gulli:board Logo

Anzeige


  Antwort
thrilled
Eccentric [IR:60%]
 
Benutzerbild von thrilled
 
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 790
Buchvorstellung von SciFi Neuerscheinungen

Hallo,

da seit neuestem im "Was lest ihr zur Zeit ? " Thread kaum noch Eindrücke über SF Neu Erscheinungen abgebenen werden, frage ich hier einfach mal danach.

Speziell x12x13's Buchvorschläge haben mir sehr gut gefallen. Ich habe die koplette "Schmelzseuchensaga" gelesen und kann sie ebenfalls nur weiterempfehlen.

Auch Venor Vinges "Eine Tiefe am Himmel" u. die Fortsetzung "Ein Feuer auf der Tiefe" haben mir gut gefallen.

Ian Banks "Blicke Windwärts" habe ich gelesen, obwohl ich die entsprechende Serie nicht kenne, und habe es bereut

Falls jemand noch weitere Tipps/Empfehlungen für Neuerscheinungen hat bzw. seine Meinung zu den Büchern äußern will, würde ich mich freuen diese hier zu lesen

Geändert von thrilled (01. 02. 2005 um 22:15 Uhr).
Alt 01. 02. 2005, 21:08 thrilled is offline Mit Zitat antworten #1
x12x13
 
Beiträge: n/a
Was ich gerade unlängst gelesen habe und durchaus empfehlen kann ist Richard Morgans "Unsterblichkeitsprogramm".

Zunächst war ich recht sekptisch, da es sich um einen Cyber-Thriller handelt und auch der Heyne Klappentext nicht unbedingt viel mit den tatsächlichen Inhalt zu tun.

Das Buch ist eigentlich eine klassiche Detektivgesichte, aber schon deren Aussangssituation zeigt die seltsame Welt auf, die Morgan entwirft. Das Mordopfer lebt nämlich noch und läßt nach dem wahren Täter seines vermeidlichen Selbstmordes suchen.
Der Tod spielt in 400 Jahren (dort ist das Buch ungefähr angesiedelt) keine große Rolle mehr. Man trägt einen sogenannten "Stack" im Rückrad, der quasi die eigentlich Persönlichkeit entält, der Körper ist nur noch eine austauschbare und vorallem kauf- und handelbare Hülle.
Die Zukunftsmodell ist tendenziell sehr düster und wenig erstrebenswert, da alles sehr unpersönlich und austauschbar geworden ist.
Morgan schildert dieses sehr nüchtern und sachlich und versucht keine Wertung abzugeben. Die Komplexität und Kreativität überzeugt aber durchweg.

Generell schreibt Morgan sehr nüchten und trocken, nichts wird "ausgeblendet", nett umschrieben oder verharmlost. Gewalt ist grausam und schmerzhaft und so schildert sie Morgan auch, sehr deutlich und unverwunden. Die Personen haben auch keinen Sex miteinander oder gehen zusammen ins Bett. Sie treiben es miteinadner, sie ficken; animalisch und orgastisch.
Also kein Buch für Zartbeseidete oder Schöngeister.
Auch legt er streckenweise ein enormes Tempo an den Tag. Mache Passagen sind so rasant geschrieben, wie ein Aktionfilm geschnitten ist (zu vergleichen mit den letzten Kapiteln aus "Bedenke Phlebas").

Morgan ist bestimmt kein Poet, der nette und wohklingende Sätze aufs Papier gießt. Morgan ist ein Beobachter, der die Dinge unverwunden darstellt und beschreibt, deutlich und ohne Schnörkel. Sprachlich sicherlich nicht sehr anspruchsvoll, aber mir hat sein Schreibstil großen Spaß gemacht, er ist wirklich erfrischend.

Ein wirklich empfehlenswertes Buch, wenn man mal etwas andere SF lesen will, die nichts mehr mit Spaceoperas gemein hat.

Morgan hat wohl mittlerweile drei Bücher aus diesem Kontext geschrieben. Das zweite ist nicht in Deutsch erschiehnen, das dritte wird wohl gerade übersetzt und ich freue mich schon drauf.
Alt 17. 02. 2005, 12:49 Mit Zitat antworten #2
x12x13
 
Beiträge: n/a
Und noch eines:

Andreas Brandhorst - Der Metamorph.

Dieses Buch habe ich mir primär gekauft, weil es in Deutsch geschrieben ist und eine Orginalausgabe, was selbst von einem guten Übersetzer (wie Ingrid Holicki oder Axel Merz) nicht zu toppen ist.

Brandhorst hat ja im Vorgängerbuch (Diamat), das Kanthaki Universum etabliert und schon dieses Buch hat einen sehr gemischten Eindruck hinterlassen.
Brandhorst bedient sich bei den großen Vorbildern wie Niven, Asimov oder auch Hamilton und Baxter recht ungeniert. Das alles hat man irgendwo schonmal so gelesen, oder sehr ähnlich.
Es fehlen die richtigen guten eigenen Ideen, um sich etwas abzuheben.
Leider merkt man auch das Brandhorst viel Perry Rhodan geschrieben hat, alles ist etwas zu weit auslandet, zu verwickelt und auch teilweise bemerkt man schon den nächten Band im Hintergrund mit schweben.
Er versucht zwar eine recht methaphorische und auch poetische Kompenente einzufügen, aber irgendwie gelingt das nicht richtig, zumal er dann auch versucht diese Poesie mit nüchterner Technik und Beschreibungen vom "Nullraum" zu mischen. Um das glaubwürdig hinzubekommen muss man aber schon Dan Simmson heißen. ("Hyperion Gesänge").

Nach dem Niedergang der Allianz gibt es auf einem entlegenen Planeten noch ein geheimes Genprojekt, aus dem der Metamorph hervorging. Eine künstliche extrem anpassungsfähige Lebensform mit dem Auftrag zu töten.
Durch Intrigen und einen Anschlag gelangt diese Lebensform in Freiheit und will ihrer Bestimmung nachgehen und wird zufällig von einer Art Mönch aufgenommen. Daneben gibt es noch einige andere Handlungsstränge mit den Temporalen, Valdorain und anderen.
Es macht keinen Sinn, Brandhosts bewußt verwickelten Zusammenhänge hier auszubreiten.

Das Buch beginnt recht durchschnittlich, hat dann in der Mitte und um letzen 1/3 wirklich starke Momente, wo es wirklich Spaß macht weiterzulesen und mach auch gefesselt ist.
Der Schluß ist dann aber wieder recht schwach und sehr sülzig, sodass ich dieses Buch nur bedingt empfehlen kann.
Man kann es schon lesen, es unterhält auch, aber ich denke derzeit gibt es besseres zu lesen......


.......wie z.B John M. Harrsions "Licht", was ich derzeit lese. Harrsion hat wiederum einen sehr eigenen und dynamischen Schreib- und Erzählstil, auf den man sich erstmal einlassen muss.
Wenn ich dann durch bin, werde ich hier meine Eindrücke dazu posten.
Alt 17. 02. 2005, 13:06 Mit Zitat antworten #3
x12x13
 
Beiträge: n/a
Nun gut
M. Richard Harrison - Licht.

Ein wirklich seltsames Buch, von dem ich immer noch nicht weiß, was ich davon zu halten habe.
Der Autor pfelgt zwei Handlungsstränge. Auf der einen Seite, die Gesichte eines wirklich exentrischen Wissenschaftler, der mit einem Kollegen im Jahre 1999 einen Quantencomputer entwickelt. Auf der anderen Seite werden die Geschichten von mehreren Personen in 400 Jahren erzählt, welche sich am "Strand" aufhalten, einer Region in der Galaxis, die von außerirdischen Artefakten geradezu überquillit.

Harrison beginnt das Buch einfach. Es gibt keine Einleitung, oder ein Heranführen an die Personen. Er beginnt mit einem Gespräch von dem man keine Ahnung hat, was den das überhaupt soll.
Das zieht sich durch das ganze Buch, ich hatte irgendwie immer den Eindruck, dass ich was überlesen habe, oder mir wichtige Fakten fehlen. Dabei befließigt sich Harrsion aber einer sehr außergewöhnlichen Sprache, die sich komplett von allen anderen SF-Autoren abhebt und bemerkenswert untechnisch, aber sehr dynamisch und frisch ist.
Einige SF-Autoren experimentieren ja gerne mit der Sprache, John Culte ist nach meiner Meinung total gescheitert, aufs Iain M. Banks komplizierten Satzbau und Schönheit seiner Sätze, möchte ich hier nicht schon wieder eingehen...
Einerseits tut man sich mit den Inhalt von "Licht" recht schwer, aber die Dynamik der Sprache wiegt das auf. Wäre es anders, oder nicht von Harrison geschrieben, hätte ich das Buch nach längstens 100 Seiten zugeklappt und verschenkt. So habe ich es aber mit Begeisterung zu Ende gelesen.

Apropo Inhalt. Der Teil, der 1999 spielt kann man getrost als bizarr bezeichnen. Die Hauptperson leidet seit frühster Kindheit unter den Heimsuchungen eines fraktalen Phänomens bzw. Monster - dem Shraddder. Dieser Shradder bringt ihn dazu einige Frauen sinnlos umzubringen, auch ist sein sexual Leben wirklich recht ungewöhnlich (er bekommt zwar eine Errektion, möchte aber nicht "penetrieren", sondern befriedigt die Frauen immer von hinten mit der Hand). Wer denkt in diesem Teil Passagen über Quentencomputer und deren Aufbau zu lesen, wird aber bitter enttäsucht. Das Thema Quatenrechner taucht nur am Rande auf, auch wenn es nicht unerheblich ist.
(Heyne sollte wirklich an seinen Klappentexten arbeiten).

Der Teil in der Zukunft erinnert zwar ehr an "normale" SF, aber das ist es beleibe nicht.
Harrsion jongliert geschickt mit Cyperpunk Elemente (die Twinks), extremen Symbiosen von Mensch und Maschine (K-Schiffe), Krimeelemten, beeindruckenden Artefakten (künstliche Wurmlöcher oder künstliche erschaffene Sonnensysteme) und bringt auch noch eine zirzensische Komponete ins Spiel, in dem maßgebliche Teile in einem Zrikus spielen. Also eine wirklich ungewöhnliche Mischung.
Auch scheint mit die Übersetzung sehr gut gelungen. Ich kenne das Orginal zwar nicht, aber die beiden Übersetzer haben sehr viele Anmerkungen und Erklärungen von Begriffen einfließen lassen, sodass ich davon ausgehe, dass sie sich Mühe gegeben haben und hier mal eine gute Übersetzung vorliegt. Was bei diesem Buch auch absolut notwenig ist.


Ich muss zugeben aus dem Buch nicht ganz schlau geworden zu sein. Auch das Zusammenführen der Handlungsstränge am Schluß hat mich irgendwie überfordert. Trotzdem bleibt ein sehr postiver Eindruck am Ende übrig.
Alleine durch die Art und Weise, wie das Buch geschrieben hat, lohnt es sich das Buch zu lesen.
Alt 28. 02. 2005, 12:05 Mit Zitat antworten #4
x12x13
 
Beiträge: n/a
Stephan Baxter - Der Orden.


Ich mag Baxter ja wirklich. Vom heftigsten Hard-SF, wie in der Multiversum Trillogie, über putzige Weitererzählungen wie in der Zeitmaschine, bis zu seinem Primaten-Epos Evolution, ist Baxter ein wirklich abwechslungsreicher und phantasievoller Autor.
Allerdings ist "Der Orden" sicherlich eines seiner schwächsten Bücher, ich weiß auch nicht warum Heyne das als SF herausgibt, das es "normale" Belletristik ist.
Ich will nicht behaupten, dass das Buch schlecht ist, aber richtig gut ist es leider auch nicht.
Man könnte es als unerheblich und fast schon langweilig bezeichnen.
Ein englischer Programmier findet in den Unterlagen seinen kürzlich verstorbenen Vaters Hinweiße darauf, dass er eine ihm bisher völlig unbekannte Zwillingsschwester hat, welche in die Obhut eines myteriösen, vermeidlich katholischen Orden in Rom übergeben wurde.
Deren Leben im Orden und die seltsamen Gepflogenheiten dort, bilden den 2 Handlungsstrang.
Der dritten Erzählstrang berichtet über die Gründerin des Ordens und ihre lange und mühseelige Reise, von Britanien des 5. Jahrhundert nach Rom, wo sie eben diesen Orden gründet.

Das ganze ist kein richtiger Historienroman, aber auch kein richtiger Verschwörungstheorien-Roman, eine schlechte Mischung aus beiden. Dazu kommen noch ein Einwürfe zum Thema Gesellschaftsentwicklung. Die Geschichte bleibt lahm und ohne große Höhepunkte auch wird sie irgendwann recht vorsehbar, was nochmal zusätzliches Lesevergnügen kostet.

Im Urlaub, um am Strand zu liegen und jeden Tag 10 Seiten zu lesen, ist das sicherlich eine prima Lektüre. Für den "anspruchsvollen" SF-Leser und Baxter Fan, hat "Der Orden" leider nicht viel zu bieten.
Ich habe das Buch in den letzten paar Wochen gelesen, als das Thema Nummer 1, der Papst-Tot, die Papstneuwahl etc. war. Da maßgebliche Teile des Buches im historischen Rom spielen auch auch Kirchengeschichte ein Thema ist, war das dann ganz nette Begleitliteratur..........
Alt 25. 04. 2005, 13:02 Mit Zitat antworten #5
x12x13
 
Beiträge: n/a
Alstair Reynolds - Träume von der Unendlichkeit


Da ich ein ein Reynolds Fan bin, habe ich dieses Buch ohne vorher in die Hand zu nehmen oder anzuschauen, von einem Stapel im Buchladen genommen und ungesehen gekauft.
Aber schon beim Anfassen hätte ich stutzig werden müssen, da es nicht im üblichen voluminösen Formfaktor daher kommt, wie man es von Reynolds bei Heyne gewohnt ist.

In der Tat handelt es sich bei "Träume von Unendlichkeit" um 2 Kurzgeschichten, welche auch im "Yellostone" Universum spielen, wie die drei bisher erschienen Romane von Reynolds (die ja alle drei durchweg gut sind). Die beiden Shortstorries hat der Autor vor "Unendlichkeit" geschrieben (dem ersten Roman von Reynolds), was sich aber auch nicht verbergen läßt, da beide Geschichten etwas unfertig wirken - im Bezug zu den anderen drei Büchern.
Man merkt das Reynolds den Kontext grob entworfen (Denkmal der 40, Sylvester Calvin Experimente, aber noch keine Anzeichen der Schmelzseuche), aber die Details noch nicht ausgefeilt hat.
Allerdings sind die beiden Geschichten nicht schlecht, oder gar nicht lesenswert. Es sind locker geschriebene und leidlich spannenden SF-Kurzgeschichten, die durchaus Spaß machen.
Natürlich ist das keine "vollwertige" Lektüre, keine Welten in die man sich Wochenlang versenken kann, sondern einfach nur nette Nebenbei Unterhaltung.

Fans von Reynolds kann man das Buch durchaus empfehlen, wobei es durchaus bessere SF-Kurzgeschichten gibt.
Alt 02. 05. 2005, 10:33 Mit Zitat antworten #6
Arno Nym
-= TOP SECRET =-
 
Benutzerbild von Arno Nym
 
Registrierungsdatum: Apr 2003
Ort: im Wohnheim
Beiträge: 245
- Perry Rhodan - Lemuria ( 6 Bändige eigenständige Buchreihe )
- Perry Rhodan - Andromeda ( 6 Bändige eigenständige Buchreihe )
- Saga der Sieben Sonnen

kürzlich gelesene Bücher:

- Richard Morgan - Unsterblichkeitsprogramm
- Joe Haldeman - Der ewige Krieg

Auch wenn es vielleicht etwas eintönig klinkt, ich lese immer noch gerne Perry Rhodan ( seit fast 8 jahren ).

"Das Unsterblichkeitsprogramm" habe ich gefressen, ich konnte dieses Buch nicht mehr aus den Händen legen. Und sonst bin ich absolut kein Fan von Krimies. Habe das durch Zufall bei McDonalds in der Warteschlange bei dem Herrn vor mir gesehen und bissel mitgelesen. hat mich gleich faziniert. -> muss man gelesen haben

"Der ewige Krieg" ist auch ein sehr gutes buch.
Inhalt: Das Buch erzählt die zeitlose Geschichte des Krieges, in diesem Fall ein Konflikt zwischen der gesamten Menschheit und den außerirdischen Tauranern. Die Menschen gerieten erstmals an die Tauraner, als sie begannen, mittels Collapsaren zu den Sternen zu reisen. Obwohl Collapsaren eine nahezu sofortige Zurücklegung riesiger Entfernungen ermöglichen, bedeuten die damit verbundenen relativistischen Geschwindigkeiten, dass die Zeit für diejenigen an Bord viel langsamer verläuft. Für William Mandella, einen Physikstudenten, der als Soldat eingezogen wurde, bedeutet das, dass zwischen seiner ersten Begegnung mit den Tauranern und seiner Heimkehr 27 Jahre vergangen sein werden, obwohl er selbst erst ein Jahr älter geworden ist. Nachdem Mandella erkennt, dass er nach einer so langen Reise auf der Erde nicht mehr zurecht kommt, verpflichtet er sich noch einmal, nur um festzustellen, dass er endlos von einem Krieg zum nächsten geschickt wird, während ein Jahrhundert nach dem anderen vergeht. Ein Klassiker der SF-Weltliteratur. --Craig E. Engler

Das heftige an diesem Buch ist das der Autor es in der Zeit vom Vietnam Krieg geschrieben hat. Man merkt richtig die sinnlosigkeit des Krieges. Aber auch die veränderungen der Soldaten die nach ihrer heimker nicht mehr zurecht kamen ist hier verarbeitet wurden. kann ich jedem nur empfehlen.

- Saga der Sieben Sonnen

Eine Buchreihe mit 5 Büchern, glaube ich. Die Menschheit ist zu den Sternen aufgebrochen und hat nur eine andere Rasse gefunden und artefakte und ruinen die auf eine 3te Rasse hindeutet die vor ewigkeiten ausgestorben ist.
Bei einem Experiment einen Gasplaneten in eine Lebensspendende Sonne zu verwandeln begehen sie einen schrecklichen Fehler. Eine bisher unbekannte Rasse lebt im inneren dieser Planeten. Die folge dieses Irrtums ist ein Krieg der alles zu vernichten droht.

Eine ware Space Opera. Bei dem Buch steht eher die Personen und ihre Beziehungen im vordergrund und weniger die technik. auch sehr zu empfehlen.


so mehr habe ich zur zeit nicht. falls du noch mehr infos suchst. ich hatte hier mal ein beitrag "euer lieblings Sience fiction Buch". war auch sehr gut besucht.

cu arno
Alt 14. 05. 2005, 13:13 Arno Nym is offline Mit Zitat antworten #7
Glen Runciter
- deadhead -
 
Benutzerbild von Glen Runciter
 
Registrierungsdatum: Oct 2004
Beiträge: 902
Die Welt der Ptavv - Larry Niven

Bereits im Jahr 1965 hat Larry Niven diese Buch geschrieben. Aufgelegt wurde es damals unter dem Titel -Das Doppelgehirn-. Nun liegt eine überarbeitete Ausgabe des Buches vor.

Das die tatsächliche Entwicklung unserer Welt in einigen Punkten von den Voraussagen Nivens abweicht merkt man schon dadurch, das es in diesem Buch, es spielt im Jahr 2107, noch ein geteiltes Berlin und ein kommunistisches Ostdeutschland gibt. Der Übersetzer hat dies jedoch durch einige Korrekturen bereinigt. So ist es auf jeden Fall nicht verwunderlich, das das Buch auch ein gewisses 60er Jahre-Feeling gut rüberbringt. Eine Zeit, in der die Außerirdischen noch als grüne, einäugige Monster mit Freßtentakeln identifiziert wurden und von dem Wunsch beseelt waren die Erde zu beherrschen. Aber, das macht aus dem Buch beileibe kein Museumsstück, sondern verleiht im vielmehr einen ganz besonderen, reizvollen Charme. Im Gegensatz zu den heutigen Massenproduktionen von Baxter oder Benford die klinisch sauber dem Leser eine von Fakten und Wissenschaft geprägte Hard SF vermitteln wollen, die teilweise nur noch von anderen Wissenschaftlern verstanden wird. Kein Platz mehr für den -Sense of wonder- oder dem Weltraummärchen. Niven hat mit seinen Handlungsträgern, Larry Greenberg oder Lucas Garner, noch echte Sympathieträger erschaffen, denen man auch eine Träne nachweinen würde wenn es sie "erwischen" sollte. In dieser Geschichte steht ganz klar der Mensch im Vordergrund und nicht die Technik. Das macht die Werke auf eine gewisse Art und Weise zeitlos, während die technische SF sich früher oder später, wenn sich die Technik selbst vom heutigen Zeitpunkt als überholt erweist, selbst das Wasser abgräbt. Auch der Humor kommt in dem Buch nicht zu kurz. Etwa wenn Larry Greenbergs Frau dem Sicherheitsmann Lucas Garner gesteht, das ihr Mann drei Hoden hat, die medizinisch zwar nicht bedenklich sind, aber durchaus stören können. Larry und seine Frau Judy nennen sie nur -sein kleines Extra-. Auch der Sicherheitsmann Garner, er ist über 170 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl, hat sich ein kleines Geheimnis zugelegt. Er hat seinen Rollstuhl modifiziert und kann ihn nun, verbotenerweise, sogar als Fluggerät benutzen.

Interessant ist auch, das in dem Buch Delphine mehr oder weniger gleichberechtigt neben den Menschen leben. Man hat ihre Sprache und ihre Intelligenz entdeckt und Menschen wie Larry Greenberg, der von Beruf Kontakter ist, haben gelernt sich mit den Delphinen zu verständigen. Genau wie Larry und andere Menschen, träumen die Delphine davon zu den Sternen zu reisen und andere Planeten zu besiedeln. Vielleicht hat sich David Brin dieses Buch ja als Vorlage oder zumindest als Anregung für sein Uplift Universum genommen?

Auf jeden Fall machts echt Spaß das Buch zu lesen. Eine klasse Geschichte mit liebevoll ausgearbeiteten Charakteren. Ich kanns nur empfehlen.
Alt 17. 05. 2005, 11:57 Glen Runciter is offline Mit Zitat antworten #8
x12x13
 
Beiträge: n/a
Kurz mal 2-3 Ergänzungen zu Larry Niven und "Die Welt der Ptavv".

Das Buch ist das erste einer langen Reihe von Büchern, die im Know-Space, dem sog. Ringwelt-Universum angesiedelt sind.
Das ganze gipfelt dann eben in "Ringwelt", was sicherlich den Höhepunt von Larry Nivens Schaffen und auch einen Höhepunt der moderen SF darstellt.
Die in "Die Welt der Ptavv" erstmal vorgestellten Szenarien (die Pak-Protektoren, die ARM, die Kiege gegen die Kzin etc.), werden in den folgenden Jahren von Niven immer weiter ausgebaut und in zahlreichen Büchern verarbeitet.
Besonders die Kzin-Kriege, wurde ja quasi in einer eiegnen Buchreihe erzählt, auch wenn die recht durchwachsen ist und zum Großteil mit Co-Autoren oder von ganzen anderen Autoren geschrieben wurde. Aber ein paar Sahnestücken sind da schon dabei. Besonders der Komplex um die Entstehung der Menschheit und den Pak-Protektoren ist ein sehr interessantes Szenario.
Allemal sind die meisten Bücher von Larry Niven aus dem Ringwelt-Unversum lesenswert. Auch wenn das alles insich abgeschlossene Romane sind, tauchen oft die selben Personen auf, Ergeigniss werden von verschiedenen Seiten in verschiedenen Büchen erzählt; insgesamt erzeugt das eine Art familäre Stimmung. Man findet sich in jedem dieser Bücher sofort zu recht.

Niven hat aber auch einige andere lesenswerte SF-Bücher geschrieben. "Fußfall", "Der Splitter um das Auge Gottes" und vorallem "Die fliegenden Zauberer" (das kann ich sehr empfehlen, ein nettes und reitzendes Buch), seien da erwähnt.
Das ist alles keine große Literatur, Niven ist schon recht bieder - aber dennoch immer gute Unterhaltung.
Alt 19. 05. 2005, 11:31 Mit Zitat antworten #9
thrilled
Eccentric [IR:60%]
(Threadstarter)
 
Benutzerbild von thrilled
 
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 790
Kurz noch eine andere EInschätzung zu Träume von Unendlichkeit, ich habe gerade innerhalb von 3 Stunden (geschätzt kann auch weniger gewesen sein) die erste der Kurzgeschichten gelesen.

Und ich muss einfach sagen irgendwie ist diese Story in allen Belangen extremer als die Story(s) der Hauptwerke der Saga, die Charaktere sind obwohl sie nur kurz angerissen werden, teilweise extrem gestört und in der Story geht es auch unteranderem extrem gewalttätig zu.

Ich laufe hier jetzt schon seit einer halben Stunde rum und denke die ganze Zeit mein gott wie pervers und fanatisch (jetzt nicht im sexuellen Sinne ist denn dieser Richard. Und das ist auch das was mich irgendwie etwas stört, zu beginn der Geschichte Schien er mir noch nicht so....
Alt 08. 06. 2005, 17:12 thrilled is offline Mit Zitat antworten #10
tAXMAN
 
Beiträge: n/a
Danke ...

Danke, danke, danke ...
x12x13, Du solltest hauptberuflich Rezensionen schreiben. "Das Unsterblichkeitsprogramm" habe ich bestellt, nachdem ich Deine Empfehlung gelesen habe. Ein Klassebuch! Deiner Beschreibung ist nichts hinzuzufügen. Deine anderen Empfehlungen werden demnächst bestellt.

Grüße vom :tAXMAN:
Alt 13. 06. 2005, 08:10 Mit Zitat antworten #11
x12x13
 
Beiträge: n/a
Danke - da es so gut ankommt will ich gleich noch was hinterher schieben.
Das ist zwar keine Neuerscheinung, aber für meinen Geschmack eine der besten Spaceoperas überhaupt.

Peter F. Hamilton - Der Armageddon Zyklus.

Wie der Titel schon mutmaßen läßt, handelt es sich dabei um einen Mehrbänder - 6 um genau zu sein, von denen jeder mit ca. 1000 Seiten daher kommt. Also nichts was man mal eben zwischendurch lesen könnte.
Ich habe mir seinerzeit den ersten Band aus Verlegenheit gekauft und bin nach der Hälfte des Buches in den Laden um die anderen 5 zu kaufen.
Das ganze sind aber keine lose zusammenhängenden Einzelepisoden, sondern ein durchgehender Roman, der nur der Handhabbarkeit wegen in 6 Bände aufgeteilt ist (wer will schon ein 6000 Seiten Buch lesen müssen).
Wegen der schieren Länge des Buches, würde es natürlich den Rahmen jeder Buchbesprechung sprengen den Inhalt ausführlich wieder zu geben. Ich will mich daher auf das Grundgerüst beschränken.


In ca. 500 Jahre spaltet sich die Menschheit in 2 Lager auf. Die Ediniten und die Adamisten.
Die Adamisten haben sich völlig normal weiterentwickelt. Natürlich verfügt jeder über kibernetische Implate und Aufrüstungen des Körpers, aber im Wesentlichen sind es immer noch Menschen.
Die Ediniten hingegen gehen auf Gen-Experimente zurück, im den Zuge dere das s.o. Affinitäts-Gen bzw. Bitec-Gen entwickelt wurde.
Dieses Gen ermöglicht die Symbiose zwischen Lebenwesen und Maschinen. Besonders die Raumschiffe der Ediniten (die Viodhawks) leben dieses extrem aus. Auch die riesigen Habitate um Gasriesen (der Energieversorgung willens) sind sowohl Lebenwesen als auch Maschine.
Schiff und Pilot wiederum bilden eine geistige Einheit, zumal es bei den Ediniten eh üblich ist, dass der Geist im Kollektiv hängt. Auch das nach dem Tod die Persönlichkeit weiter vorhanden und in den Datensystem aktiv und präsent ist.

Die Menschheit hat wesentliche Teile der Galaxis erreicht und sich enorm ausgebreitet, es gibt allerdings nur 2-3 Außerirdische Rassen, die auch recht schwer durchschaubere Plänen nachgehen.

Auf einem neuerschlossenen Planeten, kommt eine Gruppe Zwangsarbeiter zufällig in Kontakt mit einer uralten andersdimensionalen Lebensform, deren Neugierde das komplette Weltbild verändert.
Es stellt sich raus, dass niemand Tot ist. Alle(!) bisher gestorbenen Menschen existieren in einer öden und dunkeln Leere (eben dem Jenseits) unter furchtbaren Qualen und das auch noch Körperlos.
Durch den Riss in den Dimensionen können die Toten in unsere Welt kommen und Besitz von Lebenden ergreifen. Was sie unter der grausamen Führung von Quinn Dexter auch tun und einen Krieg gegen die Lebenden beginnen.

Das hört sich jetzt schon etwas nach H. P. Lovecraft an - aber es ist beleibe kein Horror Roman. Sicherlich gibt es starke Elemente davon, aber es bleibt doch eine Space-Opera.
Was das Buch so außergewöhnlich macht ist wieder die ungeheure Länge. Hamilton hat so die Gelegenheit seine Charaktere wirklich ausführlich zu beschreiben, jedes Detail wird ausgiebig ausgebreitet und erklärt.
Die von Hamilton entworfene Welt ist wirklich sehr umfangreich, detalliert, wohlüberlegt und ausgefeilt.

Diese Kritik kann nichtmal einen Abklascht der Szenarien bieten, die Hamilton zu Papier bringt. Selten habe ich ein orpulenteres Szenario gelesen. Auch schafft es Hamilton immer wieder enorme Spannung aufzubauen, sodass man sich recht schwer mit dem Aufhören tut.

Zwei Kritikpunkte muss ich jedoch anbringen. Einmal ist für meinen Geschmack etwas zu viel Sex im Buch. Nicht das ich generell was gegen Sex hätte, aber davon zu lesen finde ich wenig prickelnd, ehr langweilig. Leider wird wirklich sehr oft und ausführlich korpoliert in diesem Buch. Nicht so rüde und derbe, wie bei Richard Morgan, dafür aber wesentlich häufiger.
(Auch ist das Buch sehr gewalttäig, die Beschreibungen von köperlichen Schmerzen gehen oft an die Grenzen was etwas zartbeseidete Gemüter lesen wollen).

Am Schluß merkt man, dass es Hamilton wohl gereicht hat an diesem Buch zu schreiben. Der Schluß ist zwar plausibel und stimming, aber leider etwas hektisch und gezwungen.
Auf den letzten 300-400 Seiten überschlagen sich die Ereignisse beinahe. Ein 7. Band in dem die Geschichte in Ruhe zu Ende erzählt wird, hätte nicht schaden können.

Aber das sind zwei zu verschmerzenden Kritikpunkte, bei dieser ansonsten großartigen, ausführlichen, klugen, phantasievollen und auch gut geschriebenen Space-Opera.
Für mich meine Lieblings Space-Opera.
Wer Zeit und Muße für 6000 Seiten hat - unbedingt lesen!


Kurz noch zum Schluß, die richtige Reihenfolge der Bücher, auch bei Amazon stimmt die nicht ganz:

Band 1 - Die unbekannte Macht
Band 2 - Fehlfunktion
Band 3 - Seelengesänge
Band 4 - Der Neutronium Alchimist
Band 5 - Die Bessenen
Band 6 - Der nackte Gott

Geändert von x12x13 (13. 06. 2005 um 13:08 Uhr).
Alt 13. 06. 2005, 10:35 Mit Zitat antworten #12
tAXMAN
 
Beiträge: n/a
Noch mehr Bücher !?!? *stöhn*
... du ruinierst mich!

:tAXMAN:
Alt 13. 06. 2005, 10:40 Mit Zitat antworten #13
Mirror
Naseweis
 
Benutzerbild von Mirror
 
Registrierungsdatum: Jun 2003
Ort: bei Klaus
Beiträge: 693
Hat hier schon mal jemand was von China Melville gelesen? Der Falter oder so? Hab die Bücher ständig in der Hand und weis immer nicht so recht.

Gruß
Alt 13. 06. 2005, 11:53 Mirror is offline Mit Zitat antworten #14
thrilled
Eccentric [IR:60%]
(Threadstarter)
 
Benutzerbild von thrilled
 
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 790
Charles Stross - Singularität

Ich komme zwar längst nicht an x12x13s Rezensionen heran, ich poste aber trotz dem mal eine

Der Roman spielt zirka 400 Jahre in der Zukunft, die Menschheit ist nach dem eingreifen des Eschatons, einem "Wesen" das die Menschliche weiter entwicklung in weiter Zukunft darstellt, auf viele Sternensysteme im Umkreis von 100 Lichtjahren verteilt.

Das Eschaton hat große Teile der Erdbevölkerung auf andere Planeten zwangs verfrachtet, als Bestrafung, für die Manipulation an ZeitRaum Gefüge und experimenten an der Überlichtgeschwindigkeit bzw. Quantenmanipulationen

Die Story dreht sich um zwei Hauptpersonen zum einen als Ingeneur getarnter Spion und Infiltrator der für das Eschaton arbeitet und einmal eine diplomatische Abgesantin der Vereinten Nationen, die zubeginn des Buches jedoch als Spionin für den Geheimdienst der Vereinten Nationen arbeitet.

Beide Hauptpersonen versuchen die "Neue Republik" ein fufales Kaiserreich davon abzuhalten gegen das Festival in den Krieg zu ziehen, eine Art virtuelle Zivilisation die das Univbersum bereist um Informationen zusammeln und Rückständige Welten zu "vernetzen". Die Neue Republik erklärt jedoch dem "Festival" den Krieg und mach sich mit der gesammten Flotte, auf die vom Festival "besuchte" zu befreien....

Sorry für das erbämliche geschreibsel aber irgendwie fällt es mir wahnsinnig schwer die Story hier zu erläutern, das liegt wohl auch daran, und das zeichnet das Buch meiner Meinung nach aus an den vielen Unorthodoxen Ideen die man oder zumindest ich noch nicht in einem SF Buch gefunden habe. Im Buch wimmelt es besonders am Schluss von Originellen und teilweise witzigen Ideen , allerdings verhaspelt sich Stross meiner Meinung nach manchmal in allzu komplizierten Beschreibungen von physikalischen/informations technichen Phänomenen.

Insgesamt finde ich ist das Buch jedoch durch aus gelungen, trotz kleiner schwächen bei den Beschreibungen sowie der Spannung, die originellen Ideen machen das zumindest Meiner Meinung nach wieder wett
Alt 15. 06. 2005, 16:22 thrilled is offline Mit Zitat antworten #15
x12x13
 
Beiträge: n/a
Alan Dean Foster - Die Außenseiter (der frühe Homax-Zyklus)

Für Kenner des Gerne muss man eigentlich keine großen Worte über Alan Dean Foster verlieren.
Er ist seit Jahrzehnte eine feste Größe (zumal er auch recht produktiv ist), am bekanntesten dürfte zweifelsohne die Roman-Vorlage zu "Alien" sein.

Den richtig großen Wurf; sein Meisterwerk, ist ihm meiner Meinung nach aber noch nicht gelungen. Bücher von Foster sind aber immer locker und flockig geschrieben und haben oft auch wirklich witzige Passagen.

Einer seiner Schöpfungen ist ja das "Homax-Universum". In diesem Szenario ist die Menschheit eine Allianz mit den Thranx eingegangen. Die Thranx sind eine insektenartige Rasse, von einfühlsamen Intellektuellen. Durch diese Eigenschaften konnte eine sehr enge Beziehung, mit uns oft impulsiven und triebhaften Menschen entwicklen.

Der Erstkontakt zwischen Menschen und Thranx wird ja in "Auch keine Tränen aus Kristall" erzählt.
"Die Außenseiter" schließt sich zeitlich direkt daran an, auch wenn zwischen den beiden Büchern gut 30 Jahre liegen und das Homax-Thema schon in einigen Büchern verarbeitet wurde.

Das Buch an sich ist recht schnell rezensiert.
Die ersten zaghaften Kontakte zwischen Menschen und Thranx haben stattgefunden, aber die allgemeine Skepsis auf beiden Seiten ist immer noch groß (Hauptsächlich aus emotionalen Gründen. Während uns ein 1,5m großes Insekt Furcht einflößt (auch wenn es wie die Thranx lieblich nach Blumen duften), empfinden die Thranx zweibeinige, schwabbelige ("die Knochen sind ja innen - wie furchtbar"), blasse Maden auch nicht gerade als erfreulichen Anblick).
Es werden jedoch erste gemeinsame Projekte, geheim versteckt auf der Erde, durchgeführt.
Durch einige Zufälle, aber auch Zielstrebigkeit, treffen ein exzentrischer Thranx-Dichter (ein Besänftigter 3. Klasse) und ein mittelamerikanischer Kleingangster mit sehr begrenzter Weltsicht, im Peruanischen Dschungel aufeinander und sind unfreiwillig gezwungen die erste Menschen/Thranx Allianz gegen die AAnn (ja das schreibt man ganz genau so - mit AA) zu schmieden......


Wie schon erwähnt ist das Buch kein Highlight, man kann es aber wunderbar "nebenbei" lesen.
Für Freunde des Homax Universum ist das Buch sicherlich ein Genuss. Gut 2/3 spielen aus der Sicht des Thranx-Dichters und so werden interessante Einblicke in die "Innenwelt" der Thranx gezeigt. Wie sie denken und handeln, fühlen und eben leben.
Das ist sicherlich der interessanteste Aspekt des Buches. Foster beschreibt dieses alles gewohnt flüssig und geschmeidig, trotzdem erfährt man interessante Aspekte und Ansichten einer Fremden Rasse.


Das Buch habe ich geliehen bekommen, ich glaube kaum das ich es gekauft hätte. Zum einem weil ich nicht der große Alan Dean Foster Fan bin, vorallem aber weil der Cover von Bastei wieder so unsäglich schlecht ist, dass es fast peinlich ist dieses Buch in der Hand zu halten.......

Ein Buch für den Urlaub, oder wenn man gerade keine Lust auf was "Anstrengendes" hat.
Ganz nett - aber kein Muss.
Alt 16. 06. 2005, 21:11 Mit Zitat antworten #16
thrilled
Eccentric [IR:60%]
(Threadstarter)
 
Benutzerbild von thrilled
 
Registrierungsdatum: Feb 2004
Beiträge: 790
Richard Morgan - Gefallene Engel

Ich habe das Buch in meiner Buchhandlung gesehen und das Design gefiel mir schon auf anhieb gut

Da wusste ich jedoch nocht nicht, das es ein Nachfolger oder der Nachfolger vom "Unsterblichkeitsprogramm" ist das x12x13 bereits beschrieben hat. Also habe ich mir das Unsterblichkeitsprogramm auch noch gekauft, und dann beide Bücher nach einander gelesen.

Zum "Unsterblichkeitsprogramm" verliere ich nicht viele Worte, nur das es mir auch gut gefallen hat, besonders der Schluss ist gelungen wie ich finde.

So nun aber zu "Gefallene Engel",
die Story dreht sich wieder um Takeshi Kovacs, den ex Envoy, der auf einem Planeten als Sölnder in einer Spezialtruppe namens "Wedge" arbeitet. Zumindest bis er von einem Außerirdischen Artefakt erfährt, über das man direkt zu einem komplett erhaltenen Raumschiff einer Außerirdischen Rasse gelangt. Kovacs wittert die Bedeutung dieser Entdeckung und stellt ein Spezialisten Team zusammen um das Raumschiff zu sichern und dann 20 Millionen UN Dollar zu kassieren....

Mir hat "Gefallene Engel" noch besser gefallen als das Unsterblichkeits Programm, das Tempo das Morgan vorlegt ist mal wieder rasant. Wer allerdings auf Gefühle steht wird enttäuscht, Morgan schildert wie gewohnt alles kalt, schnell, Action reich und scheut nicht vor Gewaltätigen Beschreibungen zurück.

Auch die Story ist diesmal keine Dedektivgeschichte sondern kann wohl wirklich zu Science Fiction gezählt werden. (Ja es gibt auch eine Weltraumschlacht )

Was noch erwähnens wert ist, das Morgan seine Hauptperson viel deutlicher Skizziert als beim Unsterblichkeitsprogramm, man erfährt viel über seine Heimat und seine politischen Ansichten.

Auch wird das politische System (UN Protektorat, Quellisten, Achiololgen Gilde, Konzerne) beschrieben.

Also ich kann das Buch nur jedem empfehlen, wer das Unsterblichkeits Programm gelesen hat und es mochte, wird denke ich Gefallene Engel lieben
Alt 01. 07. 2005, 16:59 thrilled is offline Mit Zitat antworten #17
x12x13
 
Beiträge: n/a
Danke für den Tipp, das hätte ich verpennt, obwohl ich schon seit das "Unsterblichkeits Programm" drauf warte.
Habe es mir gestern gekauft........
Alt 06. 07. 2005, 09:49 Mit Zitat antworten #18
Arno Nym
-= TOP SECRET =-
 
Benutzerbild von Arno Nym
 
Registrierungsdatum: Apr 2003
Ort: im Wohnheim
Beiträge: 245
genial, eine vortsetzung zu dem "Unsterblichkeitsprogramm".

muss ich mir heute abend gleich kaufen. danke für den tip.

cu arno
Alt 06. 07. 2005, 10:10 Arno Nym is offline Mit Zitat antworten #19
x12x13
 
Beiträge: n/a
thrilled hat den Plot ja schon beschrieben, ich will aber auch noch 2-3 Sätze dazu verlieren.

Nach seinem 2. in Deutsch vorliegenden Buch, freue ich mich wirklich, dass es mal wieder ein "Neuautor" geschafft hat, sich gut zu etablieren.
Das Unsterblichkeitsprogramm war keine Eintagsfliege, sondern ehr der Auftakt, für viele vielversprechende Bücher.

Morgan konnte seinen Stil nachmals verfeinern, die Zeichnung der Charaktere ist detaillierter und innensichtiger. Deswegen habe ich auch ein recht ambivalentes Verhältnis zu Kovacs. Man kann erkennen, dass er eigentlich ein "guter Kerl" ist, jemand der Gerechtigkeit und seine Prinzipien lebt. Auf der anderen Seite, ist Kovacs eine kaum zu stoppende Killermaschine, die auch vor extremen Handlungen, wie die komplette Auslöschung der Wedge-Brigade am Strand, nicht zurückschreckt.
Diese Zerrissenheit, zwischen Mensch-wie-du-und-ich, seinem Job als Söldner und der gnadenlosen Envoi-Konditionierung, macht wirklich Spaß zum lesen. Man kann seine Niedergeschlagenheit förmlich spüren.

Auch die Beschreibung der Auswirkungen der Strahlenkrankheit, oder die Wirkung von diversen Drogen ist einfach großartig. Obwohl Morgan kein Blatt vor den Mund nimmt und wie gewohnt recht drastische und extrem gewalttätige Szenen einbaut, wirkt der Schreibstil niemals ruppig, kalt oder ordinär. Selbst grausamste Szene (wie die Hinrichtung gegen Ende), werden stilistisch und sprachlich sehr ansprechend geschildert.
Nachdem das "Unsterblichkeitsprogramm" teilweise recht 'pornographisch' war, beschränkt sich Morgan in "Gefallene Engel" auf eine Sexszene - bei Morgan sollte man aber besser Fickszene schreiben, das trifft es besser.

Im Unsterblichkeitsprogramm, viel mir schon die recht düstere und wenig anheimelnde Atmosphäre auf. Diese
Tendenz wird in "Gefallene Engel" nochmals verstärkt. Nicht die Regierungen, das UN-Protektorat oder die Kempisten-Rebellen halten die Macht. Das waren und sind immer die Konzerne, die Kartelle. Die nicht einmal davor zurückschrecken eine Großstadt mit Atombomben zu vernichten nur um von ihren echten Zielen und Plänen abzulenken. Es wird kein gutes Haar an diesen Konzernen gelassen, wenn jemand üble Machenschaft anleiert, oder Verbündete über die Klinge springen lässt, sind dass die Kartelle und Konzerne.
Irgendwann hatte ich den Eindruck, dass Richard Morgan ein Globalisierungsgegner ist - und siehe da, es gibt tatsächlich einen Anti-Globalisierungsthriller von ihm.
Link


Aber genau diese Mischung macht es aus. Die leichte Verschiebung vom CyberPunk Thriller zum klassischen Hard-SF, dazu die deutliche Sprache, exzellente Charaktere und dezente Gesellschaftskritik.
Abgesehen von den wirklich tollen Ideen und Einfällen.
Alleine das Konzept von Sleeve und Stack, Realtod und Resleeven, ist einfach großartig und eine der besten Einfälle der letzten Jahre.

Ich freue mich schon auf "Heiliger Zorn", das dritte Buch, dieses Kontext. Es ist aber leider erst für Februar 2006 angekündigt.
Alt 16. 07. 2005, 11:58 Mit Zitat antworten #20
Milchgraf
Ach was weiß ich...
 
Benutzerbild von Milchgraf
 
Registrierungsdatum: Sep 2004
Ort: Hamburger Sonne
Beiträge: 110
jetzt reichts, geschlagen gebe ich mich...
Ich hatte seit der ersten Vorstellung hier den wunsch doch eines von Morgans Büchern zu erstehen. Bisher konnte ich aus rein finaziellen Gründen jedesmal widerstehen.
Jetzt habe ich einfach einen R.M.-Rundumschlag gewagt...

Danke Leute,
Alt 17. 07. 2005, 14:20 Milchgraf is offline Mit Zitat antworten #21
tAXMAN
 
Beiträge: n/a
Zitat:
Original geschrieben von x12x13
thrilled hat den Plot ja schon beschrieben, ich will aber auch noch 2-3 Sätze dazu verlieren.
...

2-3 Sätze, wie ?!?!

Habe eben bestellt und meinen 5,- Euro Amazongutschein verbraten. Besser kann ich die verbleibenden 3,95 Euro wohl nicht anlegen.

Weiter so,

Gruß :tAXMAN:
Alt 22. 07. 2005, 15:16 Mit Zitat antworten #22
x12x13
 
Beiträge: n/a
Stephen Baxter - Sternenkinder

Die ordentliche, den Menschen bekannte Raumzeit war von Vakuumenergie durchgetränkt, aus der virtuelle Partikel, Elektronen und Quarks, ins Dasein sprudeln und sich dann verteilen oder annihilierten; Quantenunschärfe bestimme ihre kurzen Auftritte...Diese chaotischen Kavalkade von Möglichkeiten, dieser Ort des Nichtseins, wo sich komplette Universen in Riffen aus schaumiger Gischt zusammenscharen, wurde von einem Licht jenseits des Lichts durchflutet.





Nach seinem letzten ehr sülzigen Historienroman "Der Orden" kehrt Baxter mit Sternenkinder dahin zurück wo er sich am besten auskennt und auch immer am besten war - in der hard SF.
Baxter tut sich mit Personen und Charaktere immer etwas schwer, aber seine techno-philosophischen Evolution Visionen sind immer wahrhaftig visionär und bizarr.

Sternenkinder knüpft an einige ältere Baxter Bücher an. Es geht in Sternenkinder wieder um den Kampf gegen die haushoch überlegenen Xelee und den finalen Kampf gegen diese seltsame Rasse jenseits des Urknalls.

Die Menschheit hat in 30.000 Jahren über die gesamte Galaxis expandiert und steht seit 25.000 Jahren im Krieg gegen die Xelee, gegen die jetzt endlich der finale Schlag gegen ihre logistische Basis und ihr Informationsverarbeitungszentrum - das schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis geführt werden kann..
Es wäre überflüssig hier jetzt die Personen und andere Einzelheiten zu erwähnen. Die werden eigentlich nur gebraucht um einen, doch recht spannenden, Rahmen für Baxters abgedrehte Einfälle zu bieten.

Man braucht wirklich eine gute Portion physikalisches Interesse um dieses Buch zu mögen - was ich zum Glück habe.

Textpassagen wie die am Anfang ziehen sich teilweise seitenlang hin, dazu kommen massenhaft exotische technische Geräte, wie Schwarzlochkanonen und DNS-Computer. Weil das alles offenbar nicht genug war hat Baxter noch eine Zeitreise-Komponente eingebaut um mehrere Handlungsstränge einzuführen.
Ich will nicht den EIndruck verbreiten es gebe keine Handlung in diesem Buch, ganz im Gegenteil es passiert einiges, aber immer durchsetzt mit sehr sehr viel Physik und Technik.

Wer Baxter mag, seine älteren Bücher kennt oder sich brennend für Teilchen- und Grenzbereich-Physik interessiert, wird sich mit Sternenkinder gut unterhalten, alle anderen sollten es sich gut überlegen ob sie sich das antun wollen…
Alt 23. 09. 2005, 18:58 Mit Zitat antworten #23
tAXMAN
 
Beiträge: n/a
@x12x13
Arrrrrrggh, ...

Zitat:
Man braucht wirklich eine gute Portion physikalisches Interesse um dieses Buch zu mögen - was ich zum Glück habe.

Bis dahin, war ich mir nicht im klaren, ob Du selbst schreibst oder 'ne Beschreibung bei Amazon 'rauskopiert hast. Wie immer eine Klasserezenion. Passend dazu habe ich hier 'nen 20,- Euro-Büchergutschein herumzuliegen. Trotz beschränktem physikalischen Interesse werde ich auch diese, von Dir gegebene Empfehlung aufgreifen und das Buch kaufen. Danke und bye bis zur nächsten Empfehlung.

:tAXMAN:
Alt 23. 09. 2005, 20:55 Mit Zitat antworten #24
x12x13
 
Beiträge: n/a
Teilweise sind diese Rezensionen schon bei Amazon zu lesen - ich kopiere sie dort allerdings rein.
Was aber nicht heißt, dass das auch mein Amazon-Account ist....
Aber das g:b ist immer die Quelle.

Als nächtes werde ich übgrigens "Einsatz der Waffen" von Iain Banks besprechen.
Das hatte ich verliehen, leider aber nie zurück bekommen und es war lange Zeit nicht mehr lieferbar. Zum Glück ist es unlängst bei Heyne in dem Doppelband "Das Kultur-Spiel" zusammen mit "Das Spiel Azad" erschienen.

Das fange ich jetzt am Wochenende an, gut 5 Jahre habe ich drauf gewartet diesen vielleicht besten Kultur-Roman von Banks wieder lesen zu dürfen.


Demnächst mehr davon, aber es wird auf jeden Fall eine gute schon fast euphorische Kritik......
Alt 23. 09. 2005, 22:30 Mit Zitat antworten #25
Themen-Optionen Antwort