Hallo miteinander!
1. Einleitung:
Da hier seit kurzem viele TV-Programme über DVB-T ausgestrahlt werden entschied ich mich eine externe USB-TV-Karte dafür zuzulegen. Nach einigem Herumsuchen im Netz
[1] fiel meine Wahl auf die AverTV DVB-T USB2.0 von Avermedia. Zum einen wird sie laut Hersteller von Linux unterstützt
[2] und die kleine Box besticht durch sehr edles Design. Außerdem bin ich für den unwahrscheinlichen Fall gerüstet, dass über DVB-T Sender in HighDef (HDTV) ausgestrahlt werden ;)
2. Technische Daten:- Hersteller: Avermedia
- Modell: AverTV DVB-T USB2.0 HDTV-ready
- Preis: ca. 80 EUR
- USB2.0 Schnittstelle (abwärtskompatibel zu USB1.1)
- Eingabesignal: 75 Ohm koaxiale TV-Antenne
3. Systemanforderungen:- CPU mit >1GHz
- >128 MB Arbeitsspeicher
- Soundkarte
- USB Schnittstelle
- Windows2000/XP, Linux (Win9x/ME wird nicht unterstützt)
4. Lieferumfang: - AVerTV DVBT USB 2.0
- Installations-CD (inkl. Anwenderhandbuch im PDF-Format)
- Kurze Installationsanleitung
- Fernbedienung
- Mini-Fernsehantenne
- USB-Kabel
5. Qualität der mitgelieferten Materialien:
Die Installationsanleitung ist in der Tat sehr kurz. Es wird dabei kurz auf den Lieferumfang, das richtige Anschließen der Hardware, der Treiberinstallation unter Windows2000/XP, der Belegung der Fernbedienung und der fachgerechten Entsorgung der Batterien eingegangen. Ich vermisse hier eine gedruckte Installationsanleitung für Linux, denn laut der Herstellerwebseite wird das Gerät von Linux unterstützt. Die kleine Stummelantenne eignet sich bestens für den Empfang in Ballungsräumen. Mit diesem kleinen Drahtstück habe ich, wenige Kilometer vom Sender entfernt, perfekten Empfang. Die Fernbedienung ist mit allen erdenklichen Funktionen ausgestattet. Ich nutze den Infrarot-Sender zwar nicht, allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass bei der dichten Tastenbelegung oft die falsche Taste betätigt wird. Mit dem mitgelieferten USB-Kabel kann man den externen Empfänger an 2 USB-Buchsen anschließen, zwecks ausreichender Stromversorgung. Allerdings war die Funktion auf meinen Testrechern durch das Anschließen von nur einem USB-Stecker keineswegs eingeschränkt. Dennoch finde ich diesen zweiten Anschluss sehr sinnvoll.
6. Design/Verarbeitung:
Diese externe TV-Karte zeugt von sehr guter Verarbeitung. Sie kommt in einem edlen silber-schwarzem Look daher und der Großteil des Gehäuses besteht aus stabilem Aluminium. An der Frontseite ist die blaue Betriebs-LED sowie der Infrarotempfänger angebracht.
7. Installation unter Linux (Kernel 2.6.x):- "DVB For Linux" im Kernel aktivieren, aber NICHT "DVB Core Support". Letzteres wird vom DVB-Kernel geliefert.
- DVB-Kernel runterladen: (kein Passwort)
Code:
# cd /tmp
# cvs -d :pserver:anonymous@linuxtv.org:/cvs/linuxtv login
# cvs -d :pserver:anonymous@linuxtv.org:/cvs/linuxtv checkout dvb-kernel
- Module kompilieren:
Code:
# cd /tmp/dvb-kernel/build-2.6
# make
- Firmware einfügen:
Code:
# cp /tmp/dvb-kernel/firmware/dvb-usb-avertv-a800-02.fw /usr/lib/hotplug/firmware
oder (distributionsabhängig)
# cp /tmp/dvb-kernel/firmware/dvb-usb-avertv-a800-02.fw /lib/firmware
- Module einbinden:
Code:
# mkdir /lib/modules/`uname -r`/misc
# cd /tmp/dvb-kernel/build-2.6
# cp dvb-core.ko dvb-pll.ko dib3000-common.ko dib3000mb.ko dvb-usb.ko dvb-usb-dibusb-common.ko dvb-usb-a800.ko /lib/modules/`uname -r`/misc
# depmod
Anschließend müssen diese Module beim Systemstart geladen werden. Dies ist Distributionsabhängig. Bei Gentoo befindet sich die Konfigurationsdatei in /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6, bei Debian unter /etc/modules. - Nun kann man mit einem DVB-Viewer in den Genuß des digitalen Bildes kommen. Kaffeine ist hierfür sehr gut geeignet. Alternativen beispielsweise Klear und mplayer.
- Besonderer Dank gebührt dem Team um linuxtv.org!
8. Installation unter WindowsXP Home:
Das Installieren der TV-Karte unter WinXP Home benötigt keine weitere Erläuterung. Ist das Einbinden der Treiber und der mitgelieferten Software beendet wird beim ersten Start der Software ein Konfigurationsassistent aufgerufen:
In den Menüpunkten kann man die Pfade festlegen, unter welchen die Filmdateien bei Timeshifting oder Aufnahme abgelegt werden. Das wars auch schon, nach dem man dieses Konfigurationsfenster bestätigt kommt man schon in den Genuss von DVB-T. Funktionen wie den EPG (electronic program guide) und die automatisierte Aufnahme habe ich nicht getestet.
9. Testplattformen:- Desktoprechner:
Abit NF7-S2
AMD AthlonXP 2200+
512 MB PC-400 Infineon RAM
Auf diesem Rechner funktionierte das Abspielen des DVB-Streams unter Linux und Windows einwandfrei. Bei beiden Systemen liegt die Systemlast bei aktivierten Deinterlancing bei 30-40%.
- Laptop (HP Omnibook 4150B):
Intel Pentium III 650 MHz
384 MB PC-100 RAM
Leider reichen die 650 MHz meines Laptops nicht aus um den Stream flüssig wiederzugeben. Ich denke ab 800 MHz sollte dies ruckelfrei möglich sein, jedoch ist wohl eine CPU mit mehr als 1 GHz wirklich empfehlenswert.
10. Weitere Bilder:
11. Fazit:
Avermedias AverTV DVB-T USB2.0 stimmt mich rundum zufrieden. Das Aussehen ist Klasse, sie verträgt sich gut mit Linux, ist sehr stabil verarbeitet und der Preis von ca. 80 EUR ist meiner Meinung nach keineswegs überteuert. Sehr gut gefallen hat mir auch die kleine und sehr unauffällige Stummelantenne, welche im Lieferumfang integriert war. Das einzige Manko ist die sehr dicht belegte Fernbedienung, aber das ist sicher Geschmackssache.
-> Ich würde es immer wieder tun ;)
Anregungen/Kritik/Verbesserungsvorschläge sind erwünscht! :)
Links:
Quellverweise:
[1]
http://www.linuxtv.org/wiki/index.php/DVB_USB
[2]
http://www.avermedia.de/docs/pdffiles/A800-README.txt
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