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Ritter der Tafelrunde
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Studentenverbindungen
Hallo,
da es in Deutschland an den großen Universiäten doch recht viele Studentenverbindungen gibt, wollte ich fragen wie steht ihr dazu bzw. wie viel wisst ihr darüber.
Man muss ja bei Studentenverbindungen auch zwischen katholischen, Burschenschaften, Corps, Sängerschaften, Turnerschaften, generell schlagenden u.ä. unterscheiden.
Gruß
Lanzelot
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14. 09. 2003, 20:11
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#1
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Umfangreiches Thema...
Zuersteinmal:
Neben den vielen (nicht prozentual) schwarzen Schafen gibt es jede Menge Verbindungen, die absolut harmlos sind und durchaus eine Existenzberechtigung haben.
Viele Leute wissen über Verbindungen nur die gängigen Vorurteile, das man sich schlägt, betrinkt und in Seilschaften die Gesellschaft unterwandert um wichtige Stellen zu besetzen.
Nun, was stimmt davon:
Schlagen? Ein sehr grosser Teil der Verbindungen (alle katholischen, das sind sehr viele) schlägt überhaupt nicht.
Besaufen tun sich nur die wenigsten mehr als andere Studenten in dem Alter  und die geniessen bei anderen Häusern nicht unbedingt zwangsläufig den allerbesten Ruf.
Man trinkt etwas "organisierter", aber nicht mehr.
Seilschaften durch alte Herren?
Ja nun, man studiert z.B. Maschinenbau, und hat persönlichen, freundlichen Kontakt zu einem leitenden Mitarbeiter bei der Entwicklung irgendwelcher PKWs oder sowas.
Ist sicherlich kein Nachteil.
Oder man interessiert sich für Politik, einige CDU-Nachwuchsstellen werden relativ oft von Verbindungsstudenten besetzt. Ist aber auch damit zu erklären dass viele von denen die Stelle sowieso gerne hätten auch gleichzeitig an Verbindungen interessiert sind.
Ergänzt sich halt.
Vergangenheit der Verbindungen und die Schattenseiten:
Viele Verbindungen haben eine dunkle Zeit während des II. Weltkriegs erlebt, und haben sich eigentlich durch die Bank ziemlich antisemitisch Verhalten. Aber ohne da etwas entschuldigen oder herabspielen zu wollen (was der Sache nicht gerecht werden könnte), naja, so sah es halt zu der Zeit beinahe überall in Deutschland aus, da standen die Verbindungen nicht wirklich weit hinaus.
Heute ist Antisemitismus bei den Verbindungen natürlich kein Thema mehr. Natürlich gibt es Ausnahmen, es gibt immer noch Verbindungen die einen offenen Umgang mit der rechten Szene pflegen und aus ihrer "nationalistischen Ader" kein Geheimniss machen.
Das geht soweit das der Verfassungsschutz diese Verbindungen sogar jahrelang beobachtet hat.
Hoffe ich konnte dir weiterhelfen, siehe pn.
Warum willst du das eigentlich wissen?
Gabs wieder ne lustige Reportage im TV?
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14. 09. 2003, 23:53
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#2
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Boeses junges Fleisch
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.409
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Naja, ganz so nett und beschaulich ists nicht. zum einen gibts ne ganze reihe von verbindungen, die recht offen nehr als nur "deutschtuemelnd" unterwegs sidn, und da wird auch schon mal gern wieder das Sudetenland deutsch oder die verlorenen Ostgebiete beweint. Ganz zu schweigen von der erzreaktionaeren denkweise, die eben gepflegt wird, rechte "Tendenzen" hin oder her - das faengt mit dem idiotischen Militarismus an und hoert bei den ueblichen Neulinge-als-Arsch-vom-Dienst, strukturimmanenter Frauenfeindlichkeit usw. usf. auf.
Die Maschinenbauer mit Praxiserfahrung, da kommen mir auch schon fast die Traenen - das Politikerbeispiel passt da schon besser. grundsaezulich denk ich, liegt man mit der Aussage "Die verbindungen von heute sind der Filz von morgen" so falsch nicht.
generell denke ich, wenn einem so sehr nach "Kameradschaft" und heiterem Zusammensein ist: es gibt inzwischen eine ganze reihe von ehemaligen verbindungen, die sich offiziell aufgeloest haben und als loser Verein weitgehend ohne die ueblichen ghistorischen Altlasten ein mehr oder weniger frei verwaltetes Wohnheimleben betreiben. Die sind teilweise auch noch etwas suspekt, aber nun, so, wie ich solche kennengelernt hab, kein Vergleich zu den ueblichen Kisten.
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15. 09. 2003, 10:21
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#3
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Ja natürlich, so unrecht hast du nicht.
Aber es gibt genügend weisse Schafe, bei denen von Filz, "strukturimmanenter Frauenfeindlichkeit" und AvD bei Neulingen nichts zu spüren ist.
Was Punkte wie Sudetendeuschte und "verlorene Ostgebiete" angeht - das brauchst du mir nicht zu sagen, ich war in Wien bei einer Landsmannschaft zu Gast und habe Stimmen "von beiden Seiten" gehört und mich mit jeder Menge alten Leuten unterhalten.
Du hast schon recht, die haben ein "eigenwilliges Verständniss" der deutschen Geschichte  .
Die Jungs in Wien hatten stark nationalistische Einstellungen, das kann man nicht leugnen, das ging mir um einiges zu weit.
Aber Österreich hat da wohl allgemein einen Problem mit  .
In Polen haben wir Vorträge über die "verlorenen Ostgebiete" gehört... war aber ganz anders beleuchtet als seinerzeit die Aktion in Wien.
Egal. Jedenfalls habe ich ein Bild von den Einstellungen einiger Verbindungen.. manche sind da auffällig. Du hast Recht.
Frauenfeindlichkeit?
Nun, wir nehmen keine Frauen auf. Wohnen können sie hier für ein, zwei Semester, je nach Zimmerlage. Aber warum sollen wir Frauen aufnehmen? Ist das Frauenfeindlich wenn man keine aufnimmt? ---> Männergesangsvereine sind frauenfeindlich?
AvD bei Neulingen...
Nicht wirklich. Keine kassenführenden Ämter (nach schlechten Erfahrungen) und kein Stimmrecht bevor man 5 mal auf einem Konvent (Wohnheimssitzung) war.
Ist nachvollziehbar, oder?
Im Alltag gibts keine Benachteiligung.
Und was Chargen (Ämter wie Senior, Bierwart, Kassenwart, Sportwart) angeht, klar das die Leute die länger dabei sind Ämter haben die etwas mehr Erfahrung erfordern.
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15. 09. 2003, 10:37
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#4
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Ritter der Tafelrunde
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Zitat:
Original geschrieben von nathan west
Warum willst du das eigentlich wissen?
Gabs wieder ne lustige Reportage im TV?
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Ich sehe schon du kennst dich ganz gut aus. Wahrscheinlich bist du selbst bei einer Verbindung.
Ich frage nach der Meinung, da ich selbst bei einer katholischen Mittelschulverbindung bin und mal die Einstellung der Leute wissen will.
Also bei uns bekommen die jüngsten Mitglieder auch oft Ämter, wie z.B.: den Kassier, 2. Schriftführer oder Heimwart.
Ich selbst bin seit einem Semester bei meiner Verbindung und bin bereits Heimwart.
Gruß
Lanzelot
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15. 09. 2003, 11:12
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#5
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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 490
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In Wien gibt es afaik folgende Burschenschaften:
- Albia (auch in Graz und Regensburg vertreten)
- Aldania
- Bruna Sudetia
- Gothia
- Libertas
- Moldavia
- Olympia
- Silesia
Die von NathanWest angesprochene wird wohl Bruna Sudetia gewesen sein, eine schlagende Burschenschaft, die vor allem auf den "armen Sudentendeutschen" rumreitet.
Im Gegensatz zu den katholischen Studentenverbindungen (etwa CV) haben die meisten Burschenschaften einen deutlich von nationalistischen Gedankengut geprägten Ehrenkodex, weiters eine stattliche Anzahl alter Nazis in ihren Reihen und ebenso eine stattliche Anzahl an derzeitigen FPÖ-Politikern.
Die Burschenschafter versammeln sich Mittwochs um 12.00 Uhr beim Siegfried-Kopf in der Aula der Uni Wien, einem umstrittenen, von den Deutschnationalen 1923 gestifteten Monument.
Sie sind leicht an der Mensur (in Wien sagt man dem "Schmiss") zu erkennen, einer Narbe, die sie sich bei einem rituellen Degengefecht beigebracht haben. Deshalb nennt man sie auch die "Zerhackten".
CU ME
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15. 09. 2003, 11:21
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#6
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Mitglied
Registrierungsdatum: Mar 2001
Beiträge: 113
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wenn hier schon österreich angesprochen wird möchte ich noch ergänzen, daß eine karriere in der ÖVP (unsere cdu/csu) ohne beim ÖCV (österreichischer cartellverband) zu sein nahezu unmöglich ist, dieser filz ist auch bei uns gang und gebe. vielleicht noch über den bauernbund.
weiters sind die rechten hochburgen was verbindungen angeht in österreich die universitäten in graz und leoben (montan-uni). auch wenn mensuren verboten sind, so ist es für die teilnehmer offenbar geil mit dem frischen turban und blutverschmiertem gesicht durch die stadt zu laufen.
die schon erwähnte deutschtümlerei ist ein wirkliches übel, wer einmal bei einem kommers oder ähnlichem dabei war und das übliche liedgut vernommen hat, weiß wovon ich hier schreibe.
die beruflichen vorteile einer solchen mitgliedschaft lassen sich allerdings nicht verleugnen, auch in der wirtschaft, nicht nur der politik.
greetz elwood
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15. 09. 2003, 11:30
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#7
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Ich bin auch korporiert, nichtschlagend, nicht farbentragend.
In Wien waren wir bei zwei Verbindungen zu Gast, eine hast du aufgezählt, Meseloupe, aber es war nicht die explizit genannte.
Ich mag da aber keine Namen nennen.
Am Siegfriedskopf führte eine Stadtrundgang vorbei, wir haben uns den kurz angesehen....
Lage bei uns:
Ich habe hier noch *nie*einen Studenten mit Schmiss gesehen, weder einen aktiven noch einen alten Herren.
Von "blutverschmierten Gesichtern" ganz zu schweigen.
Ich habe eine Probemensur gesehen, die bis auf zusätzlichen Gesichtsschutz exakt einer hier ausgetragenen entspricht.
Da kann so gut wie überhauptnichts passieren.
Geändert von nathan west (01. 02. 2005 um 13:09 Uhr).
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15. 09. 2003, 13:17
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#8
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perdue
Registrierungsdatum: May 2002
Beiträge: 490
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Interessant finde ich eigentlich auch die "fraternity", die Studentenverbindungen in den englischsprachigen Ländern, allen voran der USA, die, afaik einen ziemlichen Einfluss auf die weitere Berufslaufbahn der Studeten haben sollen.
Mit den eigentlich recht verwirrenden Bezeichnungen wie z.B. "Alpha Phi Omega" und anderen griechischen Buchstaben als Abkürzungen sind die irgendwie schwer überschaubar für mich.
Weiters habe ich gehört, verlangen die auch einiges an Beitrittsgebühren. Sie die nicht auch an den Leistungen ihrer Zöglinge sehr interessiert ... wer weiss da näheres drüber?
CU ME
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15. 09. 2003, 13:49
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#9
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Boeses junges Fleisch
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.409
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Ich weiss, eine Kraehe und die andere... aber ich find es durchaus schon irgendwo bemerkenswert, wenn du den Leuten "eigenwilliges Verstaendnis" der geschichte attestuiert, wenn man eigentlich meint (oder?) dass es schlicht ein paar Altnazi- Revisionisten sind...
btw, anlaesslich der juengeren Diskussionen um die RAF bzw. die gleichnamige Ausstellung kann man vieleicht auch wieder verstaerkt auf das Foto des Ex - SS - manns Schleyer werfen: kann man auch Schmisse gucken gehen...
Meseloupe: alle meine Kenntnisse hab ich aus Matt Ruffs 2Fool on the Hill", und was ich da zu erkennen meinte, ist zum einen, dass der "Organisationsgrad" der Studierenden in USA offenbar zumindest in Ithaca hoeher ist und weiterhin, dass die in Deutschland problemlos funktionierende Gleichung "Verbindung, ergo konservativ bis deutschnational/rechtsextrem" dort nicht unbedingt immer hinhaut...
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15. 09. 2003, 14:22
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#10
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
Ich weiss, eine Kraehe und die andere... aber ich find es durchaus schon irgendwo bemerkenswert, wenn du den Leuten "eigenwilliges Verstaendnis" der geschichte attestuiert, wenn man eigentlich meint (oder?) dass es schlicht ein paar Altnazi- Revisionisten sind...
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Nene, lass ich mir immer noch nicht vorwerfen, "wir hier" wissen ganz genau was von einigen Verbindungen zu halten ist.
Da rennst du offene Türen ein.
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15. 09. 2003, 15:30
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#11
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Mitglied
Registrierungsdatum: Mar 2001
Beiträge: 113
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was die fraternities angeht kann ich eigentlich nur von meinen persönlichen eindrücken rückschliessen und die sind abgesehen von der rechtslastigkeit sehr den unsrigen ähnlich.
die genauen strukturen und dieses griechische zeugs sind mir allerdings bis heute ein rätsel und irgendwie auch ziemlich egal.
zu welcher verbindung man in usa geht/aufgenommen wird, hängt in erster linie mal vom gesellschaftlichen status ab. also auch auf welche uni man geht/sich leisten kann.
besonders krass ist diese situation in boston wo sich erstens sehr viele unis auf einem haufen befinden und im speziellen auch noch absolute eliteinrichtungen wie harvard und das MIT.
ich hab vor jahren das vergnügen gehabt die häuser von sowohl als auch besuchen zu dürfen und das war echt ein erlebniss.
die "harvard-bude" kam einem countryclub gleich aber das fest dort war genau so "schlimm" wie das ihrer ärmeren kollegen paar blocks weiter am nächsten abend.
die normale bude sah, sagen wir mal etwas wilder aus...hehe
wichtig in diesem zusammenhang auch der fraternity-ring, der auskunft darüber gibt wo man dabei ist...den tragen viele amerikaner wie einen ausweis ein leben lang. somit ist auch schon der berufliche stellenwert erklärt den die mitgliedschaft in einer elitären verbidung in usa ausmacht.
im normalfall sind die "buden" aber wie auch bei uns günstige wohnmöglichkeit, X-treme-partyzone etc.
greetz elwood
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15. 09. 2003, 15:54
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#12
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Zitat:
Original geschrieben von Der Elwood
im normalfall sind die "buden" aber wie auch bei uns günstige wohnmöglichkeit, X-treme-partyzone etc.
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Stimmt!
Günstiger wohnen kann man kaum, und die Partys sind auch nicht von schlechten Eltern
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15. 09. 2003, 16:15
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#13
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Ritter der Tafelrunde
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Naja aber die amerikanischen Verbindungen haben ja überhaupt nichts mit den Verbindungen in Österreich gemein.
Allein die Verhaltensformen sind ganz anders. In Amerika geht man nur zu einer Verbindung um saufen zu können und sich berufliche Vorteile herauszuschlagen.
Bei uns läuft das schon ein bisschen anders ab. Benehmen und Tradition gehören genauso wie Spaß zu einer Verbindung in Österreich.
Es ärgert mich nur oft, dass die schlagenden Verbindungen mit den katholischen bzw. konfessionellen verwechselt werden, weil keine katholische Verbindung schlagend ist. Macht ja auch keinen Sinn wenn man mal an die christliche Nächstenliebe denkt.
Gruß
Lanzelot
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15. 09. 2003, 19:25
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#14
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Punk?
Registrierungsdatum: Jun 2003
Ort: Austria
Beiträge: 37
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@ Lanzelot
Mir ist aufgefallen, dass du dich in der Materie sehr gut auskennst.
Doch welche Gründe sollten einen normalen Durchschnittsjugendlichen dazu bewegen (d)einer Verbindung beizutreten?
greez
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15. 09. 2003, 19:37
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#15
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Ritter der Tafelrunde
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Zitat:
Original geschrieben von SatanicSurfer
@ Lanzelot
Mir ist aufgefallen, dass du dich in der Materie sehr gut auskennst. 
Doch welche Gründe sollten einen normalen Durchschnittsjugendlichen dazu bewegen (d)einer Verbindung beizutreten?
greez
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Es geht bei meiner Verbindung eigentlich grundsätzlich um die Freundschaft. Natürlich spielt auch die Tradition eine wichtige Rolle, aber sobald man innerhalb der Verbindung Freundschaften geknüpft hat, ist die Tradition eigentlich nebensächlich.
Auch das gute Benehmen, bei uns der "Comment" (franz.: wie) genannt spielt eine große Rolle im Leben eines Coleurstudenten. Das gute Benehmen in der Öffentlichkeit ist sehr wichtig, da wir uns oft mit Vorurteilen herumschlagen müssen. Um mit diesen Vorurteilen fertig zu werden bzw. diese zu widerlegen brauchen wir gutes Benehmen. (sonst würden es uns die Leute ja nicht glauben  )
Auch die ständige Weiterbildung ist ein wichtiger Punkt. Bei meinem Verband dem TMV (Tiroler Mittelschüler Verband) hast du im Jahr zwischen 2 und 4 mal die Möglichkeit ein Seminar zu besuchen. Diese beinhalten viele Themengebiete wie Knigge, Rhetorik, Geschichte, Politik, Diskussionsführung, Präsentieren usw. Diese Seminare dauern in der Regel 1-3 Tage.
Ein mal im Jahr hast du die Möglichkeit die KFS (Kartell Führungs Schule) zu besuchen. Diese wird vom MKV (Mittelschüler Kartell Verband) ausgeschrieben. Dieses Seminar dauert eine ganz Woche und du hast die Möglichkeit Leute aus ganz Österreich kennenzulernen.
Was noch gesagt werden muss. Wenn du ein Seminar besuchst ist dieses kostenlos (Seminare, Essen, Schlafen, usw.) Du hast lediglich die Getränke die du konsumierst zu bezahlen.
Weil ich ganz am Anfang die Freundschaft angeschnitten habe. Wenn du einer Verbindung beitrittst wirst du nicht nur Leute aus deiner Verbindung kennenlernen, sondern auch Leute von anderen Verbindungen bei denen du zu Gast bist bzw. die Gast bei eurer Verbindung sind. Zwischen den sogenannten Bundesbrüdern (innerhalb der Verbindung) bzw. Kartellbrüdern (außerhalb deiner Verbindung aber in einer anderen) gilt das Du-Wort. Sprich du kannst zu jedem der bei einer Verbindung ist "du" sagen, egal ob er 15 oder 85 Jahre alt ist.
Nebenbei lernst du den Umgang mit Philistern (alte Herren der Verbindung) mit den du über ganz normale Themen reden kannst.
Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick in das Verbindungsleben geben. Falls du noch irgendwelche Fragen hast melde dich hier in diesem Thread oder via ICQ.
Gruß
Lanzelot
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15. 09. 2003, 19:55
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#16
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Mitglied
Registrierungsdatum: Apr 2001
Beiträge: 3.805
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Zitat:
Original geschrieben von SatanicSurfer
@ Lanzelot
Mir ist aufgefallen, dass du dich in der Materie sehr gut auskennst. 
Doch welche Gründe sollten einen normalen Durchschnittsjugendlichen dazu bewegen (d)einer Verbindung beizutreten?
greez
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Ich versuchs mal  :
Wenn man wegzieht zum Studieren, dann ist man froh, wenn man erstmal über so eine Verbindung Kontakte und Bekanntschaften macht. Du bist ja alleine da. Außerdem helfen dir die Mitglieder beu den alltäglichen Problemen im Studium (Ämter etc). So hab ichs jetzt schon bei mehreren Homepages von Verbindungen in Esslingen gelesen. Hab mir auch überlegt, ob ich mich mal einer zum besseren "Start" anschliessen soll.
Sowerit von mir ...
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15. 09. 2003, 19:56
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#17
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Ritter der Tafelrunde
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Danke für den Einwurf. Wenn du in einer anderen Stadt anfängst zu studieren hast du natürlich schlagartig einen großen neuen Freundeskreis.
Gruß
Lanzelot
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15. 09. 2003, 21:04
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#18
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Zitat:
Original geschrieben von lanzelot
Danke für den Einwurf. Wenn du in einer anderen Stadt anfängst zu studieren hast du natürlich schlagartig einen großen neuen Freundeskreis.
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Du hast einen neuen, grossen Bekanntenkreis!
Ob´s Freunde werden ist so eine Sache. Meist ist es so, ja. Sollte mal erwähnt werden.
Nicht das ich da schlechte Erfahrungen gemacht habe.
Das Wohnen/Leben "auf dem Haus" hat schon überwältigend viele Vorteile  .
Das praktische, was Lanzelot meinte war vermutlich die Tatsache das die Bewohner des Hauses sich die neuen Mitbewohner i.d.R. selbst aussuchen dürfen, und so sind halt immer ähnliche Leute dort, bzw. nur Leute die gut miteinander klarkommen.
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15. 09. 2003, 21:16
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#19
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Ritter der Tafelrunde
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Sep 2003
Ort: Telfs/Tirol
Beiträge: 27
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Zitat:
Original geschrieben von nathan west
Das Wohnen/Leben "auf dem Haus" hat schon überwältigend viele Vorteile .
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Naja es muss aber auch nicht sein, dass du bei einer Verbindung bist, die ein eigenes Haus besitzt. In Innsbruck haben die wenigsten Verbindungen ein Haus. Besonders bei den katholischen fallen mir im Moment nur 2 ein die ein Haus haben, aber keine Zimmer anbieten. Die Burschenschaften und Corps in Innsbruck haben große Häuser, wo es auch Wohngelegenheit gibt. Ich nehme an das kommt daher, dass es die schlagenden Verbindungen schon länger als die katholischen gibt.
Gruß
Lanzelot
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16. 09. 2003, 20:41
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#20
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Och, in Aachen bieten eigentlich fast alle Verbindungen auch Zimmer an, bzw. haben ein eigenen Haus, eine Etage oder zumindest ein paar WG´s in einem grossen Haus.
Ich kenn hier keine ohne Haus/Zimmer, das liegt vermutlich daran das wir die logischerweise nicht besuchen und sich somit kein Kontakt aufbaut.
Mal überlegen, also schlagende Verbindungen gab es von Anfang an, das ist in der Entstehung der Verbindungen allgemein begründet, aber die katholischen Verb. kamen nicht viel später, da tut sich nicht viel, daran wirds nicht liegen.
Und die Häuser haben sich seit dem Gründungsdatum sowieso fast immer geändert, die blieben nicht 100 Jahre im gleichen Haus  .
Katholische Verbindungen kämen für mich nicht in Frage da ich mit Religion *nichts* am Hut habe.
Chors: Zu diszipliniert, ausserdem 99,9% pflichtschlagend, d.h. man MUSS Mensuren schlagen.
Also für mich disqualifiziert.
Burschenschaften: Zu traditionell, immer noch sehr diszipliniert, im grossen und ganzen nichts für mich. Und soweit geht meine Verbindung mit dem Vaterland nun doch nicht. soviel hab ich damit einfach nicht am Hut.
Sängerschaften, Turnerschaften: Nicht in diesem Leben  .
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16. 09. 2003, 21:40
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#21
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Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2003
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Beiträge: 11
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Studentenverbindungen
Hallo Leute, ich wollte mich auch mal zu diesem Thema zu Wort melden.
Ich bin auch Mitglied in einer Studentenverbindung und zwar in einer katholische, wie ihr sie hie bezeichnet. Unser Dachverband ist der CV (Cartellverband). Der CV hat über 120 Verbindungen und 36.000 Mitglieder. Damit ist er nicht nur der größte Verband in Deutschland, sondern auch der größte Akademikerverband Europas. Sehr viele Bekannte Personen sind Mitglieder im CV. So zum Beispiel Thomas Gottschalk, der Bundeswirtschaftsminister a.D. Werner Müller, Friedrich Merz, Klaus Kinkel, der deutsche Astronaut Ulf Merbold, 3 deutsche Kardinäle, mehrere Bischöfe und so weiter.
Die CV Verbindungen haben zumeist folgende Prinzipien
Religio - Scientia - Patria - Amicitia
Zu religio - Ja, wir sind alle katholisch. Aber wir sind nich alle katholischer als der Papst. Wie immer gibt es hier mehrere Schattierungen. Vom religiösen Fanatiker bis zum Atheisten. Alle sind eigentlich bei uns willkommen. Man muß halt nur katholisch getauft sein. Ich selbst bin gläubig, aber ich geh nicht jede Woche in die Kirche, wie manche vermuten.
Zu scientia - Wir sind Akademiker, also widmen wir uns auch der Bildung.
Zu patria - wortwörtlich aus unserem Programm: bedeutet unser engagiertes Eintreten für Recht und Freiheit in unserem demokratischen Gemeinwesen, getragen von der Liebe zu unserem Vaterland. Jeder ... soll als verantwortungsbewußter Bürger aktiv in Politik und Gesellschaft mitwirken und den Gedanken an ein vereintes Europa fördern - so, klingt doch garnicht rechtsradikal, oder? Eher offen für neues. Zum Thema Rechtsradikal mehr unter Vorurteilen.
Zu amicitia - Die Freundschadt. Sie wird bei uns groß geschrieben. Jedes Mitglied nennt den Anderen Bundesbruder. Ein Bundesbruder ist mehr als ein Freund. Jeder hat das Recht den anderen zu duzen. Sei es einen Bischoff oder einen Politiker.
So, das sind die Prinzipien, denen unser Dachverband zu Grunde liegt.
Nun mal was zu den Vorurteilen
- Alle Verbindungen schlagen.
Falsch, die wenigsten tun dies. Selbst viele Corps, Burschenschaften und Landsmannschaften die früher schlagend waren haben das aufgegeben
- Verbindungen sind Rechtsradikal
Es gibt natürlich Verbindungen die extrem rechts stehen, doch sind sie in der Minderheit. Es kommen immer ein paar Verbindungen, hauptsächlich Burschenschaften und Corps in die Medien, weil sie vom Verfassungsschutz, wegen rechtsradikaler Umtriebe, beobachtet werden. Diese Verbindungen passen natürlich genau in diese Nische und werden von Medien und z.B. vom U-Asta als allgemeinbild für Verbindungen aufgeführt. Die anderen Verbindungen sind uninteresssant für die Medien, da sie keine großen Storys liefern.
Nun fragen sich die Leute aber auch, warum so wenige Ausländer in deutschen Verbindungen sind. Dazu muß man erst mal anführen, daß die Verbindungen in Deutschland sind und hier naturgemäß mehr Deutsche als Ausländer leben. Es ist wichtig wenn man in einer Verbindung ist, daß man der Deutschen Sprache mächtig ist, denn dies ist nun mal unsere Amtssprache. Wenn jemand aus dem Ausland kommt und gut Deutsch spricht ist er in unserer Verbindung gerne Willkommen
- Verbindungen sind Frauenfeindlich
Ach was, nicht frauenfeindlicher als jeder einzelne Mann. Wir sind nun mal eine Männer Verbindung. Wir leben auf unseren Haus zusammen und verstehen uns alle eigentlich sehr gut. Entschuldigung an alle Frauen die dies lesen. Meine eigene Erfahrung ist, daß wenn Frauen ins Spiel kommen, sofort Streit, Intrigen, Getuschel, usw. ins Spiel kommen.
Es gibt aber auch gemischte Verbindungen, sowie reine Damenverbindungen.
- Verbindungen sind nur Seilschaften
Klar. Wer sucht nicht nach Beziehungen. Warum tritt man in Parteien, Vereine oder andere Gruppen ein. Um Beziehungen zu knüpfen. In einer Verbindung ist dies natürlich einfacher. Doch ich zum Beispiel will nicht alles durch Vitamin B erreichen. Ich nehme gerne Tips an, doch würde ich nie einen Bundesbruder fragen, ob ich bei ihm einen Job bekomme. Wenn ich nichts taugen würde, würde er mir den Job eh nicht geben. Hier ein kleines Geheimnis. Viele Leute tragen an ihren Anzügen kleine Anstecknadel ihres Dachverbandes. So erkennen sich sich die Leute später im Berufsleben. Ein Vorstellungsgespräch läuft doch sehr viel lockerer, wenn man sich gleich von Anfang an duzen kann  . Aber man muß sich auch dann noch beweisen.
- Verbindungen sind elitär und versnobt
Bei einigen kann man dies bejahen, aber dies ist nicht die Regel. In meiner Verbindung denkt niemand, daß er was besseres ist. Wir haben hier Söhne von Rechtsanwälten, Bankvorständen, Beamten, Elektrikern, Lehrern usw. Also ein buntgemischter Haufen.
- Neue Mitglieder werden wie Sklaven gehalten
Kann ich nicht behaupten. Neumitgllieder heißen bei uns Füxe. Sie sind wenn man es so ausdrückt Mitglieder auf Zeit mit nicht vollem Stimmrecht. Bei uns haben sie diesen Status ca. 1 Jahr. Wenn wir die Leute wie Sklaven halten würden, hätten wir schon längst keine Mitglieder mehr. Nach einen Jahr werden die Füxe Burschen. Dies erfolgt nach einer Prüfung, bei der sie über die Geschichte der Verbindung usw. befragt werden
- Verbindungen vermieten so billig um die Studenten in die Falle zu locken.
Richtig erkannt, aber Falle würde ich nicht sagen. Wir vermieten die Zimmer so günstig, da wir uns erhoffen, das die Leute auch eintreten. Die Studenten kommen so auf unser Haus und lernen hier unsere Verbindung kennen. Die meißten bleiben hängen. Wir bekommen jedes Jahr über die Zimmer ca. 4 - 6 neue Mitglieder.
So, mehr fällt mir nicht mehr ein. War ja auch ne Menge. Wenn ihr sonst noch Fragen habt, stehe ich euch gerne zu Verfügung
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24. 09. 2003, 01:59
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#22
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Aachen
Beiträge: 12.256
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Deine Beschreibung zum Thema "Frauenfeindlichkeit" gefällt mir.
Nicht mehr als jeder einzelne Mann im paarungsfähigen Alter.
Wie soll man mit 22 Jahren eigentlich ne anständige Frauenfeindlichkeit entwickeln?
Das ist schon lustig wenn einem sowas ein Astamensch sagt.
Wir nehmen keine Frauen auf weil wir die Verbindung u.A. dafür nutzen, mal den daraus resultierenden Problemen zu entgehen. Wenn man mit 20 Jungs auf nem Haus lebt braucht man sogar noch mehr Regeln, um Streit zu vermeiden: Exfreundinnen von Bundesbrüdern sind z.B. "verboten"  .
Noch zwei Totschlagargumente:
Männergesangsvereine nehmen auch keine Frauen auf.
Jede Bundesligefussballmanschaft ist genauso frauenfeindlich wie wir.
*scnr*
Ausländer:
Wir haben ausländische Hausbewohner, die momentan zwar noch deutsch lernen, aber das macht ja nix, und ausländische Mitglieder (natürlich relativ wenige, ich hätte ja auch weniger Interesse in Uganda in eine Verbindung einzutreten). Aber wer will, sich dafür interessiert, etwas Zeit opfern kann darf mitmachen.
Billige Zimmer als Falle:
Wir liegen mit den Zimmern etwa 10-50 Euro unter den Zimmerpreisen des Studentenwerks.
110-140 Euro kosten wir. Dafür gibts ne grosse geile Villa, schicken Garten, zwei Grillplätze, Partykeller, Tresen, Kühlkeller, Premiere, 11Mbit, grosse Küche usw.
Klar, wer sich das anguckt und Verbindungen nicht "schlimm" findet, nicht natürlich das Angebot in Anspruch, erstmal 6 Monate VÖLLIG(!) unverbindlich hier zu wohnen.
In dieser Zeit wird er dann eingeladen am Konvent (jeden zweiten Montagabend) teilzunehmen, und mal ein paar Fuxenstunden zu besuchen.
Ausserdem nahm bisher jeder Hausgast gern am Tresenabend teil.
Nach 6 Monaten kann er nur weiter bei uns wohnen wenn a) das Zimmer nicht neu vermietet werden kann oder er b) Mizglied werden will, oder c) wir uns nicht sicher bei ihm sind.
Wir vermieten nur über die Zimmer, jedes Jahr ziehen 3-4 neue ein, davon normalerweise ein ausländischer Gaststudent der hier nur 1 Semester studiert, 1-2 keilbare Gäste (also im schnitt 2 die mitmachen wollen und dürfen) und einer der sich entscheidet das es nichts für ihn ist.
Wir kommen pro Semester auf 1-4 neue Füxe, meine Erfahrung.
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24. 09. 2003, 08:07
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