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20. 01. 2005, 06:56 #1Mitglied
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Kurze Horror-Geschichte von mir.
He he, habe grad meine Festplatte aufgeräumt und in der hintersten Ecke, *puststaub* diese ursprünglich als 300 Seiten Roman geplante Geschichte gefunden. Ich bin aber über den Prolog nie hinaus gekommen. Aber der Prolog eignet sich sehr gut als Horror Kurzgeschichte ohne Happy End he he.
Ich war damals noch um so einiges jünger und habe mir illusionen gemacht, dass ich die blöde Schule aufgeben könnte und Millionär werde
Now reading:
Es war ein wunderschöner warmer Sommertag. Es war der Tag der Sommersonnenwende. Er war Versicherungsvertreter. Er wollte draußen in den ländlichen Gegenden und Kleinstädten seine Versicherungen verkaufen. Da es in den Großstädten zu schwer war. Leider musste er feststellen, dass es auf dem Land und in den Kleinstädten genauso schwer ist Versicherungen zu verkaufen. Aber er liebte das Land, die freie Natur und den Wald, deshalb freute er sich auch besonders, dass er jetzt die nächsten 20 Kilometer durch einen Birkenwald fahren konnte.
Obwohl er auf der Karte nachgesehen hatte, dass es nur diese eine Straße durch den Wald gibt und er sich sicher war, dass er auch nirgends abgebogen ist kam es ihm trotzdem so vor, dass er hier bereits zum dritten mal vorbeigefahren ist. Zwei Dinge brachten ihn darauf: 1. Auf der Karte waren die beiden Lichtungen nicht eingezeichnet, die er durchfahren hatte. Der Wald wurde erst etwas lichter, dann kam ein kleiner Hügel und als er den mit seinem Wagen erklommen hatte, sah er einen neuen Waldabschnitt. Der wieder 20 Kilometer lang war, obwohl nur der Abschnitt 20 Kilometer hätte sein dürfen. 2. Ein kleiner Weg führte von der Hauptstraße ab, gerade breit genug, um einem Auto Platz zu bieten. Direkt neben diesem Weg war ein Baum, der schon sehr alt war. Alle anderen Bäume in diesem Wald wirkten noch sehr jung. Der Baum schien zu warten, aber was sollen Bäume sonst tun. Dieser tat es aber auf eine ganz eindringliche Art und Weise. Als er beim ersten mal hier vorbeikam, wunderte er sich nur, das der Baum noch nicht gefällt worden sei, da der Baum so alt und schwach war, könnte er beim nächsten Sturm auf die Straße fallen. Beim zweiten mal hatte er das Gefühl, dass der Baum ihn schon erwartete, sobald der Baum in sein Blickfeld kam, fühlte er sich beobachtet, als er an dem Baum vorbeifuhr wurde das Gefühl besonders stark. Eiskalt lief es ihm den Rücken runter und ein seltsames Kribbeln in der Magengegend. Ihm schien es, als ob der Baum über die Straße zu wachsen versuche, alle anderen Bäume aber versuchen von dem alten weg zu wachsen. Beim dritten mal, redete er sich ein, dass er einfach ein bisschen übermüdet sei, dass er sich nur einbilde, dass er hier schon mal vorbei gefahren sei und dass wenn er wieder an der Eiche vorbeifahren würde sie ihn bestimmt nicht beobachte.
Eiche. Er fuhr wieder an der Eiche vorbei, jetzt erst bemerkte er, dass es eine Eiche war. Das war es, was an dem Baum so unheimlich war, wie kommt eine Eiche in einen Birkenwald? Er schaute in den Rückspiegel, hatte sich die Eiche etwa bewegt? Hatte sie nach ihm oder seinen Wagen gegriffen? Nein, natürlich nicht. Ein Windstoß hatte seine Äste erfasst und sie ein bisschen im Wind schwanken lassen, aber alle anderen Bäume bewegten sich nicht. Jetzt tauchte das Gefühl von Beklommenheit wieder auf, er fuhr um die nächste Kurve und als er aus der Sichtweite der Eiche war, fühlte er sich wieder etwas wohler aber das Gefühl beobachtet zu werden verschwand nicht ganz. Er überlegt gerade, wie lange er niemanden begegnet war. Er schaute auf seine Uhr 14:30. Vor ungefähr 2 Stunden ist ihm der letzte LKW entgegen gekommen, das war kurz bevor er in den Wald gefahren war. Seitdem ist ihm niemand mehr entgegen gekommen oder hat ihn überholt. Auch er hatte niemanden mehr überholt. Er fuhr etwas schneller, er wollte jemanden überholen, er fühlte sich allein.
Als er 10 Minuten später aus dem Wald herausfuhr, bemerkte er, dass er schon dunkel wurde, er schaltete das Licht ein. Auf der Digitaluhr seines Auto leuchtete 21:42. Wie konnte das sein? Vor 10 Minuten war es doch erst halb fünf. Die Tankanzeige seines Wagens war kurz vor dem Ende, er fuhr schon auf Reserve. Als er die Hügelspitze erreichte und wieder auf den Wald sah, hielt er rechts an, holte sich seine Zigaretten aus dem Handschuhfach, stieg aus und steckte sich eine an. Er nahm einen tiefen Zug, fing an fürchterlich zu husten, schmiss die Zigarette auf den Boden. Er hatte sich doch vor zwei Monaten das Rauchen abgewöhnt. Woher kamen die Zigaretten? Er hatte doch alle weggeschmissen. Wieso hatte er zum Handschuhfach gegriffen um sich dort Zigaretten zu holen, obwohl er genau gewusst hatte, dass es dort keine Zigaretten mehr gibt?
Er schaute sich die Umgebung an, er hoffte irgendwo ein Licht zu sehen, aber es gab nirgends Licht, keine einsame Hütte, keine Straßenlaterne. Ein kalter Wind wehte. Ihm fröstelte. Er stieg wieder ein. Er startete den Motor und überlegt kurz ob er zurück fahren sollte, aber wohin sollte er zurückfahren? Er war jetzt seit über 7 unterwegs, von denen konnte er sich nur an 2 1/2 erinnern, aber anscheinend hatte er die letzten 7 Stunden kein Dorf durchfahren, also konnte nur nach vorn der richtige Weg sein, aber da war der Wald, mal wieder zum 6 oder 7 mal? Er konnte sich nicht erinnern. Die einzige Möglichkeit war, dass er mehrmals fast eingeschlafen war, durch den Wald gefahren ist, ihn dort irgendwas aufgehalten hatte und er wieder umgekehrt war und als er wieder aufwachte sich wunderte wieso er in die falsche Richtung fuhr und wieder umdrehte. Jetzt drehte er sich um und sah das Ende des Waldes, aus dem er vor 5 Minuten rausgefahren war und sah den Anfang des Waldes in den er gleich reinfahren würde. Er würde jetzt erst mal schlafen, hier auf der Spitze des Hügels, am nächsten Morgen würde alle anders aussehen. Er machte es sich hinter dem Steuerrad gemütlich und schloss die Augen, aber er konnte nicht einschlafen er war putzmnter, kein Wunder wenn er den halben Tag über im Auto geschafen hatte, selbst wenn es nur ein Halbschlaf bei fahren war. Also beschloss er doch weiterzufahren. Er startete den Motor und fuhr los. Als er gerade um die Kurve fuhr, die ihn auf die Eiche zufahren lies, stotterte sein Motor, das Benzin war alle. Genau neben der Eiche rollte das Auto aus und blieb stehen. Er blieb erst mal sitzen. Er wollte nicht aussteigen, aber irgend etwas musste er machen. Da viel ihm ein, dass er noch einen Reservekanister hatte. Er stieg doch aus. Es war für diese Jahreszeit sehr kühl. Er bekam sofort eine Gänsehaut. Die Eiche schien hämisch zu grinsen. Die Bäume wisperten. Er bemerkte, dass es völlig windstill war.
Als er den Reservekanister in die Hand nahm, merkte er, was er schon vermutet hatte, der Kanister war leer. Die Eiche schien sich darüber zu freuen. Plötzlich ein Geräusch, bei der Eiche. Er schaut hin und sieht durch das Blätterdach, dass dort ein Loch hat, ganz schwach ein Licht. Er geht noch mal zum Auto um dort seinen Mantel und seinen Aktenkoffer zu holen und geht den Weg neben der Eiche lang. Die Eiche wirkt so als ob sie Platz macht, während alle anderen Bäume versuchen sich ihm in den Weg zu stellen. Die Birken vor ihm wirken fast bedrohlicher als die Eiche, sie schwingen ihre kleinen Äste über den Weg, während die Birken hinter ihm freundlich schaukeln, so als wollen sie ihn anlocken. Ihm fällt wieder auf, dass kein Wind weht. Er glaubt, dass er sich alles nur eingebildet hat. Er steckt sich wieder eine Zigarette an, diesmal hustet er nicht, man gewöhnt sich so schnell wieder dran. Vor sich ist ein kleiner Hügel, auf dem Hügel steht eine alte Villa. Er muss kurz an Bates Hotel aus Psycho denken. Vor dem Haus parken ca. 30 Autos und von dort kommen auch die Stimmen, die er gehört hat, sie sind nicht warnend, sondern glücklich und ausgelassen, dort wird gerade eine Party gefeiert. Er nimmt noch einen kräftigen Zug von der Zigarette, ehe er sie ausmacht und geht festen Schrittes auf das Haus zu. Wahrscheinlich sind dort alle Menschen der Umgebung. Er wird sie um Hilfe bitten, er wird erzählen was ihm passiert ist, sie werden zusammen darüber lachen und dann wird er vielleicht die ein oder andere Versicherung los. Es ist zwar nicht richtig bei einer fremden Party reinzuplatzen und dann Versicherungen zu verkaufen, aber wenn er moralische Bedenken hätte, dürfte er überhaupt keine Versicherungen verkaufen.
Nachdem er geklingelt hat, bekommt ihm wieder ein beklemmendes Gefühl. Als er seine Hand zum Klingelknopf geführt hatte, dachte er, dass er leise und undeutlich eine Stimme gehört hatte, wie vom Wind durch dir Blätter getragen, die ihm sagte, dass er es nicht tun solle und er umkehren solle. Jetzt war es zu spät, er hatte geklingelt. Er hörte jetzt, im inneren des Hauses direkt vor der Tür, wie jemand durch den Spion schaut und ein letztes mal die leise undeutlich Stimme aus den Blättern: "Lauf weg."
Die Tür öffnet sich und eine Mann mittleren alters mit weißem Gesicht, der ein blutverschmiertes Kinn und zwei Hörner auf der Stirn hat sagt mit einer dumpfen Stimme: "Guten Abend".
Der Versicherungsvertreter schreit und geht ein paar Schritte rückwärts. Das Gesicht des Mannes bleibt regungslos, sagt aber: "Oh, Entschuldigung. Ich habe vergessen meine Maske abzunehmen. Wir feiern gerade einen Maskenball". Dann nimmt er sich die Maske ab. Darunter erscheint das Gesicht eines jungen Mannes, anfang dreißig vielleicht, blond mit Fönfrisur, die ein bisschen von der Maske plattgedrückt ist. Der Versicherungsvertreter entschuldigt sich auch und erklärt, dass sein Benzin direkt vor dem Haus ausgegangen sei. Der junge Mann sagt: "Sie müssen sich nicht entschuldigen, die ganze Gegend hier ist ein bisschen unheimlich und dann noch meine Maske. Sie haben Glück, dass das Benzin hier ausgegangen ist, denn im Umkreis von 20 Kilometern ist kein Dorf. Kommen sie doch rein. Morgen fahre ich sie zu einer Tankstelle. Jetzt geht das leider nicht mehr, ich habe schon zu viel getrunken." Der Versicherungsvertreter dankt und geht rein. Er glaubt kurz bevor sich die Tür schließt noch einmal im rauschen des Windes etwas zu hören. Es kalng so wie: "Sieh ihr nicht in die Au..." dann schließt sich ie Tür. Er folgt dem Mann, der sich seine Maske wieder aufsetzt in einen großen Raum, in dem sich ca. 50 Menschen aufhalten, alle sind sie verkleidet, als Einstein, Troll, Fee, Koch, Kondom, Arzt, Meerjungfrau. Er bleibt stehen. Der junge Mann flüstert im zu: "Wenn sie gefragt werden, sagen sie einfach, dass sie Versicherungen verkaufen. Bedienen sie sich ruhig am Buffet und trinken sie was auf den Schrecken." Mit diesen Worten verschwindet der Mann im Getümmel. Der Versicherungsvertreter isst und trinkt ein bisschen, unterhält sich etwas mit einer als Hexe verkleideten Frau. Nach einer Stunde fragt er sie, ob sie wisse, wo er sich mal erleichtern kann. Sie beschreibt ihm den Weg. Auf dem Klo ist es still. Von der Party nichts zu hören. Die kurze entspannung der Nerven und besonders des Körpers. Er erledigt sein Geschäft und geht zurück in den Partyraum, der jetzt völlig leer ist. Nur die als Hexe verkleidete Frau ist noch da. Er geht zu ihr und fragt sie wo denn die anderen seien. Sie fragt: "Welche anderen?" Sie zieht sich langsam aus. Sie ist wunderschön. Sie schaut ihm tief in die Augen. Die Augen sind kalt und herzlos. Er will weglaufen. Aber ihre Schönheit lässt ihn wie angwurzelt stehenbleiben. Ihre Hände greifen nach ihm, ihre Haut ist warm und weich, ihre Augen aber kalt und herzlos. Er will gehen, aber ihre Hände halten ihn fest, so fest, dass es weh tut, aber sie sind so schön weich und warm. Er will sich losreißen, aber es klappt nicht. Ihre Haare verwandeln sich in Eichenblätter. Ihre Arme werden zu Ästen, ihre Haut wird rauh und braun, ihre Beine werden zu Wurzeln. Sie greift seinen zweiten Arm mit ihren Ästen, ein lachen durchdringt die Halle, er schreit, er bemerkt, wie sein Blut auf den Boden tropft und wie die Wurzeln der Eiche sein Blut aufsaugen.
Am nächsten Morgen ist die Straße leer. Vor dem Haus stehen 31 Autos und jemandem, der sich die Zeit genommen hätte, vor und nach dieser Nacht die Bäume im Wald zu zählen, dem wäre aufgefallen, dass im Wald eine junge Birke mehr steht.
ENDE
Die Geschichte wär ähnlich weiter gegangen, nur das der echte Held eine Heldin wird. Bei der ersten Begegnung mit dem Gegner, (wenn die Party vorbei ist) als wunderschöner Mann (evtl mit blonder Fönfrisur entpuppt. Geöffnet hat ihr natürlich eine Hexe.
Die Frau schafft es aber sich zu befreien und flieht in den Wald. Da findet sie abgesehen von Bäumen keine Lebewesen. Mit hilfe der Birken kommt sie irgendwie aus dem Wald raus an den Hügel. Sie weiß nicht was sie machen soll, weil sie nicht wegkommt. Da hält ein Auto an. Das Benzin wird wieder genau so ausgehen, das sie da stehenbleiben, wo die alte Eiche steht. Der Kerl glaub ihren Geschichten nicht und sie werden wieder auf die Party kommen. Der Mann gerät in die Falle, wird zerhackstückelt. Diesmal sind alle Ausgänge der Villa verschlossen und ein spannender Endkampf findet statt, den die Frau natürlich gewinnt. Anhand eines Buches das sie auf dem Dachboden findet, wird auch klar, warum die Eiche Buchen produziert. Warum die Eiche überhaupt da ist. Als sie die letzten Seiten des Buches lesen will auf denen stehen, wie die Eiche zu besiegen ist muss sie feststellen, dass sie rötlichbraun (wie altes Blut) getränkt sind. Der Autor wurde warscheinlich während er die Zeilen schrieb überrascht.
Die Idee mit den Bäumen habe ich durch einen schlechten Film der mal im NAchmittagsprogramm lief. In dem kamen auch Bäume vor, die die Menschen komplett aufgefressen haben. Ich war damals 10 oder 11 und habe drei Monate hinter jeder Ecke einen dieser Bäume erwartet
Die Idee mit dem nicht mehr wegkommen und wie es stattfindet habe ich mir aus "Die Mächte des Wahnsinns" ausgeliehen. Als dort der Held fliehen möchte und aus der Stadt Hopes End fährt, fährt er kurze Zeit später am anderen Ende der Stadt wieder rein.
Der letzte Absatz ist sehr stark Tery Pratchett und Scheibenwelt geprägt.Geändert von BifiRanger (20. 01. 2005 um 18:57 Uhr)
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20. 01. 2005, 21:02 #2
Leider ist es mir nicht möglich, Bewertungen oder gar konstruktive kritik zu leisten...
Aber es ist mir doch ein Anliegen, hier zu sagen, dass mir gefiel was ich las
Danke.
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22. 01. 2005, 06:30 #3Mitglied
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Schade, dass es dir nicht möglich ist zu bewerten oder konstruktiv zu kritisieren. Würde mich speziell über Kritik freuen.
P.S. Eichen und Buchenhabe ich gewählt wegen dem alten Spricwort: "Bei Gewitter weiche der Eiche - aber die Buche suche" Gewitter wird ja häufig mit Unheil verbunden.
Gruß
Bifi
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23. 01. 2005, 14:28 #4
Hi, BifiRanger.
Milchgraf kann ich mich absolut nicht anschließen. Warum, will ich mal versuchen zu erklären.
Erst einmal zur Grammatik. Da leistest du dir einige heftige Schnitzer. Besonders auffällig ist die konfuse Verwendung der Zeiten: mal Imperfekt, mal Perfekt, dann plötzlich Präsens. Angesichts dessen kann man die paar Kommafehler, umgangssprachlichen Ausdrücke und ein paar andere Kleinigkeiten schon fast vernachlässigen.
Stilistisch – ich muss es so hart sagen – grauenhaft. Besonders auffällig sind immer wieder die vielen gleichartigen Sätze hintereinander. Das klingt abgehackt und erschwert den Lesefluss. Viele Wortwiederholung verstärken den Eindruck noch. Dazu sind die teils unvollständigen Sätze oft so unstrukturiert und konfus aneinander gereiht, dass man den Sinn erst nach dem zweiten oder dritten Mal lesen begreift.
Ein handwerklicher Fehler zieht sich durch und verhindert, dass man sich richtig in die Welt der Geschichte hineinversetzen kann: Zeigen, nicht erzählen.
Was das heißen soll, lässt sich am kürzesten mit einem Beispiel erklären: Anstatt »Es war ein wunderschöner warmer Sommertag.« könnte man z. B. schreiben »Die Strahlen der Sommersonne brannten heiß durch die Frontscheibe. Er lockerte seine Krawatte, tastete nach einem Taschentuch und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Wenigstens brachte der Fahrtwind, der durchs offene Fenster herein wirbelte, ein wenig Kühle.«
In welcher Version spürt man deutlicher die Hitze im Auto? Ich will nicht sagen, dass der Satz ein besonderes Negativbeispiel wäre, und meine Alternative erhebt auch absolut nicht den Anspruch auf Perfektion. Es war nur der erste Satz, an dem sich das Prinzip schön verdeutlichen lässt.
Kommen wir zur Handlung.
Seit wann zeigen Straßenkarten denn so detailliert Lichtungen im Wald? Und wenn es in dem Fall wirklich so ist, dann hat man doch während der Fahrt erstens kaum Gelegenheit, die Karte so genau zu studieren, und wird zweitens nach der nächsten wichtigen Kreuzung schielen und nicht auf uninteressante Lücken im Wald.
Wenn man zum wiederholten Mal an der selben Stelle vorbei kommt, wäre nicht der natürliche erste Gedanke: »Mist, ich fahre im Kreis. Habe ich eine Abzweigung übersehen?«. Der Vertreter hingegen kommt auf die Idee offenbar gar nicht, sondern nimmt das einfach so hin. Einem Außendienstler und professionellen Langstrecken-Autofahrer nehme ich dieses Verhalten nicht ab. Bei Oma Else, die eh ein bisschen tattrig und vergesslich ist, wäre das etwas anderes
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Braucht es das häufig wiederholte Vorbeifahren überhaupt? Imo wäre es – von der Logik abgesehen – schon für die Atmosphäre besser, die Erkenntnis »hier fahre ich zum 2. Mal vorbei« mit dem leeren Tank zu koppeln.
Damit zusammen hängen die 7 h Fahrzeit. 7 h unterwegs ohne eine menschliche Ansiedlung zu durchfahren? Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von nur 50 km/h wären das 350 km ohne eine Menschenseele. In der amerikanischen Steppe würde mir das ja zur Not noch einleuchten, aber in einem eher mitteleuropäischen Birkenwald? Nein. Dem Vertreter scheint diese Tatsache dagegen gar nicht seltsam vorzukommen.
Ein Stückchen weiter eine kleinere Unstimmigkeit: Das Loch im Blätterdach. Er ist ja vor der Eiche stehen geblieben, also müsste das Loch recht direkt über ihm liegen und er mehr oder weniger senkrecht nach oben schauen. Das muss ein verdammt großer Hügel sein, auf dem diese Villa steht!
Den kurzen Abschnitt seines Gefressen werdens empfinde ich als den einzigen kleinen Lichtblick. An der Stelle kam sogar ein Anflug von Spaß an der Geschichte auf. Nur reicht das bei weitem nicht, um die restlichen Mängel irgendwie auszugleichen.
In der aktuellen Form wäre es besser gewesen, du hättest die Geschichte weiter verstauben lassen.
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27. 11. 2011, 14:38 #5Mitglied
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Re: Kurze Horror-Geschichte von mir.
Also mir geffaellt die Idde und auch das Konzept sehr gut.
Ich finde du haettest die Geschichte weiter schreibeen soll da deine Idee fuer das Endstueck sehr gut ist.
Wenn du die Geschichte dann noch ein bisschen persoenlicher verfasst wie du es schon erlaeuterst hast wird sie sicher top
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Deine --Keepitforme
zukuenftige Autorin
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06. 12. 2011, 13:56 #6
Re: Kurze Horror-Geschichte von mir.
Soso...Leichenfledderer/in^^
Geändert von Schinni999 (06. 12. 2011 um 14:27 Uhr) Grund: Rechtschreibung
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06. 12. 2011, 15:11 #7


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