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Bibzilla
b0rg
 
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Registrierungsdatum: Sep 2004
Beiträge: 174
Fantasykurzgeschichte, Bitte um Feedback

So, da einige hier ja ihre literarischen Ergüsse zum Besten gegeben haben, möchte ich das auch mal tun, und da ich darüber nachdenke, die Geschichte endlich mal fertig zu schreiben, hoffe ich natürlich auch auf Feedback.

Das Ganze ist der Anfang einer Fantasykurzgeschichte, die Idee kam mir, als meine Rollenspielgruppe mal wieder eine recht gute Sitzung hingelegt hatte, und ich mir dachte, daß sowas doch sicher auch in Schriftform recht witzig ist.

Die Charaktere sind also die Charaktere aus dieser Rollenspielgruppe, das hat das Ganze recht einfach gemacht, da ja jeder schon ganz eigene Vorlieben und so hatte und ich mir nichts mehr aus den Fingern saugen musste. Zur Erklärung vielleicht ein kurzes Personenverzeichnis:

Oisin - Mensch, Magier, übergewichtig, neigt zu endlosen Monologen, immer etwas verwirrt (wie der Spieler )
Bilbor - Halbling, Spitzbube, hat einen Hang zu unangebrachten Sprüchen und Aktionen, die ihn in Schwierigkeiten bringen
Andechs - Mensch, Paladin, sehr straight, sehr "paladinig", inoffizieller Gruppenchef (Ich finde Paladine etwas langweilig)
Tarus - Zwerg, Kämpfer, recht stiller Typ, nicht der Hellste, macht gerne mit dem Halbling Blödsinn (Pferdescheisse auf der Schwelle einer Schenke anzünden und sich dann von der Stadtwache schnappen lassen z.B. )
Antarkin - Zwerg, Kämpfer, guter Freund von Tarus, leicht reizbar und brutale Kampfmaschine

Das Ganze war angesiedelt in einer selber gebauten Welt, die an die Vergessenen Reiche und Krynn angelehnt war, und natürlich nach AD&D Regeln. Ja, ich sag schon mal Danke fürs Lesen und noch mehr Danke fürs Feedback. Und sorry für das miese Layout...als *.txt siehts wesentlich schöner aus...darum häng ich das *.txt auch nochmal an.

* * *

„Oisin, kannst Du die Burg mit deinem Falken auskundschaften?“ fragte Andechs zu Oisin gewandt. Oisin drehte sich zu ihm und schien einen kurzen Augenblick verwundert. „Ja, natürlich“. „Warum tust Du es dann nicht?“ grummelte Tarus und zog seine Kapuze etwas tiefer ins Gesicht. Der Wind war schneidend kalt, und es schien, als würde es noch vor dem Abend schneien. Tarus hoffte, daß er sich dann irgendwo in einer warmen Schenke befand, mit einem Humpen Met in der einen Hand und einem saftigen Braten in der anderen. Eine irreale Hoffnung, das war ihm klar, schließlich befanden sie sich hier mitten im Nirgendwo, das einzige Gebäude in der Nähe war die Burg, derentwegen sie hergekommen waren. Oisin gedachte offensichtlich nicht, Tarus‘ Kommentar mit einer Antwort zu bedenken und drehte sich wieder um. „Ich nehme jetzt Verbindung mit meinem Falken auf, sorgt ihr doch bitte dafür, daß ich nicht gestört werde, seid ihr so gut?“. In Bilbors Augen schien kurz etwas aufzublitzen, als er betont unschuldig antwortete. „Aber sicher doch, Freund Oisin.“ Andechs war der Tonfall seiner Stimme nicht entgangen, und ohne ihn anzuschauen, murmelte er „Bilbor, nicht jetzt“. Als Antwort kam ein unzufriedenes Grummeln, in dem Tarus die Worte „Humorloser Moralist“ hören konnte. Er grinste Bilbor an. Letztes Mal hatte der Halbling dem Magier einige Feuerameisen in den Kragen geschüttet, als dieser in Kontakt zu seinem Falken stand. Oisin hatte inzwischen einige Silben gemurmelt und Gesten vollführt. Tarus erinnerte dies immer wieder an eine Kuh, die mit dem Schwanz Fliegen verscheucht. Er wußte schon, warum Magie nichts für einen wahren Zwerg war. Dann schien Oisin in sich zusammen zu sinken, sein Kopf fiel auf die Brust und sein Atem ging merklich langsamer. Tarus ging um ihn herum und schaute ihn an. Auch wenn sie manchmal nicht besonders gut miteinander auskamen, so waren sie doch Gefährten, und jeder hatte mehr als einmal das Leben des Anderen gerettet. Doch es schien, als sei alles in Ordnung, Oisin sah aus wie immer, wenn er seinen Körper verließ, die Augen verdreht, so daß nur noch das Weiße zu sehen war, die Gesichtsmuskeln vollkommen erschlafft, und ein Speichelfaden bahnte sich langsam den Weg zu seinem Doppelkinn. Tarus grinste bei dem Anblick. Das geschah dem fetten Angeber recht, wenn er sich die feine Robe vollsabberte. Hoch über ihren Köpfen hörten sie, wie der Falke einmal schrie, das Signal, das alles glattgegangen war. Auch wenn es ein recht einfacher Zauber war, er war nicht völlig ohne Risiko. Jetzt hieß es warten, bis Oisin wieder zu sich kam. Tarus ging zu Antarkin, dem anderen Zwerg der Gruppe, der trotz seiner dünnen Bekleidung die Kälte nicht zu spüren schien. „Widerlicher Landstrich hier, was?“ fragte er auf zwergisch. „Ja. Keine Berge, keine Höhlen, nicht einmal ordentlicher Fels. Ich bin froh, wenn ich die großen Berge wenigstens wieder sehen kann.“ Tarus brummelte eine zustimmende Antwort in seinen Bart.

* * *

Oisin fühlte, wie der Zauber zu wirken begann. Ihm wurde schwarz vor Augen, und er mußte einen kurzen Anflug von Panik unterdrücken. Dann klärte sich sein Blick wieder, und er sah nun durch die Augen seines Falken, der in gut 100 Schritt Höhe durch den bleigrauen Himmel segelte. Er befahl seinem tierischen Gefährten, einen einzelnen Schrei auszustoßen, um seinen Freunden mitzuteilen, das alles in Ordnung war. Mit dem scharfen Blick des Falken sah er, wie Tarus vor seinem nun regungslosen Körper stand und ihn betrachtete. Er hoffte, daß er keinen Unsinn mit seinem Körper anstellte, aber falls doch, so würde er eine Überraschung erleben. Die Episode mit den Feuerameisen hatte ihn veranlaßt, seinen lilafarbenen Umhang mit einem kleinen Zauber zu präparieren. Er war fast etwas enttäuscht, als Tarus sich abwandte und zu Antarkin hinüberging. Man konnte eben nicht alles haben. Er drehte sich in den Wind, und der Falke begann, mit seinen Schwingen zu schlagen. Er bewegte sich nun in Richtung der Burg, die in etwa 5000 Schritt Entfernung von der Gruppe auf einer kleinen Anhöhe stand. Der Hügel war komplett gerodet, so daß man eventuelle Angreifer sofort entdecken konnte und sie keine Deckung vor den Pfeilen der Soldaten hatten. Nicht gut. Er flog näher heran. Nun sah er die Menschen, die auf den Wehrgängen der Burg patrouillierten, in allen Einzelheiten. Sie trugen Kettenhemden, auf deren Brustplatte das Wappen derer von Vlakos angebracht war. Ein unbedeutendes Haus, das nur über ein kleines Lehen im Norden Sorayas herrschte. Das Oberhaupt, Yasar Vlakos, führte den Titel eines Barons. Der eines Beutelschneiders und Betrügers wäre angemessener gewesen. Der Lehnsherr des Barons, Graf Hirus von Ebedos, vermutete, daß die Soldaten Vlakos‘ für einige Überfalle auf Handelskarawanen in der letzten Zeit verantwortlich waren, wahrscheinlich auf Geheiß des Barons selbst. Da er sich selbst nicht kompromittieren wollte, indem er eine offizielle Untersuchung aufnahm, in deren Verlauf sich Vlakos dann doch als unschuldig erwies, hatte er eine Gruppe von Abenteurern gesucht, um die Sache zu untersuchen. Nun, die Bezahlung war gut, der Auftrag hatte sich nicht all zu schwierig angehört, und so hatten sie schließlich akzeptiert. Oisin wurde klar, daß sie sich wohl doch verschätzt hatten, was die Schwierigkeit dieser Mission anbelangte. Die Wachen trugen Langschwerter an ihren Gürteln, und einige hatten Armbrüste geschultert. Trotz der Kälte und der Tatsache, daß sie keine Gefahr erwarteten (so hoffte Oisin zumindest), schienen sie sehr diszipliniert zu sein, er sah niemanden, der ein Schwätzchen hielt oder gedankenverloren in die Gegend schaute, wie das so oft bei schlecht trainierten Soldaten der Fall war, die ihre Aufgabe nicht ernst nahmen. Außerdem waren auf den vier Türmen der Burg große Ballistae aufgestellt, und das Falltor schien aus massivem Eisen zu sein. Sie würden sich etwas einfallen lassen müssen, um in diese Festung einzudringen. Er wollte noch eine Runde über der Burg drehen und die Wachen zählen, als sich die Tür eines der Häuser im Innern der Burg öffnete, und ein Mann mit einem langen schwarzen Umhang mit weißen Stickereien und einem seltsamen Hut aus dem Gebäude trat. Er erkannte ihn sogleich als Magier, als einen Meister der schwarzen Künste Xeons. Der Mann hob den Blick und schien ihn mit einem durchdringenden Blick zu fixieren. Oisin spürte, wie die Angst seine Eingeweide verkrampfte. Sofort ließ er den Falken einige Male hektisch mit den Flügeln schlagen, um Höhe zu gewinnen. Dann flog er, so schnell es ihm möglich war, wieder zurück in die Richtung, in der seine Gefährten bei seinem echten Körper warteten. In einiger Entfernung davon beendete er seinen Zauber und kehrte wieder in seine eigene Gestalt zurück.

* * *

Andechs sah, wie Bewegung in Oisins Körper kam, es schien, als wolle er nach vorne fallen, und er trat auf ihn zu, um ihn festzuhalten. Der massige Körper des Magiers zerrte an seinen Armen, doch er konnte den Sturz verhindern. Als Oisin wieder sicher stand, drehte er sich zu ihm um und schüttelte sich kurz, wie jemand, der aus einem langen Schlaf erwacht, und nun die Müdigkeit vertreiben will. „Danke“, sagte er. Andechs tat den Dank mit einer Handbewegung ab. „Und, was hast Du gesehen?“ fragte Bilbor neugierig. „Ziehen wir uns erst einmal etwas tiefer den Wald zurück, ja?“. Die Gruppe ging einige Schritte tiefer in den kleinen Wald hinein, in dessen Deckung sie während Oisins Zauber gewartet hatten. „Nun, was ist los?“, kam es aus Antarkins Bart. „Du siehst aus, als habest Du etwas gesehen, was dich zutiefst erschreckt hat?“ „Wohl gesprochen, mein kurzbeiniger Freund. Was ich sah, ist nicht dazu angetan, meine Stimmung zu heben.“ Bei den Worten „kurzbeiniger Freund“ hob Antarkin eine Braue, entschied sich aber, die Bemerkung zu ignorieren. Für den Moment zumindest. „Es scheint, als hätte Graf Hirus unterschätzt, was hier vor sich geht. Andererseits, vielleicht hat er es uns auch bewußt verschwiegen. Es könnte doch schließlich sein, daß...“. „Warum erzählst Du uns nicht erstmal, was Du sahst, und wir beratschlagen anschließend darüber, Oisin?“, unterbrach Bilbor den Magier, bevor er zu einem der für ihn typischen Monologe ansetzen konnte. „Ja, ein wirklich ausgezeichneter Vorschlag, warum erzähle ich nicht erst einmal?“, antwortete Oisin. Und so erzählte er seinen Freunden und Gefährten, was er bei der Auskundschaftung der Burg gesehen hatte. Als er mit seinem Bericht geendet hatte, schien es, als wolle keiner der Gefährten das Schweigen brechen. Schließlich ertönte Andechs besorgte Stimme. „Denkst Du, daß dieser Nekromant Dich bemerkt hat?“ „Es wäre durchaus möglich. Andererseits könnte es sein, daß er nur verwundert war, einen Falken in dieser Gegend zu sehen. Soweit ich mich in der Vogelkunde auskenne, und das ist, wie ich zu meiner Schande gestehen muß, nicht sehr gut, gibt es hier nur wenige Falken.“ „Nun“, hörte man den Magier fortfahren, „die Frage ist doch, was wir nun unternehmen. Wollen wir nun immer noch in die Burg eindringen und uns umtun, oder reisen wir zurück nach Ebedos und sagen dem Grafen, was wir hier gesehen haben? Vielleicht wird er dann einen Trupp seiner Soldaten schicken, die alles weitere in die Hand nehmen.“ „Ja, aber wie stehen wir dann da? Vielleicht ist dieser Schwarzmagier dann längst woanders, und dann wird jedermann denken, daß wir nicht in der Lage sind, einen einfachen Auftrag wie die Auskundschaftung einer Burg zu erfüllen. Nein, ich sage wir bleiben und versuchen, unsere Mission zu erfüllen. Außerdem scheint es hier um mehr zu gehen, als nur um einige Überfälle auf Handelskarawanen. Schwarze Magie ist in Soraya bei Todesstrafe verboten, und wenn sich ein Nekromant auf der Burg eines Barons aufhält, dann ist da etwas im Busch. Und schließlich läßt der Eid, den ich geschworen habe, mir keine andere Wahl. Er gebietet mir, diesen Boten Xeons in das dunkle Reich seines Herrn schicken, so schnell es mir möglich ist.“ erwiderte Andechs mit entschlossener Stimme. Wieder trat Stille ein. Dann ergriff Bilbor das Wort. „Auch ich denke, daß wir uns nicht feige davonschleichen sollten wie ein Ork im Angesicht einer Horde Riesen. Schließlich sind auch wir keine Anfänger mehr, wir haben schon einige Male der Gefahr ins Auge geschaut, und sind immer als Sieger hervorgegangen. Und wer weiß, welche Schätze oder magischen Artefakte in dieser Burg auf uns warten?“ Dabei schaute er Oisin unverwandt an und sah, wie dieser bei der Erwähnung magischer Artefakte den Kopf etwas schieflegte. „Was sagt ihr?“ wandte sich Bilbor an Tarus und Antarkin. Tarus warf seinem Mitzwerg einen kurzen Blick zu, den dieser mit einem Nicken erwiderte. Dann schaute er mit ernstem Blick in die Runde. „Ein wahrer Zwerg läuft vor keiner Gefahr davon. Er kämpft gegen das Böse in all seinen Formen, bis der Weltenschmied entscheidet, ihn nun zu sich zu rufen, auf daß er den ihm gebührenden Platz in der großen Methalle einnimmt.“ Damit war für ihn alles gesagt. Antarkin nickte bestätigend. „Ich fasse das so auf, daß auch ihr in die Burg eindringen wollt, um nach dem Rechten zu sehen.“, sagte Oisin mit einem Lächeln auf dem Gesicht. „Nun, ich lasse meine Mitstreiter vieler Tage nicht im Stich. Laßt uns überlegen, wie wir vorgehen wollen.“.
In den anschließenden zwei Stunden kam es zu einer stellenweise recht hitzigen Diskussion über die beste Vorgehensweise. Während die Zwerge darauf beharrten, die Burg zu stürmen, um dann zu sehen, wie man weiterkam, bevorzugten Andechs und Oisin ein überlegteres Vorgehen. Schließlich gab Bilbor den Ausschlag, indem er den Vorschlag machte, daß er sich im Morgengrauen in die Burg schleichen würde, um zu sehen, ob er das Tor öffnen könne. Inzwischen war es noch kälter geworden, und es hatte angefangen zu schneien. Die kleine Gruppe würde heute nacht nicht besonders gut schlafen.

* * *

Bilbor erwachte, als er die recht unsanfte Berührung einer Stiefelspitze an seiner Seite spürte. Ihm war eiskalt, und das obwohl er sich nicht nur in seinen Schlafsack eingewickelt hatte, sondern sich auch noch eine Decke untergelegt hatte. Er blinzelte, und durch die schmalen Schlitze seiner Augen konnte er dank seiner Nachtsicht sehen, wie Antarkin grinsend vor ihm stand und Anstalten machte, ihm nochmals in die Seite zu treten. „Zu Hilfe, ein Obrok“, rief er, so laut seine müde Stimme es erlaubte. Sofort hörte er, wie rings um ihn herum seine erwachten Gefährten nach den bereitliegenden Waffen griffen. „Oh. Entschuldigung, es war nur Antarkin.“ Ein gemurmelter Fluch wurde laut, irgend etwas über die verdammten Halblinge, die alle zusammen der Balrog holen sollte. Grinsend befreite Bilbor sich aus seinem Schlafsack, stand auf und streckte sich. Jeder einzelne seiner Knochen schien eingefroren zu sein. Sie hatten es nicht gewagt, in der Nacht ein Feuer zu machen. Nun, da der Mond fahl durch die Wolkendecke schien, hatte es zumindest aufgehört zu schneien. „Wie spät ist es?“ fragte Andechs, der sich nun ebenfalls ausgiebig gestreckt hatte und mit Oisins Hilfe seinen schweren Plattenpanzer anlegte. „Die dritte Stunde nach Mitternacht hat begonnen. Es ist Zeit.“, erwiderte Antarkin. Andechs nickte ihm zu. „Nun dann, ich denke wir haben alles besprochen“, sagte Bilbor. „Ich werde im Schutz der Dunkelheit versuchen, in die Burg einzudringen. Ihr wartet in Sichtweite. Falls es mir möglich ist, euch unbemerkt einzulassen, so werde ich dies tun. Ist mir dies nicht möglich, so werde ich wieder zu euch zurückkommen, und wir müssen uns etwas anderes überlegen.“ Wieder nickte Andechs. „Bilbor?“ sprach er dann mit leiser Stimme.
„Ja?“
„Mach keinen Unsinn. Wenn Du uns nicht einlassen kannst, kommst Du einfach wieder zurück. Keine Erkundungstouren durch die Burg, keine Ausflüge in die Bibliothek oder etwas in der Art. Hast Du mich verstanden?“
„Natürlich. Was denkst Du denn von mir, ich bin kein unverständiges Kind!“. Oisin lachte bei dieser Bemerkung kurz auf, verstummte aber, als Bilbor ihn scharf ansah.
„Entschuldigung. Ich.....ich habe gerade an einen Witz gedacht. Verzeihung.“ Bilbor drehte sich wieder zu Andechs um.
„Gut. Gehen wir los. Die Nacht wird nicht ewig dauern.“

* * *

Sie kamen trotz des einen viertel Schritt hoch liegenden Schnees recht gut voran, einzig Bilbor blieb einmal in einer Schneewehe stecken und mußte von Andechs herausgezogen werden. So erreichten sie nach etwa einer Stunde eine Stelle, die gut 200 Schritt von der Burg Baron Vlakos‘ entfernt war, und an der sie etwas Deckung hinter einem Findling fanden. „Ich mache mich nun auf den Weg. Wir sehen uns später.“, flüsterte Bilbor. Seine Freunde wünschten ihm mit leiser Stimme viel Glück und ermahnten ihn nochmals, kein Risiko einzugehen. Dann trat Bilbor aus der Deckung des Findlings heraus, und schien einen Augenblick später mit der Nacht zu verschmelzen. Man hörte nicht einmal seine Schritte, als er sich von der Stelle entfernte, wo die anderen auf ihn warteten.

* * *

Bilbor spürte die Kälte, die auch durch die gefütterten Stiefel an seine Füße drang. Trotzdem schritt er nicht schneller aus, um sich nicht durch Eile zu verraten. Auch wenn seine Gefährten ihn manchmal für unvorsichtig hielten, hatte er doch nicht vor, alsbald Altheas Reich zu betreten. Er ging also gemessenen Schrittes auf die Umrisse der Burg zu, die er im Mondlicht ausmachen konnte. Er hatte vor, einmal um die Burg herum zu gehen, um zu sehen, ob es andere Zugänge gab, die Oisin möglicherweise übersehen hatte, auch wenn er nicht daran glaubte. Er war an der Rückseite der Burg angelangt, als er überrascht innehielt. Er sah tatsächlich den Umriß einer einflügeligen Tür in den Mauern der Burg. Langsam ging der Halbling darauf zu und preßte sein Ohr daran. Nach einer Weile zog er den Kopf zurück und legte die Stirn in Falten. Das war seltsam. Er konnte hinter der Tür nichts hören, rein gar nichts. Normalerweise hörte man zumindest das Pfeifen des Windes, der durch die Gänge hinter einer Tür strich, oder Schritte. Hier hörte er nichts davon. Er wünschte sich fast, daß Oisin bei ihm wäre, um die Tür mit Magie zu untersuchen. Dann nahm er seinen Dolch vom Gürtel, und ohne ein Geräusch zu verursachen, schob er ihn zwischen die Bretter der Tür. Indem er seinem Dolch als Hebel benutzte, fing er an, kleine Stücke der Tür herauszubrechen, bis er ein kleines Loch in der Tür geschaffen hatte. Als er hinein schaute, erkannte er, weshalb er nichts gehört hatte. Hinter der Tür befand sich nur der Stein, aus dem die Burg erbaut war. Eine blinde Tür, wahrscheinlich gekoppelt mit einem Alarm. Der Halbling grinste verächtlich. Ein Anfänger würde vielleicht auf so etwas hereinfallen, aber kein Meister dritten Ranges der Diebesgilde von Sirap. Er war sich nun sicher, daß die Burg keinen zweiten Eingang hatte. Nun gut, dann würde er eben über die Mauern klettern.

* * *

Bilbor schlich noch ein wenig weiter um die Burg herum und suchte nach einer Stelle, wo er versuchen wollte, die Mauern zu erklimmen. Schließlich fand er nahe eines Turms eine Stelle, wo die Mauer schlampiger verarbeitet war als sonst, so daß die entstandenen Vorsprünge ihm das Klettern erleichtern würden. Er atmete einige Male tief ein und konzentrierte sich. Es würde nicht ganz einfach sein, schließlich waren die Mauern gut acht Mal so hoch wie er, wohl an die 10 Schritt. Wenn er abrutschte, würden die Soldaten des Barons ihn mit zerschmetterten Knochen vom Boden auflesen können. Dann begann er den Aufstieg. Indem er sich an seine Erfahrungen aus der Ausbildung bei seinem Meister erinnerte, erklomm er Schritt für Schritt die Mauer. Dabei kam ihm zugute, daß sie sich leicht nach innen neigte. Endlich, nach etwa einer Viertelstunde Anstrengung, lugte er vorsichtig zwischen die Zinnen auf den Wehrgang hinaus. Althea schien mit ihm zu sein, es war keine Wache zu sehen. Nun zog er auch den Rest seines Körpers hinauf und spähte noch einmal nach unten. Er stellte sich vor, wie dem tapferen Antarkin, der weder Drachen noch Untote fürchtete, bei diesem Anblick schlecht werden würde. Unwillkürlich mußte er grinsen. Dann ging er vorsichtig den Wehrgang entlang, auf der Suche nach einem Abstieg. Dabei hielt er sich an die Wand gedrückt und war bemüht, das Geräusch seiner Schritte zu dämpfen. Seine Vorsicht zahlte sich aus, denn er erspähte eine Wache, die gerade um die Ecke schritt und auf ihn zukam. Offenbar hatte der Wächter ihn noch nicht bemerkt. Er drückte sich noch etwas fester an die Wand und versuchte, so leise zu atmen wie nur möglich. Es schien zu funktionieren, denn der Kerl lief weiter mit gemächlichen Tempo auf ihn zu. Endlich war er an der Stelle vorbei, an der sich der Halbling verbarg. Auf diesen Moment hatte Bilbor gewartet. Er sprang auf wie ein Springteufel und trat dem Wächter mit aller Kraft in die Kniekehle. Sein Gegner fiel auf die Knie wie ein Höfling vor seinem Herren. Sofort hieb Bilbor ihm den Knauf seines Dolches auf den Kopf. Ohne einen Laut von sich zu geben, ging die Wache zu Boden. Der Halbling fesselte ihn ordentlich – auch das etwas, das zu den Grundlagen seines Gewerbes gehörte – und ließ ihn einfach liegen. Wenn er sich noch in der Burg befand, wenn man ihn entdeckte, war ohnehin alles zu spät. Einige Schritte weiter in seiner ursprünglichen Richtung fand er eine Leiter, die an den Wehrgang gelehnt war und auf den Innenhof der Burg führte. Wenn er sie benutzte, war er einige Augenblicke lang ohne Deckung, doch dieses Risiko würde er wohl eingehen müssen. Er ging auf die Leiter zu.

* * *

Die Gefährten des Halblings warteten ungeduldig in der Deckung des großen Felsblockes darauf, daß sich etwas tat. Das Warten zerrte an ihren Nerven. Besonders Tarus brachte in solchen Situationen nur wenig Geduld auf. So war er auch der erste, der sich zu Wort meldete. „Was denkt ihr, ob sie ihn vielleicht entdeckt haben?“ „Nein“, flüsterte Andechs, „in der Burg ist alles ruhig. Denkst Du nicht auch, daß das anders wäre, wenn sie ihn erwischt hätten?“ „Außerdem ist es erst eine halbe Stunde her, daß er losgegangen ist“, kam es von Oisin, der unter der Anspannung sogar seine hochgestochene Wortwahl vergaß. „Ist ja schon gut. Ich mache mir eben Sorgen um den Kleinen.“ „Wenn wir in einer halben Stunde nichts von ihm gehört haben, werde ich Kontakt mit ihm aufnehmen.“, antwortete der Magier. Dann wurde es wieder still. Ihnen würde nichts anderes übrig bleiben, als zu warten.

* * *

Bilbor kletterte die Leiter so schnell hinab, wie er konnte, ohne ein Geräusch zu verursachen. Unten angekommen drückte er sich sofort wieder in die Deckung einiger Kisten, die an der Mauer der Burg herumstanden und sah sich zunächst genauer um. Zu seine Linken befanden sich wohl die Pferdeställe, er hörte leises Schnauben und das Scharren beschlagener Hufe. Das Tor der Burg befand sich genau auf der gegenüberliegenden Seite des Innenhofes. An die Mauern gedrückt standen einige Häuser, denen man auch in der Dunkelheit ansah, daß sie ihre besten Tage lange hinter sich hatten. Einzig das Haupthaus, das an die Mauer zur Rechten Bilbors gebaut war, schien in besserem Zustand zu sein. Im ersten Stock waren noch einige Fenster erleuchtet. Der Halbling vermutete, daß es sich um die Wohnräume des Barons handelte. Wahrscheinlich schmiedete er finstere Pläne mit den Todesmagier, den Oisin gesehen hatte. Bilbor blieb noch einen Moment stehen und dachte nach. Er sollte jetzt zum Tor hinüber gehen und nachsehen, ob er es öffnen konnte, ohne Aufsehen zu erregen. Andererseits war er sich sicher, daß er einiges würde erlauschen können, wenn er in das Haupthaus eindrang und zu den erleuchteten Räumen schlich. Er wog die Alternativen gegeneinander ab und kam zu einem Entschluß. Sicher, Andechs würde wütend sein, aber die Anderen würden ihn verstehen. Schließlich war es ihre Pflicht, herauszufinden, was hier vor sich ging. Langsam und mit entsprechender Vorsicht setzte er sich in Richtung des Haupthauses in Bewegung.

* * *

Ohne daß er bemerkt worden wäre, kam der Halbling am Tor des Haupthauses an. Hier wartete dir erste echte Schwierigkeit auf ihn. Wie sollte er das Tor öffnen, ohne ein Geräusch zu verursachen? Es würde wahrscheinlich fürchterlich in den Angeln quietschen, und keine Minute später würde er die Hälfte der Wachen im Nacken haben. Noch während er so dastand und über das Problem nachsann, kam ihm die gütige Althea zu Hilfe. Er hörte Schritte, die sich dem Tor näherten. Sofort drückte er sich in die Dunkelheit seitlich des Tores und verhielt sich still. Schon öffnete sich die Tür, und ein Mensch mit einer Öllampe, deren Flamme im Wind flackerte und rußte, trat aus der Tür heraus. Er trug einen langen Umhang gegen die Kälte, den er nun noch etwas fester raffte. Er ging an Bilbor vorbei, ohne ihn zu bemerken und eilte auf die andere Seite des Hofes zu den Ställen. Wahrscheinlich ein Stallbursche, der nach dem Rechten sah. Die Tür des Haupthauses ließ er offen stehen, und bevor er darüber nachdenken konnte, war Bilbor schon hindurch geschlüpft. Im matten Licht der Öllampen erblickte er eine kleine Eingangshalle, sah die Galerie an der gegenüber liegenden Wand und die Treppen, die zu beiden Seiten hinauf führten. Die Wände waren mit Holz verkleidet, das in den Ecken zu schimmeln angefangen hatte. Es roch muffig. Unter der Galerie führte eine Tür wahrscheinlich in den Bedienstetentrakt des Hauses. An den Wänden hingen einige Wandteppiche, keiner davon wirklich wertvoll, wie er auf den ersten Blick erkannte. Zu seiner Erleichterung sah er keine Wache. Sehr nachlässig. Aber wie schon sein Meister immer gesagt hatte, die Dummheit der Reichen ist der beste Freund des Diebes. Er schlich zur Treppe hinüber und ging sie hinauf in den ersten Stock. Die erleuchteten Fenster hatten sich an der linken Seite des Hauses befunden, also würde er dorthin gehen. In dieser Richtung sah er einen Gang, wohl 10 Schritt lang, der sich an seinem Ende zu einem kleinen Flur weitete, an dessen fernen Ende sich eine zweiflügelige Tür befand. Unter dieser sah er Licht hervor leuchten. Hier mußte es sein. Langsam ging er den Gang entlang und näherte sich der Tür.

* * *

Es hatte wieder angefangen zu schneien, und falls das möglich war, war es noch etwas kälter geworden. Natürlich würde Andechs das niemals vor den Anderen zugeben, aber in seiner Rüstung fühlte er sich, als sei er in den Odem eines weißen Drachen geraten. Und er konnte sich nicht einmal ein wenig bewegen, um sich zu wärmen, da sein Panzer auch so schon bei der kleinsten Bewegung klirrte und klapperte. Er ertappte sich dabei, wie er sich wünschte, in einer warmen Stube im Bett zu liegen und einfach auf den Frühling zu warten. Sofort sandt er ein Gebet zu Nereide, in dem er sie um Verzeihung bat für diese unwürdigen Gedanken. „Mein Leben für Dich“, flüsterte er. „Was sagst Du?“, kam es von Antarkin zurück. „Nichts“ „Dann sei gefälligst auch still. Es ist schon schwer genug, hier untätig zu warten, ohne daß Du dir irgend etwas in den Bart brabbelst.“ Andechs war nahe daran, seine Stimme zu erheben und dem bärtigen Gesellen eine passende Antwort zu geben. Im letzten Moment beherrschte er sich. Dann hörte er Antarkins verlegene Stimme. „Entschuldige bitte, Freund Andechs. Es fällt mir schwer, hier zu hocken, während ich Freund Bilbor in Gefahr weiß.“ „Ist schon gut. Es ist für uns alle schwer.“ „Magier, kannst Du nicht herausfinden, wie es in der Burg steht?“, richtete Tarus das Wort an Oisin. „Es tut mir leid, auch meine Möglichkeiten sind begrenzt. Wenn sich in zehn Minuten nichts getan hat, werde ich mit ihm in Kontakt treten.“ Wieder verstummte die Unterhaltung.

* * *

Bilbor trat an die Tür heran. Schon konnte er Stimmen hören, zwei Männer, die eine Unterhaltung führten. Leise tat er die letzten Schritte, dann preßte er vorsichtig sein Ohr an die Tür. Jetzt konnte er die Worte deutlich verstehen. „Also was denkt Ihr, wie wir weiter vorgehen sollten?“, fragte eine kratzige, rauhe Stimme. „Ich bin mir nicht mehr sicher, ob wir überhaupt weitermachen sollten“, antwortete eine angenehmere Stimme nach einer kleinen Pause. „So, ihr denkt, ihr könntet jetzt einfach aufhören, lieber Baron?“ Ein trockenes Lachen ertönte. „Seid Ihr wirklich so dumm? Überlegt nur, was mit euch geschehen würde, wenn euer Lehnsherr, der Graf, von unserer kleinen Unternehmung hier erführe. Der Richtblock wäre noch das Angenehmste, was euch erwarten würde.“ „Ihr vergeßt, mit wem Ihr sprecht, Magier. Ich bin immer noch ein Baron Sorayas, und ich verlange, daß Ihr mir den gebührenden Respekt zollt.“ „Als ihr auf meinen Vorschlag eingingt, habt ihr diesen Titel verwirkt. Jetzt seid ihr nichts weiter als ein Verbrecher, der mit einem Nekromanten paktiert. Ihr verdient nicht mehr Respekt, als ich euch zolle, und das ist recht wenig.“, konnte Bilbor die rauhe Stimme wieder sagen hören. Es war also wirklich so, wie er es sich gedacht hatte, der Baron und der Schwarzmagier schmiedeten ihre teuflischen Pläne. „Aber wir kommen vom Thema ab. Wie ich euch erklärt habe, ich brauche mehr Material für meine Versuche, und es ist an euch, es mir zu beschaffen.“ „Woher denn, bei Altheas heiligem Namen?“ Bilbor hörte ein Rumpeln, als sei etwas umgefallen und einen erstickten Aufschrei. „Erwähne nie wieder den Namen dieser Schlampe in meiner Gegenwart, hast Du mich verstanden? Sonst werde ich dir zeigen, welche Qualen ein Mensch ertragen kann, ohne zu sterben.“ Bilbor lief es kalt den Rücken herunter. Schon an der Stimme erkannte er, daß es diesem Nekromanten nichts ausmachen würde, seine Drohung wahr zu machen. Dann spürte er plötzlich einen stechenden Schmerz in seinem Kopf, bevor ihm schwarz vor Augen wurde.

* * *

Oisin räusperte sich. „Ich glaube, wir sollten nicht länger warten. Ich werde versuchen, Bilbor zu erreichen. Falls etwas passiert, verpaßt mir eine Ohrfeige.“ Dann schloß der Magier die Augen und schien binnen weniger Augenblicke einzuschlafen. Seine Gefährten starrten in die Nacht, ständig auf der Suche nach einer möglichen Gefahr, und schauten nur selten zu Oisin. Es dauerte jedoch nur wenige Augenblicke, dann erwachte Oisin wieder aus seinem scheinbaren Schlaf. „Seltsam. Bilbor...er...er scheint zu schlafen.“ „Er tut was?“, kam es entsetzt von Andechs. „Er schläft. Oder...ja. Er könnte auch bewußtlos sein.“ „Nun, ich denke wir können sicher sein, daß er nicht so dumm ist, jetzt ein Nickerchen zu machen.“ Es trat eine kurze Pause ein. „Man muß ihn entdeckt haben.“, sagte Tarus. „Ja, das denke ich auch. Das ändert alles. Wir müssen ihn befreien.“ Oisin hielt Tarus fest, der bereits seine Streitaxt zur Hand genommen hatte und nun im Begriff war, auf die Burg loszustürmen. „Warte bitte, Tarus. Wenn wir jetzt einfach stürmen, werden sie uns leicht überwältigen, wahrscheinlich sogar töten. Wir müssen vorsichtig vorgehen.“ „Verstehst Du nicht, Magier? Sie haben Bilbor. Es ist mir egal, ob sie gewarnt sind oder nicht, sollten sie Bilbor auch nur einen Kratzer zugefügt haben, werden sie von meiner Hand sterben.“ „Und ich werde an deiner Seite kämpfen, Bruder. Dennoch, Oisin hat recht. Wenn wir getötet werden, dann ist auch Bilbors letzte Hoffnung dahin. Wir sollten erst nachdenken, bevor wir handeln.“, erwiderte Antarkin. Tarus schien einen Moment lang unschlüssig zu sein. Dann drehte er sich wieder zu Oisin. „Nun gut, aber laßt uns nicht zu lange hier hocken.“ „Oisin, welche Möglichkeiten hast Du, uns unentdeckt in die Burg zu bringen.“ „Nun, ich bin ausgeruht und habe daher reichlich magische Energie zur Verfügung. Ich könnte uns alle unsichtbar machen, und wir konnten mit Hilfe des Spruches ‚Spinnenklettern‘ über die Mauern steigen. In der Burg müßten wir dann sehen, wie wir weiter vorgehen.“ „Wir haben keine Zeit, um lange zu planen. Wir werden es so machen.“ Oisin nickte. „Gut. Wir werden ein Seil nehmen müssen, um beieinander zu bleiben. Außerdem werde ich einen Illusionszauber benutzen, damit wir keine Spuren im Schnee hinterlassen. Ich beginne jetzt.“

* * *

Das erste, was Bilbor spürte, war der Trupp Zwerge, der in seinem Kopf nach Gold grub. Dabei schienen sie der Meinung zu sein, daß sie um so eher etwas fanden, je mehr Schmerzen sie ihm dabei zufügten. Dann öffnete er vorsichtig ein Auge. Er erblickte das grinsende Gesicht des Stallburschen, der so freundlich gewesen war, ihm die Tür zu öffnen. Nun fiel ihm ein, was er die ganze Zeit übersehen hatte. Es war zu einfach gewesen. Nur eine Wache auf dem Wehrgang, der Stallbursche, der ihm die Tür offen ließ, keine Wachen im Haupthaus. Es war so eindeutig eine Falle gewesen, daß er sich nun fragte, wie er so dumm hatte sein können. Jetzt konnte er nur noch hoffen, daß seine Gefährten ihm zu Hilfe kommen würden. „Ah, unser Besucher ist erwacht. Dann wollen wir ihn doch angemessen begrüßen, nicht wahr, Baron Vlakos?“ Bilbor öffnete nun auch das andere Auge und drehte den Kopf, um den Sprecher anzusehen. Dabei stellte er fest, daß er gefesselt war, und zwar waren seine Arme und Beine mit Schellen an einer Art Tisch festgemacht. Dann sah er den Nekromanten. Er sah genau so aus, wie Bilbor sich einen Magier, der den Todesgott verehrte, immer vorgestellt hatte. Er war alt, uralt. So alt, wie niemals ein Mensch hatte werden sollen. Die Jahre hatten tiefe Falten in seinem Gesicht hinterlassen, und das wenige Haar, das noch vorhanden war, war schneeweiß. Doch den stärksten Eindruck auf den Halbling machten seine Augen. Sie waren grau, und sie schauten ihn so an, wie ein Mensch eine lästige Fliege anschauen mochte, bevor er sie erschlug. Er hatte das Gefühl, er würde wahnsinnig werden, wenn er diesen Blick noch länger ertragen müßte, und wandte seine Augen ab. „Aber was haben wir denn, wollen wir uns nicht erst einmal vorstellen? Mein Name ist Corvan, und dieser Schwächling hier ist der gefürchtete Räuberbaron Vlakos. Dürfte ich nun euren werten Namen erfahren, mein erdwühlender Freund?“ Bilbor schwieg. „Das habe ich auch nicht wirklich erwartet. Aber das macht nichts, zu gegebener Zeit werdet ihr froh sein, mir alle Fragen zu beantworten, die ich euch stelle. Ihr werdet euch sogar darauf freuen, glaubt mir.“ „Corvan, müssen wir das wirklich tun? Ich denke, es sind bereits zu viele gestorben.“ „Schweigt, Vlakos. Ihr widert mich an.“ Der Baron wandte sich ab. „Aber nun sollten wir wieder nach oben gehen. Schließlich wird euer Freund, der Magier, euch bald vermissen, oder?“ Bilbor schauderte es. Woher wußte er von Oisin? Andererseits schien es, als wüßte er nichts von Andechs, Tarus und Antarkin. Vielleicht gab es noch Hoffnung.

* * *

Vor der Burg stapften Bilbors Freunde auf die Burg zu. Oisin hatte sie nicht nur unsichtbar gemacht und ihre Spuren verborgen, er hatte auch noch einen ‚Stille‘-Zauber sprechen müssen, da Andechs Rüstung sie ansonsten durch ihr lautes Klappern verraten hätte. Viel magische Energie stand ihm nun nicht mehr zur Verfügung, er würde haushalten müssen. So hielten sie sich also an Oisin Seil fest und näherten sich der Festung. Sie gingen an der rechten Seite vorbei, und Oisin hieß sie anhalten, indem er einmal fest an dem Seil zog. Eine Stimme manifestierte sich in ihren Köpfen. „Ich werde nun den Spruch sprechen, mit dem wir die Mauern übersteigen werden. Denkt daran, eure Unsichtbarkeit endet, sobald ihr einen Gegner angreift. Und ihr, Tarus und Antarkin, schaut nicht nach unten, klar?“ Tarus hätte ihm nur zu gerne geantwortet, doch leider konnte er seine Stimme nicht in anderer Leute Köpfe zaubern. Er würde Oisin nachher sagen, was er von seinem Kommentar hielt. Schon spürte er ein Kribbeln an seinen Handflächen, eine Veränderung schien vor sich zu gehen. Probehalber legte er die Hand flach gegen die Mauer der Burg und zog die Hand herunter. Er erwartete nun eigentlich, daß seine Hand an der Mauer nach unten rutschen würde, so wie es von den Göttern vorgesehen war. Statt dessen zog er tatsächlich seinen Körper nach oben. Es funktionierte. Nun konnte er nur noch hoffen, daß der Zauber nicht plötzlich endete, während er sich auf halber Höhe befand. Er begann, die Mauer hinauf zu klettern.

* * *

Andechs erreichte den oberen Rand und schaute auf den Wehrgang hinaus. Alles still, niemand zu sehen. Gut, sehr gut sogar. Er kletterte über die Mauer und orientierte sich. Leider hatten sie keine Ahnung, wo Bilbor sich befand, also würden sie wohl die gesamte Anlage durchsuchen müssen. Auf der entfernten Seite des Innenhofes lag das größte Gebäude der Burg, darin wohnte wohl der Baron, und wahrscheinlich befanden sich die Verliese darunter. Dort würde er mit seiner Suche anfangen. Er zog sein Wächterschwert aus der Scheide und ging nach links, wo er eine Leiter sah, die hinunter in den Burghof führte. Was war das? Er hörte Schritte und Kommandos. Verdammt, aus einem Gebäude unter ihm traten gerade einige Soldaten in voller Rüstung, und sie schienen den Wehrgang besetzen zu wollen. Er sandte ein kurzes Gebet zu Nereide, und lief dann zu der Leiter, um sie entsprechend zu empfangen. Noch hatte er den Vorteil der Unsichtbarkeit. Er war gerade an der Stelle angekommen, wo seine Gegner den Wehrgang würden betreten müssen, und sah, wie schon die ersten beiden die Leiter erstiegen, da erblickte er zu seiner Rechten einen Schimmer von Lila, eine Bewegung. Oisin. Der Magier hatte gerade einen Zauber beendet, und aus seiner Hand schoß eine kleine Flamme schnell auf die Wachen zu, die am Fuße der Leiter standen. Andechs erkannte den Zauber und schloß die Augen. Schon erreichte der Feuerball sein Ziel, und inmitten der Soldaten explodierte eine Welle aus Hitze und Licht. Als Andechs die Augen wieder öffnete, sah er sechs der Soldaten regungslos am Boden liegen. Aus ihren Kettenhemden quoll Rauch hervor, und der Geruch von verbranntem Fleisch drang in seine Nase. Vier weitere rappelten sich gerade wieder auf, auch sie verletzt, aber nichts desto trotz kampffähig. Einer von ihnen nahm seine Armbrust zur Hand und legte auf Oisin an. Der erste Schuß ging fehl, der Magier konnte eben noch zur Seite springen. Zu einem zweiten Versuch kam der Soldat nicht mehr. Auch Andechs hatte seine Armbrust gezückt, und sein Schuß traf. Der Gegner ging mit einem Bolzen im Hals zu Boden. Jetzt war auch er wieder sichtbar. Die Schlacht hatte begonnen.

* * *

„Ihr zwei bleibt hier und bewacht den Halbling. Wenn er entkommt, lasse ich euch dafür büßen, habt ihr verstanden?“ Die beiden Soldaten blickten den Nekromanten furchterfüllt an und nickten. Corvan verließ den Folterkeller und trat auf den Gang hinaus. Vlakos eilte hinter ihm her. Sein Diener und Leibwächter, Amran, würde inzwischen die Wachen alarmiert haben. Sie mußten wohl eben gerade die Zinnen besetzen. Er hatte vor, auch den Freund dieses Spions, den Magier, dessen Familiar er am Mittag gesehen hatte, gefangen nehmen. Mit der Lebensenergie eines erfahrenen Magiers würde er mit seinen Versuchen ein gutes Stück voran kommen. Er war gerade auf den letzten Stufen der Treppe, die wieder in das Hauptgebäude führte, als er eine Explosion von draußen hörte. Der Magier. Gut, wenn die Männer des Barons nicht mit ihm fertig wurden, würde er sich eben selbst um dieses Problem kümmern. Er durchschritt die Tür zur Eingangshalle. Hier war noch niemand zu sehen. Wahrscheinlich war er auf dem Burghof. Einige Schritte, und er war an der Tür, durch die Bilbor vor kurzer Zeit so sorglos geschritten war. Er hielt inne. Bevor er heraustrat, würde er einige Zauber sprechen, die ihn schützen sollten. Es gab alte Magier, es gab kühne Magier, alte und kühne Magier gab es nicht. Er murmelte einige arkane Silben, und um seinen Körper manifestierte sich ein Leuchten. Der Spruch wurde ihn vor Zaubern von niedrigerem Grad schützen. Dann trat er auf den Burghof. Auf der gegenüberliegenden Burgmauer sah er einen großen Menschen mit einem mächtigen Flügelhelm, der gerade mit einem Armbrustbolzen einen Soldaten niederstreckte, der am Fuß der Mauer stand. Der Halbling hatte also noch mehr Freunde mitgebracht. Er runzelte die Stirn. Es war egal. Und wenn er eine ganze Armee mitgebracht hatte, seiner Magie hatte niemand etwas entgegen zu setzen. Nun hatte der Mensch seine Armbrust nachgeladen und legte auf den nächsten seiner Gegner an. Der Nekromant hob die Arme und vollführte einige Gesten. Auf seiner Hand erschienen fünf kristallene Sterne. Er schleuderte sie in Richtung des Hünen auf den Mauern. Zielsicher fanden sie ihren Weg und trafen ihr Ziel in die Brust. Der Krieger wankte, dann gab das letzte magische Geschoß ihm den Rest. Er fiel zu Boden und stand nicht wieder auf. Gut, nun zu seinem Hauptgegner, dem Magier. Er schaute sich um und sah auf dem Wehrgang zu seiner Linken einen Menschen in einem lilafarbenen Umhang. Das mußte er sein. Er rief sich einen Lähmungszauber ins Gedächtnis.

* * *

Antarkin hatte die Mauer so schnell erklommen, wie es ihm möglich war. Als er endlich oben angekommen war, ohne hinunter zu fallen, wandte er sich sofort nach rechts und lief auf einen der Türme zu, die an den Ecken standen, wo die Mauern zusammenliefen. Gerade als er dort ankam, traten aus einer Falltür im Boden zwei Soldaten heraus. Sie liefen sofort zu der Ballista, die auf dem Turm montiert war. Sofort legten sie einen mehr als einen Schritt langen Bolzen ein und spannten die Waffe. Dann spähten sie nach außen in die Dunkelheit. Sie hatten also keine Ahnung, daß ihre Feinde sich bereits in der Burg befanden. Da ertönte aus dem Burghof ein Donnerschlag, als hätte der Weltenschmied selbst mit seinem Hammer auf den Amboß geschlagen. Antarkin drehte sich um und sah im Innern der Burg, wie eine Gruppe von Soldaten am Fuße einer Leiter regungslos am Boden lag, und er sah Oisin, der die Feinde wohl mit einem Zauber niedergestreckt hatte. Auch die beiden Soldaten an der Ballista hatten Oisin gesehen. Sie sprangen auf und begannen, die Waffe in Oisins Richtung zu drehen. Das genügte. Antarkin ging zu den beiden hinüber, die ihn Dank des Unsichtbarkeitszaubers nicht bemerkten. Er hob seine doppelblättrige Streitaxt über den Kopf und ließ sie mit aller Kraft herabsausen. Der Soldat vor ihm wurde in den Rücken getroffen. Er spürte, wie die Axt das Rückgrat seines Feindes zerschmetterte, dann zog er die Axt heraus. Der Mann sackte tot vor ihm zusammen. Der andere drehte sich herum. Angsterfüllt schaute er Antarkin an und trat einen Schritt zurück. Antarkin ging langsam auf ihn zu. Der Mann hob die Hände und trat weiter zurück. Ein Fehler. Schon stolperte er über die Lücke zwischen den Zinnen der Mauer. Der Soldat ruderte mit den Armen und versuchte verzweifelt das Gleichgewicht zu halten, doch Antarkin machte seine Bemühungen zunichte, indem er ihm mit dem Stiel seiner Axt gegen die Brust schlug. Er verlor endgültig die Balance und schreiend fiel er rückwärts hinunter. Antarkin gestattete sich ein Grinsen, dann schaute er wieder, was auf dem Burghof vor sich ging. Im Schein des Feuers, das noch dort loderte, wo Oisins Feuerball explodiert war, sah er, wie Andechs von mehreren weiß leuchtenden Kugeln, die von einer hell leuchtenden Gestalt vor der Tür des größten Hauses ausgingen, in die Brust getroffen wurde und zu Boden ging. Der Schock traf ihn wie ein Faustschlag mit einem Eisenhandschuh. Er würde diesen Magier für Andechs‘ Tod zahlen lassen. Er ergriff die Ballista und stemmte sich mit der Schulter dagegen. Sie begann, sich in Richtung des Haupthauses zu drehen. Als die ungefähre Richtung stimmte, trat er hinter die Waffe und korrigierte die Einstellung mit Hilfe zweier Kurbeln. Ja, der Bolzen würde treffen. Er schlug auf den Hebel, der den Schuß auslöste. Mit einem zischenden Geräusch löste sich der Bolzen, die Ballista machte einen Satz nach vorne. Der Bolzen sauste durch die Luft, so schnell, daß er nur als Strich zu sehen war. Antarkin hatte zu tief gezielt. Anstatt dem Todesmagier in den Körper zu fahren, durchschlug der Bolzen seinen Oberschenkel. Gut, dann würde er es eben mit der Axt zu Ende bringen. Antarkin rannte zu der Falltür, aus der die beiden Soldaten getreten waren, und eilte die Treppe hinab.

* * *

Corvan hatte seinen Zauber fast beendet, da durchzuckte ein grausamer Schmerz sein rechtes Bein. Er verlor die Balance und fiel schwer auf die Seite, was die Schmerzen noch verschlimmerte. Die magischen Energien, die er gesammelt und zu einem Lähmungszauber verwoben hatte, verloren sich im Astralraum. Er schaute an sich hinunter und sah ein Loch in seinem rechten Oberschenkel, durch das er den Schnee auf dem Boden sehen konnte. Blut trat in Schüben aus der Wunde aus. Er mußte sich konzentrieren, um nicht das Bewußtsein zu verlieren. Falls das geschah, würde er sterben. Er fummelte an seinem Gürtel herum, auf der Suche nach dem Schlauch mit Heiltrank, der dort hing. Endlich fanden seine Finger, was sie suchten. Hastig öffnete er den Schlauch und führte ihn sich gierig an die Lippen. Als er einige Schlucke des Heiltranks genommen hatte, wurden die Qualen unerträglich. Er biß die Zähne zusammen. Als er nach seinem Bein schaute, sah er, wie die Wunde sich schloß. Die Blutung hatte bereits aufgehört. Vorsichtig stand er auf, darauf bedacht, das Bein nicht zu stark zu belasten. Er war kaum wieder auf den Beinen, da bemerkte er, wie einige magische Geschosse in den Schild einschlugen, den er vorhin erschaffen hatte. Wäre er nicht so umsichtig gewesen, wäre er jetzt wahrscheinlich tot. Er humpelte zurück in die Sicherheit des Haupthauses.

* * *

Oisin stieß einige zwergisch Flüche aus, die selbst Tarus hätten erröten lassen. Er hatte seine letzten magischen Energien für die magischen Geschosse verwandt, die eben wirkungslos von dem feindlichen Magier abgeprallt waren. Er hätte sich denken müssen, daß dieses Leuchten um ihn herum ein Schutzzauber war. Egal, er mußte sich um Andechs kümmern. Vielleicht war er noch am Leben. Er rannte nach links, wo Andechs gefallen war, und kam nach einigen Augenblicken keuchend bei seiner zusammengesunkenen Gestalt an. Die Brustplatte seines Panzers war geschwärzt und eingedellt. Gerade als er neben ihm niederkniete, hörte er ein langgezogenes „Au, tut das weh.“ „Andechs, du lebst? Schnell, nimm diesen Heiltrank.“ „Oisin, bist Du es?“ „Nein, ich bin Nereide, und ich heiße dich in meinem Reich willkommen. Natürlich bin ich es.“ „Damit scherzt man nicht.“ Andechs schob die Hand, in der Oisin den Heiltrank hielt, weg, und setzte sich auf. „Behalte deinen Heiltrank, vielleicht benötigst Du ihn noch. Ich werde mich selbst heilen.“ Andechs schob die rechte Hand unter den Plattenpanzer, dann murmelte er ein Gebet. Oisin sah, wie ein Leuchten unter der Rüstung hervorzuquellen schien und wieder verblaßte. Als Andechs sich erhob, wirkte er merklich frischer. Auch Oisin stand nun wieder auf. „Nun, wo ist der Nekromant, Oisin?“ „Ich sah, wie er wieder in das Haupthaus ging. Einer der Zwerge hat ihn mit einem Ballistabolzen ins Bein getroffen. Ich wollte ihm mit einem Zauber den Rest geben, doch er hatte sich geschützt. Ich habe so gut wie keine magische Energie mehr.“ „Dann wirst du hierbleiben und auf unsere Rückkehr warten.“ Oisin wollte ihm widersprechen, als er eine Bewegung hinter Andechs Rücken sah. Ohne nachzudenken, schubste er seinen Freund zur Seite. Der Soldat, der mit seinem Schwertstreich Andechs den Schädel hatte spalten wollen, hieb ins Leere. Mit einer einzigen flüssigen Bewegung zog der Paladin sein Schwert, drehte sich herum und zog dem Gegner die Klinge über den Oberkörper. Der Schlag zerfetzte das Kettenhemd des Soldaten und drang tief in dessen Brustkorb ein. Mit einem erstickten Röcheln sackte er zusammen. Die beiden anderen, die hinter ihrem Kameraden auf den Wehrgang getreten waren, ließen ihre Schwerter fallen, als Andechs drohend auf sie zuging. „Ich ergebe mich. Tut uns nichts mehr. Ich habe Frau und Kind!“ Andechs machte halt und schien kurz nachzudenken. „Oisin, Du wirst die beiden fesseln, und zwar ordentlich. Wenn sie dir Schwierigkeiten bereiten, dann brate sie mit einem Feuerball, so wie Du es eben getan hast.“ Oisin sammelte ein wenig Astralenergie und ließ sie als Leuchten über seine Fingerspitzen spielen. „Ja, natürlich.“, sagte er, indem er die Soldaten unheilvoll angrinste. Andechs blinzelte dem Magier zu und ging zu der Leiter.

* * *

So, vorläufiges Ende :P
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Alt 03. 10. 2005, 23:57 Bibzilla is offline Mit Zitat antworten #1
Brother-John
(schein)heilig
 
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Ich hätte es mir gerne durchgelesen. Da du allerdings (bis auf die paar großen Abschnitte) komplett auf Absätze verzichtest, artet das Lesen in eine extreme Qual aus. Und das will ich mir nicht antun.

Deswegen erstmal Feedback nur soweit: Absätze rein, um das ganze lesbar zu machen.
Alt 04. 10. 2005, 16:12 Brother-John is offline Mit Zitat antworten #2
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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Ich hab grosse passagen auch bloss ueberflogen. Was mich stoert: die Sprache ist imo sehr "pseudoarchaisch", das funktioniert noch, wenn die Charaktere sprechen, aber nicht in der Erzaehlung selber. Mag Geschmackssache sein, mir stoessts ein wenig auf, vor allem, weil Wortwahl und Wortschatz wirklich reichhaltig und bunt sind, was wirklich eine feine Sache ist, aber imo einfach etwas zu arg auf dieses "archaische" getrimmt, das bremst die Geschichte imo aber enorm, man stolpert einfach recht oft ueber die Sprache, die grade in den Erzaehlteilen glatter sein koennte.

Mir fehlt ein Einstieg. Du beschreibst Details schoen, es ist mitnichten ein "x machte a, y machte b", sondern man kann sich alles sehr schoen vorstellen, aber man wird reingeschmissen und es wird nichts aufgeloest - man weiss am Anfang nicht, wo die leute sind, noch wie sie aussehen noch was sie machen, so Zeux wie der Sabberfaden kommt prima, und da bekommt man auch ein Bild, davor hat man keins. OK, ne Kurzgeschichte, aber wie gesagt, drei Saetze "da und da sind wir so und so sieht die Gegend aus, der und der springt hier rum, ist soundso gewachsen, schleppt a, b und c mit in der gegend rum und guckt soundso drein, weil er grade a b oder c im Stiefel hat", das machts einem einfacher, mit den Charakteren klarzukommen, so sind das am Anfang einfach nur sehr farblose Namen. Deine Charakteristik vopm Anfang geht imo in die richtige Richtuing - nur eben nicht, dass du sowas voranstellen musst, sondern man sowas nach ein paar Seiten von selber checkt, weil sich die Leute halt so *verhalten*. Wie gesagt, bei den Beschreibungen kriegst du das gut hin, das jetzt noch so beim Charakterdarsatellen, plus aeussere Form, wie Brother John anregte, und dann glaub ich, kann man das mit Spass an der Sache lesen.
Alt 04. 10. 2005, 22:23 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #3
Bibzilla
b0rg
(Threadstarter)
 
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Beiträge: 174
Thanx a lot, das mit der Struktur ist ein guter Punkt, wenn ich jetzt eh noch den Schluss schreibe, dann werd ich das auf jeden Fall machen. Und auch mit den Beschreibungen, da werd ich noch mal dran denken, thx Korruptilein. Das mit der pseudoarchaischen Sprache hat sich halt so ergeben, da wir da auch im Rollenspiel großen Wert drauf legen...lass ich mir nochmal durch den Kopf gehen.
Alt 04. 10. 2005, 22:41 Bibzilla is offline Mit Zitat antworten #4
thrilled
Eccentric [IR:60%]
 
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Beiträge: 789
Meiner Meinung nach ist die Story recht gelungen, allerdings ist sprache unter umstaenden tatsaechlich etwas dramatisierend, wenn ein (boeser)Magier und ein Baron experimente aushecken, wuerde ich noch nicht von "teuflichen plaenen" sprechen.


Darueber hinaus ist es mir etwas schleierhaft das deine Helden direkt planen die Burg zu attackieren oder vorraussetzen das in der Burg etwas boeses lauert. Waere nicht die logische Schlussvolgerung sich zunaechst als Handelskarawane, Soeldner oder aehnliches zu tarnen, anstatt direkt in einer halsbrecherichen Aktion die Burg zu erklimmen ?

Gelungen finde ich uebrigens den character des uebergewichtigen Magiers, nett.
Alt 07. 10. 2005, 11:12 thrilled is offline Mit Zitat antworten #5
Vind
Mehrschwein
 
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Ort: ::1
Beiträge: 1.435
Moin!

Ich finde es auch gut, eines der besten Sachen, die ich in dem Forum hier gelesen habe. An der Einleitung könnte man wirklich noch etwas arbeiten. Du setzt dem Leser hier gleich 6 Helden und 2 Gegner vor und verlangst, dass man sie anhand ihrer Namen auseinanderhalten kann. Beim Baron, dem Nekro und Oisin klappt das recht gut, später wegen des Soloparts auch bei Bilbor (den ich umbennen würde, die Nähe zu Bilbo ist zu groß). Musst die Leute ja nicht immer mit Namen nennen, z.B. statt "...fragte Andechs zu Oisin gewandt. Oisin drehte sich zu ihm ..." lieber "...fragte Andechs zu Oisin gewandt. Der Magier dreht sich zu ihm...". Davon würde ich zumindest am Anfang mehr Gebrauch machen, oder die Gruppe auf eine andere Weise genauer vorstellen. Einen Charakter herauszustreichen ist wohl nicht drin?

Nicht so gut gefallen hat mir, dass die beiden bösen gerade über ihre Pläne sprechen müssen, wenn sie doch sogar Besuch erwarten. Dann auch gleich noch eingeleitet durch den Satz "Also, wie meint ihr, sollten wir vorgehen?" Sowas kriegt man doch in jeder zweitklassigen Fernsehserie geboten, wo immer genau dann der Fernseher eingeschaltet wird, wenn etwas über den eigenen Fall berichtet wird. Lass die beiden doch lieber Wein saufen hinter der Tür, dabei können dem Baron ja trotzdem Gewissensbisse kommen. Wirklich passend wäre das aber nicht, wenn die beiden wirklich erwarten, belauscht zu werden. Und wer geht bitte lautlos zu Boden, wenn er einen Tritt in die Kniekehle erhält? Das solltest du auch anders lösen.

An der Sprache habe ich nichts auszusetzen. Mehr Absätze wären aber wirklich hilfreich.

Vind
Alt 07. 10. 2005, 17:49 Vind is offline Mit Zitat antworten #6
Vind
Mehrschwein
 
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Registrierungsdatum: Mar 2003
Ort: ::1
Beiträge: 1.435
Re: Fantasykurzgeschichte, Bitte um Feedback

Moin!

Geht's hier eigentlich noch weiter?

Vind
Alt 13. 11. 2005, 12:13 Vind is offline Mit Zitat antworten #7
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