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PeterPanter
Mitglied
 
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 663
Ahoi,


in Jugoslawien und Nordkorea scheint es mir nur noch eine Frage relativ kurzer
Zeit zu sein, wann die dort noch regierenden (ich nenn' sie jetzt mal so) Sozialisten
von der Macht abtreten.
Wenn dann auch noch Fidel das Zeitliche gesegnet haben wird, dürfte es auf Kuba
nicht mehr lange dauern, bis auch dort die 'New World Order' den Lauf der Dinge bestimmt.

Für linke Nostalgiker bestimmt ein Grund, still die eine oder andere Träne zu verdrücken,
aber für unerschütterliche linke Optimisten auch ein Anlass zur Freude!
Erst mit dem Verschwinden der letzten Vertreter der gescheiterten Versuche mit
bolschewistischen Methoden die kommunistische Gesellschaft zu entwickeln, kann der sich
weltweit austobende Kapitalismus wieder mit einer linken Alternative konfrontiert werden,
die nicht sofort mit Hinweis auf den 'real existierenden Sozialismus' diskreditiert
werden kann.

Wenn diese 'Neo-kommunistische' Bewegung -die aufgrund des (selbst-)zerstörerischen
Charakters des Kapitalismus entstehen wird- dann auch noch in der Lage ist, aus den
gravierenden Fehlern zu lernen, die seit der Oktoberrevolution gemacht wurden und der
veränderten 'Klassenlage' im 21. Jahrhundert Rechnung trägt, die sich jetzt im
Weltmasstab darstellt, sind die Perspektiven für linke Politik in Zukunft vielleicht
besser, als sie es jemals seit Stalin waren.


Nur mal so eingeworfen


PeterPanter
Alt 26. 09. 2000, 08:50 PeterPanter is offline Mit Zitat antworten #1
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
Benutzerbild von Korrupt
 
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.412
Glueckwunsch zu deinem Optimismus.

Ich hab meine Bedenken, dass das alles als "Sieg" des Kapitalismuis verklaert wird (was es wohl auch ist, wen auch mit inhumanen Mitteln) und das Umdenken nicht aus den neuentstandenen sozialistischen Alternativen kommt, sondern eher aus den Widerspruechen eines entfesselten Kapitalismus resultieren wird.

Ich denke an die schon oefters angesprochenen Ressourcenkriege, ich denke an Voelkerwanderungen, die mit Waffengewalt an den Grenzen abgeschlagen werden muessen und so weiter. Enteignungen von Investitionen in Entwicklungslaendern, die Plantagen von Industrienationen akquirieren, um die Nahrungsversorgung ihrer Bevoelkerung zu sichern. Daraus resultierende militaerische IOnterventionen in den "Rebellenstaaten". Massenverelendungen in den Staedten der dritten Welt. (ich las demletzt im Spektrum, dass der Durchschnittsbewohner einer indischen Grosstadt um die 50% seines Einkommens fuer *Trinkwasser* ausgeben muss... soviel zum Internet fuer alle und unsere Probleme werden geloest...)

usw. Zusammengefasst, ich fuerchte eher ein Ende im Elend, wie dass ich mich auf einen optimistischen Neubeginn freuen kann. Die Veraenderungen werden nicht kommen, weil wir einen besseren Sozialismus entwerfen, sondern weil der Kapitalismus in den Kollaps fuehrt.

*seufz*
Alt 26. 09. 2000, 11:39 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #2
thane
mindless & desperate
 
Benutzerbild von thane
 
Registrierungsdatum: May 2000
Ort: österreich - wien
Beiträge: 32
die trauben sind mir sowieso zu sauer

salut!

das ganze, peter panter, klingt mir ein wenig nach zweckoptimismus....

aber egal, daß das kapitalistische system ein temporär begrenztes ablaufdatum hat, das steht wohl außer frage.
früher oder später wird es kollabieren (vielleicht erlebe ich es noch *freu*)

imho ist es aber nicht das sozialistische system an sich, das das versagen ins sich birgt, sondern ich halte einfach die im system involvierten menschen für zu schwach, um das an sich gute system aufrechtzuerhalten.

die gier ist es, die jedem menschen innewohnt, und das ist das problem, welches das system permanent schwächt, sich kontraproduktiv sogar in höchstem maße destruktiv auf selbiges auswirkt und es schließlich zu fall bringt und gebracht hat.

dennoch würde ich auch in postkommunistischen zeiten nicht verzweifeln, ich denke es kommt nicht so sehr auf das system an, in dem wir leben....
nicht die menschen passen sich auf dauer dem system an, sondern das system paßt sich den menschen an.
wenn jeder mensch sein bestes gibt sich selbst zu ändern, würden wir irgendwann die perfekte welt vorfinden (is zwar hoffnungslos optimistisch aber theoretisch im bereich des möglichen).

wie gesagt, ich baue auf den menschen, den größten fehlgriff gottes (und das sage ich als atheist , lol, "krank"), aber was bleibt auch sonst.

mfg
thane
Alt 30. 09. 2000, 23:25 thane is offline Mit Zitat antworten #3
Arkaengel
- gone -
 
Benutzerbild von Arkaengel
 
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: nicht mehr hier
Beiträge: 1.693
Wenn linke Nostalgiker einem Präsidenten nachweinen, der sein eigenes Volk in die Hungerkatastrophe treibt und dabei einen Personenkult um sich betreibt, wundert es mich nicht, dass der Sozialismus schon sehr nach Verwesung müffelt. Deine Schlußfolgerungen waren allerdings ganz gut, Peter; mein Standpunkt ist aber eher der, dass wir uns erst mal vom Denken in Links/Rechts-Schemen trennen müssen, um ein tatsächliches menschenwürdiges und funktionierendes System zu finden. Ich hoffe, dass Korrupt Unrecht hat und nicht erstmal sämtliche Ordnung zerfallen muss, bis es so weit kommt, bin aber zynisch genug, um zu vermuten, dass es genau so kommen wird...
Alt 19. 10. 2000, 02:48 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #4
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