Zitat:
Original geschrieben von waterboy
Hallo, kann mir mal jemand erklären, wie das abläuft wenn so ein (Kino)Film gemacht wird.
|
Da gibt es so unendlich viele Möglichkeiten des Ablaufs von der 1.Idee -> Film...
08/15 :
Bei dem was dann so oft als belangloser "Kinoschrott" endet ( Teeniekomödien, leichteste Hollywoodunterhaltung, durchnittliche Blockbuster); das sind "Renditeprogramme" ->
Produktionsfirmen geben diese in Auftrag, die Rechte eines Drehbuchs werden gekauft (oder eins wird in Auftrag gegeben) - geschrieben nach einem Schema, das man den durchschnittlichen Zuschauer der Zielgruppe erreicht; dann wird besetzt - gedreht - fertig. Solche Filme werden nicht all zu erfolgreich, aber im Endeffekt bleiben "Ausgaben-Einnahmen" rentabel und sind sichere Geldquelle für Produktionsfirmen.
[floppt beispielsweise ein einziges mutiges Großürojekt kann das eine durchschnittliche Produktionsfirma in den Ruin treiben]. Die künstlerische Freiheit eines Regisseurs ist hier natürlich gering, er und der Producer des Films haben dann den Executive Producer der Produktionsfirma im Nacken, der dafür Sorge trägt, das alles geplant verläuft ( vor allem in punkto Abgabetermine und Finanzen ) und dann Rücksprache hält mit dem Produzenten -> da dies in 98% aller Fälle eine Firma ist, ist das dann namentlich der jeweilige Geschäftsführer.
*ich werd irgendwie zu lang, ich mach jetzt mal kürzer...*
Die Variante wenn irgendjemand eine Idee hat (bsp. ein Regisseur vllt. zusammen mit einem Drehbuchautor); dann ist eben der erste Schritt einen Produzenten zu finden, der den Film finanziert und möglich macht -> hat man dann eine Firma gefunden beginnen die ersten Vorarbeiten. In solch einem Fall hat der Regisseur auch mehr von ihm gewünschte künstlerische Freiheit, da es sein Projekt ist bis zu dem Punkt, an dem der Exe. Producer verkündet "...eine Szene in dieser finanziellen Größenordnung ist nicht budgetiert."
Dann gibt´s da noch die Möglichkeit die Idee eines Filmes umzusetzen und ihn selber zu produzieren (wenn man diese seltene Möglichkeit hat); in diesem Fall hat man 100 % Freiheit, bsp. George Lucas.
Wenn man sich mit dieser Industrie und ihrer Arbeitsweise ein wenig auseinandersetzt ist es z.B. im Nachhinein unglaublich erstaunlich das bei "New Line Cinema" vor 8 Jahren ein lockiger Neuseeländer die Möglichkeit bekam für 500 Mio $ den Herrn der Ringe völlig nach seinen eigenen Vorstellungen zu produzieren.
Der Ablauf ist von Land zu Land verschieden, die Amis haben ja eine richtig funktionierende Filmindustrie, von so etwas ist man hier z.B. weit entfernt; wenn du drüben Kameramann werden willst gibt es da einen vorgeschriebenen Weg (Volontariat, Theorie...). Hier beginnst du als Praktikant und das bleibst du auch mal 2 Jahre, Video Operator, Kläpper...; dann bist du irgendwann Assistent des 5. Assistenten....