Tape http://www.imdb.com/title/tt0275719/
Inhalt:
Drei Leute in Echtzeit während neunzig Minuten in einem Hotelraum. Mehr verrate ich nicht, da man so den Film wohl am besten geniessen kann.
Kritik:
Wow, Richard Linklater mal wieder. Okay, die super Geschichte basiert auf einem Theaterstück von Stephen Belber, aber die Umsetzung von Linklater ist mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Während bei Waking Life, welcher im selben Jahr herauskam wie Tape, oft der Vorwurf zu lesen ist, dass es kein Film sondern eher ein Hörbuch sei, könnte man hier sagen, dass es kein Film sondern eher ein Theaterstück ist. Damit wird man beiden Filmen aber nicht gerecht, den Linklater nutzt die Vorzüge des Kinos auf eine sehr kreative Weise. Der Zuschauer hat stets das Gefühl, dass er auch in diesem Hotelzimmer auf dem Bett sitzt und den Figuren zuhört, genau wie Vince im letzten Teil des Films. Im Gegensatz zu ihm finden die Kommentare des Zuschauers, die er bzw. ich zumindest in einigen Szenen loswerden will, keinen Anklang. Fakt ist, dass die Kameraarbeit eine tolle Intimität schafft, ohne dass dabei der Stil des Films den Inhalt überwiegt. Dieser ist irgendwo zwischen einem Psychodrama und einer Komödie anzusiedeln, wobei das Drama überwiegt. Die Story ist wie gesagt sehr originell und lässt den Film in keiner Sekunde langweilig wirken, was bei einem Film, der in Echtzeit läuft, doch die Gefahr ist. Die drei Schauspieler spielen ihre doppelbödigen Charaktere auch sehr überzeugend. Gerne würde ich die Leistung von Ethan Hawke speziell hervorheben, dann muss ich aber daran denken, dass die Figuren von Robert Sean Leonard und Uma Thurman von ihnen genauso viel abverlangen, nur oft auf eine subtilere Weise.
Fazit: Sehr empfehlenswerter Independent-Film.
Ich werde den Film aber bestimmt nochmals schauen müssen, da ich mir nicht genau sicher bin, ob ich weiss, was genau passiert ist.
9/10
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