Moin!
Ich habe gestern "Das Schwert der Stille" ausgelesen, nur vier Tage, nachdem ich es das erste mal aufgeschlagen habe. Ich bin schwer begeistert!
"Das Schwert der Stille" ist ein Fantasyroman, der stark unter japanischem Einfluss steht. Der Junge Tomasu entkommt einem Massaker in seinem Heimatdorf, da er von einem Mitglied des Otori-Clans gerettet wird. Dieser nimmt ihn in seinen Haushalt auf.
Bald erkennt Tomasu, der nun unter dem Name Takeo lebt, dass er über ein außergewöhnliches Gehör verfügt, mit dem er für andere unhörbare Gespräche in Nachräumen belauschen kann, er kann sogar anhand der Geräusche sich Bild über die Anzahl der Personen in dem Haus machen. Von seinem Lehrer, der einem geheimnisvollen Bund angehört, lernt er bald noch weitere Fähigkeiten.
Ein zweiter Handlungsfaden wird für Kaede eröffnet. Sie ist eine Geisel aus hohem Hause, mit der ein Friedensvertrag gesichert werden soll. Nachdem eine Wache, die sie vergewaltigen wollte, ermordet wurde und ein Mann, den sie heiraten soll, stribt, eilt ihr der Ruf voraus, dass sie den Männern, die sie begehren, den Tod bringen würde. Vielleicht wird die aus diesem Grund für eine neue Heirat für den Retter von Takeo vorgesehen, der zwar beim Volk sehr beliebt ist, jedoch bei den Herrschenden viele Feinde hat.
Leider hat der deutsche Name im Gegensatz zum englischen "Across the Nightingale Floor" nichts mit der Geschichte zu tun. Ansonsten gefällt mir die Übersetzung, ohne dass ich das Original kenne, jedoch sehr gut. Das "Schwert der Stille" ist der erste Band der Otori-Triologie. Im englischen ist bereits der zweite Band erschienen, der wohl nächstes Jahr auf deutsch erscheinen wird.
Lian Hearn versteht es sehr gut, den Leser mit ihrer Geschichte um Kampf und Liebe, Hinterhältigkeit und Verrat zu in den Bann zu ziehen. Ich kann jedem nur empfehlen, diesen Seitensprung zur klassischen Fantasy zu wagen.
Der Clan der Otori: Das Schwert der Stille von Lian Hearn
Erschienen im Carlsen Verlag
ISBN: 3-551-58106-1
Hardcover, 375 Seiten, 18 €
www.otori.de