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Wire
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10 Jahre Deutsche Einheit

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Geändert von Wire (07. 04. 2006 um 21:01 Uhr).
Alt 03. 10. 2000, 07:14 Wire is offline Mit Zitat antworten #1
TheMatrix
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Hmmm...

Der Fall der Mauer war etwas das Generationen erhofft haben Eigentlich hätte ich nicht gedacht ( bis es denn passierte ) das ich es noch erleben würde...

Das es aber passierte ist eine der dollsten Dinger in der Geschichte.

Das zwei Teile eines ganzen nach Jahrzehntelanger Trennung nicht in 10 Jahren wieder zu einem ganzen verschmolzen sind, halte ich für normal.

Aber imho sind wir auf einem guten Weg.

Was mich im Augenblick nur stört, ist die Tatsache das ein gekränkter Helmut Kohl durch einen Rundumschlag gegen politische Wiedersacher, die Feierlichkeiten zm 10. Jahrestag sabotiert.

FAZIT: Auf die nöchsten 10 Jahre! [br][br][Editiert von TheMatrix am 03. 10. 2000 um 10:37]
Alt 03. 10. 2000, 09:30 TheMatrix is offline Mit Zitat antworten #2
bada
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nach 10 jahren muß ich leider feststellen (ost), daß der kapitalismus genausowenig toll ist wie der ddr-sozialismus.
anderst zwar, bunter, lauter und materieller, aber nicht eben besser. geschichte kann mensch nicht zurückdrehen und hätte und wäre gibt es nicht. also ost wie west- weiter kämpfen!
msg bada
Alt 03. 10. 2000, 17:15 bada is offline Mit Zitat antworten #3
Korrupt
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Ich komm grade erst von der Demo, insofern will ich mich grade nicht direkt aeussern, lieber erst abregen.

Aber trotzdem: es gibt nix zu feiern, der Kampf geht weiter!

Wie gehabt: wir sind wieder wer.
Scheisse.

Alt 03. 10. 2000, 21:11 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #4
TheMatrix
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Zitat:
Original erstellt von Korrupt
Aber trotzdem: es gibt nix zu feiern, der Kampf geht weiter!

Wie gehabt: wir sind wieder wer.
Scheisse.

???
Alt 03. 10. 2000, 21:13 TheMatrix is offline Mit Zitat antworten #5
Wire
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Geändert von Wire (07. 04. 2006 um 21:02 Uhr).
Alt 04. 10. 2000, 11:25 Wire is offline Mit Zitat antworten #6
Korrupt
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Naja, Hans Drach hats an anderer Stelle ja geposted, in .de werden wieder Synagogen angezuendet, der Rassismus ist inzwischen schon von einer sogenannten "Mitte-Links"-Regierung (ich krieg immer mehr das Kotzen, wenn ich drueber nachdenke) anerkannt und wird alltagspraktisch zur Zufriedenheit aller umgesetzt.

10 Jahre nach der Wiedervereinigung treibt der Alltagsrassismus wieder froehliche Urstaende, exportiert die Regierung Waffen in Krisengebiete, sind Out-of-Area-Einsaetze der Bundeswehr offenbar wieder trendy und beginnen ein paar machtbesoffene Psychopathen, die schlimmerweise an der Regierung sind und nicht in dem Irrenhaus, in das sie gehoeren, den europäischen Imperialismus wiederzuentdecken.

Dann feiern wir uns wegen 10 Jahren Einheit. Die bewiesen hat, dass noch schneller wie der Aufbau Ost die Rueckkehr zum alten Großmachtswahn, zu Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus funktioniert. Dass das "wertes und unwertes Leben" - Denken wieder trendy ist (nichts anderes ist die Unterscheidung zwischen nützlichen ausländischen Fachkräften , die reinduerfen, und unerwünschten Flüchtlingen, die unter geltendem Recht in Folter- und Verfolgerstaaten abgeschoben werden).

Gibts was zu feiern?
Deutschland womoeglich?
Sicher nicht... das bedaure ich nicht mal, das wird mehr und mehr wieder zu nem reinen braunen Brechmittel.
Alt 04. 10. 2000, 12:33 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #7
hans-drach
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hallo,
10 Jahre Einheit.... Richard v. Weizäcker, damals Präsident der BRD hat am 3. Oktober 2000 in einem Radiointerview das bekannte Zitat von Willy Brandt abegewandelt:
"Es wächst zusammen was zusammen gehört (Brandt), ja zusammen wachsen schon, aber nicht zusammen wuchern!"(Weizäcker)
Imho ist aber genau das passiert, da wurden überhastete Beschlüsse gefasst und zwei Länder wucherten zusammen, die damals vorhandene Chance voneinander zu lernen, wurde einfach übergangen!
Im Gegenteil, wie schon von Korrupt dargelegt, wurden weder vonm einen, noch vom anderen Staat die positiven Seiten übernommen sondern es hat sich eine neokapitalistische Grossmacht entwickelt, die im sozialer und menschlicher Hinsicht alle Wünsche offen lässt! Ein Staat indem die Presse und die Medien das Gezänke zweier Fussballfunktionäre höher einschätzt, als die flammenden Mahnmale, die, wieder mal, durch Naziterror gesetzt werden.
Eine Wahlvolk, dass das Recht mit einem 10 Liter Auto zum Zigarettenautomaten zu fahren höher einschätzt, als die Finanzierung unseres Gesundheitsystems!
Ein Land indem mensch sich abends nicht mehr in einen Stadtpark trauen kann, vor allem wenn mensch eine andere Hautfarbe hat.
Das Land der Dichter und Denker ist über den Umweg Richter und Henker zum Land der Schlichter und Lenker geworden!
Schlichter wenns um Terror von Rechts geht und Wirtschaftslenker!
Ncht gerade feierlich, oder?

mfg hans-drach
Alt 04. 10. 2000, 13:33 hans-drach is offline Mit Zitat antworten #8
Wire
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Alt 04. 10. 2000, 21:28 Wire is offline Mit Zitat antworten #9
PeterPanter
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ahoi,

wie sagte (vorm anschluss) ein französischer politiker (sinngemäss)?
'ich liebe deutschland so sehr, dass ich mich freue, dass es zwei davon gibt.'
eines meiner lieblingszitate, aber leiderleider nicht mehr gültig.

und wenn deutschland, einig vaterland in zukunft wieder mal so richtig morsche knochen zittern lässt, werden sich so manche, die heute noch gerührt die einheit feiern, an dieses datum mit unguten gefühlen erinnern.

und noch'n zitat:
'die endgültige teilung deutschlands - das ist unser auftrag' (chlodwig poth)

PeterPanter
Alt 04. 10. 2000, 23:26 PeterPanter is offline Mit Zitat antworten #10
Korrupt
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Ich weiss nicht, sind hier Menschen zusammengefuehrt worden?

Die Ossi - Wessi - Klischees sind so lebendig wie eh und jeh. 10 Jahre nach Wiedervereinigung gibts fuer beide Seiten gute Gruende, sich wieder nen antifaschistischen Schutzwall zu wuenschen.

Was haben wir in den letzten 10 Jahren erreicht? Dass die Beziehungen zwischen den Menschen immer marktfoermiger geworden sind. Ich weiss auch nicht, ob das "nur" eine Sache der Politik ist, natuerlich ist es eine politische Diskussion, aber dass einfach nur noch das zaehlt, was irgendwie in Geld uebersetzbar ist, ist gesamtgesellschaftlicher Konsens.

Ich kann mich Hans Drach mal wieder vorbehaltlos anschliessen, irgendwie sind die 10 Jahre ein Trauerspiel von Fehlern, vom Verwerfen der wuenschenswerten Elemente der beiden deutsche Staaten und ein Triumphzug einer, sagen wire mal entmenschten Marktlogik. Und, wie gesagt, nebenbei dem Wiedererstehen des europäischen Imperialismus, einem aggressiven Antisozialismus und natuerlich Rassismus, Fremndenfeindlichkeit und Antisemitismus. Ich wiederhole mich. Es gibt nichts zu feiern. Inwieweit ist der Osten fuer Westler interessant ausser als Moeglichkeit, dort Kohle abzuzocken oder zumindest Steuern abzuschreiben? Inwieweit sind die Westler fuer den Osten interessant, ausser als Aufkaeufer und potentielle Investoren?

Es sind keine Menschen zusammengefuehrt worden, eventuell vielleicht Geschaeftspartner, und das auch nur sehr ungleich ausgestattete. Die herzliche Verbruederung der Menschen aus Ost und West ist ino eine etwas peinliche Propagandaveranstaltung, die jeder Realitaet entbehrt.
Alt 05. 10. 2000, 11:01 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #11
bada
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is ja toll, schon als junger pionier hab ich davon geträumt gegen den kapitalismus im westen zu kämpfen. hätte damals nie geglaubt das dies wahr wird. ich dachte ich würd mein leben lang an der drehbank oder in der nva verbringen.
na ja - manchmal werden träume wahr.
freu mich mit sovielen leuten, die so wie ich, für eine gesellschaft ohne ausbeutung, diskriminierung und sonstigem blödsinn kämpfen, seit 10 jahren vereinigt zu seien.

was haltet ihr davon den 9.nov. als nationalfeiertag einzuführen? ich hab die maueröffnung verpennt und von soher ist mir der tag auch latte.
mfsg bada
Alt 06. 10. 2000, 00:25 bada is offline Mit Zitat antworten #12
DA real Cypher
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hei,

ich wollte anfangs nichts zu diesem thema sagen da ich dachte das ich evtl. wieder falschverstanden werde aber ich moechte nun doch etwas sagen.

@ Kurrupt: du hast recht. was fuer einen grund sollten wir haben di8es zu feiern. es sind ja nur menschen aus einer diktatur befreit worden, welche nun in "freiheit" leben koennen. was bringt das den wessis? ich weiß es nicht aber ist es falsch menschlichkeit zu zeigen und sich mit den (inzwischenen) mitbürgern zu freuen ???
der tag ist vollkomm egal aber was wichtig ist das dieses ereignes in erinnerung bleibt.
mit den nazis in den neuenbundesländern ist es schlimm. leider!! die "ossi" , "wessi" klisches werden glaube (hoffe) ich doch irgendwann vorbei gehen, den es ist nicht ost und west, es ist Deutschland!! diese klische sbemerke ich aber jeden tag und ich glaube das sind nur welche die nicht wissen auf wenn sie die schuld sonst schieben sollen.

cu says

DA real Cypher
Alt 06. 10. 2000, 12:21 DA real Cypher is offline Mit Zitat antworten #13
Korrupt
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Huhu,

Zitat:
Original erstellt von DA real Cypher

@ Kurrupt: du hast recht. was fuer einen grund sollten wir haben di8es zu feiern. es sind ja nur menschen aus einer diktatur befreit worden, welche nun in "freiheit" leben koennen.

Es "haben sich Menschen befreit", nicht "es sind befreit worden". Wenn man grade die Statements der Westpolitiker anhoert, koennte man meinen, dass Kohl hoechstpersoenlich in den Osten ging und die Montagsdemos angeleiert hat.

Das naexxte ist, dass sie von einer Diktatur in ne andere gekommen sind, aber da sind wir schon wieder bei der Systemkritik hier im Westen, das Thema will ich mal ausklammern...

Zitat:
was bringt das den wessis? ich weiß es nicht aber ist es falsch menschlichkeit zu zeigen und sich mit den (inzwischenen) mitbürgern zu freuen ???


Aehm... Ich weiss nicht, aber ich finde, da als Motiv "Menschenfreundlichkeit" zu vermuten, etwas zu idealistisch gedacht...

Zitat:
mit den nazis in den neuenbundesländern ist es schlimm. leider!!


In BaWue haben wir auch 9% Rep. Redet kein Mensch mehr davon. Die NPD im Osten ist das Kunstprodukt eines westlichen Faschisten namens Frey. Wer so tut, als sei der Neonazismus in Neufuenfland ein dort gemachtes Problem, denkt imo etwas kurz.

Zitat:
die "ossi" , "wessi" klisches werden glaube (hoffe) ich doch irgendwann vorbei gehen, den es ist nicht ost und west, es ist Deutschland!!


Das sehe ich eben zum Beispiel als Problem an. "Deutschland" mal wieder. und dann noch die "anderen", aber das Problem werden wir wahrscheinlich auch wieder in absehbarer Zeit zu einer sauberen Loesung fuehren.

Ja, und daher mal wieder, ich find es grade nicht unbedingt nen Anlass zum sich freuen, aber ich wiederhole mich diesbezueglich grade... Ich mach mir Sorgen wegen der Selbstverstaendlichkeit, wie hier Frohsinn ob der Einheit verordnet wird und die Leute alle drauf abfahren. Obwohl nicht zuletzt die Wiedervereinigung an der sozialen, fremdenfeindlichen und eben auch militärischen Katastrophe schuld ist, die grade als "deutsche Politik" bezeichnet wird.

[br][br][Editiert von Korrupt am 06. 10. 2000 um 14:01]
Alt 06. 10. 2000, 12:59 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #14
DA real Cypher
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hei,

rechtsradikale gibt es nicht nur in den neuen Bundesländern, das ist mir klar aber dort ist sie wohl mit am höchsten in diesem land.

ok die menschen haben sich befreit da habe ich mich wohl falsch ausgedrückt.

ok mit der menschenfreundlichkeit war etwas zu optimistisch.

ich freue mich trotzdem, und ist es den so verwerflich ???
in deutschland leben alle ex-ddrler mehr in freiheit als noch in der ddr. die ddr ist eigentlich nur "Gestorben", weil die russen sich das ganze nicht mehr leisten konnten.
und kohl war nur zur rechten zeit am rechten platz und nicht der befreier. wenn er wirklich gewohlt hätte das die grenze sich öffnet glaube ich das er viel mehr getahen hätte!! er und andere politiker haben dieses nur zum wählerfang und zum beweiss ihrer "menschlichkeit" genommen. (ein bißchen vom thema abgekommen, sorry wire)
wie schon gesagt ich freue mich aber damit ist das problem noch lange nicht aus der welt und um korrupt zu zitieren: "Der Kampf geht weiter!!!"

cu says

DA real Cypher

** We are all dead person in holiday**

Alt 06. 10. 2000, 14:50 DA real Cypher is offline Mit Zitat antworten #15
Boomer Spender
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tut nix zur sache, sorry: wire & korrupt, ihr habt post!
Alt 06. 10. 2000, 15:41 Boomer is offline Mit Zitat antworten #16
Arkaengel
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Korrupt, ich gehe mal davon aus, dass du einen schwachen Tag erwischt hast. So naiv, dass du die derzeitige Staatsform deutschlands eine Diktatur nennst, wirst du wohl nun wirklich nicht sein. In einer echten Diktatur wärst du spätestens nach drei Posts auf dieses Board zur Umerziehung geschickt worden...und es ist gegenüber denen, die tatsächlich unter der Diktatur der SED gelitten haben, etwas arg herabsetzend, zu behaupten, hier herrsche eine Diktatur. Es herrscht in BRD zwar keine perfekte Demokratie, aber es gibt da doch noch einen mächtigen Unterschied. Try again, my friend, and try harder next time...

Allerdings sollen Brot und Spiele rund um die Jahrestagsfeiern auch nur übertünchen, dass die Einheit eigentlich noch längst nicht vollzogen ist. Es gibt mit Sicherheit Anlaß, dem ereignis zu gedenken, aber doch nicht so unkritisch, wie es getan wurde.
Alt 19. 10. 2000, 02:39 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #17
Korrupt
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Hmmm, wenns denn so waere... Noeh, ich mag eigentlich bei meiner Meinung bleiben. Ich finde, wer den Kapitalismus in seiner heutigen Form anders nennt als diktatorisch, beschoenigt die Verhaeltnisse. Er uebt sehr massiven Zwang auf uns und vor allem auf Menschen in vom Westen abhaengigen Staaten aus. Seine "Logik" wird nicht als Diktatur begriffen, aber da sehe ich nen Denkfehler.

Dass ich nicht zur Umerziehung geschickt werd, liegt daran, dass ich schlicht nicht gefaehrlich bin. Das sit alles. Ansonsten ist der Kapitalismus auch nicht grade human, wenns druim geht, seine Ziele durchzusetzen.

Kleines Beispiel: RiceTec, eine amerikanische Sasatgutfirma, will sich grade die Patente auf Basmatireis sichern. Das ist imo eine willkuerloiche Enteignung von Leuten, die das Zeug seit jeher anbauen. Nach welcher Logik funktioniert das? Nach denen der kapitalistischen Verwertung von Natur. Es werden dabei massiv die rechte anderer beschnuitten.Und dadurch, dass ueber Massnahmen des IWF, der WTO und der Weltbank die Entwicklungshilfe und "Entschuldungen" an Zwangsoeffnungen an den Weltmarkt gekoppelt werden, hast du eine massive Machtausuebung.
Der Kaopitalismus *macht* alles, platt, was anders ist als er. Dass er dabei komplett ohne Waffengewalt auskommt... so naiv sind wir doch alle nicht, oder? Und dann ist das ganze etwas subtil und hier auch eher unpopulaer, aber schlicht trotzdem totalitaer. Nur weil wir in de keine Gulags haben... wir haben stattdessen Abschiebeknaeste...

Genug der Abschweifung. Aber hier ein "harder Try" 4 u
Alt 19. 10. 2000, 12:04 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #18
DA real Cypher
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hei,

@korrupt

Mich würde mal interessieren was du gegen diese Ungerechtigkeit machen willst ??

Das ist nicht Negativ gemeint, ich will nur wissen wie du gedenkst so etwas zu ändern !!!!

cu says

DA real Cypher


**Halt lieber die Klappe und lass alle Leute Denken das du ein Idiot bist,
anstatt den Mund aufzumachen und es allen zu Beweisen**

Alt 19. 10. 2000, 12:24 DA real Cypher is offline Mit Zitat antworten #19
Arkaengel
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Okay, we'll try harder

Ich stelle mich nicht hin und versuche, den Kapitalismus zu verteidigen. Dass der auch nicht so ganz funktioniert und spätestens dann inhumane Züge annimmt, wenn fast alle Mittel in den Händen einer zentralisierten Oligarchie sind - keinerlei Diskussion. Wenn man ganz strenge Maßstäbe anlegt, ist die Form des Kapitalismus, der in den meisten westlichen Ländern praktiziert wird, genausowenig freie Marktwirtschaft wie der Kommunismus; es kann schließlich dort kein freier Wettbewerb stattfinden, wo sich Multis schon sämtliche Vorteile gesichert haben und auch noch gewaltigen politischen Einfluß ausüben können. So weit, so richtig.

Aber: eine Staatsform, die zumindest ein Lippenbekenntnis zur Demokratie leistet, kann sich (kritische Presse und Öffentlichkeit vorausgesetzt) nichtsdestotrotz nicht ganz so viel herausnehmen wie eine offene Diktatur, die gar nicht erst so tun muß, als sei sie am Wohlergehen ihrer Bürger interessiert - hier wirst du mir wohl Recht geben, Korrupt. Nehmen wir den Fall RiceTec: zumindest in der Theorie hat die Bevölkerung die Möglichkeit, solche Dinge zu verhindern, durch Boykott, Demonstrationen oder Wahlen. Diese Möglichkeiten existieren in einer tatsächlichen Diktatur nun einmal absolut nicht. Dass von diesen Möglichkeiten aufgrund der Apathie des Volkes kein Gebrauch gemacht wird - stattgegeben. Dass unsere Herrscherklasse durch Propaganda und Meinungsmache die Bevölkerung in dieser Apathie bestätigt - akzeptiert. Aber gehören da nicht auch immer vielleicht zwei dazu? Einer, der das Volk entmächtigt, und ein Volk, das es zuläßt?

Dies sollte allerdings nicht als Laudatio auf die BRD oder den Kapitalismus gesehen werden. Oder auf die Idee eines Staates an sich, wenn wir schon dabei sind...aber das wäre jetzt der Übergang zum Pro & Kontra der Anarchie und somit wieder ein anderes Thema.

Ich muß allerdings auch sagen, dass deine Antwort auf mein post deine Position doch etwas klarer gemacht hat...you see, you can do it if you try
Alt 19. 10. 2000, 13:40 Arkaengel is offline Mit Zitat antworten #20
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Das ist jetzt alles schwer OT und ... ja, es ist eben OT

Jedenfalls: Dass freie Rede ein Grundrecht ist, darueber muessen wir uns imo nicht streiten. Aber ich glaube eben nicht, dass sich da Diktaturen und der westliche Kapitalismus sehr stark unterscheiden. Die *Mittel*, mit denen unliebsame Gedanken unterdrueckt werden, sind andere, aber das ist auch alles.

Nach 89 z.B., ist der "Sozialismus" als Gesellschaftsform interessanterweise komplett als nicht funktionierend abgelegt worden. Ich hab um die zeit studieren begonnen, ich kann mich entsinnen, sehr verbluefft gewesen zu sein, wie wegen eines gescheiterten Experiments, dem sowjetischen Bolschewismus, der nicht einmal entlang der Theorie umgesetzt worden war, ein kompletter Gesellschaftsentwurf als nicht funktionierend abgetan wurde. Mit "neutraler" Gesellschaftswissenschaft hatte das nix zu tun.

Um keine Romane zu schreiben: was tun? Die Frage ist so alt wie die Linke, und ich denke, es ist schon ein gutes Stueck, wenn das, was grade passiert, wenigstens *hinterfragt* wird. Sobald man das, was grade passiert, naeher betrachtet, sieht man, dass es widerspruechliczh, inhuman und schlicht egoistisch ist, ohne Ruecksicht auf Verluste. Ich bestreite gar nicht, dass der Kapitalismus durchaus unter anderem positive Ergebnisse hat, -aber langfristig kann er nicht funktionieren. Er baut massiv auf die Dummheit der Leute, auf ihre Denkfaulheit und die Bevorzugung einfacher Loesungen. Und hat damit erschreckende Folgen.

Was tun, ich weiss nicht, ich denke, alles, was irgendwie Leute zum Nachdenken anregt, ist gut.

Sorry, ich lass es mal dabei, aber setze gerne die Dioskussion fort.. weiss grade echt nicht, in welche Richtung die Nachfragen gemeint waren.
Alt 23. 10. 2000, 20:21 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #21
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