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TabulaRasa Spender
ex-Moderator
 
Registrierungsdatum: Mar 2003
Beiträge: 5.842
"beschäftigungsgesellschaften" ...

gerade eben stolpere ich über folgenden spiegel-artikel:
http://www.spiegel.de/politik/deutsc...318342,00.html
Zitat:
Der Mann will nicht mehr Lohn - der 60-jährige Referatsleiter aus dem Bundesbildungsministerium will mehr zu tun bekommen. Die Aufgaben einer Woche füllten grade mal vier Stunden aus, gab der Ministerialrat an.

und:
Zitat:
In Justizkreisen hieß es, die zuständige Kammer sei ziemlich ausgelastet unter anderem mit Klagen ehemaliger Postbeamter, die bei Post AG und Telekom in Beschäftigungsgesellschaften abgeschoben worden seien.

da versteh ich langsam die welt nicht mehr. auf der einen seite fordert man von mehr engagement und leistungsbereitschaft von den leistungsempfängern (was im einzelfall durchaus berechtigt ist), auf der anderen seite leistet man sich einen derartigen personalüberhang.
es geht dabei nicht um neid - ich gebe offen zu, eine vier-stunden-woche bei 6000 euro macht mich neidisch. aber betriebswirtschaftlich ist das doch ein riesiges desaster.
bei post und telekom sollte es mich eigentlich nicht kümmern; diese sind privatisiert und stehen im wettbewerb und werden schon die konsequenzen ziehen müssen.
aber ein derartiger unfug mit steuergeldern - da bleibt mir echt die spucke weg.
hut ab vor diesem beamten, der deswegen klagt.
Alt 16. 09. 2004, 18:00 TabulaRasa is offline Mit Zitat antworten #1
yggr
BSD dude
 
Registrierungsdatum: Apr 2001
Beiträge: 7.226
Nicht ganz korrekt, Post und Telekom sind nur teils privatisiert - Vater Staat hält 20% an Post und 26% an der Telekom.

Wenn diese Jungens mit einem Bein in der Privatwirtschaft stehen, wie habe ich dann folgende Aussage zu verstehen

Zitat:
Die Deutsche Post will ihren rund 64.000 Beamten in diesem Jahr offenbar doch Urlaubs- und Weihnachtsgeld zahlen. Eine entsprechende Vereinbarung zur Gewährung von Sonderzulagen habe der Bonner Konzern mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di getroffen, berichtete das "Hamburger Abendblatt". Demnach sollen die Post-Beamten für 2004 Sonderzahlungen in bisheriger Höhe erhalten; dies seien 84,29 Prozent eines Monatsentgelts.

Quelle: http://www.n24.de/wirtschaft/unterne...72812024503295
Alt 16. 09. 2004, 18:40 yggr is offline Mit Zitat antworten #2
deleted user
 
Beiträge: n/a
Zitat:
bei post und telekom sollte es mich eigentlich nicht kümmern; diese sind privatisiert und stehen im wettbewerb und werden schon die konsequenzen ziehen müssen.
aber ein derartiger unfug mit steuergeldern - da bleibt mir echt die spucke weg.
hut ab vor diesem beamten, der deswegen klagt.

genau das ist der punkt, in der privatwirtschaft könnte man sich derartige unterbeschäftigung zu derart immensen gehältern niemals leisten, wenns die firma noch einige zeit geben soll. wenn sich der staat hingegen so eine farce leistet zahlen im endeffekt ja nicht die "firmenbosse" drauf sondern die masse, die verdient ja genug, einfach ne steuererhöhung bzw entbehrungen schaffen und gut ist. vielleicht sollte man ein gesetz einführen, wonach politiker für verfehlungen in ihren ressorts einen persönlichen, finanziellen schaden davontragen. ohne solche maßnahmen kümmert sich ja echt kein schwein drum (bis es an die öffentlichkeit gelangt und man sich höchst schockiert zeigt)
Alt 16. 09. 2004, 18:58 Mit Zitat antworten #3
BigWilly
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Beiträge: 5.979
Das Problem ist, das es sich ja hier um Beamte handelt. Hat man erstmal den Status des Beamten erreicht, ist man so gut wie unkündbar.
Alt 16. 09. 2004, 20:13 BigWilly is online now Mit Zitat antworten #4
TR4 Spender
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Hallo,
ist doch besser die Betroffenen bekommen Ihr Geld vom ehemaligen Arbeitgeber (Post) als von den "gebeutelten" Sozialkassen.

Aber letztlich wird´s ja doch die Solidargemeinschaft zahlen da ja diese Kosten
steuermindernd angesetzt werden.
Nebenbei (noch) ein paar Arbeitslose weniger in der Statistik, ist doch auch was.

Und das es ein paar Euro`s mehr sind (gegenüber echten Arbeitslosen) kann doch für die Binnenwirtschaft nur von Vorteil sein, da ja wohl diese Menschen Ihr Geld sicher nicht in´s Ausland verbunkern.

Neidgefühle hab ich da nicht, freut mich eher das die es so gut getroffen haben.
Die Beweggründe des 60 jährigen Klägers kann ich nicht so richtig nachvollziehen.

Geändert von TR4 (17. 09. 2004 um 05:52 Uhr).
Alt 16. 09. 2004, 21:04 TR4 is offline Mit Zitat antworten #5
Chrische
( OvO )
 
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Ich kann das schon nachvollziehen. Stell Dir vor, Du hast jahrzehntelang eine fordernde und ausfüllende Arbeit gehabt und Dir nichts zuschulden kommen lassen. Und auf einmal reisst man dir Deine Mitarbeiter unterm A** weg und Du hast nix mehr zu tun. Da wär ich auch sauer.
Aber ich find's trotzdem richtig. Behörden auflösen und keine neuen Beamten einzustellen, sondern eben nur Angestellte ist in der heutigen Zeit doch das einzig sinnvolle. Die Beamten sind nun mal unkündbar, deswegen werden sie nicht wie in der Wirtschaft entlassen, sondern eben durchgeschleppt, mit den Folgen, die in dem Artikel stehen.
Ich glaube aber eher, dass wir uns ein paar Beamte bis zur Rente weiter leisten können, als ewig mit dem Beamtenstaat weiterzumachen.
Alt 16. 09. 2004, 21:56 Chrische is offline Mit Zitat antworten #6
TR4 Spender
konfessionslos linientreu
 
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Na ja, bin ja kein Beamter habe somit auch nicht deren Mentalität.
Die sind doch aber in der Situation absolut finanziell abgesichert.
Das zählt doch in erster Linie.

Der Mann ist ja nun schon 60, also bis zur regulären Pensionierung nur noch
5 Jahre. Dann hat er sowieso das "Problem" der Aufgabenlosigkeit.........

Wäre er jünger (40-50) könnte ich mir eher Bedenken und auch Ängste vorstellen
wie die weitere dienstliche Zukunft aussehen könnte.
Wer weis schon was sich die Regierenden zukünftig in Anlehnung an Hartz IV sonst noch alles an Nettigkeiten einfallen lassen. Was auch dann Beamte in dieser Situation betreffen könnte.

Wenn man sich die "Verträge" des Arbeitsamt mit Arbeitslosen über 58 Jahre ansieht, wo denen bis zum regulären Rentenbeginn mit 65 Jahren die Zahlung des Arbeitslosengeldes ohne Abschläge zugesagt wurde, und diejenigen jatzt so wie es
aussieht mit Hartz IV/ALG II regelrecht finanziell abstürzen, dann graust es mir.
Damit will ich hier keine Diskussion in Richtung Hartz IV entfachen, was ja übrigens
jetzt auch unbenannt wurde in : "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt"
Alt 17. 09. 2004, 06:19 TR4 is offline Mit Zitat antworten #7
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