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2FAST4YOU
Lets play in the Sand!!!
 
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Alt 25. 08. 2004, 10:48 2FAST4YOU is offline Mit Zitat antworten #251
Der Rebell
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Eine Meinungsumfrage zu Hartz:

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...315033,00.html

Zitat:
Besonders groß ist die Zustimmung unter den Beamten.


Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Rebell
Alt 25. 08. 2004, 14:17 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #252
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Zitat:
Original geschrieben von Mirror
Es wird hier im Land aber auch immer viel genörgelt und die Ansprüche sind sehr hoch.

Und so gibt es noch viele, davon bin ich überzeugt.
Bin ich auch von überzeugt. Werden von Florida-Rolf bis zu den Selbstexport- und China-Verweigerern fein säuberlich fürs tumbe Publikum in der Bildzeitung gelistet.
Aber viele ahnen doch, und manche wissen es auch, dass die Weigerung, in immer prekäreren Arbeitsverhältnissen zu arbeiten nicht der Grund für die wirtschaftliche Misere ist und hoffen, das die Politik- und Wirtschaftsbonzen die sich Hartz und "neue Marktwirtschaft" ausgedacht haben nen Job in China suchen. Im Gegenzug könnten wir ja billigere Manager, Bonzen und Politiker importieren.
Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
Wenn dort dann jeder zweite wohnen wird, wird es wohl kein sozialer Brennpunkt aus heutiger Sicht mehr sein.
Interessante Theorie. Wenn nur genug in Armut und im Slum leben, ist es kein Slum mehr. Würde mich nicht mehr wundern, wenn die Bonzen mit der Begründung die Mieten in den Favelas kräftig nach oben schrauben. Den speziellen "Sozialplan" haben sie mit Sicherheit schon mal verinnerlicht.
Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
Mal ganz abgesehen davon, jedem musste schon seit vielen Jahren klar sein, dass die Globalisierung die heutigen Auswirkungen haben wird. Es ist doch lächerlich, sich über das Leid in Drittländern zu echauffieren und ein paar Jahre später zu beklagen, dass eben diese Dritt- und Schwellenländer mit ihrem potenzial geringer Lohnkosten dafür sorgen, dass es in good old Germany nicht mehr so geht wie zu den Kapitalkolonismuszeiten, in denen eben diese Länder ausgebeutet wurden und von denen wir hier direkt oder indirekt ganz gut gelebt haben.
Die Ausbeutung hat sich nicht wirklich geändert bis heute. Nur sind die Instrumente etwas anders. IWF und Flugzeugträger und Globalisierung im neoliberalen Sinne erfordern nicht mehr, direkt in den Kolonien stationiert zu sein. "WIR" (natürlich die Vorfahren) haben auch nicht allzu sehr von der Kolonialisierung profitiert. Geschichtsbuch aufschlagen, Kaiserreich (Paläste und Hofschranzen) nachschlagen, Industrialisierung nachschlagen, dann wird klar, wo geprasst und wo unter elenden Bedingungen malocht wurde wie in Sklavenkolonien.
Alt 26. 08. 2004, 03:13 Mit Zitat antworten #253
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Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
Der globale Reichtum wird neu und gerechter verteilt, und dass ist in gewissem Sinne auch gut so. Das es dabei Gewinner gibt, die einen höheren Anteil als ihnen zusteht bekommen, ist zwar nicht schön aber auch nicht zu vermeiden.
..
So gesehen folgt die Weltwirtschaft und mit ihr der Wohlstand in den einzelnen Ländern eben nur dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik.
Was du hier beschreibst, hat nichts mit Thermodynamik sondern mit neoliberalem Quark zu tun.
Wenn mein Nachbar ein Haus baut, ist mein Haus dann anschließend nur noch halb so groß? Wir würden irgendwann am Horizont wieder von der Scheibe ins Weltall fliegen, wenn Neoliberale die Physik bestimmten.
Es gibt nicht DEN globalen Reichtum, den es zu verteilen gibt. Schon gar nicht, das die gerechte Verteilung gerade stattfinden würde.
http://www.buendnisfuereinewelt.at/A...n,%20Attac.htm
Zitat:
Die Einkommensschere zwischen dem reichsten und dem ärmsten Fünftel der Menschheit hat sich seit 1960 von 30:1 auf 74:1 vergrößert. [UNDP, 1999]
• Das Pro-Kopf-Einkommen in 80 Ländern lag 1997 niedriger als zehn Jahren davor. [UNDP, 1999]

• Das Vermögen der drei reichsten Milliardäre hat sich seit 1994 verdreifacht und ist größer als das Bruttoinlandsprodukt der 48 ärmsten Länder. [UNDP, 1999 und 2000]
• Das Vermögen von Bill Gates schrumpfte zwar im Vorjahr (2000) von 90 auf 63 Milliarden Dollar, aber das ist immer noch mehr als das Jahreseinkommen von Albanien, Angola, Armenien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Eritrea, Georgien, Haiti, Kambodscha, Kongo, Kirgisien, Laos, Lesotho, Malawi, Mali, Mauretanien, Mazedonien, Moldawien, Mongolei, Namibia, Niger, Nikaragua, Ruanda, Sambia, Tadschikistan, Togo, Tschad, Turkmenistan und Zentralafrika zusammen – also der ärmsten 31 Länder.

• Eine jährliche Abgabe von 1% des Reichtums der 200 reichsten Personen könnte laut UNO die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung für alle Menschen sichern; ein zweites Prozent den Zugang zu Grundbildung für alle.

• Afrikas Anteil am Welthandel ging zwischen 1980 und 1995 von 4,6% auf 1,5% zurück. [UNCTAD, Handbook of International Trade and Development Statistics, 1997]

• Der Anteil des ärmsten Zehntels der Menschheit am Welthandel ging in den letzten 20 Jahren von 0,7 Prozent auf 0,3 Prozent zurück. [Armutsstatistik des UNDP]
• Die Entwicklungshilfe der OECD-Länder ist seit 1980 von 0,35% auf 0,22% ihres Bruttoinlandsprodukts gesunken.
• Auch Österreichs Entwicklungshilfe schrumpft (gemessen am BIP): 1999: 0,26% 2000: 0,24% 2001: 0,21%

• Die Entwicklungshilfe der Industrieländer an die Entwicklungsländer belief sich 1999 auf 56 Mrd. US-Dollar aus [OECD]. Die Zinszahlungen der Entwicklungsländer an die Industrieländer betrugen im selben Jahr mehr als das Doppelte: 135 Mrd. US-Dollar.
[Weltbank, Global Development Finance]

• Nicht der reiche Norden finanziert den armen Süden, sondern umgekehrt: Summiert man alle Kreditflüsse (Neukredite minus Rückzahlungen plus Zinsendienst), fließt unterm Strich Geld von Süd nach Nord - seit 18 Jahren. 1999 erreichte der Nettokapitaltransfer von Süd nach Nord einen absoluten Rekord: 114,6 Milliarden US-Dollar. [Weltbank 2000]
National wie international: Die Schere geht weiter auseinander.
Zitat:
Original geschrieben von uiuiui
Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir momentan noch lange nicht am Ende des "Gürtel enger schnallens" angekommen sind.
Gelingt es nicht, die neoliberale Globalisierung und die Ausbeutung zu stoppen, wird das wohl die bittere Konsequenz sein. Manche ahnen es eben: Aller technischer Fortschritt dient unter der Doktrin "neue Marktwirtschaft und Reformen" der Bonzen nicht mehr der Verbesserung der Lebensverhältnisse, sondern dem Profit- und Machtstreben weniger. Deswegen hält sich die Begeisterung, sich selber nach China zu exportieren und den letzten Nüssen hinterher zuspurten und die neoliberale Blödheit und Raffgier mit der Annahme immer prekärerer Arbeitsverhältnisse zu bedienen –immer mit steigendem Tempo den "blühenden Landschaften" hinterher- verständlicherweise in Grenzen.
Alt 26. 08. 2004, 03:16 Mit Zitat antworten #254
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Zitat:
Original geschrieben von 123falko
Die Zuverdienstgrenzen werden erweitert. Bei einem Arbeitseinkommen von bis zu 400 Euro monatlich werden 15 Prozent nicht mit dem ALG II verrechnet.
Fragt sich nur, für wen sich die Verdienstmöglichkeiten erweitern…..

http://www.bundesregierung.de/Politi...-fuer-jetz.htm
Zitat:
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung Pressemitteilung Nr.401

Union verantwortlich für jetzt gültige ungünstigere Anrechnung bei Zuverdienst bis 400 Euro

Die in den jeweiligen Stufen errechneten Freibeträge werden addiert und vom Gesamtnettoverdienst abgezogen. Der dann noch vorhandene Restbetrag wird als Einkommen angerechnet. Einen Grundfreibetrag, bis zu dem das gesamte Einkommen immer anrechnungsfrei ist (derzeit 165 Euro bei Arbeitslosengeld und bei Arbeitslosenhilfe) gibt es beim Arbeitslosengeld II nicht mehr.

Die von der Union durchgesetzte Änderung führt zu Verschlechterungen gegenüber dem ursprünglichen Gesetzesbeschluss.

Beispiel: Nettoverdienst 300 Euro (ledig/West). Anrechnungsfrei bleiben:
nach ursprünglichem Gesetzesbeschluss: 103,65 Euro
nach VA-Kompromiss: 45,00 Euro
Alt 26. 08. 2004, 03:20 Mit Zitat antworten #255
BigWilly
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Interessant ist, das von Privatpersonen im Osten keine größeren Anschaffungen geplant werden und man dies schon den Harz 4 Effeckt nennt. Wie soll es dann erst werden wenn Harz 4 realität ist (hab ich vorhin in den Börsennachrichten gehört).
Alt 27. 08. 2004, 18:41 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #256
rolloma
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Thumbs down Hartz 4

Neue Arbeitsplätze ? Eher ist das Gegenteil der Fall. Immer mehr Stellen werden abgebaut und die Arbeitslosenzahlen steigen weiter. Das einzige, was mit den Reformen erreicht wird, ist, dass der Druck auf Arbeitssuchende zunimmt und dass immer mehr Menschen in die Armut getrieben werden.

rolloma
Alt 27. 08. 2004, 18:49 rolloma is offline Mit Zitat antworten #257
Stoebi
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Zum Thema Hartz IV und Demonstrationen

Ich schreibe euch mal meine persönliche Einschätzung der Lage im Zusammenhang mit Hartz IV:

Ich bitte meine Emotionen, in meinem Geschreibsel, zu entschuldigen.


Die große Mehrheit der Leute in D eiert immer noch opportunistisch rum und hofft heimlich, dass die ca. 2,5 Millionen, die durch Hartz IV in die Pfanne gehauen werden, für sie selber erst mal wieder das rettende Ufer bedeuten, diese kleinen Hurensöhne und -töchter !
Das ist das Fatale: Redet mit den Leuten, die nicht direkt betroffen sind: Zwei Sätze lang geben sie dir zu verstehen, ja tatsächlich, wir haben 8 bis 10 Millionen Arbeitslose in D und ein paar "Sozialschmarotzer" und drei Sätze weiter sind es 8 bis 10 Millionen Sozialschmarotzer mit ein paar Arbeitslosen dazwischen, denn, nicht wahr, Volkes Meinung ist doch am Ende wieder: Wer arbeiten will, findet auch Arbeit. Basta!
So, das ist der real existierende geistige Affenzirkus in den Köpfen der Mehrheit, da WOLLEN SIE NICHT FARBE BEKENNEN, das wollen sie am liebsten opportunistisch in der Schwebe lassen und bei Bedarf - ohne dass man es merken sollte - ihren kleinen Vorteil daraus ziehen und wieder ihr kleines dreckiges Fell retten.
Denn Hartz IV ist wie ein "ach wie schrecklicher Blitzeinschlag in den sozialen Kontor" - nur das kleine deutsche Arschloch hat begriffen, der Blitz hat ja gar nicht bei mir eingeschlagen .... also Arsch lecken und dem Himmel sei Dank, jetzt haben wir hoffentlich wieder einige Zeit Ruhe vor dem nächsten Ungewitter. Und wer weiß, die Chancen stehen vielleicht doch wieder gut, dass die nächste Regierung den Blitz wieder so leitet, dass er wieder nicht bei mir einschlägt.
Ich bin eben doch ein kleiner Gewinnler des Systems ...
Versteht ihr, schaut sie euch an, die kleinen Asozialen, ob sie sich für Parteigänger der CDU, der SPD, der FDP oder der Grünen ausgeben (und auch bei der PDS mache ich mir keine Illusionen): ausgeprägte Egoismen bis ins Mark, immer nur auf der Suche nach faulen Ausreden, immer nur anderen was aufbürden, um das eigene verlauste Fell zu retten.
Und für solche Leute soll sich ein denkender Mensch engagieren ? Neee, zur Hölle mit dem deutschen Michel, bis er wieder voll auf seine dumme Schnauze fällt und halbwegs normal wird. So asozial wie der sich heute aufführt, da ist diese asoziale Regierung gerade gut genug. Und wenn ihm das immer noch nicht reicht, dann gleich noch 4 Jahre Schwarz-Gelb hinterher bis dass der geistige Mief zum Schneiden dick wird in diesem Huren- und Wixerland D.
Hier gönnt keiner dem Nachbarn das Schwarze unter dem Fußnagel, aber dass die Weiber der Bonzen sich das Arschloch mit Brillanten einfassen lassen, das finden die geil, diese schizophenen Penner ...


Gruß Stöbi
Alt 28. 08. 2004, 14:25 Stoebi is offline Mit Zitat antworten #258
Sevenger
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Und was willst Du jetzt sagen? Das Du keine Ahnung hast? Ja, ist rüber gekommen!
Na ja, zwischen Deinem rumgeheule, dämlichen geseier und gepöbel ist irgendwie Dein Alternativkonzept verloren gegangen, kann das sein?

Und nie vergessen: Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht.

so long
Sevenger
Alt 28. 08. 2004, 14:31 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #259
BigWilly
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Zitat:
Und wer weiß, die Chancen stehen vielleicht doch wieder gut, dass die nächste Regierung den Blitz wieder so leitet, dass er wieder nicht bei mir einschlägt.
Ich befürchte mal das viele SPD Verdrossene später zur CDU laufen werden um da ihr Kreuzchen zu machen und dann ist das Chaos mit "Kopfpauschale" und Co erst recht komplett. Aber das ist das Problem, es gibt immer noch Menschen hier in D, die glauben die CDU könnte es besser und würde mehr für sie tun, aber da werden sich eben diese Leute verdammt wundern.
Alt 28. 08. 2004, 14:35 BigWilly is offline Mit Zitat antworten #260
Der Rebell
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Wenn sich herausstellt, daß unser System nicht mehr für alle (oder fast alle) da ist, schafft sich diese Gesellschaft ihre eigenen Totengräber.

Ich würde Hartz befürworten, wenn auf der anderen Seite der Bilanz eine entsprechende Anzahl freier Arbeitsplätze angeboten würden.

So wie es geplant ist, handelt es sich um Zwangsarbeit und die Arbeitsplatzbesitzer müssen in der ständigen Angst leben, ihre Privilegien zu verlieren. Sie verhalten sich jetzt schon entsprechend.

Schröder selbst warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft. Gerade durch die Hartz-Gesetzgebung wird aber deutlich, daß die Politik keine andere Möglichkeit mehr sieht, als eine Spaltung der Gesellschaft inkauf zu nehmen.

Rebell
Alt 28. 08. 2004, 15:10 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #261
thrilled
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Würden wirklich so viele "gute" Arbeitsplätze in Deutschland, durch die Verlagerung von Produktionen ins Ausland geschaffen, würden doch zumindest nach mehreren Monaten, die Inlandsnachfrage in Deutschland spürbar steigen, dies ist und wird jedoch nicht der Fall sein, denn wenn überhaupt Arbeitsplätze geschaffen werden sind dies wohl zu meist Arbeitsplätze die sich dem Weltlohn nivau größt möglich angenähert haben.

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1467168

http://www.welt.de/data/2004/03/17/252323.html

Zum Thema, auch noch diese Studie von McKinsey, nach der für jeden ins Ausland investierten Euro, nach Deutschland nur 79 Cent zurückkehren...daraus resultiert das es zumindest Zur Zeit für Deutschland schädigend ist, wenn Produktionen ins Ausland verlagert werden.

Es tut mir noch angemerkt leid, das mein 2ter Post, an einigen Stellen, relativ unsachlich geschrieben wurde, den Grundsätzlichen Aussagen kann ich jedoch weiterhin zu stimmen.

@korrupt

Von einem Affenbrotbaum
Alt 28. 08. 2004, 16:03 thrilled is offline Mit Zitat antworten #262
Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von thrilled
Zum Thema, auch noch diese Studie von McKinsey, nach der für jeden ins Ausland investierten Euro, nach Deutschland nur 79 Cent zurückkehren...daraus resultiert das es zumindest Zur Zeit für Deutschland schädigend ist, wenn Produktionen ins Ausland verlagert werden.

Dazu passend:

http://www.chinaintern.de/article/Wi...093634114.html

Das meiste im Ausland investierte Geld wird wahrscheinlich von inkompetenten deutschen Managern verbraten. Der Siemenschef von Pierer wird da keine Ausnahme sein. Aber was solls, für die Verluste kann man dann ja die deutschen Arbeitnehmer heranziehen
Alt 28. 08. 2004, 18:33 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #263
Stoebi
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Ich für meinen Teil versuche, möglichst illusionslos mit der Materie "Hartz IV" umzugehen. Mich interessieren weder Arm-Reich-Konflikte noch Ost-West-Gegensätze. Ebenso wenig Kapitalismus-Sozialismus-Antagonismen und was es sonst noch so an klassischen bis abgedroschenen Gegensätzlichkeiten geben mag.
Ich habe von Anfang an gesagt: Hartz IV ist das Ende der alten Republik und der Anfang eines neuen Regimes ... den 1.7.2004 (Tag der Bundestagsabstimmung) habe ich für mich als Datum einer Zäsur notiert. Und niemand kann heute schon sagen, was herauskommen wird, der Prozess ist im vollen Gange.
Mit Leuten, die Hartz IV herunterspielen, rede ich erst gar nicht mehr ernsthaft weiter, weil ich deren Argumentationen für frivol oder realitätsfern halte.
Des weiteren habe ich (zur kritischen Beleuchtung des Zustandekommens von Hartz IV) meine Meinung zur Rolle der deutschen Beamtenhierarchie geäußert (in einem anderen Forum, schon länger her): m. E. hat sie ganz entscheidend die unfähigen Politiker der Gegenwart über den Tisch gezogen, um schon vorsorglich ihre eigene Haut in Sicherheit zu bringen. Ich bin immer noch der Überzeugung, die Politiker wissen auch heute noch nicht klar, was mit Hartz IV angerichtet wird - den beteiligten Beamten sind die Konsequenzen jedoch sehr wohl bewusst ... In einem gewissen Sinne kann man Hartz IV als eine Art "Putsch der Administration" begreifen ... Sie will sich und ihre Privilegien auf Kosten großer Teile des Volkes in die Zukunft retten, wobei sie selbst keine vernünftige Vorstellung von der Zukunft hat: denn einmal das Hartz-IV-Getto eröffnet, kann die Administration ja nur auf das "nachhaltige Überdauern des Gettos" aus sein, da sie glauben muss, genau darin liege ihre eigene Perennität. Damit dient sie sich den eigentlichen Herren, den Plutokraten der Globalisierung, an und empfiehlt sich als nützliche Sachwalterin von DEREN Interessen.
Das Versagen der Politiker datiert nicht erst seit gestern, nur mit Hartz IV wird es greifbar, offenbar und symbolhaft.
Es gäbe noch viele Punkte zu erörtern.
Ich bringe es für mich zunächst mal auf folgenden Punkt: Für mich steht die Zukunft unserer Demokratie auf dem Spiel. Wer Demokratisches im Sinn hat, muss m. E. Hartz IV ablehnen als Anschlag auf unseren Sozialstaatsgedanken. Wer DEN über Bord wirft, der wird kaum noch Substanz finden, um eine demokratische Staatsform auf Dauer in die Zukunft zu tragen.
Hartz IV ist effektiv eine Perversion des Sozialstaats, des Solidargedankens, Hartz IV ist ein gefährlicher "Spaltpilz", dessen "Sporen" sich durch die ganze Gesellschaft und ihre Institutionen verbreiten werden und niemand weiß, welche schädlichen Wirkungen sich noch entfalten werden.

Vielleicht werden die Herrschenden es noch einmal schaffen - dank immenser Propaganda und subtiler Einschüchterung und "Ruhigstellung" der Durchschnittsmenschen - durch das brutal erzwungene Opfer, das da Hunderttausenden abverlangt wird bis hin zur Zerstörung ihrer eh schon bescheiden-armseligen Existenz, so etwas wie eine "Atempause" für das Kollektiv zu erreichen. Aber die "Früchte" von Hartz IV werden schnell verzehrt sein und dann wird das Kollektiv wieder im gleichen Dilemma stecken und dann wird es langsam nichts und niemand mehr zum "opfern für die anderen" geben ... Und dann ???
Dann wird alles noch EXTREMER sein, noch hoffnungsloser ....
Ich denke, jeder, der noch eingermaßen in dynamischen Systembegriffen denken kann, kann sich ausmalen, dass einige es schon heute darauf ankommen lassen und den Systemcrash in Kauf nehmen ... vermutlich sind sie sich sicher, ihre Schäfchen im Trockenen zu haben ....

Nur, wenn man tagtäglich erleben darf, wieviele Menschen doch noch in der Verblendung ihrer Egoismen gefangen sind ... was soll man da machen ?
Mit diesen Egoismen lässt sich nun mal keine Zukunft mehr in Angriff nehmen und gestalten. Und selbst wenn ich die Früchte dieser Egoismen als dicke Vermögen und Bankkonten vererben würde, meine degenerierten Erben würden dieses eh schon ranzige Vermögensfett verschleudern und nichts Gescheites mehr konstruieren ...


Gruß Stöbi
Alt 28. 08. 2004, 22:16 Stoebi is offline Mit Zitat antworten #264
Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von Stoebi
Dann wird alles noch EXTREMER sein, noch hoffnungsloser ....

Manchmal ist es grad so, als wenn die VHS-Kurse in Pessimismus zurzeit kostenlos angeboten werden. Stellt euch vor, es gibt Menschen die tatsächlich hungern müssen und für die es so gut wie keine medizinische Versorgung gibt. Es gibt auch Menschen, die müssen in totalitären Staaten einfach ihre Schnauze halten um zu überleben.

Das Hartz IV für viele Einschnitte bedeutet ist ja klar, nur deswegen in Depression zu verfallen finde ich nun doch übertrieben. Hier hat immer noch jeder hat die Möglichkeit Geld zu verdienen, bei Krankheiten zum Arzt zu gehen und jederzeit den Mund öffentlich aufzumachen ohne dafür von der Bildfläche zu verschwinden. Ich bin auch überzeugt davon, dass es grundsätzlich so bleiben wird. Wer den deutschen Michel für seinen Opportunismus kritisiert muss ihn auch für sein Gejammer kritisieren.
Alt 29. 08. 2004, 00:08 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #265
Der Rebell
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Zitat:
Hier hat immer noch jeder hat die Möglichkeit Geld zu verdienen,.....

Ist das jetzt die vornehme Umschreibung des Satzes "Wer arbeiten will, findet auch Arbeit" ?

Gewiß, Arbeit gibt es genug. Fraglich ist nur, ob es dafür auch einen Lohn gibt, von dem man leben kann und zwar hier. Hier für einen Dumpinglohn arbeiten und in Rumänien davon leben. Das würde funktionieren.

Es ist ja auch viel einfacher, eine Gruppe der Gesellschaft vom Wohlstand auszuschließen, damit der Rest seinen Standard beibehalten kann. Wenn sich die Mehrheit nur nicht über den langfristigen Erfolg einer solchen Politik täuscht...............

Nach jahrzehntelanger Massenarbeitslosigkeit sollte man doch langsam mal darüber nachdenken, wie man denn mit dem Thema umgehen will, daß nicht genug Arbeit für alle da ist. Oder will man weiter mit ABM, Ich-AGs und Personal-Service-Agenturen rumwurschteln, die alle nichts gebracht haben?

Na gut. Dann warten wir eben noch solange, bis die Osteuropäer ab 2007 im Zuge der europäischen Freizügigkeit nach Westen strömen, um hier nach Arbeit zu suchen. Vielleicht wird das Problem dann ja deutlicher.

Nur dürfte es dann für überlegte Konzepte zu spät sein.

Es macht Sinn, arme Länder dem Wohlstand näher zu bringen. Es macht aber keinen Sinn, den eigenen Wohlstand aufzugeben, damit alle gleich arm sind. Vor allen Dingen macht es keinen Sinn, eine Volkswirtschaft zu betreiben, die nur den Vorständen die Taschen füllt und an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeizielt.

Aber der Glaube in die Versprechungen des Politgesindels ist ja ungebrochen.

Fröhliche Zukunft allerseits.

Rebell
Alt 29. 08. 2004, 01:41 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #266
CopMurder12
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Ich habe mit Interesse die bisherigen Beiträge gelesen und muss leider feststellen, dass doch einige ein wenig Realitätsfremd mit dem Thema umgehen (ohne jemand persönlich angreifen zu wollen).

Fakt ist, dass unser Sozialsystem aus den unterschiedlichsten Gründen (z.B. demographische Entwicklung, veränderte Wirtschaftsstrukturen, fortschreitende Globalisierung etc. etc. etc.) irgendwann nicht mehr finanzierbar ist. Dies betrifft Leistungen, die aus Beitragsmitteln finanziert werden (z.B. Renten, Arbeitslosengeld I, Gesundheitsleistungen etc. etc. etc.), gleichermaßen wie auch Leistungen, die aus Steuermitteln im Umlageverfahren finanziert werden (z.B. Sozialhilfe, Arbeitslosenhilfe, künftig Arbeitslosengeld II, Subventionen/Transferleistungen etc. etc. etc.). Leider haben es die Politiker (die Regierenden wie auch die Oppositionellen) in den letzten 15-20 Jahren versäumt, mit den wachsenden Problemen ehrlich umzugehen und frühzeitig "nicht-so-schmerzhafte" Reformen anzustoßen. Die Arbeitnehmer- und Arbeitgeber- sowie einige Sozialverbände taten ihr übriges - nämlich nichts. Bis heute vermisse ich offene und ehrliche Aussagen. Einen Schritt in die richtige Richtung hat die jetzige Regierung - im Übrigen im Einklang mit CDU/CSU, FDP und PDS - mit den Reformen unternommen, obgleich die meißten davon heute nichts mehr wissen wollen.

Mit welchem Recht bekommt ein Alhi-Empfänger prozentual anteilig an seinem Verdienst seine Leistungen bemessen? Durch die verschiedensten Umstände kann jemand wahnsinnig Glück oder auch unglaublich Pech haben und einen oder keinen Anspruch auf Alhi erwirtschaften. Einige haben Pech (manchmal fehlt nur 1 Tag in der Anwartschaftszeit) und fallen direkt in die Sozialhilfe oder erhalten ergänzende Sozialhilfe. Wo ist da die Gleichbehandlung?

"Mit dem Arbeitslosengeld II geht es den Leuten schlechter"...ist eine Pauschalaussage, die in den wenigsten Fällen zutrifft. Tatsächlich muss man vielmehr sagen, dass man bei Vergleichsberechnungen nicht nur bisherige Alhi-Empfänger mit künftigen AlgII-Empfängern vergleichen darf, sondern auch bisherige Sozi-Empfänger mit vergleichen muss. Und wenn man da mal objektiv rangeht, muss man feststellen, dass Alg II sogar eine Verbesserung für viele darstellt. Wer das nicht glaubt, der möge einmal die bisherigen gesetzlichen Bestimmungen mit dem ab 01.01.05 in Kraft tretenden SGB II vergleichen und man wird staunen. Leider ist so etwas ja nicht Medienwirksam, weshalb weder öffentlich-rechtliche noch private Sendeanstalten oder Zeitungen wie Focus, Spiegel etc. ehrlich sind. Die Dummen sind die Regierenden...denen glaubt keiner, weil überall in der Medienlandschaft Parolen verkündet werden.

Und bevor wir ständig auf die Politik schimpfen, die ja nicht gerade viel dazu kann, dass es in der BRD so ausschaut wie es ausschaut, sondern nur versuchen kann, das wenige noch zu retten, sollten wir doch einmal die Arbeitgeber und die Gewerkschaften in die Pflicht nehmen. Von Jahr zu Jahr wurden Vereinbarungen/Pakte abgeschlossen, in dem dem Standort Deutschland die Karten hochgehalten wurden. Doch wieviele halten sich tatsächlich daran? Die Mitelständischen Betriebe oft gar nicht. Die Großunternehmen stellen es Geschickter an und drohen mit Arbeitsplatzabbau oder Standortwechsel, so dass alle sofort "kuschen". Leute, "Soziale Gesellschaft" bedeutet, dass alle "Opfer" bringen müssen, um ein gesundes und sozielverträgliches Gleichgewicht im Lande zu haben. Doch wo bleiben da die Arbeitgeber? Die Produktion ins Ausland verlagern, aber erwarten, dass die Produkte im eigenen Land konsumiert werden? Man ist lieber auf Gewinnoptimierung und -steigerung aus, komme was da wolle. Kein gesundes Optimierungsdenken mehr. Dass die Produktionsverlagerung nicht immer eine gute Alternative ist, können wir z.B. an Triumph sehen - Produktion gen Osten verlagert, 2 Jahre später kehrt man zum eigenen Standort zurück, weil die Qualität einfach nicht stimmt und damit die Kosten zu hoch sind. Naja Produktionsstandorte ins Ausland verlagern und die Kosten von der Steuer absetzen ist schon ein starkes Stück.

Zurück zum Thema, mal als Gedankenanregung: ein Sozialhilfe-Empfänger bekommt - da er es sich nicht selbst leisten kann - volle Zahnbehandlungskosten erstattet, d.h. die Behandlungskosten und Kosten für Zahnersatz. Sozialhilfe-Empfänger sind bei den Ärzten die neben den Privatpatienten am Liebsten gesehenen Kunden - da sie fast alles finanziert bekommen und teilweise mit höheren Sätzen als die der Krankenkassenpatienten, da die Sozialämter die Kosten direkt erstatten. Was passiert denn, wenn ein arbeitender Bürger mit einem Netto-Einkommen von 800 € mtl. eine Brücke benötigt? Er rennt zum Arzt und streitet mit der Krankenkasse, um am Ende festzustellen, dass er sich die Behanlungskosten und Kosten für den Zahnersatz i.H.v. z.B. 4.000 € nicht leisten kann. Und nun? Wo ist die Gerechtigkeit?

Leute, bevor aus Verängstigung und dem Glauben an die Medienlandschaft Parolen ausgesprochen werden, alles sei Mist und würde uns (übertrieben gesagt) in einen Armenstandort verwandeln, wäre es vernünftiger, Alternativkonzepte zu entwickeln und vorzustellen. Doch was passiert überall? Es wird nur kritisiert, ernsthafte und brauchbare Alternativen gibt es nicht...! Im Gegenteil, man schraubt am AlgII-Recht dort ein wenig und dort ein wenig, weil nichts anderes über bleibt!
Alt 29. 08. 2004, 11:45 CopMurder12 is offline Mit Zitat antworten #267
yggr
BSD dude
 
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Der Begriff "sozial" rechnet sich nie, dieser beruht in erster Linie auf geben! Wenn ich jemandem etwas z.B. Spende, rechnet sich das für mich auch nicht - darüber hinaus sind das Sozial- u. Bildungssystem die Eckpfeiler einer jeden Gesellschaft.
Alt 29. 08. 2004, 15:01 yggr is offline Mit Zitat antworten #268
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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Was CM12 ein wenig aus den Augen verliert: es wird dennoch heute soviel produziert wie es noch nie der Fall war, und dennoch geht es mehr Leuten schlechter.

Um mal grundsaetzlich nochmal ein wenig zu klaeren, was der Widerspruch bei dem ganzen unhinterfragten "wir muessen sparen" ist: es kann, ungeachtet dessen, wie mit welchen Mitteln (Kapitalrendite, Umlagesysteme) umverteilt wird, nur das konsumiert werden, was an Waren und Dienstleistungen zur Verfuegung steht. *Das* nahm aber die ganze Zeit *zu*.

Warum sollen nun die, die schon seit jeher den kleinsten Anteil am Konsum dieser ganzen Waren und Dienstleistungen hatten, den Guertel enger schnallen? Und vor allem: was soll es bringen?
Alt 29. 08. 2004, 15:07 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #269
Arthritix
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Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
was an Waren und Dienstleistungen zur Verfuegung steht. *Das* nahm aber die ganze Zeit *zu*.

Genau das ist der Punkt. Waren und Dienstleistungen werden nicht mehr so wie früher nachgefragt. Die Inlandsnachfrage stagniert oder ist rückläufig. Wenn nun denjenigen, die eh schon wegen ihrer schlechten finanziellen Situation ihr ganzes Einkommen verkonsumieren mussten, Geld wegnimmt, wird das natürlich die Inlandsnachfrage weiter schwächen. Folgerichtig müsste man das Geld dort abschöpfen, wo es nicht verkonsumiert wird. Wenn die aber hier schlechte Rahmenbedingungen vorfinden, werden die ihre Geschäfte eben dort machen, wo die Rahmenbedingungen attraktiver sind. Das sie dabei den Inlandsmarkt verlieren merken sie ja erst später. So sind die Menschen eben.

Zitat:
Original geschrieben von Korrupt
Warum sollen nun die, die schon seit jeher den kleinsten Anteil am Konsum dieser ganzen Waren und Dienstleistungen hatten, den Guertel enger schnallen? Und vor allem: was soll es bringen?

Weil die nicht damit drohen können, ihre Geschäfte ins Ausland zu verlagern. Bringen tut es aber mehr, als wenigen Reichen im Einzelfall zwar viel wegzunehmen, in der Summe aber wenig.
Alt 29. 08. 2004, 15:41 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #270
CopMurder12
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Zitat:
Warum sollen nun die, die schon seit jeher den kleinsten Anteil am Konsum dieser ganzen Waren und Dienstleistungen hatten, den Guertel enger schnallen? Und vor allem: was soll es bringen?


Umkehrschluss: die Sozialhilfe passen wir an die Arbeitslosenhilfe an und schlagen nochmal 10 % auf, um den Inlandskonsum anzuregen, wobei dann eine Sparquote festgelegt und Auslandsprodukte nur zu x,xx % im Verhältnis zu den mtl. Einnahmen konsumiert werden dürften.

Eine echte Alternative zu einer geänderten Umverteilung und Ausgleich der im Prinzip ein und derselben Leistung stellt das wohl kaum dar.

Man müsste die Ursachen der stagnierenden Inlandsnachfrage ergründen bzw. an diesem Punkt ansetzen (das war ja Intention von Hartz IV). Doch wer daran glaubt, der irrt - die Arbeitsplätze sind aus unterschiedlichen Gründen quantitativ beschränkt. Es gibt keine Vollbeschäftigung mehr und wird es wohl die nächsten 20 Jahren in Deutschland auch nicht geben.

Zudem muss die Umverteilung von Vermögen teilweise umgestellt und sinnvolle von sinnlosen Ausgaben unterschieden und entsprechend gehandelt werden.

Alg II ist in den Grundzügen ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch längst nicht ausreichend, was jedoch nicht heißt "spart noch mehr an denen, die ohnehin nichts (mehr) haben".
Alt 29. 08. 2004, 17:31 CopMurder12 is offline Mit Zitat antworten #271
Stoebi
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Die Demonstrationen müssen weiter gehen

Stelle den Beitrag auch noch hier rein .... denn ich sehe das schon wieder kommen: der deutsche Arbeiter wird sich wieder einseifen lassen, er wird es wieder nicht raffen, es ist zum Jaulen !!!
Nach viel Schreiberei im SPD-Forum folgende Gedanken:

Heute ist mir beim Diskutieren und Lesen der Beiträge dort etwas bewusst geworden, das bereitet mir große Sorgen und stimmt mich pessimistisch für den weiteren Verlauf des Widerstandes gegen dieses asoziale Bürokratiemonster Hartz IV:
Viele durchaus Hartz-IV-kritische Diskutanten scheinen einfach die immense Tragweite der Vermögensanrechnung des ALG-II-Empfängers und der Einkommensanrechnung seines Lebensgefährten überhaupt nicht oder nur partiell oder schief - jedenfalls keineswegs adäquat - zu raffen.
Auch der Zusammenhang mit der Kürzung des Leistungsbezugs von ALG I und der Beibehaltung des AV-Beitragssatzes von 6,5 % wird nicht korrekt implementiert.

Man muss aber klar vor Augen haben, dass

1. der Rollgriff ins Vermögen der betroffenen Langzeitarbeitslosen und in das Einkommen der betroffenen Lebensgefährten usw.

2. die Verkürzung der Leistungszeiträume ALG I unter Beibehaltung der Pflichtbeiträge in der aktuellen Höhe

die HAUPTFINANZIERUNGSQUELLEN dieses Hartz-IV-Anschlages auf den Sozialstaat und auf zumindest einen minimalen Vermögensbestand in Arbeitnehmerhand sind. Und man muss erkennen, dass dies ein langfristiges Desaster für die gesamte Arbeitnehmerschaft wird (über die Einzelschicksale der Geschädigten hinaus, bzw. die Summe aller Einzelschicksale wird schließlich zusammen mit Lohnabbau usw. das neue vermögenslose Dasein des deutschen Arbeitnehmers herbeiführen. Nach der "zahnlosen" dann eben noch die "vermögenslose" Durchschnittsgesellschaft).
Hunderttausende Langzeitarbeitslose und die zukünftigen Langzeitarbeitslosen werden m. E. in den kommenden Jahren über den verbrecherischen Griff ins Vermögen und über den Rückgriff auf die Einkünfte Dritter einen hohen 2stelligen Milliardenbetrag zwangsweise in den absolut maroden deutschen Arbeitsmarkt einspeisen und die unhaltbaren Zustände gezwungenermaßen verlängern, während sich Politik, Wirtschaft