Sie ist eine Spieluhr von Sterntaler, ein sogenannter Wichtel.
Seit mehr als zwei Jahren tut sie jetzt Dienst, das fing schon an, als ihre kleine Besitzerin noch gar nicht auf der Welt war.
Inzwischen könnte sie ruhig in Frührente gehen, der körperliche Zustand ist manchmal äußerst beklagenswert. Mehrere kleine Wunden haben zu einem leicht vernarbten Gesamtbild geführt, die Sehstärke läßt nach (vom linken Auge existieren noch ca. 48 %), die zweite Frischzellen, äh, -füllungskur haben wir gerade in Angriff genommen.
Ihre persönliche Hygiene nimmt sie ebenfalls nicht immer sehr genau, würde ich sie nicht in regelmäßigen Abständen zwangsbaden, könnte sie schon alleine stehen. Oder kleben?
Aber der Einfluß, den sie auf unser Kind hat, ist mal beklagenswert, mal äußerst löblich. Ihre Abwesenheit ist katastrophal, und obwohl bereits seit längerem eine jüngere Vertretung (leider kein Klon, sondern nur eine nahe Verwandte) eingearbeitet wurde, ist Hedda immer noch Frau im Hause.
Kommt ihre Besitzerin vom Kindergarten wieder, so werde ich nicht mal ansatzweise so herzlich begrüßt wie diese Nebenbuhlerin, und wehe, ich lasse mich von meiner Eifersucht dazu hinreißen, Hedda den Kakao zu verweigern, oder ihre Mitarbeit beim Wäschelegen abzulehnen.
Der tägliche Gute-Nacht-Kuß bleibt der intimen Vertrauten vorbehalten (worüber ich manchmal äußerst glücklich bin), aber den Gute-Nacht-Schluck muß mit ihr geteilt werden.
Kennt ihr solche Zustände, oder könnt sie sogar übertreffen?
Hier übrigens ein Bild aus glücklicheren Tagen:
Gruß,
dlfa