Thema: The Woodsman
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10. 05. 2005, 09:32 #1x12x13Gast
The Woodsman
Es ist wirklich schade (oder symptomatisch?), dass der einzigste sehenswerte Film der letzten Wochen hier keine Erwähnung findet - dann will ich das mal nachholen:
The Woodsman ist ein wunderbar dezenter und unaufdringlicher Film, der Geschichte eines Kinderschänder erzählt, der nach 12 Jahren aus dem Gefängnis in seine Heimatstadt zurückkehrt und versucht erneut Fuß zu fassen.
Leider ist seine Wohung gegenüber einer Grundschule, aus der auch Kinder verschwinden, was natürlich die Polizei auf den Plan ruft....
Wer jedoch jetzt einen Thriller erwartet wird bitter enttäuscht. Vielmehr handelt es sich um ein Phsyodrama mit einem wirklich hervorrangenden Kevin Bacon in der Hauptrolle (ich möchte sogar behaupten, dass das bisher die Rolle seines Lebens war).
Der Film erzeugt seine Fazination durch den Zwiespalt der beim Zuschauer aufkommt.
Einerseits hat man Mitlied mit einem einsamen, gebrochenen Mann, dem man so auch nichts Böses zutraut. Auf der andern Seite, denkt man dann wieder, dass es sich doch nur um einen miesen Kinderschänder handelt, der auch nichts aus seinen Fehlern gelernt hat.
Dieses Wechselbad vermagt die Inzenierung bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Auch sind die Nebenrollen durchweg stimmig und gut besetzt - keine Hollywood Abziehbilder, sondern normale ungeschhmickte Menschen, in ihrem alltäglichen (langweiligen) Leben.
Eigentlich kann Hollywood ja in den wenigtsen Filme verbergen, dass sie aus den USA kommen. Irgendwo gibt es immer Hinweiße auf die tolle US-Lebensart, solche Filme spielen meist in New York, oder in einer anderen Großstadt, sodass das Ambiente für uns Europäer schon nicht alltäglich wirkt.
Nicht so "The Woodsman", dieser Film könnte auch durchaus in Schweden, Holland, Deutschland oder Australien spielen, ohne das man einen großen Unterschied bemerken würde. Es ist wirklich gelungen den Film auf die Storry und seine Darsteller zu reduzieren, natürlich nimmt das teilweise kammerspielartige Tendenzen an, was der Sache aber keinen Abbruch tut - ganz im Gegenteil.
Wer also mal einen Film der leisen Töne, mit exzellenten Darstellern, in einer dezenten aber gut erzählte Geschichte sehen will, sollte sich "The Woodsman" nicht entgehen lassen.Geändert von x12x13 (10. 05. 2005 um 12:16 Uhr)
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10. 05. 2005, 11:26 #2
Interessante und sicherlich filmerisch schwer umzusetzende Thematik.
Werd ihn mir bei Gelegenheit ansehen und danach mehr darüber posten.
Offizielle Homepage von "The Woodsman"
Sicilian/II/x
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10. 05. 2005, 14:16 #3
Re: The Woodsman
Denke ich auch, eigentlich schade das es nur wenige derart gute Filme hierher schaffen.Original geschrieben von x12x13
Es ist wirklich schade (oder symptomatisch?), dass der einzigste sehenswerte Film der letzten Wochen hier keine Erwähnung findetFull Ack - mal davon abgesehen das er auch sonst nur solche Characterrollen spielt, ist diese wirklich seine mit Abstand beste/beeindruckendste.Original geschrieben von x12x13
...Phsyodrama mit einem wirklich hervorrangenden Kevin Bacon in der Hauptrolle (ich möchte sogar behaupten, dass das bisher die Rolle seines Lebens war).Ich musste auch oftmals mit mir ringen ob ich ihn nun bemitleiden soll, dass ihm kein Verständnis(?) widerfährt, oder ihn für derart Verhalten, wie beispielsweise die Aktion mit Robin fast am Ende im Park, hassen soll.Original geschrieben von x12x13
Der Film erzeugt seine Fazination durch den Zwiespalt der beim Zuschauer aufkommt.
Einerseits hat man Mitlied mit einem einsamen, gebrochenen Mann, dem man so auch nichts Böses zutraut. Auf der andern Seite, denkt man dann wieder, dass es sich doch nur um einen miesen Kinderschänder handelt, der auch nichts aus seinen Fehlern gelernt hat.Ich kanns nur noch mal Quoten.Original geschrieben von x12x13
Wer also mal einen Film der leisen Töne, mit exzellenten Darstellern, in einer dezenten aber gut erzählte Geschichte sehen will, sollte sich "The Woodsman" nicht entgehen lassen.
- Viel Mehr bleibt da nicht mehr zu sagen.
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10. 05. 2005, 23:57 #4
Hab vor ein paar Tagen mal eine Art MakingOff zu dem Film gesehn.
Eine gute schauspielerische Leistung. Der Film wird auf jeden Fall geguckt. Hoffentlich haben sie das Ende nicht versaut (bitte nicht spoilern).
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11. 05. 2005, 03:57 #5Ex-Administrator
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Habe ihn mir dann auch grade mal, nach Empfehlung von x12x13, angesehen und bin wirklich positiv ueberrascht. Ich hatte vorher nur kurz ueberflogen worum es geht und konnte daher recht "objektiv" an den Film gehen.
Wie der Admin schon erwaehnte ein sehr dezenter und ueberhaupt nicht audringlicher Film, der aber zu keiner Minute langweilig und kuenstlich verlaengert wird. Nicht nur Kevin Bacon, sondern auch Mos Def (der mich schon in American History X von seinem Talent ueberzeugt hatte, im Hitchhikers Guide aber ein wenig schwaechelte) und Kyra Sedgwick, die es endlich mal wieder geschafft hat, das mir eine weibliche Filmrolle sympathisch ist. Ein grosses Danke schoen dafuer.
Man beachte, die Frau wird dieses Jahr 40 und ist noch verdammt knackig. Ich wuerde sogar sagen, eine MILF.*g*
Die Story ist schoen aufgebaut und ueberzeugt mich, zusaetzlich durch einen stimmigen Soundtrack, von diesem wirklich begruessenswertem Stueck "Filmgeschichte".
Wuerde mich freuen, wenn es in naechster wieder mehr Filme geben wuerde, die mit Liebe zum Film gemacht sind. Nicht mit Liebe zum Geld.
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30. 05. 2005, 08:36 #6
Ich muss zugeben, dass der Film mich gefesselt hat. Die Schauspieler bringen eine wirklich überzeugende und intensive Darstellung auf die Leinwand. Nur sein Thema hat dieser Film meiner Meinung nach verfehlt. Die ganze Geschichte war mir zu einfach gestrickt. Böser Junge kommt aus dem Knast, dann findet er sofort einen Job bei einem verständnisvollen Chef, verliebt sich dort fast sofort in eine Frau die auch ihn liebt. Glücklicherweise auch sie mit einer Vergangenheit die von Mißbrauch geprägt war. Da haben sich 2 gesucht und gefunden. Dann der Schluß, gerade als er in sein altes Verhalten zurückzufallen droht, erzählt ihm das Mädchen von seinem Vater. Das wühlt ihn so auf, dass er sein Vorhaben sofort aufgibt. Unglaubwürdig. Dann schlägt er noch den Candyman zusammen, was von dem Polizisten mit einem verschwörerischen Augenzwinkern quitiert wird. Er hätte diesen Mißbrauch auch schon vorher verhindern können. Das Ganze ergibt für mich kein sehr realistisches Bild. Es werden so gut wie keine Fragen beantwortet oder gestellt wie z.B. Warum wird einer zum Kinderschänder, was ist in dessen Jugend geschehen, was fühlt er beim Akt des Mißbrauchs, wieso kann er sich nicht kontrollieren usw. Ich hab mal im Fernsehen eine Reportage über das Thema gesehen, in der auch Täter interviewt wurden. Das war harter Stoff hat mir aber die Denkweise solch Gestörter näher gebracht, was bei diesem Film nicht der Fall ist. Er bleibt doch leider sehr an der Oberfläche. Das Happy End ist dann auch schon wieder sehr hollywoodmäßig. Er zieht zu seiner Freundin, seine Schwester macht noch ein wenig auf unversöhnlich, aber auch das, wird er unzweifelhaft mit Hilfe seines Psychaters noch in den Griff bekommen. Aber trotz allem ein sehr sehenswerter Film mit einem nachdenklich stimmendem Thema.
Tja leider schon vergeben. Sie ist die Ehefrau von Bacon.Man beachte, die Frau wird dieses Jahr 40 und ist noch verdammt knackig. Ich wuerde sogar sagen, eine MILF.*g*
Geändert von Glen Runciter (30. 05. 2005 um 08:54 Uhr)
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30. 05. 2005, 14:55 #7Ex-Administrator
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Das ich mir endlich mal wieder meine eigenen Gedanken zu einem Film machen konnte, machte ihn fuer mich persoenlich sogar noch ein Stueck besser.
Ich bin es satt alles vorgekaut zu bekommen.
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03. 06. 2005, 23:28 #8
Kann mich den vorherigen Meinungen nur anschliessen..Kevin Bacon ist in seiner Rolle wiedermal voll und ganz aufgeblüht und zeigte einmal mehr seine Facetten als einer der grössten Charakterdarsteller seiner Zeit..zu denen viel.nur noch Gary Oldham und Sean Penn gehören.
Ein sehr guter Film mit faszienierenden Ende-also wer die Möglichkeit hat ihn noch zusehen,der sollte es schleunigst tun.


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