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Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
was sharons äusserungen jedoch disqualifiziert, ist der anlass. sharon will auf diese art und weise die vorwürfe zur konfliktlösungstrategie des israelischen staates entkräften, und das wirkt nur billig. hier wird die geschichte instrumentalisiert zu einem argumentativen diskussionstotschläger. daher ist sein einwurf auch nicht mehr wert als ein müdes lächeln.

das ist doch quark. sharon hat auf die unglückliche eu-umfrage reagiert. diese reaktion hatte gar nichts mit vorwürfen in bezug auf die konfliktlösungsstrategie israels zu tun. wenn die mehrheit der befragten in israel die größte gefahr für den weltfrieden sehen, frage ich mich auch, ob diese sicht der dinge nicht auch durch antisemitismus begründet sind.
Alt 24. 11. 2003, 23:03 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #26
s_zwerg
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@uiuiui:

[Q]Original geschrieben von uiuiui
diese reaktion hatte gar nichts mit vorwürfen in bezug auf die konfliktlösungsstrategie israels zu tun.[/q]Ach nein?
"Sharon throws out the distinction between anti-Semitic beliefs and legitimate criticism of Israel’s policies in the Middle East."
Über welche Kritik sollte Sharon denn sonst sprechen?
[q]wenn die mehrheit der befragten in israel die größte gefahr für den weltfrieden sehen, frage ich mich auch, ob diese sicht der dinge nicht auch durch antisemitismus begründet sind.[/Q]"Dagegen sein" ist ja sicherlich eine tolle Sache. Wird aber merkwürdig, wenn man wirklich gegen alles ist. Hauptsache Opposition. Wenn ich mich hier so umschaue, wird keineswegs bestritten, dass Antisemitismus weltweit existent ist.

Die Kritik richtet sich dagegen, dass Sharon versucht, ihn zu instrumentalisieren.
Entsprechende Äusserungen sollten in der Tat nur ein "Sorry, so nicht! Mr. Sharon" hervorrufen.
Alt 24. 11. 2003, 23:40 s_zwerg is offline Mit Zitat antworten #27
PeterPanter
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Ahoi uiuiui,

ich hege grosse Sympathien für deinen Standpunkt.
Auch ich halte das Existenzrecht Israels als Zufluchtstätte der Juden für unverzichtbar. Dieses Existenzrecht zu unterstützen, ist das Mindeste, was die Nachkommen derjenigen tun können, die sich die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" auf die Fahnen geschrieben haben.

Auch scheint mir die zunehmend Israel-kritische Haltung in Eurodeutschland weniger die Konsequenz moralischer Erwägungen, als vielmehr Ausdruck geostrategischer Interessengegensätze zum US-Imperialismus zu sein.


Für fraglich halte ich allerdings, ob man diesem gerechten Anspruch der Juden auf eine Zufluchtstätte einen Dienst erweist, wenn man, wie Sharon (und die anderen Hardliner der derzeitigen israelischen Regierung), einen rücksichtslosen Feldzug gegen die Palästinenser führt.
Man kann eigene berechtigte Interessen nicht glaubhaft vertreten, wenn man die Rechte anderer mit Füssen tritt.

greetz

PeterPanter
Alt 25. 11. 2003, 08:25 PeterPanter is offline Mit Zitat antworten #28
s_zwerg
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@PeterPanter:

[Q]Original geschrieben von PeterPanter
Auch ich halte das Existenzrecht Israels als Zufluchtstätte der Juden für unverzichtbar.[/q] Das hat hier hoffentlich auch niemand in Abrede gestellt.
Wobei ich 'Zufluchtsstätte' doch arg theatralisch finde.

[q]Dieses Existenzrecht zu unterstützen, ist das Mindeste, was die Nachkommen derjenigen tun können, die sich die "Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa" auf die Fahnen geschrieben haben.[/q]Sehe ich nicht so. Die jüdische Glaubensgemeinschaft lebt nicht erst seit dem 3. Reich in der Diaspora und die konkreten Bestrebungen zur Heimkehr der Juden nach Zion, gehen wohl auf das Jahr 1896 zurück (Vater des formulierten Gedankens Theodor Herzl - "Der Judenstaat").
Das Mindeste, was wir tun können, ist den Antisemitismus im eigenen Land klein zu halten und in Angedenken an unsere Geschichte, ähnliche Entwicklungen zu verhindern.
Die Formulierung eines - unkritischen - Protektoratsanspruchs aufgrund der gemeinsamen Geschichte, geht doch deutlich über das Ziel hinaus.


[q]Auch scheint mir die zunehmend Israel-kritische Haltung in Eurodeutschland weniger die Konsequenz moralischer Erwägungen, als vielmehr Ausdruck geostrategischer Interessengegensätze zum US-Imperialismus zu sein.[/q]geostrategisch ist natürlich ein tolles Wort. Aber welche geostrategischen Interessen sollte Deutschland im Nahen Osten vertreten?

Richtig ist, dass Europa, die Uno und auch die Nato gut daran tun, ihre zu starke Abhängigkeit von den USA zu mindern. Aber aufgrund dieser Interessen zu behaupten, dies wäre der wesentliche Grund und damit geschickt die Siedlungspolitik Isreals unter den Tisch fallen zu lassen, klingt schon sehr gewollt.

[q]Man kann eigene berechtigte Interessen nicht glaubhaft vertreten, wenn man die Rechte anderer mit Füssen tritt.[/q]Also gibt's anscheinend doch einen Grund zur berechtigten Kritik?

Ich mag ehrlich gesagt die Art, wie dieser Staat entstand nicht besonders. Seine Existenz ist berechtigt - die Art der Umsetzung mehr als fragwürdig.
Ich kann nicht erkennen, dass Europa seine Existenz nicht unterstützen oder ihm die Berechtigung absprechen würde. Aber bitte nicht blind und unkritisch.
Den Eindruck bekomme ich aber, wenn ich entsprechende Forderungen hier lese. Wer sich ein wenig mit der Siedlungspolitik Israels auseinandersetzt, wird sicherlich verstehen, warum ich hier nicht rufe: "Hurra Israel, weiter so!".

Ich erinnere mich an einen Tonmitschnitt (Ende der 90er), den ich mal gehört habe, von einer Veranstaltung NYer Juden, in der der Redner Sharon als Hoffnung für eine friedliche Lösung anpries.
Was davon geblieben ist, sehen wir. Ein Hardliner, der nurnoch zwischen Freund und Feind differenziert; zwischen 'Sein' und 'nicht-Sein'.

Für ein friedliches Israel - ja.
Für eine Umsetzung mit den Mitteln von Sharons Israelpolitik - nein.

Geändert von s_zwerg (25. 11. 2003 um 12:50 Uhr).
Alt 25. 11. 2003, 12:09 s_zwerg is offline Mit Zitat antworten #29
Caleb
Optimistische Melancholie
 
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Zitat:
Original geschrieben von Oebbel
Das ist mir jetzt echt neu, daß in der Bibel zum Morden aufgerufen wird.

Sag mir bitte die Stelle! Dann zerreiß ich das einzige Exemplar in meinem Haushalt auf der stelle!!

Gruß

klick

Wir bitten um Beweisfotos.

Zitat:
Original geschrieben von TabulaRasa
juden durften z.b. während des mittelalters in vielen staaten nur ganz bestimmte tätigkeiten ausüben

Jaein. Sie durften alle Tätigkeiten ausüben - bis auf die handwerklichen. (OK, kommt auf's gleiche raus). Sie haben sich dann aufs Finanzwesen spezialisiert - und mal ehrlich, magst du deinen Banker? eigentlich total überflüssig/unwichtig, aber ich wollt's einfach mal loswerden...


greetz
caleb
Alt 25. 11. 2003, 12:43 Caleb is offline Mit Zitat antworten #30
s_zwerg
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@Oebbel:

"Du begreifst langsam?"
Was ich begreife, dass Du im Zusammenhang mit der Begrifflichkeit "die Juden" immerfort vom "Feind" fabulierst.

"Du merkst nicht, daß wir ständig mit neuen Forderungen von Israel konfrontiert werden?"
Ich weiss, Dein schwächliches Nationalbewusstsein trägt schwer daran. *z*

1 - "Der Begriff 'die Juden' ist nicht diffus."
2 - "Sharon selbst hat dei Bezeichnung "Jude" = Jüdischer Staat, genannt."
3 - "Die Juden sind eine "Volksreligion" [...] ein Glaube."
Was denn nun Volk, Staat, Religion, Glaube...?
Vielleicht ja auch Volksglaube, Glaubensvolk, Volksreligion, Religionsvolk, Religionsstaat, Staatsreligion, Staatsglaube, Glaubensstaat...?
Diffus?

Zur finanziellen Belastung hatte ich schon mal geschrieben:[q]"Meines erachtens würde das Deutsche Volk aus der Haut Fahren
wenn es wüßte für was es alles noch zahlen muß."

Bisher haben wir 60,446 Mrd. Euro gezahlt.
Die Allinanz Gruppe macht einen Jahresumsatz von 75,1 Mrd. Euro.
Verdammt, mir blutet das Herz. Nun weiss ich endlich, warum wir hier in Deutschland Not und Elend erleiden.
(Quelle: http://text.bundesfinanzministerium....g-bis-2002.pdf)[/q]

Solange für Dich 'die Juden' mal ZdJ, mal Israel, mal Religionsgemeinschaft oder was gerade mal angreifbar erscheint, sind, wirst Du Widerspruch auf Deine undifferenzierte Stimmungsmache erhalten.

Den Rest des verängstigten Deutschen, der um den gerechten Platz seiner Heimat in der Weltgeschichte fürchtet, mag ich nicht weiter kommentieren. Trage Deine Fesseln, wenn Du sie für Dein Selbstverständnis brauchst. Es gibt für mich viel wesentlichere Dinge, die mich hier in Deutschland einschränken, als die von Dir ausgemachten "Juden".
Wenn Du ohne Feindbild nicht kannst...
Alt 25. 11. 2003, 12:49 s_zwerg is offline Mit Zitat antworten #31
s_zwerg
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@caleb:

Weil Du es ja nochmal aufgegriffen hast:
[q]Ich schrieb nebenan:

Warum sind Juden eigentlich traditionell stark im Geldgeschäft engagiert?

Nun, weil ihnen im Mittelalter die Ausübung der meisten Berufe verboten war. Aus der Landwirtschaft wurden sie vertrieben und ein Handwerk auszuüben war nicht möglich, weil sie als Nichtchristen nicht Mitglied einer Zunft werden durften. Hinzu kommt, dass es christen im Mittelalter aus religiösen Gründen nicht erlaubt war, Zins zu nehmen.
So war das Geldgeschäft die einzige Lücke, die die Juden besetzen konnten.

http://board.gulli.com/post/1682697#post1682697[/q]

Soweit zumindest in Kurzform, aber der Vollständigkeit halber.
Alt 25. 11. 2003, 12:59 s_zwerg is offline Mit Zitat antworten #32
Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von s_zwerg
@uiuiui:

[Q]Original geschrieben von uiuiui
diese reaktion hatte gar nichts mit vorwürfen in bezug auf die konfliktlösungsstrategie israels zu tun.[/q]Ach nein?
"Sharon throws out the distinction between anti-Semitic beliefs and legitimate criticism of Israel’s policies in the Middle East."
Über welche Kritik sollte Sharon denn sonst sprechen?

man kann in jede aussage natürlich mit hilfe des eigenen weltbildes alles mögliche hineinintepretieren. punktuell ging es hier um die kritik der eu-bürger im rahmen der umfrage und sonst nichts. die berechtigung der kritik stelle ich in abrede.

Zitat:
Original geschrieben von s_zwerg
[q]wenn die mehrheit der befragten in israel die größte gefahr für den weltfrieden sehen, frage ich mich auch, ob diese sicht der dinge nicht auch durch antisemitismus begründet sind.[/Q]"Dagegen sein" ist ja sicherlich eine tolle Sache. Wird aber merkwürdig, wenn man wirklich gegen alles ist. Hauptsache Opposition.[/b]

diese aussage verstehe ich nun überhaupt nicht. meinst du ich vertrete diese meinung nur deswegen, weil in diesem board die meisten eine andere meinung vertreten? dann kann ich dich beruhigen. das ist nicht so.

Zitat:
Original geschrieben von PeterPanter
Für fraglich halte ich allerdings, ob man diesem gerechten Anspruch der Juden auf eine Zufluchtstätte einen Dienst erweist, wenn man, wie Sharon (und die anderen Hardliner der derzeitigen israelischen Regierung), einen rücksichtslosen Feldzug gegen die Palästinenser führt.

ohne den palästinensischen terror wären sharon und seine hardliner mit sicherheit nicht da, wo sie jetzt sind. für die wähler in israel ist sicherheit momentan eben wichtiger als alles andere. offensichtlich trauen sie am ehesten sharon zu, sicherheit herbeizuführen. quasi jedes andere feld der politik wird in israel völlig vernachlässigt und ist für die menschen in israel auch eher zweitrangig.
Alt 25. 11. 2003, 14:19 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #33
Dexter
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Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
ohne den palästinensischen terror wären sharon und seine hardliner mit sicherheit nicht da, wo sie jetzt sind.
Umgekehrt wird doch aber auch ein Schuh draus. Warum fällt das immer runter in so einer Diskussion.
Während diskutiert wird, ob der Rest der Welt ausserhalb Israels antisemitisch ist (na klar isser das in Teilen) veranstalten israelische Soldaten auf Sharons Geheiss terroristische Anschläge.
Fein, dass alle Nase lang eine Antisemitismusdebatte das überdeckt.
Sharon "beleidigt" den Rest der Welt. Und der Terror ist vergessen.
Alt 25. 11. 2003, 14:36 Dexter is offline Mit Zitat antworten #34
Alesis
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Zitat:
ohne den palästinensischen terror wären sharon und seine hardliner mit sicherheit nicht da, wo sie jetzt sind. für die wähler in israel ist sicherheit momentan eben wichtiger als alles andere. offensichtlich trauen sie am ehesten sharon zu, sicherheit herbeizuführen. quasi jedes andere feld der politik wird in israel völlig vernachlässigt und ist für die menschen in israel auch eher zweitrangig.


und ohne die israelische siedlungspolitik wäre der palästinensische terror nicht da wo er jetzt ist.
bei dem konflikt im nahem osten dreht man sich im kreis. und das schlimme an der sache ist, dass von keiner seite zu erwarten ist, dass eine einvernehmliche lösung gefunden wird.

sharons aussage alle europäer sind antisemiten bezieht sich im übrigen auf eine umfrage, welche herausgefunden haben will, dass 59% der europäer denken, dass vom nahem osten (der nahe osten ist doch etwas mehr als nur israel und palästina) die zur zeit größte sicherheits- (bzw. kriegs*-) gefahr ausgeht.

es ist übrigens nichts neues, dass kritik an der politik israels mit dem killerargument "antisemitismus" im keim erstickt wird.

noch ein wort zu unseren radikalen hier im thread (sowohl rechts als auch links) ihr solltet mal lernen über euren tellerrand zu blicken und auch lernen, dass kritik nicht gleichbedeutend mit feindlichkeiten ist (gerade die linke fraktion ist immer sehr schnell mit der "ausländerhasskeule" dabei.


just my 2€ cent

Ale
Alt 25. 11. 2003, 14:40 Alesis is offline Mit Zitat antworten #35
Yalp
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Zitat:
Original geschrieben von Alesis

noch ein wort zu unseren radikalen hier im thread (sowohl rechts als auch links) ihr solltet mal lernen über euren tellerrand zu blicken und auch lernen, dass kritik nicht gleichbedeutend mit feindlichkeiten ist (gerade die linke fraktion ist immer sehr schnell mit der "ausländerhasskeule" dabei.

Ale

Ist dieses gesamte Forum nicht ein "über den tellerrand gucken"?Jeder versucht seinen standpunkt zu erklären.Aber ich finde, dass die äußerungen oebels wenig mit kritik zu tun haben sondern einfach falscher hass sind.
Alt 25. 11. 2003, 14:48 Yalp is offline Mit Zitat antworten #36
Alesis
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stimmt aber genauso finde ich, dass uiuiui jegliche kritik an israel (kann seine aussage nur anhand dieses threads beurteilen) bzw. an sharon als antisemitisch einstuft im gegenzug aber behauptet, dass sharon das "argument" antisemitismus nicht als killerargument einsetzt.

nach der logik von sharon wäre ich ja auch amerika feindlich, weil ich die derzeitige amerikanische politik verurteile (naja wenn man bush fragt wird der sicherlich sagen, dass man amerika feindlich ist und ein terrorist der schurkenstaaten).

was ich ätzend finde ist dieses über den kamm scheeren und das machen linke wie rechte:

rechte: "alle ausländer sind scheisse heil dem *bitte land wo geboren hier einsetzten* volke

linke: "alle menschen ausser uns linken sind ausländerfeindlich"

beide parteien sind ideologisch verblendet.
Alt 25. 11. 2003, 15:07 Alesis is offline Mit Zitat antworten #37
Yalp
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Zitat:
Original geschrieben von Alesis


was ich ätzend finde ist dieses über den kamm scheeren und das machen linke wie rechte:

rechte: "alle ausländer sind scheisse heil dem *bitte land wo geboren hier einsetzten* volke

linke: "alle menschen ausser uns linken sind ausländerfeindlich"

beide parteien sind ideologisch verblendet.


Dann bist du aber auch ideoligisch verblendet weil du gerade alle über einen kamm scherst!
Alt 25. 11. 2003, 15:17 Yalp is offline Mit Zitat antworten #38
Alesis
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naja ich meinte damit eher die radikalen beider parteien. aber im prinzip hast du recht, denn verallgemeinern kann man nciht, man kann höchstens einen grundtenor herausfiltern, der der grundmeinung alle subjekte einer partei am ehestem entspricht. ausserdem habe ich versucht, das ganze sehr vereinfacht darzustellen.


einer lösung des problems sind damit aber auch nicht näher gekommen
Alt 25. 11. 2003, 15:20 Alesis is offline Mit Zitat antworten #39
PeterPanter
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Ahoi,


@s_zwerg
[q]Das (Existenzrecht Israels PP) hat hier hoffentlich auch niemand in Abrede gestellt.
Wobei ich 'Zufluchtsstätte' doch arg theatralisch finde.
[/q]Nun, es gibt (auch hier) so einige, die dieses Existenzrecht in Abrede stellen.
'Theatralisch' kann ich den Begriff 'Zufluchtstätte' nicht finden, wenn ich daran denke, dass es von den Pyrenäen bis zur Wolga und von Kreta bis zum Nordkap kaum einen Winkel gab, wo Juden vor ihren nazistischen Häschern sicher sein konnten.
[q]Das Mindeste, was wir tun können, ist den Antisemitismus im eigenen Land klein zu halten und in Angedenken an unsere Geschichte, ähnliche Entwicklungen zu verhindern.[/q]d'accord.
[q]Die Formulierung eines - unkritischen - Protektoratsanspruchs aufgrund der gemeinsamen Geschichte, geht doch deutlich über das Ziel hinaus.[/q]
Wer hat dies formuliert?
[q]Aber welche geostrategischen Interessen sollte Deutschland im Nahen Osten vertreten?[/q]Der sich zunehmend von den unilateralistischen Hegemonialansprüchen der USA emanzipierende neue Global Player Eurodeutschland (i.e. die EU unter deutsch-französischer Führung) wird amerikanischen Interessen auch und gerade in dieser weltpolitisch bedeutsamen Region die eigenen entgegensetzen.
[q]Richtig ist, dass Europa, die Uno und auch die Nato gut daran tun, ihre zu starke Abhängigkeit von den USA zu mindern. Aber aufgrund dieser Interessen zu behaupten, dies wäre der wesentliche Grund und damit geschickt die Siedlungspolitik Isreals unter den Tisch fallen zu lassen, klingt schon sehr gewollt.
[/q]Ich habe hier nichts unter den Tisch fallen lassen, ich sehe die eurodeutsche Kritik an der israelischen Siedlungspolitik lediglich in erster Linie als Instrument zur Gewinnung strategischer Bündnispartner in der arabischen Welt.
[q]Also gibt's anscheinend doch einen Grund zur berechtigten Kritik?[/q]
Habe ich das bestritten?
[q]Ich mag ehrlich gesagt die Art, wie dieser Staat entstand nicht besonders. Seine Existenz ist berechtigt - die Art der Umsetzung mehr als fragwürdig.
Ich kann nicht erkennen, dass Europa seine Existenz nicht unterstützen oder ihm die Berechtigung absprechen würde.[/q]
Nicht expressis verbis, aber de facto läuft es darauf hinaus.
[q]Aber bitte nicht blind und unkritisch. Den Eindruck bekomme ich aber, wenn ich entsprechende Forderungen hier lese.[/q]Welche?
[q]Wer sich ein wenig mit der Siedlungspolitik Israels auseinandersetzt, wird sicherlich verstehen, warum ich hier nicht rufe: "Hurra Israel, weiter so!".[/q]
Tat das hier jemand?
[q]Für ein friedliches Israel - ja.
Für eine Umsetzung mit den Mitteln von Sharons Israelpolitik - nein. [/q]
d'accord.



@uiuiui
[q]ohne den palästinensischen terror wären sharon und seine hardliner mit sicherheit nicht da, wo sie jetzt sind. für die wähler in israel ist sicherheit momentan eben wichtiger als alles andere. offensichtlich trauen sie am ehesten sharon zu, sicherheit herbeizuführen. quasi jedes andere feld der politik wird in israel völlig vernachlässigt und ist für die menschen in israel auch eher zweitrangig.[/q]
Das ist das fatale am Terrorismus: Er liefert seinen Gegnern die Argumente für neue Massaker, mit denen die eigenen Bluttaten dann wieder gerechtfertigt werden. So gesehen brauchen Hamas und Sharon sich zur Rechtfertigung der eigenen Position.
Eines sollten sich die Israelis aber klar machen:
Mit diesem Premier wird Israel keinen Frieden finden, da Sharon keinen Frieden will.


greetz

PeterPanter
Alt 25. 11. 2003, 15:36 PeterPanter is offline Mit Zitat antworten #40
Alesis
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naja aber das war doch schon vor der wahl des premiers klar. sharon hatte schon vorher deutlich gemacht, dass er eine null toleranz politik vertritt.
Alt 25. 11. 2003, 15:42 Alesis is offline Mit Zitat antworten #41
Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von Alesis
naja aber das war doch schon vor der wahl des premiers klar. sharon hatte schon vorher deutlich gemacht, dass er eine null toleranz politik vertritt.

eben deswegen wurde shraron gewählt.

toleranz ist zusammenhang mit terrorismus ohnehin eine unglückliche wortwahl. ich kenne keinen staat dieser erde, der nicht eine 'null-toleranz politik' gegenüber dem terrorismus vertritt.
Alt 27. 11. 2003, 20:19 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #42
Stoertebeker
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Frag mal die Palästinenser was für sie Terror bedeutet. Also die ganz normalen Menschen wie dich und mich, die es da vereinzelt auch geben soll.
Alt 27. 11. 2003, 20:30 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #43
ruler
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Etwa diejenigen, die mehrheitlich Selbstmordanschläge gutheißen?
Alt 27. 11. 2003, 21:06 ruler is offline Mit Zitat antworten #44
Arthritix
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man kann sich natürlich wochenlang deswegen schlagen, wer nun zuerst aufhören soll. das führt zu nichts. sicher sind die israelischen repressalien gegenüber der palästinensischen bevölkerung durch den terror der entsprechenden palästinensichen organisationen bedingt. sicher würde es auch für diese organisationen schwieriger werden ensprechend motivierte attentäter zu rekrutieren, wenn die repressalien nicht so groß wären.

letzendlich geht es in der gesamten diskussion eigentlich nur darum, wer mit der gewalt zuerst aufhören soll (was israel zumindest ein paar mal versucht hat und erst wieder auf neue anschläge reagiert hat). wichtig erscheint mir aber trotzdem, dass es sich auf der einen seite um die reaktion einer international anerkannten regierung und auf der anderen seite eben um terroristen handelt. auf eine stufe stellen kann man diese beiden nun wirklich nicht.
Alt 27. 11. 2003, 21:14 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #45
Vind
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Moin!

Ich prolemisiere jetzt mal: uiuiui würde wohl auch auf ein Bienennest einschlagen, wenn ihn Bienen gestochen haben.

Natürlich hat Israel ein Recht auf Sicherheit und Frieden, aber es ist halt die Frage, ob Null Toleranz der Sache immer dienlich ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass Sharon Israels Sicherheitsansprüchen mehr helfen würde, wenn er versuchen würde, die Gründe zu beseitigen, weshalb sich junge Menschen, die eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich haben, selbst in die Luft sprengen (mit dem Ziel, möglichst viele Menschenleben mitzunehmen). Das kann man in diesem Ausmaß meiner Meinung nach nicht mehr allein mit religösem Fanatismus begründen.

Ich halte den Bau einer Mauer zwischen Israel und Palästina für eine gute Idee, auch wenn ich hoffe, dass diese schon in 5 oder 10 Jahren wieder abgerissen wird. Aber doch bitte an der Grenze von 1967, und ausserhalb wird ein Staat Palästina gegründet. Man fasst sich doch echt an den Kopf, wenn man sieht, dass die Israelis die Palästinenser immer weiter provozieren, indem sie neue Siedlungen bauen.

Natürlich sind die Taten von Hamas und Dschihad fürchterlich, aber Israels Racheaktionen sind keinesfalls besser und ich hoffe, ich bin nicht allein, wenn ich sage, dass es einen Unterschied macht, ob Terror von Untergrundorganisationen durchgeführt wird oder im Auftrag eines Staates, zu dem von einem, der von sich behauptet, unsere westlichen Werte in der arabischen Welt zu verteidigen (Das hat der israelische Botschafter oder so vor einigen Jahren in einem Interview gesagt).

Dass die Gründung von Israel in der Region ein Fehler war, lässt sich heute wohl nicht mehr gut korrigieren (Hätte man doch von Deutschland ein Stück abschneiden sollen, nach den Taten unserer Vorfahren wäre das durchaus berechtigt). Meiner Meinung nach sollte man Jerusalem unter UN-Verwaltung stellen, Palestina in den Grenzen von 1967 als Staat gründen und die Israelis verhalten sich etwas ruhiger, dürfen dafür aber ihre Mauer bauen.

Wie gut diese Haudrauf-bis-Ruhe-Ist-Methode funktioniert, sieht man ja nicht nur an der Vergangenheit (Ich meine, wie lange versuchen sie es schon so?), sondern auch im Irak. Plötzlich kriechen überall Terroristen aus den Löchern und Terrororganisationen haben zulauf wie nix gutes.

Sorry, dass das jetzt alles so einzelne Stücke waren, die ich euch da vorwerfe, aber wenn ich das auch noch alles ausführlich begründen wollte, würde es 3x so lang werden und darauf habe ich keine Lust (und sicherlich auch nicht auf alles eine Antwort )

Edit: Man beachte bitte, dass dieser Beitrag auf dem Stand von 21:30 basiert, auf die neuen Antworten von ruler und uiuiui bin ich hier nicht eingegangen, da ich sie erst nach dem Abschicken gesehen habe...
Alt 27. 11. 2003, 21:16 Vind is offline Mit Zitat antworten #46
ruler
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Nun ja, auf meinen Beitrag brauchtest du nicht eingehen, der war es im Grunde nicht wert.

Aber was mich an deinem Beitrag etwas wundert:
Ich sehe schon einen Unterschied zwischen palästinensischem Terror und israelischem "Terror" (?).
Der eine ist darauf gerichtet, unschuldige Zivilisten zu treffen, die Vergeltungsaktionen dagegen versuchen, die Hintermänner der Attentäter zu treffen und nehmen dabei leider wenig Rücksicht auf Opfer, die sie dabei möglicherweise treffen und die nichts mit der Sache zu tun hatten.
Aber dennoch empfinde ich das als eine völlig andere Stufe.
Alt 27. 11. 2003, 21:43 ruler is offline Mit Zitat antworten #47
Vind
Mehrschwein
 
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Moin!

Naja, ich muss dir wohl recht geben. Vom Effekt her tut es sich nicht viel, auf beiden Seiten sterben vor allem Unschuldige und zur Lösung hat es auch noch nicht beigetragen. Trotzdem blöder Satz...
Alt 27. 11. 2003, 22:16 Vind is offline Mit Zitat antworten #48
PeterPanter
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Ahoi,

Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
man kann sich natürlich wochenlang deswegen schlagen, wer nun zuerst aufhören soll. das führt zu nichts.
Vor der Tatsache, dass die israelische Regierung ihre Soldaten (von denen sich immer mehr verweigern!) in besetzten Gebieten brutal gegen die Bevölkerung vorgehen lässt, sollte man aber nicht die Augen verschliessen.[q]sicher sind die israelischen repressalien gegenüber der palästinensischen bevölkerung durch den terror der entsprechenden palästinensichen organisationen bedingt.[/q]Eben das ist die Fehleinschätzung! Die repressive Besatzungspolitik ist die Ursache des 'Erfolgs' terroristischer Organisationen wie Hamas oder Hisbollah u.a.[q]sicher würde es auch für diese organisationen schwieriger werden ensprechend motivierte attentäter zu rekrutieren, wenn die repressalien nicht so groß wären.[/q]Das, behaupte ich, ist aber garnicht die Intention der Sharon-Regierung. Deren offenkundige Absicht ist es, palästinensische Autonomiebestrebungen nachhaltig zu zerschlagen.[q]letzendlich geht es in der gesamten diskussion eigentlich nur darum, wer mit der gewalt zuerst aufhören soll (was israel zumindest ein paar mal versucht hat und erst wieder auf neue anschläge reagiert hat).[/q]Dann müsste zunächst aber mal geklärt werden, wo die Gewalt beginnt. Vielleicht doch bei dem Bau von 'Siedlungen', die oft nichts anderes sind, als die Errichtung von Containern auf geraubtem Land, in denen sich bis an die Zähne bewaffnete religiöse Fanatiker verschanzen, die sich oft genug unter dem Schutz der Armee Übergriffe gegen die enteigneten palästinensischen Vorbesitzer erlauben?
[q]wichtig erscheint mir aber trotzdem, dass es sich auf der einen seite um die reaktion einer international anerkannten regierung und auf der anderen seite eben um terroristen handelt. auf eine stufe stellen kann man diese beiden nun wirklich nicht.[/q]Wobei die Frage bleibt, ob dieses Argument vor dem Hintergrund historischer Erfahrungen wirklich tauglich ist? Menachim Begin war schliesslich auch mal ein gesuchter Terrorist...

greetz

PeterPanter
Alt 28. 11. 2003, 11:46 PeterPanter is offline