Herrjeh, die Politik Israels steht schon seit jeher unter dem Protektorat der USA. Hintergrund sind in der Tat die Machtinteressen der USA im Nahen Osten.
Ein Abwenden von der
roadmap ist keine vollkommen neue Richtung der USA im Palästinakonflikt. Hier von einer
aggressiven Provokation zu sprechen, ist übertrieben. Wenn die USA aggressiv provozieren wollten, sähe das anders aus.
Die Problematik, warum die internationale Gemeinschaft nicht schärfer gegen Israel vorgeht, ist vor allem die starke Rolle der USA in der Weltpolitik. Die 4. Genfer Konvention hat das vorgehen Israels eindeutig als Verstoß gegen die Genfer Konventionen und damit als Kriegsverbrecher verurteilt. Natürlich nur unter der Enthaltung der USA. ;-) Jeglicher Versuch des UN-Sicherheitsrates gegen Israel vorzugehen, scheitert an der Veto-Gewalt der USA als ständiges Mitglied. Verstößt Israel gegen bestehende Resolutionen, bleibt dies aus oben genanntem Grund ohne Folgen.
Ein "
in die USA tragen" des Konfliktes ist daher garnichtmehr möglich, weil die USA schon über Jahrzehnte in den Konflikt involviert sind. Das werden die Palästinenser auch nicht erst jetzt erkannt haben. Vornehmlich ist es aber ein territoriales und regionales Problem, bei dem die Palästinenser zur Genüge mit ihrem Überlebenskampf beschäftigt sind. Nebenschauplätze oder das hineinziehen eines aktiven, noch stärkeren Gegners, dürften nicht in ihrem Interesse liegen.
Zum Nachlesen:
Rolle der USA im Palästina-Konflikt
@mausmaki:
[q]" Allerdings wird sich wol kaum ein Palestinänser ein Flugticket leisten können. "[/q]
Öhm...ne, ist klar.
[q]Aber du gehst ja auch davon aus, dass sich die Aussage "viele Juden in Amerika fühlen sich selbstverständlich sehr verbunden mit dem Schicksal Israels." auf Busch bezieht. [/q]
Immerhin hast Du es bis jetzt nicht geschafft auf meine Einwände dazu einzugehen. Denn nur so ist Deine Position der Unterstellung eines diffusen Antisemitismus aufrecht zu erhalten.
Die Person, die Du Busch nennst und eigentlich Bush heisst, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht nur aussenpolitische Interessen bei der Abkehr von der roadmap verfolgt haben. Wesentlich für ihn und die kommende Wahl wird sein, dass er sich auch nach Innen weiterhin als '
Führer der freien Welt' gerieren kann. Wenn Sharon nun zu ihm kommt, um sich sein Einverständnis zu holen, hat das durchaus große symbolische Wirkung.
Ob er sich mit der Abkehr von der Roadmap in den Augen der amerikanischen Juden einen Gefallen getan, bleibt aber offen. Bisher unterstützten diese durchaus die Friedensbemühungen der USA in einer aktiven, aber unparteiischen Rolle. (
Meinungsbild amerikanischer Juden anhand einer Umfrage von Februar 2003).
[q]"[...] man sollte als Deutscher sehr genau darauf achten wie man da argumentiert."[/q] Tief Luft holen. Ich habe den Eindruck, Dir kommt es aktuell weniger auf inhaltliche Diskussionen an, denn auf das oben angesprochene Argumentieren verzichtest Du momentan sehr häufig. Das finde ich schade.
Wenn selbst
hagalil.com von
den amerikanischen Juden spricht und ihre Meinung zur amerikanischen Israel-Politik für erfragenswert hält, kann man gerne eine jüdische Lobby unterstellen, die auch Relevanz hat. Der Aspekt der Gemeinschaft, ist wie schon erwähnt, aufgrund der Diaspora im Judentum stark ausgeprägt und all zu verständlich. Das hat noch lange nichts mit Antisemitismus zu tun und mit der deutschen Vergangenheit zu winken ist
imo überzogen.
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Für diejenigen, die es interessiert:
Chronologie des Israel-Palästina-Konflikts