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  1. #1
    Mitglied Avatar von mip
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    Standard WRAP oder die Suche nach dem perfekten Router

    1. Ein neuer Router muss her

    Mein betagter SMC7004BR DSL Router nervte mich schon seit längerem, da er zu Abstürzen besonders bei Nutzung von P2P neigt.
    Ein neuer Router musste also her.

    Anfangs liebäugelte ich mit dem Linksys WRT54GS und dem Asus WL-500GX, da beide nicht nur stabil, schnell und preisgünstig sind, sondern auch über eine Linux Firmware verfügen, so dass man - in den engen Grenzen der vorhandenen Hardware - eigene Vorstellungen realisieren kann.

    Zufällig bin ich dann aber über Links auf den Webseiten von m0n0wall, einem FreeBSD basierten Firewall-/Router-Projekt, auf die WRAP Wireless Router Application Platform gestossen.

    WRAP ist ein embedded PC mit i86-kompatibler 266 MHz National Geode SC1100 CPU und 64MB oder 128MB RAM.
    Wahlweise sind drei 10/100Mbps Netzwerkkarten und ein Mini-PCI Steckplatz (z.B. für WLAN Karte) oder zwei Netzwerkkarten und zwei Mini-PCI Steckplätze verfügbar. Als Massenspeicher kann man Compact-Flash Karten oder Microdrives einsetzen, ein entsprechender CF-Slot ist auf dem Board.
    Das Board ist mit 3W bis 5W Leistungsaufnahme recht genügsam, der Prozessor wird im laufenden Betrieb etwa handwarm.

    All das lockte mich extrem - aber der Preis ist bei solchen Produkten meist jenseits von gut und böse.
    Doch Überraschung - das Board selber kostet im Webshop des Schweizer Herstellers in der 128MB RAM Ausführung nur ca. 105EUR. Beim deutschen Distributor zu kaufen lohnt aufgrund der Preisdifferenz nicht, auch wenn man Einfuhrumsatzsteuer, Zoll und Porto einrechnet.
    Also beim Hersteller bestellt und dann sehnsüchtig gewartet. Genau eine Woche nachdem der Händler das Abschicken der Ware bestätigt hatte, kam sie dann bei mir per Post/DHL an. Die vom Händler sorgsam ausgefüllten Zollpapiere haben den deutschen Zoll offenbar nicht tangiert, jedenfalls musste ich weder Einfuhrumsatzsteuer noch Zollgebühren zahlen - ich wollte immer schon mal Mehrwertsteuer-befreit einkaufen

    2. Ausprobieren
    http://prao.mine.nu/tmp/wrap-m0n0_01.jpg
    http://prao.mine.nu/dlcount/tmp/wrap-m0n0_01.jpg/c.png
    Testaufbau


    Zum Testen des Boards habe ich erstmal m0n0wall (1.11 stable) per USB-Cardreader auf eine CF-Karte geschrieben.
    Die CF-Karte habe ich dann in den CF-Slot des Boards eingesteckt, eine Netzwerk-Buchse des Boards über einen Switch mit dem LAN verbunden und die serielle Schnittstelle über ein Nullmodemkabel mit meinem Rechner verbunden.

    Die Anbindung über die serielle Schnittstelle ist nur zum Einrichten notwendig. BIOS-Einstellungen und Bootmeldungen werden über die serielle Schnittstelle vorgenommen.
    Da die serielle m0nowall Konsole auf 9600bps eingestellt ist, das Board aber auf 38400bps, muss man erstmal im BIOS die Schnittstellengeschwindigkeit auf 9600bps setzen. Nach dem folgenden Reboot kann man dann im Terminalprogramm das Hochfahren des FreeBSD Systems sehen.

    Die FreeBSD Konsole stellt sich nicht als Shell dar, sondern als übersichtliches und auch für Laien verständliches Menü. Die Menüpunkte können einfach ausgewählt werden, die vorzunehmenden Einstellungen sind in der Dokumentation zu m0n0wall gut beschrieben. I.w. muss man nur die Netzwerkinterfaces zuweisen, alles andere danach lässt sich über das Webinterface regeln. Die "automatische Erkennung" von LAN und WAN Interface funktionierte nicht (ist wohl ein Problem der m0n0wall 1.11), die Interfacenamen (bei mir sis0 und sis1) mussten von Hand angegeben werden.

    Das Webinterface von m0n0wall ist ähnlich strukturiert, wie man es von anderen "Hardwareroutern" kennt.
    Nach dem Einrichten der PPPoE Verbindungsdaten und Anschalten des DHCP-Servers ist das Teil im Prinzip bereit, es empfiehlt sich aber für einige Anwendungen noch passende NAT Portweiterleitungen anzulegen.
    Die Menüs sind klar strukturiert und mit Erklärungen versehen, die Konfiguration sollte also nicht schwer fallen.

    Das Einrichten hat keine fünf Minuten gedauert, dann stand die Internetverbindung.
    Wem es nicht bastlerisch in den Fingern juckt, der ist im Prinzip nun perfekt bedient.

    3. m0n0wall/OS Anmerkungen
    • Die momentane 1.11 stable kann noch nicht auf "Knopfdruck" die Verbindung aufbauen/abbrechen. Also nix für Leute, die über keine Flatrate verfügen. Bei der aktuellen Beta-Version ist das geändert.
    • Die WRAP-Version sollte mit 38400bps Schnittstellengeschwindigkeit voreingestellt sein, das ist nicht nur schneller, sondern erspart auch das Ändern der BIOS-Voreinstellung
    • Der Verbindungsstatus könnte über eine der Front-LEDs angezeigt werden. Wie die GPIOs anzusteuern sind, ist auf den Webseiten des Herstellers zu finden.
    • Wizard für Traffic-Shaping könnte besser sein, momentan gibt es da zu wenig Auswahlmöglichkeiten, wohingegen das manuelle Anpassen des Shapers wohl für die meisten zu komplex ist
    pfSense scheint mir auch recht interessant, aber ich muss mir das ganze noch genauer ansehen. Falls die Mini-PCI-Karten, die bald bekomme, nicht unter (Free|Open)BSD laufen sollten, werde ich wahrscheinlich das ganze mal unter Linux probieren. Ich bin kein Dogmatiker, was Linux vs. BSD angeht.

    4. WRAP Anmerkungen
    • Optionale Steckkarte mit SIO Chip für LPC Bus wäre nett, da zusätzliche Schnittstellen den Nutzwert erhöhen. Eigenbau wäre wg. der amateurunfreundlichen Footprints der SIO-Chips schwer.
    • CF Socket mit Auswurfhebel wäre schöner
    • Nutzwert des winzigen per GPIO auslesbaren Tasters ist begrenzt, eine Stiftleiste wäre brauchbarer
    • Der ohne Umbauten nicht nutzbare und somit brachliegende USB Port ist schade
    • PC-Card Anschlüsse statt Mini-PCI wäre aufgrund des grösseren Marktes der PC-Cards/PCMCIA-Cards nett, wahrscheinlich aber schwer auf dem Board unterzubringen. Der Mitbewerber Soekris hat sowas im Programm, ist allerdings ein ganzes Stück teuerer, ausserdem hat deren Board z.B. Probleme mit dem IRQ Routing
    Alles in allem aber ein tolles Board, welches allen Basisanforderungen gerecht wird und zudem verglichen mit anderen embedded PC Plattformen recht günstig ist.

    Nach den Weihnachtsfeiertagen werde ich mal mit dem I2C Bus des Boards experimentieren, für den Anfang schwebt mir der Anschluss eines LC-Displays sowie ein paar Temperaturfühler vor (ein LM77 ist schon auf dem Board).

    6. Links
    Thread: m0n0wall - Super Firewall/Router Lösung (Einfach und tolle Features)
    PC Engines WRAP
    m0n0wall
    pfSense (m0n0wall-Derivat auf FreeBSD5 Basis)
    BSDforen.de: FreeBSD auf PC-Engines WRAP
    Soekris (embedded PC ähnlich WRAP)
    Embedded OpenBSD Installer
    Geändert von mip (15. 12. 2004 um 21:45 Uhr)

  2. #2
    sashXP
    Gast

    Standard

    Hi,

    was soll ich nun noch zu deies guten Review sagen ???

    Hat mir sehr bei meiner Entscheidung geholfen, habe nun doch schon meinen WRAP Board gesendet bekommen (3xLan + 1xMiniPCI).

    Hab also Soft M0n0 1.2B3 drauf, läuft alles perfekt. Traffic Shaping funzt super....

    Selbst wenn BT + Emule gleichzeitig laufen kann ich ganz normal weitersurfen - WRAP auslastung (CPU -15% und Mem 18%) also alles Perfekt.

    Gehöause usw ist super... kann das Teil echt weiterempfehlen....

    EDIT:
    Schade das es von PFSense kein WRAP Image gibt, sonst hätt ich mir das schon längst installiert..... die extensions sind klasse - die will ich auch haben

  3. #3
    Mitglied
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    Standard

    Hallo mip,

    toller Beitrag von deiner Seite. Habe etwa zur gleichen Zeit ein WRAP gekauft und auch schon die mini-WLAN Karte ( Senao long-Range 802.11b )bekommen. Leider habe ich ein Problem mit dem Wlan. Kann einfach kein BSS mode zum laufen kriegen. Ad-Hoc und Bridge funktioniert einwandfrei.......

    Ob 1.11 oder 1.2b3 man kann einfach keinen Access Point sehen.
    Hast du auch solche Erfahrungen gemacht ? oder kannst mir einen Tip geben ?
    bin für jeden Hinweis dakbar.

    Ich möchte nämlich jedes Netzinterface in einem eigenen Subnet betreiben um
    eine möglichst sichere Box aufzubauen und auch die möglichkeiten des captive Portals zu nutzen.

    huberse

  4. #4
    sashXP
    Gast

    Standard

    hast du schonmal im irc channel nachgefragt ? da sitzen paar cracks vllt können die dir auch helfen ?

    läuft bei euch die kiste 100% Stabil - mit eingeschalteten Traffic shaping ? auch wenn ihr von elan1 auf opt1 kopiert etc ?

    hatte jetzt 2 Abstürze ... läuft nun aber seit 3 tagen wieder ohne

  5. #5
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    Standard

    @sashXP

    danke für deine Antwort. Wenn du mir noch den IRC channel durchgeben könntest wäre ich dankbar, da ich mich dort eher selten aufhalte.

    Momentan bin ich immer noch am Basteln und habe die Kiste noch nie länger als 8 Stunden am stück laufen lassen, da kann ich dir leider noch nix zu sagen, werde aber mal laufen lassen um zu sehen ob sie auch hängen bleibt.

    huberse

  6. #6
    sashXP
    Gast

    Standard

    klar kann ich das :

    irc.freenode.net

    #m0n0wall

    ich bin da auch

  7. #7
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    Standard

    danke sashXP

    werde mal dort vorbeischauen. Ich versuche das ganze Ding zu Dokumentieren und meine Erfahrungen niederzuschreiben auf www.godo.ch

  8. #8
    Mitglied

    (Threadstarter)

    Avatar von mip
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    Standard

    Ich habe meine WRAP nun mit einer zusätzliche Mini-PCI Netzwerkkarte ausgestattet. Diese Dinger auf RTL8139 Basis bekommt man bei eBay für wenige EUR, so dass man damit ruhig mal rumexperimentieren kann.

    Meine hat zusätzlich noch einen Winmodem-Chipsatz auf der Karte, allerdings lässt sich damit unter FreeBSD nix anfangen (sollte aber unter Linux funktionieren).

    http://prao.mine.nu/tmp/wrap_rtl8139.jpg
    http://prao.mine.nu/tmp/wrap_rtl8139.jpg/c.png

    Die RJ45 Buchse hab ich selber an die Mini-PCI Karte angelötet, da ich die Steckverbinder nicht besorgen konnte. Die überzähligen Litzen sind für Status-LEDs, hab ich aber noch nicht angebracht. Entschuldigt die englische Beschriftung, aber das Bild hatte ich eigentlich nicht für hier gedacht (war dann aber zu faul, das nochmal umzuschreiben). Die RJ45 Buchse könnte man gut zwischen den beiden anderen LAN-Ports im WRAP Alu-Gehäuse unterbringen, werde ich später mal anbringen, wenn ich den Schlitz für die CF-Karte säge.

    Das ganze läuft nicht out-of-the-box mit dem m0n0wall-Image, man braucht einen Kernel mit Realtek-Unterstützung.
    Das Neukompilieren ist etwas umständlich, da die auf den m0n0wall-Seiten verfügbaren Patches unordentlich und unvollständig sind.

  9. #9
    Mitglied Avatar von Spoofy
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    Standard

    Erst einmal möchte ich meinen Respekt für den wirklich exzellent ausgearbeitet und niedergeschriebenen Artikel von mip aussprechen.

    Auch ich werde mir in kürze einen neuen Router zulegen und liebäugel diesbezüglich auch mit der m0n0wall, was mir aber wirklich kopfschmerzen bereitet ist das ich mich nicht zwischen dem Soekris net4801 Board und dem WRAP.1D-2 Board entscheiden kann.
    Sehr vorteilhaft finde ich die Möglichkeit, bei der Soekris, eine 2.5" Festplatten anzuschließen

    Wenn man den Preislichen unterschied einmal außer acht lässt welches Board würdet den ihr empfehlen ?

    Hier noch 2 Links zu den Board´s
    http://johannes-bauer.com/soekris/about.php
    http://shop.tronico.net/pd1100964260.htm?categoryId=1

    Spoofy

  10. #10
    sashXP
    Gast

    Standard

    was spricht denn gegen die wrap lösung ? ich mein, man nutzt das teil doch eigentlich ehh nur als router und da muss es ja auch keine 2,5" platte sein, odeR ?

    ich bin sehr zufrieden mit dem wrap board. funktioniert mit m0n0 allles bestens.

    ich meine auch mal einen vergleich zw. wrap + soekris gesehen zu haben, wo das wrap aber deutlich schneller war.

    ich denk, wenn man dann noch den preis aspekt dazu nimmtr, fällt die wahl klar auf das wrap

    übrigens bietet tronico einen klasse service an, falls mal was kaputt geht oder so, machen die auch sofort einen orabaustasuch ohne grosse bürokratie usw !

  11. #11
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    (Threadstarter)

    Avatar von mip
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    Standard

    Das Soekris 4801 hat natürlich im Vergleich zur WRAP deutlich mehr Features.
    In Anwendungsfällen, wo man aber wirklich den PCI Steckplatz oder die IDE Anschlüsse benötigen würde, wäre vielleicht gleich der Griff zu einem leistungsfähigeren Mini-ITX Board sinnvoll.

    Wenn es das Soekris 4801 für den Preis der WRAP gäbe, würde ich wahrscheinlich das Soekris Board wählen.
    Da das aber nicht so ist und das Preis/Leistungsverhältnis der WRAP einfach gut ist, fällt meine Wahl auf die WRAP.

    Bei der WRAP könnte man eine Festplatte in Form eines CF Microdrives nachrüsten oder sich einen CF-Sockel --> IDE Adapter bauen.
    Ein gut konzipierter Router sollte aber IMHO ohne Festplatte funktionieren, da Ausfallsicherheit, Lautlosigkeit und Stromverbrauch von Bedeutung sind.

  12. #12
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    Standard

    Hi,

    das Thema interessiert mich auch brennend.

    Bin immer noch auf der Suche nach einer gescheiten Lösung für einen Router/Gateway.
    Bin von Anfangs einem SMC Router auf einen Zyxel umgestiegen, der zwar besser ist, aber mir noch einige Features fehlen (WakeOnLan über WebOberfl., VPN)- außerdem ist der teilweise extrem lahm.

    Weiß nur nicht, was ich mir holen soll:

    - WRAP (ist ja sehr günstig - leider nicht lieferbar im Moment)
    - Soekris (teurer, aber lieferbar)
    - oder eine VIA Epia Lösung (könnte man natürlich mehr mit machen, aber auch höherer Stromverbrauch)

    Hat jemand von euch einen VPN/Encryption Beschleuniger am Laufen? Wenn ja lohnt sich das und wo bekommt man sowas als miniPCI (außer bei den Soekris Händlern).

    Ich hab noch einen etwas größeren Server (MSI Barebone mit 2Ghz Celeron, 1GB und großer Platte, der aber nicht ständig laufen soll)

    Deswegen brauch ich noch ne Lösung für "davor", die Router ist, VPN Gateway und vielleicht nen kleinen WebServer hat.

  13. #13
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    (Threadstarter)

    Avatar von mip
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    @SearchingFor:
    Die Lieferbarkeit der WRAP solltest Du am besten direkt mit PC-Engines oder ggf. dem deutschen Distributor abklären. Meine war auch zum Bestellzeitpunkt "nicht lieferbar" und war dann trotzdem eine Woche später bei mir.

    Eine Hardware-Encryption Karte ist IMHO bei Anschluss über gängige A-DSL nicht notwendig, da hier der Internetanschluss, nicht die Leistungsfähigkeit des Boards, der limitierende Faktor ist. Bei Internetanschlüssen mit grösserer Bandbreite mag das aber von Vorteil sein.

    Mache Dir doch erstmal klar, was Du alles mit dem Router machen willst und was er leisten soll. Ein überproportioniertes Gerät ist schliesslich fast ebenso ungut wie ein leistungsschwaches.

  14. #14
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    Original geschrieben von mip
    Meine hat zusätzlich noch einen Winmodem-Chipsatz auf der Karte, allerdings lässt sich damit unter FreeBSD nix anfangen (sollte aber unter Linux funktionieren).
    Das würde mich jetzt doch seht interessieren: Welche Karte genau hast Du erstanden, und - wichtiger - weißt Du mittlerweile, ob sich das Modem unter Linux verwenden läßt?

    Nach viel Mühe habe ich gelernt, dass ein internes (!) Modem für Linux praktisch nur noch als PCMCIA (merke: nicht PC-Card) Modem zu finden ist. In Europa gibt es anscheinend keine verwendbaren PCI Karten mehr, alle USB modems sind untauglich, und ein externes (serielles) Modem scheidet leider aus.

  15. #15
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    (Threadstarter)

    Avatar von mip
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    Original geschrieben von FintenTisch
    Das würde mich jetzt doch seht interessieren: Welche Karte genau hast Du erstanden, und - wichtiger - weißt Du mittlerweile, ob sich das Modem unter Linux verwenden läßt?
    Die Karte ist eine Mini-PCI Karte mit RTL8139 Chipsatz für die Netzwerkkarte und PCTEL Chipsatz für das "Winmodem".

    http://prao.mine.nu/tmp/mini-pci-nic-rtl8139.gif

    Anschlussbelegung ist in MiniPCI-EthernetPinout.pdf zu finden.

    Der PCTEL Chipsatz wird laut PCTEL modem on linux und The PCTel HSP MicroModem Configuration MiniHOWTO von Linux unterstützt - ausprobiert hab ich es allerdings noch nicht.

    Erstanden habe ich die Teile für wenige EUR via eBay (leider dabei zum ersten Mal an einen unseriösen Verkäufer gelangt ).

    Nach viel Mühe habe ich gelernt, dass ein internes (!) Modem für Linux praktisch nur noch als PCMCIA (merke: nicht PC-Card) Modem zu finden ist. In Europa gibt es anscheinend keine verwendbaren PCI Karten mehr, alle USB modems sind untauglich, und ein externes (serielles) Modem scheidet leider aus.
    Interne Modems sind meist "Winmodems". Sie bieten (aus Kostengründen ähnlich wie bei GDI Druckern) kaum mehr als nur das elektrische Interface zum Telephonnetz, den Rest muss der Treiber erledigen. Eine Reihe von "Winmodems" werden auch von Linux unterstützt (--> "Linmodem"), allerdings fährt man mit einem "richtigen" Modem besser. "Richtige" Modems gibt es durchaus auch als interne Modems, sie sind aber recht rar - meist entpuppen sich Modemkarten als "Winmodems".
    PCMCIA und PC-Card Modems gibt es auf dem Gebrauchtmarkt (eBay...) in Hülle und Fülle, da sie früher vielen Notebooks beilagen. Z.T. sind auch Kombikarten mit zusätzlicher ISDN-Funktionalität zu finden. Die Treiberunterstützung sollte man allerdings vorher abklären.
    USB Modems dürften IMHO unter Linux kein Problem darstellen, auch sollte man serielle Modems über einen RS232-->USB Konverter an USB anschliessen können.
    Sollte das Aus-Kriterium für ein externes Modem allein die Diebstahlsicherheit sein, dann könntest Du das Modem auch einfach in des PC-Gehäuse mit einbauen. Fehlt einfach nur ein freier serieller Port, dann rüste einen per PCI Karte nach.
    Geändert von mip (21. 01. 2006 um 15:36 Uhr) Grund: Anschlussbelegung für Mini-PCI Ethernet-Connector hinzugefügt.

  16. #16
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    Hallo, wollte mich mal für diesen tollen Thread bedanken, der ist nämlich der Grund das ich mir so ein WRAP-Board mit Gehäuse geholt hab. Hatte M0n0wall vorher auf einem Alten P2 233Mhz laufen, war aber nicht so stabil und leise wie ich mir das gewünscht hab.
    Ich muß sagen die Inbetriebnahme von dem Ding war einfacher als ich dachte. Bin voll zufrieden. Hab es bei www.tronico.net gekauft.

    Hier noch ein paar Bilder:

    http://mitglied.lycos.de/aywwpic/1.jpg

    http://mitglied.lycos.de/aywwpic/2.jpg

    http://mitglied.lycos.de/aywwpic/3.jpg

    http://mitglied.lycos.de/aywwpic/4.jpg

  17. #17
    sashXP
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    Original geschrieben von ayww
    Hallo, wollte mich mal für diesen tollen Thread bedanken, der ist nämlich der Grund das ich mir so ein WRAP-Board mit Gehäuse geholt hab. Hatte M0n0wall vorher auf einem Alten P2 233Mhz laufen, war aber nicht so stabil und leise wie ich mir das gewünscht hab.
    Ich muß sagen die Inbetriebnahme von dem Ding war einfacher als ich dachte. Bin voll zufrieden. Hab es bei www.tronico.net gekauft.

    Hier noch ein paar Bilder:

    gute wahl, ich hab das selbe wqrap board und das selbe gehäause... läuft alles sehr sehr gut bei mir mit 1.2 b6 - muss aber gestehen, das ich noch gern dieses pfsense auf meinem wrap hätt...

  18. #18
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    Avatar von mip
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    Ich bin heute endlich dazu gekommen, die WRAP USB-Zusatzplatine (eigentlich nur ein kleiner Filter für die USB-Signale, der leider nicht auf der Hauptplatine untergebracht wurde) so umzubauen, dass sie in das Alu-Gehäuse der WRAP passt.

    Originale Platine:
    http://prao.mine.nu/tmp/WRAP_USBheader.gif

    USB-Buchsen, 2x5 Pin Header und Elko sind zu hoch, um mit im Gehäuse verbaut werden zu können.


    Änderungen:
    http://prao.mine.nu/tmp/WRAP_USBheader_modded.gif

    Zunächst werden USB-Buchse (1), Elko (2) und 2x5 Pin Header (3) ausgelötet.

    Die Platine wird nun etwas gekürzt (4), damit die USB-Buchse später etwas über den Rand der Platine hinausragt. Dies erleichtert später die Fixierung im Gehäuse.

    Die doppelte USB-Buchse (1b) wird durch eine einfache (1c) ersetzt, da deren Bauhöhe viel geringer ist. Die Anschlüsse für eine zweite USB-Buchse (1d) bleiben vorerst frei, da mir ein Anschluss genügt.

    Der Elko wird liegend angebracht (2c). Entweder kann man den ausgelöteten Elko (2b) dazu verwenden (die Beinchen müssen dazu verlängert werden) oder man setzt einen neuen 220µF Elko mit längeren Beinchen ein. Ggf. die Lage mit Heißkleber fixieren.

    Das Flachbandkabel wird direkt eingelötet (3c), auf richtige Pinbelegung ist zu achten. Als Zugentlastung ein wenig Heißkleber aufbringen.

    Die Bauhöhe der Platine wurde durch diese Maßnahme von ca. 21mm auf ca. 10mm reduziert.

    Auf dem WRAP Mainboard muss nun noch ein 2x5 Pin Header eingelötet werden.
    http://prao.mine.nu/tmp/WRAP_USBheader_mobo.jpg

    Auf dem Board sind bei J13 schon Anschlüsse vorgesehen, es muss nur vor dem Einlöten das Lot aus den Löchern. Dazu einfach von der Oberseite her das Lot eines Lochs mit dem Lötkolben erhitzen und auf der Unterseite mit einer Entlötsaugpumpe absaugen.

    Zur Nutzung des USB Ports ist ein BIOS Upgrade erforderlich. Dieses sowie weitere technische Hinweise und Warnungen sind auf den Seiten des Herstellers unter WRUSB WRAP USB adapter kit zu finden.

    Über diese nötigen Änderungen bin ich nicht sonderlich glücklich, man hätte das ganze gut vermeiden können, wenn die Ingenieure von PC-Engines die paar Kleinigkeiten schon beim Design bedacht hätten.

  19. #19
    sashXP
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    was hast du denn mit dem usb anschluss vor ?

  20. #20
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    Original geschrieben von sashXP
    was hast du denn mit dem usb anschluss vor ?
    Weiss ich noch nicht genau.
    Möglichkeiten, die mir durch den Kopf gingen:
    • Anschluss eines ISDN-TA via USB-RS232 Adapter als Fallback bei Ausfall der DSL-Verbindung
    • Fax-Modem
    • Webcam
    • Diverses Zeugs zum Experimentieren und Rumspielen


    Aber erstmal werde ich mich der Bearbeitung des Alu-Gehäuses widmen, denn es fehlen mir dort diverse Ausschnitte für CF-Karte, Flash, RJ45, WLAN-Antenne.

  21.  
     
     
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