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Registrierungsdatum: Oct 2002
Ort: Hotel zur "Mama"
Beiträge: 219
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Die Rudi Völler Rede
Wen's interessiert, der kann das ganze auch als Text bei DSF lesen.
In Textform find ichs fast noch besser! Wenn Du Lust hast kannst das ja auch auf die erste Seite kopieren,
Ich habs auch mal extrahiert:
Interview
"Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören"
Rudi Völler zeigte sich nach dem dürftigen 0:0 gegen Island sehr verschnupft
München/Reikjavik - Rudi Völler hat erstmals seine Contenance verloren. Nach dem 0:0 in Island nahm der DFB-Teamchef kein Blatt vor dem Mund und kritisierte im Gespräch mit ARD-Reporter Waldemar Hartmann offen die seiner Meinung nach unfaire Berichterstattung über die Nationalmannschaft.
Das Interview im Wortlaut:
ARD : Herr Völler, stellen Sie sich nach so einem Spiel schützend vor die Mannschaft, weil sie sie am Mittwoch noch brauchen. Oder wollen Sie sie aufrütteln?
Rudi Völler: Beides. Ich wurde nach dem Spiel gegen die Färöer belächelt, weil ich die Mannschaft in Schutz genommen habe. Das ist heute schwer möglich, weil wir besonders in der zweiten Halbzeit viel zu behäbig gespielt haben. In der ersten Hälfte hatten wir die Isländer noch ganz gut im Griff und haben uns auch die ein oder andere Torchance erarbeitet. In der zweiten Halbzeit kamen zu wenige Impulse aus dem Mittelfeld, im Sturm konnten wir uns kaum durchsetzen. Und wir haben uns eindeutig zu wenig bewegt. Am Mittwoch dürfen nur Spieler auflaufen, die mir versprechen, dass sie hundertprozentig für die Mannschaft arbeiten.
Frage: Wie soll das Problem behoben werden, dass die deutsche Elf so wenige Tore schießt?
Völler: Daran müssen wir arbeiten. Kevin Kuranyi hat seine Sache in der zweiten Hälfte ganz gut gemacht. Aber grundsätzlich ist es natürlich richtig, dass wir zu wenig Tore machen. Aber ich muss zur Berichterstattung einfach mal sagen, dass es eine Sauerei ist, was Günter Netzer und vor allem Gerhard Delling da so von sich geben. Ich kritisiere die Mannschaft, aber ich muss sie da natürlich auch in Schutz nehmen.
Frage: Was genau meinen Sie?
Völler: Das dauernde Gerede vom erreichten Tiefpunkt, dann noch mal einem. Und dann noch einem niedrigeren Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören. Ich weiß nicht, woher die beiden das Recht nehmen, so etwas zu sagen. Das verstehe ich nicht. Und der Satz, die Samstagabend-Unterhaltung werde immer schlechter... Dann soll der Herr Delling doch Samstagabend-Unterhaltung machen und keinen Sport, keinen Fußball. Dann soll er bei "Wetten dass" den Gottschalk ablösen. Diese Berichterstattung ist für mich das allerletzte. Sonst ist es das Beste, dass ich den Beruf wechsele.
Frage: Suchen Sie sich da nicht den falschen Adressaten für Ihre Kritik aus?
Völler: Nein, ich suche mir genau den richtigen aus. Ich sitze hier seit drei Jahren und muss mir diesen Schwachsinn immer anhören.
Frage: Aber der Ansprechpartner für Ihre Kritik muss doch die Mannschaft sein.
Völler: Die bekommt auch ihr Fett weg. Aber ich kann diesen Käse nach jedem Spiel von wegen Tiefpunkt nicht mehr hören. Wir haben heute beim Tabellenführer 0:0 gespielt. Das ist für unsere Ansprüche sicherlich ein bisschen wenig. Wir sind Vize-Weltmeister, da muss ein bisschen mehr kommen. Aber dann dieser Scheiß, der da immer gelabert wird... Wir sollten uns Gedanken machen, ob wir so weitermachen können. Es ist das allerletzte, immer alles in den Dreck zu ziehen. Ich lasse mir das nicht mehr so lange gefallen.
Frage: Aber wir müssten doch als Vize-Weltmeister eine Mannschaft wie die Isländer klar beherrschen.
Völler: Wieso denn? Die Isländer sind Tabellenführer, oder etwa nicht? Warum sollten wir den auswärts klar beherrschen? In welcher Welt lebt ihr denn alle? Ich habe doch die Mannschaft kritisiert und werde am Mittwoch nur die Leute aufstellen, die sich den ***** aufreißen. Aber ihr müsst doch mal von euerem hohen Ross herunter kommen. Was ihr euch immer alle einbildet, was für einen Fußball wir in Deutschland spielen müssen... Was die Mannschaft um Günter Netzer früher gespielt hat, konnte man sich doch gar nicht anschauen. Das war doch Standfußball.
Frage: Ich kann jetzt nicht verstehen, warum da die Schärfe rein kommt.
Völler: Die Schärfe bringt ihr doch rein. Müssen wir uns denn alles gefallen lassen?
Frage: Ich habe doch jetzt keine Schärfe hinein gebracht.
Völler: Du nicht. Du sitzt hier auf deinem Stuhl und hast drei Weizenbier getrunken und bist schön locker.
Frage: Also in Island gibt es kein Weizenbier, ich bin auch kein Weizenbiertrinker. Ich weiß nicht, ob wir in diesem Stil weitermachen wollen. Aber jetzt sollen Mittwoch Leute spielen, die sich den ***** aufreißen. Warum haben die heute das denn nicht getan?
Völler: Es ist natürlich auch ein Gegner auf dem Platz. Und natürlich war das von dem ein oder anderen auch nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. In der Halbzeit habe ich auch gesagt, wir müssen noch einen Tick mehr bringen, aber es wurde dann eher weniger. Aber ich verstehe nicht dieses hohe Ross. Natürlich müssen wir hier normalerweise etwas besser spielen. Aber es kann doch keiner von uns verlangen, dass wir hier herfahren und die Isländer 5:0 wegputzen. Unsere Situation hat sich durch das 0:0 nicht so sehr geändert. Wir müssen immer noch die Schotten schlagen. Und das mit dem Weizenbier tut mir Leid. Entschuldigung, das habe ich nicht so gemeint. Alles andere habe ich so gemeint, wie ich es gesagt habe.
München - Nach einer kurzen Schalte zurück zu den ARD-Experten Günter Netzer und Gerhard Delling bekam DFB-Teamchef Rudi Völler noch einmal die Gelegenheit, auf deren Analyse des torlosen Unentschiedens in Island im Gespräch mit Waldemar Hartmann Bezug zu nehmen.
Dabei deutete er an, dass er auch bereit wäre, persönliche Konsequenzen zu ziehen, wenn die Berichterstattung nicht an Schärfe abnehme. Die Rücktrittsdrohung relativierte er allerdings in der anschließenden Pressekonferenz.
Frage: Nach dem Spiel steht ein Teamchef unter Hochspannung. Das war bei Berti Vogts nicht anders. Ist diese Auseinandersetzung auch ein Zeichen dafür, dass du richtig sauer auch auf die Leistung dieser Mannschaft warst.
Rudi Völler: Vielleicht habe ich in meinen Worten etwas überzogen. Günter Netzer hat ja mit dem ein oder anderen, was er gesagt hat, auch Recht. Aber trotzdem gehören sich gewisse Dinge nicht.
Ich bin auch keiner wie Erich Ribbeck oder Berti Vogts, die jahrelang an ihrem Stuhl festgeklebt sind, egal was die Journalisten geschrieben oder ihr im Fernsehen gesagt habt. Das ist es mir nicht wert.
Ich versuche, mein Bestes zu geben, damit wir erfolgreichen und schönen Fußball spielen. Das gelingt uns nicht immer. Manchmal - wie heute - sieht es auch mal ein bisschen schlechter aus.
Wenn Günter Netzer sagt, sie hätten früher auch mal ein schlechtes Spiel gemacht, aber danach zehn überragende... Die zehn überragenden Spiele hätte ich früher gerne mal gesehen. Da muss man weit zurück gehen. Das muss noch vor dem zweiten Weltkrieg gewesen sein. Aber, Spaß beiseite.
Ich finde, dass viel zu hart berichtet wird. Hin und wieder muss Kritik sein und heute ist sie ja auch angebracht. Nur gibt es gewisse Kommentare... Ich komme hierher und bin eh schon sauer auf die Mannschaft und muss dann noch den Herrn Delling hören.
Ich kann es nicht akzeptieren, so extrem negativ zu sein. Ich könnte mich ja auch locker zurücklehnen, Herr Hartmann, und sagen. Mich kritisiert ja keiner, sondern nur die Mannschaft. Aber dann wäre ich am falschen Platze. Dann müsste ich mir einen neuen Beruf suchen. Ich muss die Mannschaft auch manchmal in Schutz nehmen.
Aber diese Aussagen sind für mich eine absolute Sauerei. Ich weiß, irgendwann bekomme ich selbst auch wieder auf die Nuss, aber das kann ich ab. Ich brauche nicht, dass alle "Rudi, Rudi" schreien und "Du bist der Größte und der Schönste". Das will ich gar nicht. Ich will nur, dass ordentlich berichtet wird.
Auf der anschließenden Pressekonferenz setzte der Teamchef seine Kritik an den Kritikern fort.
Völler: "Das ist so ein bisschen ein Ausbruch von mir gewesen, das lag mir schon lange auf der Seele. Es war Pech für Delling/Netzer, dass die Beiden es gerade waren. Das ist doch schon lange so im deutschen Fußball, das geht doch gar nicht so sehr nur um die deutsche Nationalmannschaft. Alle Gurus, diese Ex-Gurus, die irgendwann malFußball gespielt haben. Ob's der Kaiser (Franz Beckenbauer, die Red.) ist, den ich ja mag, der ja mein Trainer war, der mich nicht kritisieren würde. Der aber öfter in seinen Aussagen absolut überzieht, ob es bei Bayern ist oder bei uns. Und der Günter ja auch, und der Breitner auch.
Natürlich sind sie Fußball-Experten. Aber es gibt bei uns im Moment in Deutschland eine Steilkurve nach oben, diese Häme, diese Kritik, gerade von Ex-Trainer oder Spielern, die früher große Karrieren hatten. Natürlich müssen sie ihren Lebensunterhalt verdienen, da habe ich absolutes Verständnis dafür. Aber ich finde es eben total überzogen.
Frage: Kann man das als Rücktrittsdrohung verstehen?
Völler: Nein, nein. Ich musste das jetzt mal loswerden, bevor ich Magengeschwüre kriege.
-ENDE-
Gruss
Biosman
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18. 09. 2003, 22:44
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#1
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Bavarese
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Monaco
Beiträge: 3.634
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Aber an Giovanni Trappatoni kommt unser Rudi NOCH nicht ran *fg*
Isch habe fertig!
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19. 09. 2003, 08:35
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#2
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Forinator
Registrierungsdatum: Jul 2003
Beiträge: 51
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Auf jeden Fall ist das Ganze eine hammergeile Rede. Rudi hatte ja recht damit. Und es hat ja auch was gegen Schottland gebracht. Er hat damit die Spieler wachgerüttelt.
-mfg-
s
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19. 09. 2003, 09:45
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#3
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Real Nowhere Man
Registrierungsdatum: Apr 2002
Ort: Nowhere Land
Beiträge: 1.866
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ich bin vielleicht ein bischen spät dran mit meiner meinung,
trotzdem muß ich die jetzt hier mal loswerden.
also ich find es eine bodenlose frechheit was sich unser aller RUUUUDIIII während des o.g. interviews geleistet hat.
ich kann mich nicht erinnern das sich Völler so erzürnte, als man ihn und seine mannen in höchsten töne über den klee lobte, nur weil man mit fast schon unverschämten dusel ins endspiel der letzten fussball WM gestolpert war.
netzer und delling haben ja nicht zu unrecht kritisiert.
man muß von einer deutschen nationalmannschaft einfach mehr erwarten können als solch einen grottenkick wie gegen island.
gerade in der hinsicht darauf, dass die meisten spieler der isländer höchstens zweitliganiveau besitzen und bei ihren clubs im ausland meist nur ersatzbespieler sind. ganz zu schweigen von denen, die in der isländischen liga spielen und nebenbei noch anderen jobs nachgehen und somit waschechte amateure sind.
vielleicht sollte Völler sich auch mal bei uns in der zweiten liga sowie in den beiden regionaligen umschaun. ich würde fast wetten, dass er dort ein paar junge und vorallem hungrige spieler finden wird die vielleicht nicht die mentalität eines bayern münchen spielers ("was interessiert mich die nationalelf, champoinsleague iss wichtiger") haben.
am schlimmsten fand ich aber die reaktion der medien in den tagen darauf, die unseren RUDI auch noch zu hilfe eilten und sich dabei fast selbst geisselten.
auch wenns abgedroschen klingt, der doofe fließbandarbeiter bei mercedes-benz muß auch jeden tag top qualität abliefern. denn bei ihm wird nicht lange kritik geübt, nein ihm wird gleich die roten karte gezeigt.
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30. 09. 2003, 17:06
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#4
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