Diva

Regie: Jean-Jacques Beineix
Frankreich 1981
Länge: 117 Minuten (werbefrei )

Jules (Frédéric Andréi) ist Postbote. Kein aufregender Job - es sei denn, man ist wie Jules Fan der Opernsängerin Cynthia Hawkins (Wilhelmenia Wiggins-Fernandez) und schneidet heimlich eines ihrer Konzerte mit. Die Diva nämlich weigert sich standhaft, Platten aufzunehmen. Nicht die Kunst habe sich dem Kommerz anzupassen, sondern der Kommerz der Kunst, lässt sie Journalisten während einer Pressekonferenz anlässlich ihres Auftritts in Paris wissen.

Jules geht es nicht darum, aus seiner Bootleg-Aufnahme Kapital zu schlagen. Im Gegenteil: Für ihn hat die Stimme auf dem Band Fetisch-Charakter. Um so mehr sind zwei Taiwanesen, die den Briefträger bei seinem illegalen Tun beobachtet haben, aus kommerziellem Interesse erpicht auf Jules' Kassette. Sie haben sich in den Kopf gesetzt, die erste Platte von der Hawkins zu produzieren und fürchten Jules als Konkurrenten. So setzen sie alles daran, der Kassette habhaft zu werden.

Regisseur Jean-Jacques Beineix lässt die Hauptfigur in seinem Film »Diva« in noch ärgere Bedrängnis geraten: Unfreiwillig kommt Jules in Besitz einer weiteren Kassette: Bevor eine Prostituierte ermordet wird, gelingt es ihr, ein Tondokument in die Tasche an Jules' Moped zu stecken, mit dem Verstrickungen des Polizeikommissars Saporta (Jacques Fabbri) ins Drogen- und Mädchenhandelmilieu belegt werden. Nun sieht sich Jules zusätzlich von Saporta verfolgt. Und dies gleich zweifach: denn der schickt sowohl seine Killer in die Spur als auch seine Polizisten.

Der Postmann findet Vebündete: Alba (Thuy An Luu), eine junge Asiatin, naiv-altklug, und Gorodish (Richard Bohringer), ihr Freund, der, wie Alba meint, gerade eine coole Phase durchlebe, ein weitläufiges Loft bewohnt, Kunstliebhaber ist, Zen praktiziert, sich aber nicht scheut, unliebsame Zeitgenossen aus dem Wege zu räumen, oder sie vielmehr in Situationen zu bringen, in denen sie sich selbst ins Jenseits befördern. Die Diva, zunächst spöttisch-abweisend, dann von Jules' ungetrübter Bewunderung berührt, kann der Postbote am Ende ein besonderes Erlebnis bescheren: Zum ersten Mal vernimmt sie ihre Stimme so, wie andere sie hören.

Quelle


Hab den Film in den 80ern/90ern mehrmals gesehen und kann ihn nur empfehlen - nicht zuletzt wegen der wirklich tollen Stimme der Opernsängerin. Aber auch die Story und die Darstellung lassen imo nichts zu wünschen übrig.