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Brother-John
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[Review, Test] USB-Sound: Creative Soundblaster Live! 24bit External

Vorwort

Kaum auf dem Markt und schon gekauft und getestet: die Soundblaster Live für den USB-Anschluss.
Als Laptopbesitzer mit dem üblichen popeligen Stereochip auf der Platine bleibt einem nur übrig, den 6-Kanal-Sound extern nachzurüsten. Mich alten Soundblaster-Fan hat es natürlich gefreut, dass Creative genau zum richtigen Zeitpunkt eine preiswerte USB-Lösung auf den Markt geworfen hat: der kleine Bruder der Audigy NX sozusagen.




Technische Daten
  • Stromversorgung über USB (kein Netzteil nötig)
  • unterstützt bis zu 5.1 Kanäle
  • Ausgänge: Kopfhörer, SPDIF, SPDIF optisch, 9-Pol-DIN, analog 5.1 (Vorn L/R, hinten L/R, Center/Subwoofer)
  • Eingänge: Mikrofon, Line in
  • Auflösung max. 24-bit/96 kHz
  • EAX 1.0, 2.0, Advanced HD, kein EAX 4.0
  • CMSS: Autoupmixing Stereo -> Multichannel
  • Fernbedienung
  • Preis: ca. 40 €

Verkabelung und Installation

Das ca. 10 x 14,5 x 2,5 cm große, leichtgewichtige Soundblaster-Kästchen ist etwas größer als die USB-Audigy, doch trotzdem so handlich, dass man guten Gewissens weiterhin von Soundkarte reden kann. Externe USB-Soundlösung wäre mir auf Dauer auch zu sperrig . Dann enthält die Packung noch ein USB- und ein 9-Pol-DIN-Kabel sowie Treiber-CD und Quickstart-Faltblatt. Zur Fernbedienung erklärt die Creative-Seite »teilweise nur als Zubehör erhältlich«. Deshalb vermute ich, dass die Fernbedienung bei der Bulkversion fehlt. Bei der Retailversion ist sie jedenfalls dabei.
Das Anschließen ist schnell geschehen. USB-Kabel an Karte und Rechner und je nachdem die Verkabelung zur Hifi-Anlage. Da von der Kopfhörerbuchse über optischen SPDIF bis zu analogem 6-Kanal alles vorhanden ist, dürfte kaum jemand auf seine bevorzugte Anschlussart verzichten müssen.
Die Karte wird von Windows XP automatisch erkannt und ist in ihren Grundfunktionen sofort einsatzbereit. Richtig Freude kommt natürlich erst nach der Treiberinstallation auf. Auch dabei gab es keine Probleme.


Bedienelemente am Soundblaster-Kästchen

Zwei Regler-Rädchen gibt es: eines für den Mikrofon-Eingangslevel und eines für die Wiedergabelautstärke, das man für die Stummschaltung auch klicken kann. Für meinen Geschmack könnte der Lautstärkeregler ein wenig schneller reagieren, denn bis der Sound endlich spürbar leiser wird, ist einiges Gekurbel nötig.
Dann gibt es noch die obligatorische Power-LED (blau!), die bei Stummschaltung blinkt, Taster und LED für die CMSS-Funktion (siehe unten) und natürlich die Ein- und Ausgänge.
Da die SB USB kein Netzteil benötigt, könnte man sie theoretisch auch mit in den Stadtpark zum Picknick nehmen. Nur ein vollständiges Boxensystem mitzuschleppen, dürfte dann doch lästig werden .


Treiber und Software

Wer Creative-Karten schon vom PCI-Slot kennt, erlebt mit der Software keine Überraschungen, denn die Soundblaster USB läuft mit den gewohnten Programmen. Würde sich Creative nur endlich von dem hausgemachten »stylischen« Look-and-Feel (siehe Screenshot) verabschieden und einfach die aktuelle Windows-Optik übernehmen! Aber über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten. Schließlich leidet die Funktionalität nicht.



Die Lautsprecher lassen sich für Kopfhörer, 2 und 2.1, 4 und 4.1, 5 und 5.1 Kanäle konfigurieren. Ein 3 oder 3.1-Modus fehlt leider. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten zum Bass-/Subwoofer-Management und den Surround-Mixer als Ersatz für den Windows-Mixer. Dort kann man einzeln die Lautstärke für alle Kanäle einstellen. Wer wegen schräger Zimmerwände o. Ä. seine Boxen nicht ideal platzieren kann, hat hier eine schöne Möglichkeit, diesen Nachteil zu kompensieren.
Außer dem Treiber und seinen Tools liefert Creative die MediaSource-Software mit, die aus Player, Medienbibliothek und Audio-Transcoder besteht. Auf mich wirkt MediaSource ein wenig wie ein Abklatsch des Windows Media Players. Einige speziellere Funktionen (Audio-Cleanup, Karaoke, Zeitverzerrung) funktionieren ausschließlich mit der Software. Eine ausgiebige Player-Bewertung will ich hier nicht anstellen. Wer MediaSource braucht und mag: bitte. Ich bleibe lieber bei foobar2000.

Fernbedienung
Standardmäßig steuert die Fernbedienung nur die mitgelieferte Mediasource-Software. Dabei gibt es einen Fullscreen-Modus, so dass man den Computer durchaus als reine Jukebox missbrauchen kann.
Unschön finde ich die Beschränkung auf Creatives eigene Software trotzdem, denn wer MediaSource nicht verwenden will, für den wird die Fernbedienung nahezu nutzlos. Wenn ich doch eine Möglichkeit ausgrabe, beliebige Programme fernzubedienen, gibt’s hier natürlich ein Update.

CMSS (Stereo-Upmixing)
Eigentlich nichts neues, aber eine sinnvolle Funktion. die Karte kann ein Stereosignal automatisch auf Multichannel hochmixen. Wie viele Kanäle dabei herauskommen orientiert sich an der Lautsprechereinstellung in der Software. Sind volle 6 Kanäle angeschlossen, mixt die Karte auch so weit hoch, sind es z. B. nur 4 Stück, wird eben weniger weit hochgemixt. Im Treiber lassen sich noch je nach Geschmack zwei verschiedene Upmix-Verfahren auswählen. Das eine spiegelt einfach die Stereokanäle nach hinten bzw. auf den Center-Kanal, das andere mixt etwas intelligenter und klingt auch besser. In der Tat angenehm genug, um sowohl für Musik als auch für Stereo-Filme das Upmixing der Karte zu überlassen. Und sollte CMSS einmal vorübergehend unnötig sein, lässt es sich bequem mit einem Knopf vorn an der Karte aus- und einschalten.


Performance

CPU-Last
Braucht USB-Sound wirklich mehr Rechenleistung als eine PCI-Lösung? Die meisten mir bekannten Tests zu dem Thema sagen eindeutig ja. Das kann ich nicht nachvollziehen. Auf meinem System (Dell Inspiron 8600, Centrino 1,6 GHz, 512 MB RAM, Win XP SP2) ist der Unterschied schlicht nicht vorhanden, und zwar egal ob Stereo-MP3 oder 6-Kanal-AC3. Klar, Messungen mit dem Taskmanager sind nicht besonders genau. Trotzdem finde ich, es spricht eine deutliche Sprache, wenn foobar2000 in allen Setups mit maximal 1 Prozent CPU-Last auskommt.

Wiedergabe-Fehler
Auch das hört man immer wieder: USB-Sound ohne Fehler in der Wiedergabe (Knackser etc.) wäre nicht zu machen. Vorurteil! Von der reinen MP3-Wiedergabe über Multichannel-DVDs bis zum gleichzeitigen Abspielen von MP3, Audio-CD und Midi habe ich einige Szenarien durchprobiert und konnte nie auch nur einen Fehler feststellen: kein Unterschied zu meiner alten PCI-Live.

Aufnahme
Aufnahmen von externen Quellen waren für mich nie ein Thema, deswegen kann ich dazu auch wenig sagen. Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn jemand anderes das Thema ein wenig beleuchtet.


Vergleich mit der Live! 24-bit PCI

Da es eine gleichnamige PCI-Version der Karte gibt, drängt sich ein Vergleich förmlich auf. Dabei wird klar, dass die Live USB nicht nur einfach eine ins externe Gehäuse gepackte PCI-Version ist. Die beiden wichtigsten Unterschiede:
  • PCI: bis zu 7.1 Kanäle
    USB: bis zu 5.1 Kanäle
  • PCI: Hardware-Dolby-Digital-Decoder
    USB: kein Hardware-Decoder
Wer die beiden Features braucht, wird wohl oder übel z. B. für die Audigy2 NX etwas tiefer in die Tasche greifen müssen.

Und Achtung beim Kauf: Da die SB USB noch so neu ist, kann man bei vielen Online-Shops nicht eindeutig erkennen, ob es sich nun um die SB Live 24bit PCI oder USB handelt. So sieht man oft die Angabe USB und 7.1 Kanäle, was ja nicht zusammenpasst.


Fazit

Die Soundblaster USB ist ein Gerät, das bestens zum aktuellen Laptop-Boom passt. Solange Multichannel-Sound am Laptop noch nicht zum Standard gehört, sind gute, preiswerte externe Lösungen viel wert. Bestens geeignet ist die SB USB für alle, die keinen großen Schnickschnack brauchen, sondern schlicht 6-Kanal-Unterstützung für die DVD-Sammlung.


Alternativen

In der gleichen Preisklasse die Terratec Aureon 5.1 USB oder Philips Aurelium 5.1 USB. Teuerer sind die Creative Audigy2 NX oder die Gainward Hollywood@Home 2Go 7.1.
Alt 18. 11. 2004, 20:58 Brother-John is offline Mit Zitat antworten #1
bedankt sich bei dir
 
Beiträge: n/a
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Für diesen Thread bedankten sich die folgenden 3 User bei Brother-John:
Alt 18. 11. 2004, 20:58
Stevano
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Beiträge: 3.581
@Brother John das passte mal wieder wie eine Faust aufs Auge, danke für den schönen Test. Nicht nur bei einem Laptop ist deine Lösung eine Alternative, auch bei einem rauschigen onBoard Sound (bei meinem T2P Test) denkt man über so eine Lösung nach.

Gruß Stevano
Alt 19. 11. 2004, 10:20 Stevano is offline Mit Zitat antworten #2
Brother-John
(schein)heilig
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Beiträge: 3.500
Ohne Laptop (und wenn auch keiner demnächst ansteht) würde ich wahrscheinlich doch die PCI-Lösung bevorzugen. Die PCI-SB-Live ist immerhin nur halb so teuer wie die USB.
Flexibler ist USB, keine Frage.
Alt 19. 11. 2004, 13:19 Brother-John is offline Mit Zitat antworten #3
Stevano
Outsider
 
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Registrierungsdatum: Aug 2000
Beiträge: 3.581
Nun im T2P steht nur ein PCI Slot zur Verfügung, wie auch in den meisten anderen Barebones (z.b. Shuttle). Der ist bei mir belegt mit einer analogen Fernsehkarte. Also ist die USB Soundlösung genau das richtige für so was.

Gruß Stevano
Alt 20. 11. 2004, 00:34 Stevano is offline Mit Zitat antworten #4
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