"Muskel-Tic" ist ein Fachausdruck für kurze, abrupte, nicht zweckgerichtete und unwillkürliche Bewegungen, die sich willentlich unterdrücken lassen. Sie betreffen normaler Weise nur eine oder wenige Muskelgruppen.
Unwillkürliche Muskelzuckungen ohne oder mit nur geringem Bewegungseffekt - die entweder ganze Muskeln betreffen (Myoklonus) oder nur Muskelfaserbündel (Faszikulation) - können im Rahmen verschiedenster Erkrankungen des Nervensystems beobachtet werden. In einzelnen Fällen können sie auch physiologisch (normal) sein, z. B. bei Schreckreaktionen, in der Einschlafphase oder bei Schluckauf.
Krankhafte Muskelzuckungen können prinzipiell in drei Gruppen eingeteilt werden:
eigenständige Krankheiten
Muskelzuckungen in Verbindung mit Epilepsie
Muskelzuckungen bei anderen Erkrankungen des Gehirns oder des Rückenmarks (z. B. Entzündungen durch Stoffwechselstörungen bei Leber- oder Nierenversagen oder bei Tumoren)
Ein Magnesium-Mangel kann zwar Muskelkrämpfe auslösen, als Ursache für Zuckungen kommt er aber nicht in Frage. Sie sollten auf jeden Fall einen Facharzt für Neurologie aufsuchen. Er kann nicht nur die Zuckungen selbst beobachten, sondern im Rahmen einer genauen neurologischen Untersuchung auch eventuell vorhandene, zusätzliche Symptome, die von Ihnen vielleicht noch nicht bemerkt wurden, feststellen.
Um Ihre Beschwerden zuordnen zu können, sind zunächst folgende Fragen zu beantworten:
Betreffen die Zuckungen ganze Muskeln oder nur einzelne Muskelfaserbündel?
Welche Muskelgruppen sind betroffen (z. B. Stamm, Arme, Beine, Gesicht)?
Treten die Zuckungen ein- oder beidseitig auf?
Führen sie zu Bewegungen?
Wie lange dauern sie an?
Sind sie rhythmisch?
Können sie durch bestimmte Reize ausgelöst werden?
Treten sie auch im Schlaf auf?
Lassen sie sich zumindest kurzzeitig unterdrücken?
An apparativen Untersuchungen sind auf alle Fälle eine Elektromyographie und eine Elektroenzephalographie sowie - abhängig von den Untersuchungsergebnissen - gegebenenfalls auch noch andere, wie z. B. eine Kernspintomographie, durchzuführen. Nach Vorliegen aller Befunde ist es in den meisten Fällen möglich, eine eindeutige Diagnose zu stellen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.
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