|
|
|
|
|
|
ex-Moderator
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: g:b
Beiträge: 4.804
|
Deutschland mit einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat? [Pro vs Contra]
Hi!
Aufmerksame Leser diverser News-Seiten und Nachrichtseher haben es sicherlich mitbekommen: Unser grüner Außenminister Joschka Fischer macht sich derzeit für einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat in New York stark.
Quellen (kleine Auswahl, das Web ist voll davon. Bitte selber googeln):
Spiegel.de
süddeutsche Zeitung
Welt am Sonntag
- Wie steht Ihr zu der Thematik allgemein?
- Wäre es nicht besser, sich stattdessen für einen Gesamteuropäischen Sitz stark zu machen im UN-Sicherheitsrat? Stünden da die Chancen nicht besser anstatt eines "Einzelplatzes" für unser Land?
- Haben wir diesen Platz verdient? Klar, wir gehören zu den Ländern die das meiste Geld in die UNO geben und beteiligen uns auch enorm z.B. mit Truppenkontingenten an Auslandseinsätzen, aber nominiert uns das somit automatisch?
- Und was ist mit den anderen Nationen die einen solchen permanenten Platz anstreben: Indien, Japan und Brasilien? Auch wenn sich alle vier solidarisch erklärten und sich Unterstützung zusagten, besteht da nicht auch dennoch ein Konkurrenzkampf?
- Derzeit "verschlechtern" sich die Chancen angeblich wieder. War das alles also nur heisse Luft?
*Fishing for voices*
|
24. 09. 2004, 00:37
|
#1
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.882
|
Allgemein
sehe ich den Vorteil, kriegsgeilen US-Präsidenten etwas (ein bischen) mehr Knüppel zwischen die Beine zu werfen.
Gesamteuropäisch
geht das nicht, weil dann ein Sitz verloren ginge.
Verdient
ist nicht die Frage. Entweder wir beteiligen uns am Machtspielchen oder wir lassen es.
Andere
Nationen wollen natürlich auch, weil das ein elitärer Club ist.
Heiße Luft
ist die Verschlechterung der Chancen nicht. Sondern nur die Verhinderung von Machtverlust der Besitzenden.
Rebell
|
24. 09. 2004, 00:55
|
#2
|
|
BSD dude
Registrierungsdatum: Apr 2001
Beiträge: 7.226
|
Zitat:
|
Haben wir diesen Platz verdient? Klar, wir gehören zu den Ländern die das meiste Geld in die UNO geben und beteiligen uns auch enorm z.B. mit Truppenkontingenten an Auslandseinsätzen, aber nominiert uns das somit automatisch?
|
Ein Land das wie wir selbst die Erfahrung mitbringt, was alles außerdemokratisch passieren kann -hat sehr wohl das Recht in solchen Belangen mitzureden. Darüber hinaus steht die Beteiligung außer Frage, da wir wie schon erwähnt einen großen Teil ohnehin dazu beitragen ..
|
24. 09. 2004, 08:42
|
#3
|
|
Zyniker
Registrierungsdatum: Aug 2004
Ort: im Web
Beiträge: 219
|
Ein ständiger Sitz ist mehr als überfällig. Man kann nicht von Deutschland verlangen sich immer mehr an internationalen Aufgaben zu beteiligen, ohne diese auch beeinflussen zu können.
Ein europäischer Sitz ist wohl auf absehbare Zeit wohl nur eine Illusion, obwohl es sicherlich erstrebenswert wäre.
Was die "verdient" Frage angeht; hat Amerika seinen Sitz -noch- verdient?
Das das deutsche Betreben sofort Neid auslösen würde war abzusehen, ist aber sicherlich kein Hinderungsgrund. Der italienische Aussenminister hat seinen Unmut mittlerweile ja auch recht deutlich zum Ausdruck gebracht, wobei der wohl eh nur die Meinung seines Chef´s propagiert. Und was von dem zu halten ist, dürfte ja wohl allgemein bekannt sein.
Viel wichtiger ist, dass die Engländer und auch die Franzosen uns vertrauen und unterstützen. Das zeigt IHMO das Deutschland mittlerweile endlich die Schatten der Vergangenheit abschütteln konnte und zu einem vollwärtigen Mitglied der Staatengemeinschaft geworden ist.
|
24. 09. 2004, 10:23
|
#4
|
|
Kritiker
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.706
|
Na na na, gandalph, ein Thread ohne eigene Meinung starten?
Ich war lange für einen Sitz im Sicherheitsrat und sehe auch nach wie vor noch viele Vorteile im Bereich der Mitbestimmung. Mehr und mehr glaube ich aber, dass Deutschland nicht viel wird beeinflussen können, da es meistens auf Linie mit den Franzosen liegen wird. Hinzu kommen dann aber wohl noch mehr Pflichten im Bezug auf Einsätze im Ausland.
Mehr als ein "nice to have" ist es auf der pro Seite wohl nicht, dafür stehen auf der contra Seite etliche Punkte die nicht nur mit hohen Kosten sondern auch Menschenleben verbunden sein werden.
so long
Sevenger
|
24. 09. 2004, 10:48
|
#5
|
|
ex-Moderator
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: g:b
Beiträge: 4.804
|
Zitat:
Original geschrieben von Sevenger
Na na na, gandalph, ein Thread ohne eigene Meinung starten? ...
|
Falsch. Ich habe meine Meinung zu dem Thema. Jedoch ziehe ich es vor, auch mal einfach ein Thema anzuschneiden und ein paar Fragen in den Raum zu stellen, rein aus einem brainstorming heraus.  So kann man halt auch eine Diskussion starten.
Well, mE nach hat es Deutschland sehr wohl verdient, eine tiefere Mitbestimmung in der Vollversammlung zu erhalten als es bisher der Fall ist.
Ein paar Gründe [pro] sehe ich wie folgt zB:
- Wir sind einer der größten Beitragszahler und sollten somit auch etwas genauer bestimmen können, wohin unsere Beiträge fliessen. Deutschland sollte mehr sein als eine Kuh zum melken.
- Die deutsche Beteiligung an weltweiten UNO-Einsätzen ist beträchtlich. Das Engagement unsererseits für "Blauhelm-Missionen" kostet -abgesehen von den finanziellen Beträgen- eine hohe Logistik. Auch hier sollte es uns schon möglich sein, etwas mehr Einflußnahme zu haben.
- Die nationalsozialistische Vergangenheit Deutschlands ist imo spätestens seit den Feierlichkeiten zum diesjährigen D-Day-Jubiläum ad acta zu legen. Das man uns im Bunde der Staaten als vollwertig ansieht, dürfte jedem klar sein mittlerweile. Also kann diese Thematik sicherlich kein Hinderungsgrund mehr sein für eine Aufnahme.
- Das wir mit einer gewissen Besonnenheit an die Dinge rangehen die diplomatisches Geschick erfordern ist auch ersichtlich, wenn man sich unsere bemühungen um Vermittlung in vielen Brennpunkten mal ansieht. Egal ob im Irland-Konflikt oder in der Palestina-Frage; Deutschland ist stets vermittlerisch um Lösungen bemüht. Viele Staaten "ordern" deutsche Diplomatie zur Streitlösung mittlerweile.
Zitat:
Original geschrieben von Caesus
Was die "verdient" Frage angeht; hat Amerika seinen Sitz -noch- verdient?
|
Bitte, liebe Leute - laßt uns hier nicht die Dinge vermengen. Die Frage nach dem ob es die USA weiterhin verdient haben einen solchen Sitz inne zu haben steht auf einem ganz anderen Blatt Papier und sollte hier nicht in den Disskussionsverlauf hineinschwappen. Danke.
|
24. 09. 2004, 11:21
|
#6
|
|
Kritiker
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.706
|
Die meisten von Dir genannten Punkte lassen den UNO-Sitz eher als Belohnung erscheinen.
Die Frage sollte aber sein, welche Nutzen es hätte und was sich ändern würde?
Wohl gar nichts.
Ich muss einräumen, ich weiss nicht, wie bei der UNO entscheiden wird, wohin die Richtung geht und inwieweit die höhe der Beiträge oder ein Sitz im Sicherheitsrat hier ausschlagebend ist.
Keine Frage, vom "look-and-feel" (um es mal so auszudrücken) wäre es nicht schlecht, nur ich glaube eben nicht, dass es irgendetwas ändern würde.
Statt einem "warum nicht" frage ich also "warum"?
so long
Sevenger
|
24. 09. 2004, 11:27
|
#7
|
|
BSD dude
Registrierungsdatum: Apr 2001
Beiträge: 7.226
|
Altbundeskanzler Schmidt drückt es so aus,
Zitat:
Altkanzler Schmidt gegen ständigen deutschen Sitz
Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt ist gegen das Streben der Bundesregierung nach einem ständigen Sitz im Uno-Sicherheitsrat. Deutschland habe in der Weltpolitik keine Rolle zu spielen.
Hamburg - In einem Vorabdruck seines Buches "Die Mächte der Zukunft" in der "Bild"-Zeitung schreibt Schmidt, Deutschland müsse sich zwar am Ausbau des Völkerrechts und der Institutionen der Vereinten Nationen beteiligen. Ein ständiger Sitz im Sicherheitsrat sei dafür allerdings nicht nötig.
Es liege nicht im Interesse Deutschlands, an jedweder weltweit bedeutenden Entscheidung über Krieg und Frieden beteiligt zu sein und sich für die Folgen verantworten zu müssen, schreibt Schmidt. Die Vorstellung einiger deutscher Politiker, Diplomaten und Beamten, Deutschland habe in der Weltpolitik eine Rolle zu spielen, sei abwegig.
Wenn deutsche Regierungen diese Forderung verfolgten, dann aus Geltungsbedürfnis, nicht aber als Konsequenz der gleichzeitig von ihnen proklamierten gemeinsamen Außenpolitik der EU.
|
Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutsc...319576,00.html
Sieht man es von der Seite aus, so hat er durchaus Recht ..
|
24. 09. 2004, 12:27
|
#8
|
|
Mehrschwein
Registrierungsdatum: Mar 2003
Ort: ::1
Beiträge: 1.434
|
Moin!
Meiner Meinung wäre es das beste, den Sicherheitsrat demokratischer zu gestalten keiner Nation mehr Vetorechte zu gewähren. Von daher halte ich es für völlig falsch, noch mehr Ländern dieses Recht zuzugestehen, das würde den Entscheidungsprozess der UN nur erschweren und der ist ihmo sowieso zu kompliziert. Ja, ich weiss, es ist wahrscheinlicher 6 richtige im Lotto zu bekommen (drückt mir die Daumen für Sa  ) als dass die USA (oder sonst wer) ihr Vetorecht aufgeben, egal wer da gerade Präsident ist, aber man muss die Lage ja nicht verschlechtern.
Vind
|
24. 09. 2004, 12:47
|
#9
|
|
Nicht von hier
Registrierungsdatum: Jun 2004
Beiträge: 2.862
|
Darf man mal fragen, wie es Deutschland geschafft hat, soviel dafür zu zahlen, ohne einen Sitz? Soviel ich mitbekommen habe, zahlen Deutschland und Japan insgesamt 28 % der gesamten Kosten / Beiträge.
|
24. 09. 2004, 15:35
|
#10
|
|
BSD dude
Registrierungsdatum: Apr 2001
Beiträge: 7.226
|
Gleiches Spiel wie in Europa, hier zahlen wir auch den größten Anteil. Liegt vielleicht daran das es uns so gut geht, wir wissen es nur nicht
|
24. 09. 2004, 15:40
|
#11
|
|
Leitkulturbanause
Registrierungsdatum: Mar 2001
Ort: ocean of chaos
Beiträge: 4.661
|
Zitat:
Original geschrieben von Gandalph
Wäre es nicht besser, sich stattdessen für einen Gesamteuropäischen Sitz stark zu machen im UN-Sicherheitsrat? Stünden da die Chancen nicht besser anstatt eines "Einzelplatzes" für unser Land?
|
.uk und .fr werden dafür sicher nicht auf ihren Platz verzichten.
Zitat:
[*] Haben wir diesen Platz verdient? Klar, wir gehören zu den Ländern die das meiste Geld in die UNO geben und beteiligen uns auch enorm z.B. mit Truppenkontingenten an Auslandseinsätzen, aber nominiert uns das somit automatisch?
|
"Verdient", wo lebst du denn? Money makes the world go round.
Zitat:
|
Derzeit "verschlechtern" sich die Chancen angeblich wieder. War das alles also nur heisse Luft?
|
Ich weiß nicht, wozu Deutschland den Sitz brauchen sollte, welche Intentionen es gab sich da angestrengt drum zu bemühen. Oder ob es die EU nicht evt. weniger interessant aussehen läßt und das Engagement dort sowieos besser aufgehoben wäre.
Wenn es aber nur um Ansehen ging, dann war es wohl keine so tolle Idee. Rein von der Logik her haben wir davon dann auch welches verloren, wenn es nur ein Sitz zweiter Klasse wird oder ganz scheitert und wir trotzdem brav weiterzahlen.
Auch wenn Helmut Schmidt ruhig versuchen gekonnt hätte, die Behauptung, Deutschland und Weltpolitik sei besonders abwegig, zu begründen, so hat er mit dem letzen Absatz das ganze wohl gut getroffen.
|
24. 09. 2004, 15:53
|
#12
|
|
ex-Moderator
(Threadstarter)
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: g:b
Beiträge: 4.804
|
Zitat:
Original geschrieben von Stoertebeker
.uk und .fr werden dafür sicher nicht auf ihren Platz verzichten.
==> Nein, mit Sicherheit nicht. Daher müsste es eine tiefgreifende Reform geben die die Struktur der UNO ändert und somit auch das Machtverhältnis des Weltsicherheitsrates insgesamt. Das eben ist doch hier das Thema: eigenen festen Platz vs europäischen Platz. Laut eigentlich proklamierter Außenpolitik sollte doch Europa gestärkt werden; nun jedoch diese Einzelinitiative Deutschlands?!
"Verdient", wo lebst du denn? Money makes the world go round.
==> Na, also Stoerte - wenn es danach allein ginge, dann bräuchten wir uns hier nicht über das Thema zu unterhalten. Bei einem Beitragszahler der gut genug ist für 28% des Gesamtbeitragsvolumens ist diese Frage doch obsolet eigentlich. Ist es offenabr jedoch nicht, sonst hätten wir bereits diesen Stammplatz.
Ich weiß nicht, wozu Deutschland den Sitz brauchen sollte, welche Intentionen es gab sich da angestrengt drum zu bemühen. Oder ob es die EU nicht evt. weniger interessant aussehen läßt und das Engagement dort sowieos besser aufgehoben wäre.
Wenn es aber nur um Ansehen ging, dann war es wohl keine so tolle Idee. Von der Logik her müßten wir davon dann auch welches verloren haben, wenn es nur ein Sitz zweiter Klasse wird oder ganz scheitert.
Auch wenn Helmut Schmidt ruhig versuchen gekonnt hätte, die Behauptung, Deutschland und Weltpolitik sei besonders abwegig, zu begründen, so hat er mit dem letzen Absatz das ganze wohl gut getroffen.
==> Nunja, um "Aussehen" wird es sicherlich nicht gehen dabei imo.
|
|
24. 09. 2004, 16:03
|
#13
|
|
Mitglied
Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 41
|
Selbstverständlich sollte Deutschland einen festen Sitz im UN-Sicherheitsrat haben!
Da die mächtigsten der Erde dort sitzen, muss auch Deutschland da rein, da unser BSP(oder war es doch gleich der BIP?) unter den Top3 der Erde ist...
|
24. 09. 2004, 21:02
|
#14
|
|
Scharfes Schaf
Registrierungsdatum: Feb 2000
Ort: Deutschland
Beiträge: 865
|
Zitat:
|
und inwieweit die höhe der Beiträge oder ein Sitz im Sicherheitsrat hier ausschlagebend ist.
|
Nun die USA haben, soweit ich weiß, schon seit Jahren keinen einzigen Dollar bezahlt...
|
26. 09. 2004, 00:39
|
#15
|
|
Humanist
Registrierungsdatum: May 2003
Ort: Nordwestdeutschland
Beiträge: 60
|
Ich bin dagegen; eine begründung habe ich aber nicht.
|
30. 09. 2004, 16:41
|
#16
|
|
Kritiker
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.706
|
Zitat:
Original geschrieben von Funkjoker
...eine begründung habe ich aber nicht.
|
Dafür hätte man sich ja auch mit der Sache beschäftigen müssen.
Vermutlich hat Dir nur jemand die Meinung vorgekaut serviert und Du plapperst das jetzt hier nach, oder nicht?
so long
Sevenger
|
30. 09. 2004, 17:11
|
#17
|
|
Humanist
Registrierungsdatum: May 2003
Ort: Nordwestdeutschland
Beiträge: 60
|
Zitat:
Original geschrieben von Sevenger
Dafür hätte man sich ja auch mit der Sache beschäftigen müssen.
Vermutlich hat Dir nur jemand die Meinung vorgekaut serviert und Du plapperst das jetzt hier nach, oder nicht?
so long
Sevenger
|
Nein.
|
30. 09. 2004, 17:18
|
#18
|
|
Was?
Registrierungsdatum: Feb 2000
Beiträge: 1.030
|
Ich schließe mich Funjokers hochfundierter Meinung an.
Neulich las ich das dieses bestreben jemand 'Fischers linken Nationalismus' nannte und fand das ganz treffend. Dazu kommt eine gewiße persönliche Eitelkeit die ich ihm da unterstelle.
Man unterstellt ihm ja auch gerne mal Kofi beerben zu wollen.
Ganz allgmein ist mir deutsches Großmachtstreben zutiefst suspekt und ich glaube auch nicht daran das die schwerfällige UNO sich dahin gehend reformiert und nun gerade den historischen Gegnern einen ständigen Sitz gibt.
Wobei UNO Reformen eine sehr wünschenswerte Sache sind, Russland, China und die USA sind ja nun nicht gerade die Staaten die bei den Menschenrechten im eigenen Land ein großes Vorbild sind.
|
30. 09. 2004, 19:42
|
#19
|
|
Kritiker
Registrierungsdatum: Jun 2000
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.706
|
Zitat:
Original geschrieben von anarxis
Ganz allgmein ist mir deutsches Großmachtstreben zutiefst suspekt und ich glaube auch nicht daran das die schwerfällige UNO sich dahin gehend reformiert und nun gerade den historischen Gegnern einen ständigen Sitz gibt.
|
Ob historischer Gegner oder nicht ist weniger entscheidend, als die Tatsache, dass gerade den USA die deutsche Außenpolitik in den letzten Monaten ein Dorn im Auge war.
Irgendwie schwer zu glauben, dass sie denen dann auch noch ein Veto-Recht einräumen wollen. Die Diplomatie-Phrasen, die von jenseits des Atlantik rüberschallen lassen auch nicht unbedingt darauf schliessen, dass dieses Projekt von Erfolg gekrönt sein wird.
so long
Sevenger
|
30. 09. 2004, 22:11
|
#20
|
|
Was?
Registrierungsdatum: Feb 2000
Beiträge: 1.030
|
Zitat:
Original geschrieben von Sevenger
Ob historischer Gegner oder nicht ist weniger entscheidend, als die Tatsache, dass gerade den USA die deutsche Außenpolitik in den letzten Monaten ein Dorn im Auge war.
Irgendwie schwer zu glauben, dass sie denen dann auch noch ein Veto-Recht einräumen wollen. Die Diplomatie-Phrasen, die von jenseits des Atlantik rüberschallen lassen auch nicht unbedingt darauf schliessen, dass dieses Projekt von Erfolg gekrönt sein wird.
|
Du hast natürlich vollkommen Recht sevenger.
Ich wollte auch nur darauf hinweisen das die ständigen Mitglieder
historisch gesehen nur der Sieg im 2. Weltkrieg sie legitiert diesen Status zu haben. Würden die ständigen Sitze "gerecht" verteilt werden, so sehe die Zusammensetzung anders aus.
|
01. 10. 2004, 00:53
|
#21
|
|
ehemaliger ex-ex
Registrierungsdatum: Aug 2004
Beiträge: 17.882
|
Zitat:
Original geschrieben von anarxis
Neulich las ich das dieses bestreben jemand 'Fischers linken Nationalismus' nannte und fand das ganz treffend. Dazu kommt eine gewiße persönliche Eitelkeit die ich ihm da unterstelle.
Man unterstellt ihm ja auch gerne mal Kofi beerben zu wollen.
Ganz allgmein ist mir deutsches Großmachtstreben zutiefst suspekt und ich glaube auch nicht daran das die schwerfällige UNO sich dahin gehend reformiert und nun gerade den historischen Gegnern einen ständigen Sitz gibt.
Wobei UNO Reformen eine sehr wünschenswerte Sache sind, Russland, China und die USA sind ja nun nicht gerade die Staaten die bei den Menschenrechten im eigenen Land ein großes Vorbild sind.
|
Das hat wohl nichts mit "linkem Nationalismus" zu tun sondern mit dem Bestreben an der Macht zu partizipieren. Wenn man das nicht versucht, ist man außen vor. Es geht um nichts weiter als die alten Spielregeln. Insofern sehe ich da auch nicht "deutsches Großmachtstreben".
Es geht bei der UNO auch nicht um Reformen. Die UNO ist ein Club, der die Privilegien der reichen Länder gegenüber den armen Ländern zementieren soll.
Die USA zum Beispiel haben nie vorgehabt, aus der UNO ein Instrument zur Befriedung der Weltbevölkerung zu machen. Im Gegenteil haben sie die UNO immer zu ihren eigenen Interessen instrumentalisiert, um ihre eigenen imperialistischen Interessen durchzusetzen.
Und wenn das ausnahmsweise nicht funktioniert hat, dann haben sie eben ohne Zustimmung der UNO gehandelt.
Rebell
|
01. 10. 2004, 01:50
|
#22
|
|
Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 04:43 Uhr.
|
|