Mini-Vorwort
Hier kommt wie angekündigt der Test eines weiteren Geräts meiner neuen Computeranlage.
2,5"-Laptopfestplatten sind teuer, da hat das Geld nur für 40 GB gereicht. Natürlich wollte ich meine 120 GB nicht ausmustern, deswegen musste ein externes Gehäuse her.
Beim Kauf habe ich mich an den Testergebnissen aus der
c’t 19/2004 orientiert. Demnach schwanken die Übertragungsraten je nach verbautem Controller enorm. Deswegen bin ich lieber auf Nummer Sicher gegangen und habe ein paar Euro mehr als minimal nötig ins
Onnto SC-M12CI investiert.
Technische Daten- Externes 3,5"-Gehäuse für IDE-Festplatten
- Unterstützt ATA-6 (über 137 GB)
- Eigenes Netzteil (extern)
- Ein-/Aus-Schalter
- Kein Lüfter
- 1x USB-2.0-Anschluss (Mini-B-Stecker)
- 2x Firewire-400-Anschluss (6-polig)
- USB: UDMA 66, Firewire: UDMA 66/100/133
- Preis: 55 € bei digitalnoma.de
Auspacken und Zusammenbauen
Lieferumfang- SC-M12CI-Gehäuse
- Netzteil incl. Kabel
- USB-2.0-Kabel (Mini-B-auf-A-Stecker)
- Firewire-Kabel (6-Pol auf 6-Pol)
- 4 passende Laufwerksschrauben
- Einbau-Anleitung
Eine Treiber-CD gibt es nicht! Da das Laufwerk als Standard-Massenspeicher im System hängt, stört das unter Win XP und 2000 nicht. Dort wird kein Treiber benötigt. Einen für Win 98 kann man auf der Onnto-Homepage herunterladen.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck hat sich bis jetzt bestätigt. Ich habe nichts Falsches gekauft. Das Gehäuse ist aus Aluminium, schlank, mit abgerundeten Seitenteilen, und auf dem Schreibtisch macht es sich gar nicht schlecht. An der Vorderseite sitzt eine breite LED, die im Betrieb grün leuchtet und beim Plattenzugriff orange blinkt. Auch schön sind die vier Gummifüßchen, die jedes Rutschen effektiv unterbinden. Der Schalter an der Rückseite erspart das An- und Abstecken des Netzteils. Auch unter den Arm geklemmt und mitgenommen ist das Gehäuse schnell, denn bei ca. 600 Gramm Leergewicht muss man wirklich kein Kraftsportler sein. Mit eingebauter Platte erhöht sich das auf um die 1200 Gramm.
Einbau
Der Weg an die Innereien führt über drei winzige Schrauben. Ohne Mini-Schraubenzieher geht da nichts. Ich habe so einen, deswegen finde ich die Spielzeugschrauben eher gut, denn optisch sehen die einfach besser aus als größere.
Mit einer dieser Schrauben löst man die Rückwand, an der der Controller angebracht ist. Die anderen beiden noch herausgedreht, dann kann man den Gehäuseboden auf einer Art Schiene nach hinten herausziehen. Bis hierher hat es schon mal Spaß gemacht. Spaß machen auch die vier Gummipfropfen an den Schraubenlöchern, die die Platte gegen Stöße sichern und den Geräuschpegel senken sollen.
Der eigentliche Einbau der Platte (bei mir eine Samsung Spinpoint SV1204H, 120 GB, 5400 rpm) verläuft ganz standardmäßig. Strom- und Datenkabel anschließen und Platte festschrauben. Die beiliegenden Schrauben sind Spezialmodelle, so dass man beim Schrauben die Gummipfropfen nicht beschädigen kann. Anschließend schiebt man die zwei Gehäuseteile incl. Platte wieder ineinander, schraubt sie fest und montiert die Rückwand. Fertig. Nein, ich finde am Einbauvorgang wirklich nichts auszusetzen.
Das Gehäuse in Aktion
Mit dem Anschließen braucht man sich nicht lange aufzuhalten. Netzteil in die Steckdose, Gehäuse an den USB- bzw. Firewire-Port, Schalter auf »on«. Mir blieb erst einmal nur USB, da mein Laptop nur einen 4-poligen Firewire-Anschluss hat, das mitgelieferte Kabel aber zwei 6-polige Stecker. Einen Adapter oder ein 6-auf-4-Pol-Kabel in der 1,8-m-Klasse bekommt man im Netz für jeweils um die 10 €.
Windows XP erkennt die Platte an beiden Anschlüssen ohne zu zögern und ich kann mich über einen neuen Laufwerksbuchstaben mit massig freiem Platz freuen.
Einen Nachteil (für den das Gehäuse aber nichts kann) möchte ich nicht unerwähnt lassen. Vom einen USB-Gerät auf ein anderes USB-Gerät zu kopieren geht zwar, zieht aber die Geschwindigkeit weit in den Keller. In meinem Fall ging es ums Auslesen einer DVD mit dem DVD-Laufwerk extern am USB-Port. Von den üblichen 4-fach am Discanfang war nichts mehr zu merken: mehr als gut 1-fach ging nicht. Mit der Platte am Firewire hat sich dieses Problem dann erledigt.
Geräusch und Wärme
Mit wie viel Lärm und Hitze man leben muss, hängt natürlich stark von der Platte ab. Da externe Lösungen in der Regel eher für zusätzlichen Speicherplatz sorgen sollen und maximale Geschwindigkeit nicht ganz so wichtig ist, dürften meine Samsung und das Onnto ein recht repräsentatives Gespann sein.
Das Zugriffsgeräusch ist wie gewohnt kaum hörbar. Viel entscheidender ist denn auch das Laufgeräusch. Die c’t gibt gemessene 2 Sone an (mit einer anderen Platte, hab vergessen welche), was einen recht akzeptablen Wert darstellt. Und wäre ich nicht inzwischen schon so an den lautlosen Laptop gewöhnt, könnte ich mit dem Geräuschpegel ohne weiteres leben. Denn lautlos ist die Platte natürlich nicht, unaufdringlich schon. Die Lärmdämmung des Onnto scheint gut zu funktionieren, denn vorher hatte ich die Platte übergangsweise in einem preiswerten 5,25"-Gehäuse untergebracht, in dem sie deutlich mehr Lärm verursacht hat.
Das bringt uns zur Hitze. Mit einer 5400-rpm-Platte sind da sowieso keine großen Probleme zu erwarten. Das Gehäuse lässt sich im längeren Betrieb als angenehmer Handwärmer missbrauchen, wird aber nicht wirklich heiß. In etwa so warm habe ich die Platte auch aus dem Desktop-Rechner in Erinnerung. Das spricht dafür, dass das Gehäuse die Wärme gut nach außen ableitet.
Performance
Eine der größten Fragen bei einem externen Gehäuse ist: Läuft die Platte noch genauso schnell wie am internen Controller? Subjektiv tut sie das allemal und auch die Benchmarkzahlen sehen gut aus. Leider habe ich keine Möglichkeit mehr, die Platte an einem internen Controller gegenzutesten. Wäre schön, wenn jemand die Benchmarks nachliefern könnte, der die gleiche Samsung Spinpoint intern betreibt.
Die kompletten Logfiles findet ihr im angehängten Zip-Archiv. Hier die Endergebnisse:
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Zusätzliche Screenshots von HD Tune habe ich ans Posting angehängt. Dort sieht man den Nachteil von USB noch deutlicher.
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USB-2.0-Anschluss
Lesen gepuffert:
21 MB/s
Lesen sequenziell:
22 MB/s
Lesen random:
18 MB/s
Schreiben gepuffert:
21 MB/s
Schreiben sequenziell:
22 MB/s
Schreiben random:
20 MB/s
Mittlere Zugriffszeit: 10 ms (geschätzt)
Test mit 512-Byte-Datei: Lesen:
3.489 KB/sec, Schreiben:
81 KB/sec
Test mit 32-KByte-Datei: Lesen:
8.886 KB/sec, Schreiben:
3.356 KB/sec
Test mit 256-KByte-Datei: Lesen:
21.440 KB/sec, Schreiben:
12.181 KB/sec
Test mit 2-MByte-Datei: Lesen:
20.275 KB/sec, Schreiben:
16.759 KB/sec
Test mit 64-MByte-Datei: Lesen:
22.938 KB/sec, Schreiben:
18.569 KB/sec
Firewire-400-Anschluss
Lesen gepuffert:
30 MB/s
Lesen sequenziell:
38 MB/s
Lesen random:
27 MB/s
Schreiben gepuffert:
25 MB/s
Schreiben sequenziell:
26 MB/s
Schreiben random:
26 MB/s
Mittlere Zugriffszeit: 10 ms (geschätzt)
Test mit 512-Byte-Datei: Lesen:
2.918 KB/sec, Schreiben:
131 KB/sec
Test mit 32 KByte-Datei: Lesen:
4.541 KB/sec, Schreiben:
3.689 KB/sec
Test mit 256-KByte-Datei: Lesen:
21.005 KB/sec, Schreiben:
9.860 KB/sec
Test mit 2-MByte-Datei: Lesen:
29.867 KB/sec, Schreiben:
13.858 KB/sec
Test mit 64-MByte-Datei: Lesen:
38.229 KB/sec, Schreiben:
16.384 KB/sec
Firewire hat die Nase insgesamt doch ein Stückchen weiter vorn. Das könnte daran liegen, dass die Firewiretechnik eher stabile Datenraten garantiert als USB, andererseits dürfte die Platte meistens den Firewire-Bus für sich allein haben. Da heutzutage alles mögliche am USB hängt, kann es dort schnell mal eng werden oder sich Geräte gegenseitig stören (siehe das DVD-Ripping von oben). Wer also die Möglichkeit hat, sollte das Gehäuse am Firewire anschließen. Einen Controller würde ich nicht extra kaufen, dafür ist der Unterschied zum USB doch zu gering.
Fazit
Wer ein schön anzusehendes externes Gehäuse mit guter Performance sowohl über USB als auch Firewire sucht und trotzdem nicht zu tief in die Tasche greifen will, sollte das Onnto auf jeden Fall auf die Kandidatenliste setzen. In der 60-Euro-Preisklasse gibt es nicht besonders viel Auswahl. Aufgrund des externen Netzteils eignet es sich aber nicht für den steckdosen-losen Betrieb am Laptop.
Alternativen
Varianten des Onnto mit Verschlüsselung (EC-M12CI) oder mit Firewire 800 für Macs (SC-M12O). Gut im c’t-Test waren auch Gehäuse von Mapower.