Teil 2 - Nun geht's ans Eingemachte
1. Einrichtung und Konfiguration von GnuPG
Voraussetzungen für diese Anleitung ist ein Windows-XP-System mit installiertem und für den normalen E-Mail-Verkehr eingerichteten
Mozilla Thunderbird.
Um die Schlüsselpaare zu verwalten und zu erstellen, gibt es verschiedene Programme; wir entscheiden uns für eine Lösung mit grafischer Oberfläche:
WinPT. Die jeweils aktuelle ist
hier zu finden.
Windows Privacy Tools (WinPT) ist "eine Sammlung mehrsprachiger Programme für einfache Verschüsselung und digitale Signierung von Daten." Es basiert auf GnuPG und ist somit kompatibel zu OpenPGP-Software (z.B. PGP) und frei für die kommerzielle und private Nutzung unter der GPL.
Beginnen wir nun mit der Installation der Windows Privacy Tools, die soweit selbsterklärend sein sollte. Da wir hier auf die Benutzung mit Mozilla Thunderbird eingehen werden, ist es nicht nötig, weitere Plugins für Outlook oder Eudora mit zu installieren. Die Standard-Einstellungen können also ohne weiteres übernommen werden.
Die Standard-Einstellungen können auch bei der nächsten Auswahl beibehalten werden, bis auf eine Ausnahme: Der Speicherort, an dem die Schlüsselringe abgespeichert werden sollen, ist mit Bedacht zu wählen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der private Schlüssel vor fremden Zugängen geschützt ist.
Die Installation ist damit beendet und wir können das Programm starten.
Als erstes werden wir zur Auswahl eines Schlüsselpaares aufgefordert. Da wir von einer kompletten Neuinstallation ausgehen, wählen wir "Generate a GnuPG key pair"
Als nächstes tragen wir unseren Namen und unsere E-Mail-Adresse ein.
Mit einem Klick auf den Button "Expert" öffnet sich ein zusätzliches Fenster, welches einem verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten bietet; zwingend erforderlich sind diese allerdings nicht.
Für den Anfang sollten die Standard-Einstellungen reichen, die einzelnen Verschlüsselungsmethoden zu erklären würde den Rahmen sprengen. "Key expiration" (das Schlüsselpaar ist nur bis zu einem bestimmten Datum gültig) kann eingestellt werden, muss aber nicht.
Mit der Passphrase wird der secret key mit einem Passwort geschützt. Auch hier gelten die
üblichen Passwort-Regeln. An dieser Stelle möchte ich einmal auf
KeePass verweisen, einem Programm zum Verwalten und Generieren von Passwörtern.
Ohne den Experten-Modus kommt die Passphrase-Eingabe nach einem Klick auf OK.
Sobald die Passphrase bestätigt wurde, werden die Schlüssel erstellt. Das kann je nach Rechenleistung, Passphrase-Länge und Algorithmus zwischen einer und zehn Minuten dauern. Einen Fortschritt bekommt ihr nicht angezeigt, also Geduld.
Nachdem das Schlüsselpaar erstellt wurde, öffnet sich der Key Manager. Er bietet auf einen Blick eine Übersicht aller Schlüssel und ihrer Eigenschaften. Über das Kontextmenü zu einem Schlüssel und die Menüs können alle Kommandos durchgeführt werden, die zum Schlüsselmanagement gehören, d. h. Schlüsselerstellung, -bearbeitung, -signierung, -import, -export, -rückzug etc.
2. Verschlüsseltes E-Mailen am Beispiel von Mozilla Thunderbird und Enigmail
Als nächstes besorgen wir uns die nötige Extension für useren E-Mail-Client --
Enigmail und das dazugehörige
Language Pack. Die *.xpi-Dateien speichern wir ab und öffnen unter Mozilla Thunderbird den Extension-Manager (Extras --> Erweiterungen/Tools --> Extensions). Anschließend wählen wir "Installieren" öffnen die *.xpi-Dateien.
Zuerst müssen wir Enigmail den Pfad zur "gpg.exe" mitteilen. Dazu starten wir Mozilla Thinderbird wieder und wählen die Enigmail-Optionen aus.
Die anderen Einstellungen können erst einmal so bleiben.
Dem E-Mail-Account muss jetzt noch mittgeteilt werden, dass er GnuPG benutzen soll. Dafür öffnet man die Konto-Einstellungen des jeweiligen E-Mail-Accounts und nimmt folgende Einstellungen vor:
Jetzt sind wir im Grunde genommen schon so weit, um die erste verschlüsselte E-Mail zu versenden, allerdings besitzen wir zum gegenwaertigen Zeitpunkt nur unseren eigenen public key.
Das folgende Beispiel könnt ihr so durchspielen; die E-Mail-Accounts wurden nur für dieses Tutorial angelegt.
Wir nehmen als erstes einen neuen key in unsere Schlüsselverwaltung auf. Dabei ist darauf zu achten, dass der public key auch wirklich demjenigen gehört, dem wir die E-Mail schicken wollen.
Wir kopieren den kompletten key in die Zwischenablage, öffnen unter Thunderbird das "OpenPGP Key Management" und importieren dort den public Key des Empfängers.
Somit haben wir jetzt drei keys in unserer Schlüsselverwaltung. Einmal unser eigenes Schlüsselpaar (public & secret) und den public key des Empfängers. Unserer ersten verschlüsselten E-Mail steht nun nichts mehr im Wege.
Das wollen wir jetzt aber auch einmal testen. Dazu verfassen wir eine neue E-Mail und schicke diese an
GnuPG_Tutorial_gulliboard2@oleco.net (für diesen E-Mail-Account haben wir gerade den public key importiert).
Ein Klick auf Senden bringt ein Eingabefenster zum Vorschein. Hier tragen wir nun die am Anfang festgelegte Passphrase ein.
Kurze Zeit später ist die Mail dann auch schon da und wurde automatisch entschlüsselt. Es funktioniert also und es kann von nun an ruhigen Gewissens gemailt werden. :-)