammen:
1. ich darf weiterhin von meinen originalen privatkopien anfertigen, wenn
2. ich den kopierschutz nicht umgehe, sondern mitkopiere.

genial. ich wünschte, ich könnte mein geld so leicht mit sinnlosem geplappere verdienen, wie unsere experten.
Alt 14. 07. 2003, 19:46 TabulaRasa is offline Mit Zitat antworten #14
shevek
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1. Ein Medium ist kopiergeschützt, d.h. kann normalerweise nicht ohne besonderen Aufwand oder Werkzeuge kopiert werden.
2. Ich kopiere das Medium 1:1 mittels besonderer Werkzeuge.
3. Damit habe ich trotzdem den Kopierschutz umgangen, sonst hätte ich es nicht kopieren können.
4. Die sind nicht sooo doof, wie ihr denkt. Total verrückt und zusammen mit dem ganzem Politikergesocks ein klarer Fall fürs Umerziehungslager, aber nicht doof.
Alt 14. 07. 2003, 19:57 shevek is offline Mit Zitat antworten #15
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Zitat:
Original geschrieben von shevek
1. Ein Medium ist kopiergeschützt, d.h. kann normalerweise nicht ohne besonderen Aufwand oder Werkzeuge kopiert werden.
2. Ich kopiere das Medium 1:1 mittels besonderer Werkzeuge.
3. Damit habe ich trotzdem den Kopierschutz umgangen, sonst hätte ich es nicht kopieren können.

wie ist dann zu erklären, dass das recht auf privatkopien weiterhin besteht?
Alt 14. 07. 2003, 20:09 TabulaRasa is offline Mit Zitat antworten #16
shevek
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Ich hoffe, ich verzettele mich jetzt nicht aufgrund soliden Halbwissens, aber afaik gibt es zwar ein Recht auf Privatkopien, dummerweise wird das durch das DMCA-ähnliche Kopierschutzumgehungsverbot für kopiergeschützte Inhalte faktisch ausser Kraft gesetzt.
Alt 14. 07. 2003, 20:12 shevek is offline Mit Zitat antworten #17
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Zitat:
Original geschrieben von shevek
2. Ich kopiere das Medium 1:1 mittels besonderer Werkzeuge.
Wobei es dann Auslegungssache des Gerichtes ist, ob CloneCD nun schon ein besonderes Werkzeug oder ein normales, eben sehr gutes Kopierprogramm (ist ja weitaus idiotensicherer also Nero mit seinen 100 Optionen und für zerkratzte, kaputte CDs gibt es auch nichts besseres). Aber der Coder davon weiß wohl warum er seinen Firmen- und Wohnsitz in die Schweiz verlegt hat.
Alt 14. 07. 2003, 20:27 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #18
Arkaengel
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Zitat:
Original geschrieben von mcubic

Aber rein rechtlich... IMO wird effektiv eigentlich niemand um sein Recht des Gebrauchs einer Sache gebracht, wenn der Hersteller genau definiert wie's zu gebrauchen ist - sprich: die CD darf in der Anlage und im Windows-PC abgespielt werden, Ende Gelaende (Ich hab mir in den letzten Monaten durchaus die ein oder andere CD gekauft - zB Foo Fighters, Bad Religion, Seeed - die ich trotz Kopierschutz unter Linux mit minimalem Mehraufwand auf Platte gerippt habe).
Ist eben ne gewisse rechtliche Entmachtung des Nutzers, der fuer sich persoenlich mehr Moeglichkeiten in Betracht zieht als die genannten. Leider Gottes sind das allerdings wahrscheinlich so wenige, dass die Medienindustrie womoeglich drauf schicen kann.
Die Entmachtung ist ja eben das Problem. Die Medien- und Softwareindustrie rückt ja mittlerweile davon ab, von einem 'Kauf' ihrer Produkte zu reden, um den Faktor Rechte am Eigentum auszuhebeln. Man spricht von einem Nutzungsrecht, das man am Eigentum des vermarktenden Konzerns auf Lizenzbasis erwirbt und das natürlich rechtlichen Bedingungen unterliegt. Das ist ja das Schleichende Übel an der ganzen Geschichte. Wenn sich diese Interpretation durchsetzt, kann z.B. die Plattenindustrie sich entschliessen, die Nutzungslizenz für den im Laden bezahlten Tonträger unübertragbar an den Ersterwerbenden zu knüpfen bzw. an ein einzelnes Gerät zu koppeln. Die Folge? Alle Second-Hand-Plattenläden können schliessen. Denkt mal an die Auswirkungen, wenn sich derartige Gesetze im Verlagswesen durchsetzen; hoppla, keine öffentlichen Büchereien mehr. Schliesslich entgehen da wahrscheinlich den Verlägen auch Gewinne.

Ich gestehe einem Künstler oder Entwickler durchaus Rechte an seiner Schöpfung zu. Aber heutzutage liegen diese Rechte meist bei Medienkonglomeraten und nicht bei den Schöpfern, die in der Regel mit Peanuts abgespeist und schlecht behandelt werden - siehe die letzte Rosterbereinigung bei den Majors, oder Eidos' und EA's Umgang mit den von ihnen eingekauften Entwicklerteams. Die Diskussion um die geprellten Schöpfer ist Blendwerk der Medienindustrie, nichts weiter.

Ich gebe dir Recht, mcubic, dass die Warezjünger die Diskussion um digitale Nutzerrechte und Copyright dadurch nicht einfacher wird, dass manche kopieren wie Äffchen auf Crack. Die ganzen TV- und Zeitschriftenberichte zum Thema 'Warezing for Dummies' haben auch nicht geholfen, ebenso wie 'Hacker'-Magazine, die sich überwiegend mit Sensationsmache und Script-Kiddie-Tipps aufdrängen. Das färbt alles die Meinung zu diesem Thema ganz im Sinne der Medienindustrie mit. Ein Schelm, der hier an Methode denkt.
Alt 14. 07. 2003, 20:30 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #19
Meseloupe
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Zitat:
Denkt mal an die Auswirkungen, wenn sich derartige Gesetze im Verlagswesen durchsetzen; hoppla, keine öffentlichen Büchereien mehr.

Es gibt eine Gesellschaft zur Wahrung der Autorenrechte. Bei derselben kann jeder Autor, dessen Bücher in einer öffentlichen Bibliothek stehen, ein Antragsformular ausfüllen und er bekommt aliquot zu den Buchseiten (nicht zur Häufigkeit der Entlehnung oder zu den Verkaufzahlen !!) einen jährlichen Betrag ausbezahlt.

Dieser wird aus einem Fond gespeist, der durch einen Abgabebetrag beim Kauf JEDES Kopiergeräts, das über den Ladentisch wandert, aufgefüllt wird. So sollen dem Autor die Verkaufsentgänge durch Kopieren von Büchern aus Bibliotheken abgegolten werden.

Wie, wenn nun ein (ziemlich geringer) Betrag auf jeden CD bzw. DVD-Rohling eingehoben wird, und hier großer "Fond" für die notleidende Musikindustrie gegründet wird. Erschiene mir jedenfalls irgendwie sinnvoller, als die ganze Shyze mit Nutzungsrechten und TCPA und so ...

CU ME
Alt 14. 07. 2003, 20:39 Meseloupe is offline Mit Zitat antworten #20
Arkaengel
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Zitat:
Original geschrieben von shevek
Ich hoffe, ich verzettele mich jetzt nicht aufgrund soliden Halbwissens, aber afaik gibt es zwar ein Recht auf Privatkopien, dummerweise wird das durch das DMCA-ähnliche Kopierschutzumgehungsverbot für kopiergeschützte Inhalte faktisch ausser Kraft gesetzt.
Ist auch mein Wissensstand, und eigentlich an sich paradox genug, die ganzen bisher erlassenen Gesetze zum Thema Computer und Copyright nochmal ernsthaft zu überdenken. Und da laut DCMA ein Kopierschutz das ist, was der Hersteller einen Kopierschutz nennt, wird's ab hier auch extrem schwammig.

Was mich an diesen ganzen Gesetzen am Meisten stört, ist dass man es nicht dabei belässt, die Möglichkeiten des Kunden einzuschränken. Man entbindet den Hersteller auch von nahezu allen Pflichten. Ein Beispiel: ich habe eine recht grosse Plattensammlung, um 800 CDs und einiges an Vinyl, alles gekauft. Für den Betrieb im Auto oder auf Festen werden natürlich Kopien benutzt. Wenn sich der Koperschutz bei Audio-CDs durchsetzt, darf ich diese Kopen nicht mehr anfertigen. Damit könnte ich leben, würde sich die Musikindustrie im Gegenzug verpflichten, beschädigte CDs kostenneutral zu ersetzen. Das tut sie aber nicht. Das ist nicht besonders kundenfreundlich. Wenn das Ziel der Übung das ist, rückläufige Umsätze abzufangen, dann ist das Ganze eher ein Schuss ins Knie.
Alt 14. 07. 2003, 20:44 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #21
Stoertebeker
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@Meseloupe
Du zahlst mit jedem Rohling und CD-Brenner bereits GEMA Gebühr, die Kohle werden sie sicher auch fröhlich weiter einsacken wollen.
Alt 14. 07. 2003, 20:53 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #22
Arkaengel
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Original geschrieben von Meseloupe
Es gibt eine Gesellschaft zur Wahrung der Autorenrechte. Bei derselben kann jeder Autor, dessen Bücher in einer öffentlichen Bibliothek stehen, ein Antragsformular ausfüllen und er bekommt aliquot zu den Buchseiten (nicht zur Häufigkeit der Entlehnung oder zu den Verkaufzahlen !!) einen jährlichen Betrag ausbezahlt.

Dieser wird aus einem Fond gespeist, der durch einen Abgabebetrag beim Kauf JEDES Kopiergeräts, das über den Ladentisch wandert, aufgefüllt wird. So sollen dem Autor die Verkaufsentgänge durch Kopieren von Büchern aus Bibliotheken abgegolten werden.
Stimmt, hatte ich übersehen. Funktioniert aber alles auch nur, solange die Rechte an den Werken bei den Schöpfern liegen und nicht beim Medienkonzern, der den Vertreib macht. Das ist bei Buchverlägen noch der Fall, bei der Musikindustrie schon einige Zeit nicht mehr.
Zitat:
Wie, wenn nun ein (ziemlich geringer) Betrag auf jeden CD bzw. DVD-Rohling eingehoben wird, und hier großer "Fond" für die notleidende Musikindustrie gegründet wird. Erschiene mir jedenfalls irgendwie sinnvoller, als die ganze Shyze mit Nutzungsrechten und TCPA und so ...
Die Idee ist so gut, dass sie schon mal einer hatte .Die GEMA und ähnliche Verbände wie ASCAP erheben bereits Abgaben auf CD-Rohlinge und Brenner, und tun es schon seit zwei oder drei Jahren. Die GEMA funktioniert ähnlich wie die von dir oben aufgeführte Gesellschaft und zahlt an die Inhaber der Songrechte aus. Der Medienindustrie reicht nun der GEMA-Obulus nicht mehr.
Alt 14. 07. 2003, 20:54