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amorph100
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Patriotismus als Kaufargument würde ich in den neuen Ländern der -brd- ganz gut akzeptieren. Die Leute dieses Gebietes (als Absatzmarkt für den Westen der -brd- geplant von Kohl und Konsorten) täten gut dran, die Waren ihrer Region zu puschen anstatt die Reichen andrer Teile ihres "Vaterlandes" noch reicher zu machen.

Klingt naiv, aber naiv ist okay, solange es funktioniert.

Nationalismus würde ich diese Art des Konsumverhaltens generell nicht nennen.

Was ich von den -usa- halte, gehört nicht hierher, will ja nicht gebannt werden
Alt 08. 06. 2005, 12:07 amorph100 is offline Mit Zitat antworten #26
propo
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bei jedem produkt über einer gewissen preisschwelle, frage ich ganz bewusst den verkäufer, ob es in deutschland gefertigt wurde und oder ob es eine deutsch-produzierte alternative im angebot gibt. damit zeige ich ihm, dass es nicht jedem konsumentem egal ist, wo die ware herkommt und wo arbeit+kapital dadurch gesichert wird.
wer nicht zwischen fanatischen nationalismus und protektionistischen maßnahmen unterscheiden kann, sollte bei diesem thema erst gar nicht den mund aufmachen.
Alt 21. 06. 2005, 18:27 propo is offline Mit Zitat antworten #27
Stoertebeker
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Und ich dachte "protektionistisch" existiere 2005 nur noch im wirtschaftsliberalen bzw. vor allem libertären Sprachgebrauch - als Schmähvokabel. (Bezeichnet das Verhalten des Staates, aber irgendwie sind wir das ja alle.)
Ist "made in Germany" eigentlich normiert? Also wie hoch der Anteil der im Endprodukt steckenden Arbeit innerhalb Deutschlands geschehen sein muss? Fragen über Fragen.
Alt 21. 06. 2005, 19:24 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #28
yggr
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Wie Stoertebecker schon bemerkt, ab wann ist es denn Made in Germany? In Deutschland nur zusammengesetzt oder komplett hierzulande produziert bis zum kleinsten Transistor?
Ein derartiges Denken ist doch heute gar nicht mehr möglich, man müßte den prozentualen Anteil berechnen und ab diesem Punkt wäre es ein deutsches Produkt - allerdings mutet das doch recht befremdlich an.
Btw. dem Verkäufer kannst du viel erzählen, i.d.R. gehts dem am Arsch vorbei ebenso wie dem Geschäft - die wollen Produkte verkaufen. Und wenn die merken das du auf so etwas ansprichst, werden sie dir auch entsprechendes erzählen ... verifizierbar ist es nicht.
Alt 21. 06. 2005, 20:23 yggr is offline Mit Zitat antworten #29
Andrax
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Nationalismus ist Global, all die Nationen leben den Nationalismus.
Wie sonst sollten Nationen existieren können?
Ist doch klare Tatsache.

Nationale Werbung steht für eine Nation, dass geht überhaupt nicht anders, egal wie klein die ist oder für was sie steht.
Warum diese Aufregung hier?

Europa fällt wieder zurück in diese kleinen Nationen- Denkerei, wundern wird es wohl die Wenigsten, aber selbst in Einigkeit bleibt es eine Nation, eben nur grösser.

Hier regt man sich wohl über eine Kausalität auf?

Zum Reis-Bier Budweiser:
Hab mal ein paar Jahre in den Staaten gelebt und es öfter mal getrunken, denn Deutsches Bier ist dort nicht billig und auch nicht einfach zu bekommen.
An den Tankstellen wird hauptsächlich dünnes Bier in Dosen verkauft, wie Budweiser, ein gutes Deutsches Bier wäre viel zu teuer und viele Amerikaner müssten sich erst einmal an den Geschmack gewöhnen, vielen ist es zu bitter.
Ich muss sagen, die kleinen Flaschen Warsteiner für 7 Dollar das Stück, schmeckten auch irgendwie anders als hier in Deutschland, es könnte sein das für die USA noch etwas beigemischt werden muss, aber das ist reine Vermutung, mir schmeckte es aber nicht gleich wie hier in Deutschland.

Das Budweiser ist zwar dünn und man muss schon so einige Dosen trinken um im Rausch zu kommen, aber es schmeckt besser als die meist anderen Biere die so in Tankstellen angeboten werden.
Es gibt ein paar bessere im Geschmack, aber oft nur bei den ersten Flaschen die man davon trinkt, mit der Zeit schmeckt es dann zu na ja dann holt man wieder Budweiser
Wie ich es miterlebt habe, wird das Bier hauptsächlich an Tankstellen ge/verkauft, da steht Budweiser hoch im Kurs.

Na ja, mit dem Deutschen Biere kann man Budweiser (nach meinem Geschmack) nicht vergleichen, es ist ja auch aus Reis, aber es ist als Getränk nicht so schlecht, da wird schlichtweg Übertrieben.

Andrax
Alt 21. 06. 2005, 22:38 Andrax is offline Mit Zitat antworten #30
propo
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Zitat:
Original geschrieben von yggr
Wie Stoertebecker schon bemerkt, ab wann ist es denn Made in Germany? In Deutschland nur zusammengesetzt oder komplett hierzulande produziert bis zum kleinsten Transistor?
Ein derartiges Denken ist doch heute gar nicht mehr möglich, man müßte den prozentualen Anteil berechnen und ab diesem Punkt wäre es ein deutsches Produkt - allerdings mutet das doch recht befremdlich an.
Btw. dem Verkäufer kannst du viel erzählen, i.d.R. gehts dem am Arsch vorbei ebenso wie dem Geschäft - die wollen Produkte verkaufen. Und wenn die merken das du auf so etwas ansprichst, werden sie dir auch entsprechendes erzählen ... verifizierbar ist es nicht.
ob ich ein produkt kaufe, das zu 10% deutsch ist, oder eins, das zu 0% deutsch ist, spielt in der summe eben doch eine rolle. ganz zu schweigen von >10% produkten.

"interessiert den verkäufer nicht..", "will nur produkte verkaufen.."
du hast ganz offensichtlich von ökonomie absolut gar keinen schimmer, darum will ich dich auch nicht mehr mit solchen sachen langweilen
Alt 21. 06. 2005, 22:47 propo is offline Mit Zitat antworten #31
Stoertebeker
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Sehr gut erkannt propo. Um deinen Einwurf zu präzisieren: von yggr werden die kastendadaistischen Antagonismen zwischen Nation und Kapital übersehen, soll heißen er lässt bei seinen Überlegungen komplett die Metanihilebene ausser Acht. In der neomodernen Wirtschaftstheorie kennt man solche strategischen Schnitzer als tripping chipping.
Alt 21. 06. 2005, 23:34 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #32
Der Rebell
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Ich mach nochmal den Versuch, von der national bezogenen Argumentation wegzukommen.

Nach meinem Verständnis ist es ein grundsätzlicher Unsinn, Waren über große Strecken zu befördern, wenn man sie auch in der Nachbarschaft kaufen kann. Natürlich ist das keine reine Lehre, weil es Produkte gibt, die in der Nachbarschaft nicht zu bekommen sind.

Wenn zum Beispiel Schlachtvieh quer durch Europa transportiert wird, weil irgendwo ein billiger Schlachthof in weiter Entfernung ein wenig mehr Gewinn verspricht, dann frage ich nach dem Warum.

Da gibt es einen Lohnkostenvorteil, der noch nichtmal durch die Transportkosten neutralisiert wird. Es bleibt scheinbar ein Vorteil übrig. Stimmt das? Werden die ökologischen Folgen des Transportes überhaupt richtig bewertet? Werden die Transportwege wirklich anteilig auf die beförderten Produkte umgelegt? Zahlen wirklich nur die LKWs und die Urlaubsfahrer für unser Straßennetz oder auch der gemeine Steuerzahler? Subventionieren wir nicht alle dieses unsinnige System? Wird der gesamtgesellschaftlich wirksame Lohndumpingeffekt richtig bewertet?

So eindeutig, wie uns das die kapitalistische Abrechnung vorgaukelt, ist die Sache nicht.

Sind die japanischen Autos wirklich so viel besser und billiger, daß sie trotz der Entfernung in Europa noch eine Chance haben? Ich erinnere an den japanischen Protektionismus. Er war schon häufiger Anlaß für Streitereien im Welthandel.

Wir landen immer wieder bei derselben Fragestellung. Alle Vergleichsgrößen in der sogenannten freien Weltwirtschaft sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Im Gegenteil, sie könnten unterschiedlicher garnicht sein. Lohnunterschiede, Steuerunterschiede, Subventionsunterschiede, Unterschiede der Lebensqualität, kurzum alle wesentlichen Unterschiede der Standorte machen den globalen Warenverkehr alles andere als frei und fair.

Da ist es nur logisch, wenn die Vermutung auftaucht, man könne mit einem nationalen Kosumverhalten die eigene Gesellschaft schützen. Denn nur die nationalen Bedingungen können direkt beeinflußt werden. Der Welthandel liegt schon längst in den Händen des internationalen Kapitals.

Dummerweise können wir es uns als exportlastiges Wirtschaftssystem am Wenigsten leisten von Protektionismus zu träumen. Das würde ganz schnell entsprechende Gegenmaßnahmen der Handelspartner provozieren.

So hinkt also die politische Globalisierung hoffnungslos hinter der wirtschaftlichen Globalisierung hinterher. Und da helfen auch keine nationalistischen Kaufempfehlungen. Wenn deutsche Politik sich als deutscher Handelsvertreter begreift und nicht als politischer Spieler auf dem internationalen Spielfeld, helfen auch noch so viele Kanzlerbesuche in China nicht weiter.

DR
Alt 22. 06. 2005, 00:31 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #33
propo
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Zitat:
Original geschrieben von Stoertebeker
Sehr gut erkannt propo. Um deinen Einwurf zu präzisieren: von yggr werden die kastendadaistischen Antagonismen zwischen Nation und Kapital übersehen, soll heißen er lässt bei seinen Überlegungen komplett die Metanihilebene ausser Acht. In der neomodernen Wirtschaftstheorie kennt man solche strategischen Schnitzer als tripping chipping.
sollen diese - teilweise völlig unpassenden - begriffe irgend jemanden beeindrucken?
Alt 22. 06. 2005, 01:11 propo is offline Mit Zitat antworten #34
yggr
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Propo, ich habe vielleicht nicht soviel Ahnung von Ökonomie wie du aber immerhin kenne ich die Realität, kenne den gemeinen Verkäufer und auch Geschäfte und welches Ziel diese inne haben.
Lassen wir mal die "Ökonomie" mal beiseite und betrachten auch die Qualität - man muß schon sehr stolz auf Deutschland sein, um hier die beste Qualität zu vermuten ... das ist eine Mär!

Zitat:
ob ich ein produkt kaufe, das zu 10% deutsch ist, oder eins, das zu 0% deutsch ist, spielt in der summe eben doch eine rolle. ganz zu schweigen von >10% produkten.

Wenn ich überhaupt so denken würde, was mir ziemlich eingeschränkt erscheint, so würde ich das sogn. Prädikat "Made in Germany" allenfalls für Produkte vergeben mit mehr als 50%. Sprich das KnowHow muß hierzulande liegen, ansonsten wirkts eher lächerlich. Desweiteren scheitert deine Argumentation daran, das dir die Realität fremd ist, du kannst überhaupt gar nicht ausmachen wieviel des Produkts deutsch ist.
Btw. "Made in Germany" war ursprünglich als Kennzeichnung für minderwertige Produkte aus deutschen Landen gedacht - entwickelte sich jedoch gegenteilig ... damals zumindest. Heute paßt die ursprüngliche Bedeutung wieder zum Teil - ein bewußter Käufer achtet auf Qualität, nicht auf Deutschtümelei im Verkaufswesen.
Vielleicht bringen ein paar "Ökonomen" noch eine Dolchstoßlegende im Verkaufswesen auf - Deutsche kauft nur bei Deutschen ...
Der Zug ist abgefahren für solcherlei Firlefanz, man kann eventuell noch in gewissen Bereichen Schaden begrenzen - umkehrbar ist nichts mehr. Zudem sind länderspezifische Qualitätsprodukte schon vor der Bundesrepublik nahezu ausgestorben - ein "wenig" Globalität war immer dabei.
Alt 22. 06. 2005, 05:33 yggr is offline Mit Zitat antworten #35
DocShark
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Und wie verhält sich das mit einen AEG Geschirrspüler, oder Waschmaschine entwickelt in Germany produziert in der Türkei.
Und wenn Du dass bei Saturn, Mediamarkt siehst ?
Bei diesen Produkten mit den Markennamen SIEMENS, AEG erkennt ma n nicht den Produktionsstandort. Der Kunde denkt oft deuscher Markenname - deutsches Produkt.
Es ist nicht nur das Made in Germany oder Produziert in der EU
sondern auch die Markennamen verlieren.
Das Geschäft ungestraft zu lügen, nennt man Marketing.
Alt 22. 06. 2005, 06:53 DocShark is offline Mit Zitat antworten #36
yggr
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Das sind dann halt noch die 3 Promille Anteil, die er als Made in Germany wertet
Alt 22. 06. 2005, 07:12 yggr is offline Mit Zitat antworten #37
DocShark
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Klar deutsch-national!
Wie weit ist man dann noch entfernt. Von Deutsche kaufen nur bei Deutschen. Deutsche kaufen nicht bei Juden.

und @andrax

Zitat:
Nationalismus ist Global, all die Nationen leben den Nationalismus.
Wie sonst sollten Nationen existieren können?
Ist doch klare Tatsache.
Wieder mal ne Braune Shyze die stinkt!
Ach ne die Aussage, aber das Kapital aggiert international aber national.
Und dem Hamburger bei McDoof siehst Du nicht an das die Produkte dazu aus der Region stammen.

Nation hin und her.
Erzähl mal in Dortmund wie lecker ein Kölsch ist. Mal sehen ob Du das überlebst, gleiches in Köln dass Kölsch Dünnbier ist und Dortmunder oder Münchner Bier besser ist.
Ich halt mich dann mal im Hintergrund und amüssier mich.

Wenn den Amis schmeckt ihr Budweiser und die glücklich sind, ich muss es nicht trinken wenn mir was besseres schmeckt.
Alt 22. 06. 2005, 12:50 DocShark is offline Mit Zitat antworten #38
infofilter
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Zitat:
Original geschrieben von Der Rebell
Ich mach nochmal den Versuch, von der national bezogenen Argumentation wegzukommen.

Nach meinem Verständnis ist es ein grundsätzlicher Unsinn, Waren über große Strecken zu befördern, wenn man sie auch in der Nachbarschaft kaufen kann. Natürlich ist das keine reine Lehre, weil es Produkte gibt, die in der Nachbarschaft nicht zu bekommen sind.

Wenn zum Beispiel Schlachtvieh quer durch Europa transportiert wird, weil irgendwo ein billiger Schlachthof in weiter Entfernung ein wenig mehr Gewinn verspricht, dann frage ich nach dem Warum.

Da gibt es einen Lohnkostenvorteil, der noch nichtmal durch die Transportkosten neutralisiert wird. Es bleibt scheinbar ein Vorteil übrig. Stimmt das? Werden die ökologischen Folgen des Transportes überhaupt richtig bewertet? Werden die Transportwege wirklich anteilig auf die beförderten Produkte umgelegt? Zahlen wirklich nur die LKWs und die Urlaubsfahrer für unser Straßennetz oder auch der gemeine Steuerzahler? Subventionieren wir nicht alle dieses unsinnige System? Wird der gesamtgesellschaftlich wirksame Lohndumpingeffekt richtig bewertet?

So eindeutig, wie uns das die kapitalistische Abrechnung vorgaukelt, ist die Sache nicht.

Sind die japanischen Autos wirklich so viel besser und billiger, daß sie trotz der Entfernung in Europa noch eine Chance haben? Ich erinnere an den japanischen Protektionismus. Er war schon häufiger Anlaß für Streitereien im Welthandel.

Wir landen immer wieder bei derselben Fragestellung. Alle Vergleichsgrößen in der sogenannten freien Weltwirtschaft sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar. Im Gegenteil, sie könnten unterschiedlicher garnicht sein. Lohnunterschiede, Steuerunterschiede, Subventionsunterschiede, Unterschiede der Lebensqualität, kurzum alle wesentlichen Unterschiede der Standorte machen den globalen Warenverkehr alles andere als frei und fair.

Da ist es nur logisch, wenn die Vermutung auftaucht, man könne mit einem nationalen Kosumverhalten die eigene Gesellschaft schützen. Denn nur die nationalen Bedingungen können direkt beeinflußt werden. Der Welthandel liegt schon längst in den Händen des internationalen Kapitals.

Dummerweise können wir es uns als exportlastiges Wirtschaftssystem am Wenigsten leisten von Protektionismus zu träumen. Das würde ganz schnell entsprechende Gegenmaßnahmen der Handelspartner provozieren.

So hinkt also die politische Globalisierung hoffnungslos hinter der wirtschaftlichen Globalisierung hinterher. Und da helfen auch keine nationalistischen Kaufempfehlungen. Wenn deutsche Politik sich als deutscher Handelsvertreter begreift und nicht als politischer Spieler auf dem internationalen Spielfeld, helfen auch noch so viele Kanzlerbesuche in China nicht weiter.

DR

hut ab!
die losung muß also heißen regionalismus statt nationalismus oder internationalismus. denn nur wenn ich bei meinem nachbarn kaufe hat er das geld auch bei mir zu kaufen. allerdings brauchen wir ein zollschutzgebiet, um die waren der anderen zu verteuern und dadurch unattraktiver zu machen (oder wenigstens als staat noch irgendwie an dieser 'fremdware' zu verdienen), denn es ist nicht zu erwarten daß die vernunft groß genug ist lokal zu handeln.
und dieses zollschutzgebiet muß auch gleichzeitig groß genug sein um exportieren zu können ohne selber mit empfindlichen zöllen belegt zu werden. darum ist auch nicht entscheidend, ob die mitglieder der zollunion europa geographisch zu europa zählen sondern ob wir mit ihnen handel treiben. und zwar möglichst in eine richtung
Alt 22. 06. 2005, 16:21 infofilter is offline Mit Zitat antworten #39
yggr
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Zitat:
allerdings brauchen wir ein zollschutzgebiet, um die waren der anderen zu verteuern und dadurch unattraktiver zu machen (oder wenigstens als staat noch irgendwie an dieser 'fremdware' zu verdienen), denn es ist nicht zu erwarten daß die vernunft groß genug ist lokal zu handeln.

Warum nicht einfach eine extra "Patriotismussteuer"? Letztendlich zahlt der Bürger eh die Zeche, Zölle etc. greifen an vielen Produkten die hierzulande genutzt werden.
Alt 22. 06. 2005, 16:25 yggr is offline Mit Zitat antworten #40
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Zitat:
Original geschrieben von yggr
Warum nicht einfach eine extra "Patriotismussteuer"? Letztendlich zahlt der Bürger eh die Zeche, Zölle etc. greifen an vielen Produkten die hierzulande genutzt werden.

irgendwer zahlt immer die zeche, am besten die bürger anderer länder ich sage nicht, daß europa der einzige weg ist, aber es ist ein weg. es kann funktionieren. es muß funktionieren.
Alt 22. 06. 2005, 16:44 infofilter is offline Mit Zitat antworten #41
yggr
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Warum muß es funktionieren? Ich bin weder ein besonderer Freund Europas noch ein erklärter Gegner, es juckt mich einfach nicht viel. Aber war es davor soviel schlechter? Wohl kaum ...
Alt 22. 06. 2005, 16:51 yggr is offline Mit Zitat antworten #42
Stoertebeker
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Klar ist das mit dem Transport ein Problem, wenn "wir" das machen, machen die anderen das aber auch; vor nicht gar so kurzer Zeit war mal irgendwas mit USA vs. Russland (oder China? jedenfalls rote); erstere hatten Stahlschutzzölle erhöht, darauf bekamen letztere dann hygienische Bedenken bei den amerikanischen Hühnern und die Amis blieben auf einem Großteil ihres Export-Geflügels sitzen. Glaubt man gar nicht, was heute wo für wen produziert wird.
Alt 22. 06. 2005, 17:03 Stoertebeker is offline Mit Zitat antworten #43
infofilter
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es muß funktionieren im sinne von besser, wenn es funktioniert. aufgrund des fortschritts und der damit verbundenen flexibilität der kapitaleigner bei der auswahl des produktionsstandortes brauchen wir ein großes gebiet in dem gleiche oder vergleichbare bedingungen herrschen. nationale grenzen verlieren an bedeutung und ich denke dieser trend wird anhalten. von mir aus könnte auch alles beim alten bleiben aber auf meinen willen nimmt die welt selten rücksicht. so lange wir noch die reichen sind sollten wir die ruhe nutzen und uns gut positionieren für das (relativ) neue system globaler märkte. freund von europa bin ich, wenn europa mir denn nutzt.
Alt 22. 06. 2005, 17:13 infofilter is offline Mit Zitat antworten #44
propo
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wer hat hier von deutscher-qualität-über-alles gesprochen?
es geht darum, dass bei produkten, die in deutschland - selbst auch nur zum teil - produziert werden, wesentlich mehr im land verbleibt, sei es an kapital oder direkt an arbeitsplätzen, als bei völlig im ausland produzierten teilen, die hier bloß vertrieben werden.
Alt 22. 06. 2005, 17:55 propo is offline Mit Zitat antworten #45
MoNg0
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verdammt! so spät in einen thread einzusteigen ist ne Heiden-Lesearbeit!

ich will mich nicht zu sehr einmischen, aber dennoch ein paar punkte kommentieren:

1. Bourbon = nationalistisch
Das ist sicherlich im Ansatz richtig.
Dennoch kommt die ursprüngliche Herstellungsart aus Europa und wurd in Amerika nur wegen des hohen Mais-Anteils in der Landwirtschaft so populär (weil so billig).
Bourbon ist übrigens der Name des Landkreises in Kentucky, wo das erste Mal "Bourbon" hergestellt wurde.... aber das nur am Rande von einem Whisk(e)y-Begeisterten
Worauf ich hinaus will - und das passt wiederum endlich zum topic - ist, dass viele sogenannte nationale Spezialitäten gar keine sind ... oder die sich eben nur anders nennen um sich eben von dem Ursprungsprodukt abzugrenzen.
Beispiele:
Martini ist im wesentlichen Gin ... heisst aber eben Martini.
(warum fallen mir nur Spirituosen ein??? )

1a)
die weiteren Beispiele mit Champagner und so weiter waren aber der eigentliche Grund meines Posts:
Viele anderen Wein und Whisk(e)y-Sorten werden übrigens in Fässern gelagert und ausgebaut, in denen vorher andere Sorten drin waren.
Viele Scotch-Sorten werden z.B. in Bourbon-Fässern ausgebaut. Grund dafür ist die Tatsache, dass schon bestimmte Stoffe aus dem Holz entzogen wurden. Ander Gründe gibt es da aber auch noch ...
Das finde ich recht interessant, da ich mir zumindest persönlich schon die Kraft solcher zitierten Argumente herunterstufe und sie in die schon genannte Markting-Ecke schiebe.
Motto:
"Kommen Sie rein - hier werden Sie genau so beschissen, wie nebenan!"

ich gebe aber zu, dass nicht alle Leute so weit denken und für solche Argumente im BILD-Style seeehr empfänglich sind.
(und dass aus solchem verhalten auch schlechtes verhalten werden kann)

2. Transfair-Kaffee nich in Supermärkten
Den Kaffee gibt es bei jedem Supermarkt, der nicht Discounter ist.
Habe den schon bei MiniMal, Marktkauf, Eurospar und so weiter gesehen - nur nicht bei Aldi, Penny und Lidl (um die bekanntesten zu nennen)

3. regionaler Handel
das mit dem "in der Nachbarschaft kaufen" kann wirklich gut sein! Zumindest, wenn man sich darauf einlässt.
Meisstens erfährt man, dass die Produkte aus der Nachbarschaft einen besondern touch haben.
Ich beziehe mich da im wesentlichen auf Lebensmittel.
Da sehe ich es ähnlich wie Der Rebell. Warum Wein aus Chile um die ganze Welt schiffen? (obwohl er sehr gut ist!)
Wieso Birnen das ganze Jahr über frisch und dann auch noch unter dem Preis, den hiesige Anbieter brauchen?
Obwohl: das ist eine müssige Diskussion.
Zurück zu meinem eigentlichen Gedanken:
Der trend zurück zu regionalen Produkten fängt zumindest in der Gastronomie an und wird stärker. Qualität ist da Trumpf und der direkte Kontakt zum Hersteller ist der beste Garant für Qualität.

4. deutsche firmennamen - ausländischer konzern
das wiederum würde meiner meinung nach in die Kapitalismusdebatte reinpassen.
Man kann sagen: das gehört nun mal dazu!
Oder: so gehts nicht - das ist verarsche!
Ich glaube, dass es auch anders gehen würde wie es heute bei den meissten Firmen läuft.
Viele argumentieren ja mit "sonst ist kein Wettbewerb" oder "sonst ist es nicht innovativ genug".
Ich denke, dass liegt einfach nur an der Unternehmensphilosophie und an der Geschäftsführung. Je nachdem, was die eben für'n Auftrag und was für eine Strategie die haben.
Wenn's ne AG ist, dann eben "maximum Dividende"
Privatunternehmen: "stärker werden und besser werden"
oder einfach nur "gewinnmaximierung" ... und zwar unabhängig von der rechtsform.
Ich nehme jetzt mal das Beispiel OTTO.
... die meissten denken "kleiner Kataloghandel".
Isses aber nicht. Der Konzern ist Nr.2 im eCommerce weltweit und er größte Mailorder-Konzern weltweit (in Deutschland nur Nr.2). Bei so einem Erfolg müsste man doch davon ausgehen, dass es eine AG ist - isses aber nicht.
Ist ein 100% privater Konzern mit wenigen Teilhabern.

Ich bewundere Michael Otto für seine Philosophie und seine Strategie. Er ist für mich auch der Beweis, dass es mit einer Philosophie, die nicht nur (!) auf Gewinn basiert, funktionieren kann.

so ... langsam habe ich den Faden verloren und weiss auch nicht mehr, zu welchen Punkten ich noch was sagen wollte.

... ich nehme aber an, dass ihr das begrüsst, oder
Alt 24. 06. 2005, 23:23 MoNg0 is offline Mit Zitat antworten #46
Der Rebell
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Zitat:
Martini ist im wesentlichen Gin ... heisst aber eben Martini.


Wat...........?............

DR
Alt 25. 06. 2005, 01:32 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #47
MoNg0
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Zitat:
"Ist es Zufall, dass die Abfahrtsorte der Pilger - Leiden in den Niederlanden, London und Plymouth in England - die drei am meisten mit der Entstehung des Gin verknüpft sind?
gin bleibt holländisch und englisch und versteckt sich schuldbewußt im Martini, obwohl dieses durchsichtige Gemisch oft kaum Wermut enthält"
Quelle: M. Jackson," The World Guide to Whisky", London 1987

Musste selber mal eben nachlesen
Alt 25. 06. 2005, 09:56 MoNg0 is offline Mit Zitat antworten #48
knuffel61
Die Wirklichkeit
 
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Ich glaube wir Deutschen haben ein komisches Bild vom
national denken.
SAGT MAN : "Wir Deutschen sind die Größten, Besten und überhaupt ist alles deutsche Weltspitze."
(Man kann ja auch anderer Meinung sein)
Kommt mit Sicherheit einer daher, zeitgt auf den und brüllt:
" NAZI."
Klar wir haben einen grossen BRAUNEN Fleck in unserer Geschichte, aber deshalb darf man doch stolz sein ein Deutscher
zu sein. Oder nicht??
Und man sowas auch vermarkten.
Wir sollten etwas weniger verklemmt mit unserer nationalität umgehen und mehr Selbstbewustsein zeigen.
Wenn man in dem Kloster Andex eine Brotzeit zu sich nimmt,
( Mmm lecker lechz, schmatz) dann ist das etwas typisch bayrisches und auch deutsch.
Und damit kann man doch ohne weiteres werben oder nicht?
Jeder Basarhändler wirbt mit der Herkunft seiner Waren.
Die wirtschaftlichen Vorteile von Standorten ergeben sich aus sehr vielen Faktoren.
Manchmal ist schon entscheident ob der Kunde gut zu Mittag gegessen hat oder ein schönes kulturelles Erlebnis hatte.
( Eigene Erfahrung )
Die Kunden die ich betreue kaufen nach folgenden Kriterien:
1. Preis
2. Preis (Gehts noch ein bisschen billiger?)
3. Pünktliche Lieferung und beste Qualität

Ob wir in Deutschland oder sonstwo auf der Welt bauen
ist nur 1-2% der Kunden wichtig.

Gruss an alle
Alt 25. 06. 2005, 20:56 knuffel61 is offline Mit Zitat antworten #49
yggr
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Zitat:
Kommt mit Sicherheit einer daher, zeitgt auf den und brüllt:
" NAZI."

Ja das stimmt zum Teil, aber oft haben diejenigen auch wirklich die beknacktesten Argumentationen drauf, um es mal höflich auszudrücken.
Alt 25. 06. 2005, 22:05 yggr is offline Mit Zitat antworten #50
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