American Splendor erzählt die Geschichte des liebenswürdigen Anti-Helden Harvey Pekar. (aus Wikipedia: Pekar arbeitete 35 Jahre lang als Archivar in einem Krankenhaus. In den 60er Jahren lernte er
Robert Crumb kennen und entwickelte die Idee, Comics über seinen eigenen, wenig glamourösen Alltag zu schreiben. Er nannte ihn American Splendor. Diese Serie wurde so erfolgreich, daß er es in den späten 1980ern zu acht Auftritten in David Lettermanns Show brachte. Seine konfrontativer Stil und seine offene Kritik an General Electric, der Firma, der der Sender NBC gehört, führten dazu, dass er bis zu den frühen 90ern von der Show ausgeschlossen wurde.)
Pekar wird dargestellt von Paul Giamatti der mich schon in Sideways begeistert hat und auch diesmal wieder eine Oscarreife Leistung abliefert. Eigentlich hab ich seit dem Stadtneurotiker keinen so sympathischen Looser mehr gesehen.
Für mich ist American Splendor definitiv eines der Filmhighlights des Jahres (ich habe ihn erst jetzt entdeckt, er kam bei uns 2004 in die Kinos), ein Independentfilm der Extraklasse. Der Film führt alles zusammen, was man sich nur vorstellen kann. Comic- und Realbilder, die ineinander fließen, geschickt eingeflochtene Standbilder, immer wieder eingestreute Zeichentrickfilmelemente, Archiv-Aufnahmen von der Late Night With David Letterman und die ungewöhnliche Idee, den echten Pekar persönlich in Interviewsituationen auf dem Filmset sein Leben erzählen zu lassen, während ihn parallel dazu Schauspieler Paul Giamatti darstellt. Alle diese Versatzstücke bilden ein großes Ganzes und waren so noch nie auf der Kinoleinwand zu sehen. Das Ganze wird untermalt von coolen Jazzklängen und macht diesen Film, ich wiederhole mich da gern, zu einem Muß für alle die sich bei diesem ganzen Hollywoodtomcruiseeinheitsbreischeiss langweilen und ihr Hirn nicht an der Kinokasse abgeben wollen.
Und vor allem die bisher gelungenste Comicverfilmung.