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Arthritix
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Registrierungsdatum: Oct 2002
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

hier geht ja fast jeder davon aus, dass das geld bei für die senkung der lohnnebenkosten verwendet wird. galub ich aber nicht. die rechnen doch jetzt schon vor, um wieviel die umsatzsteuer erhöhr werden muss, damit das 35 mrd.-loch gestopft werden kann. bei den berechnungen kommen die auf 28%

abgesehen davon liegt auch noch zusätzlich der vorschlag im raum, den ermäßigten steuersatz auf 5% zu senken, dafür aber sachen wie blumen, tierfutter und presseerzeugnisse mit dem regelsteuersatz zu belasten. so gesehen würde da ja eine kleine soziale komponente drin sein. absolut notwendige dinge, wie nahrungsmittel und einige getränke würden weniger belastet werden und damit günstiger werden.

problematisch ist eine umsatzsteuererhöhung aber hinsichtlich der schwarzarbeit, die danach mit sicherheit weiter ansteigen wird. handwerkliche leistungen sind heute schon sehr teuer und werden dann für viele noch unbezahlbarer. die schlichte not wird die leute dann dazu treiben, sachen schwarz erledigen zu lassen.

interessant fad ich den einwurf, dass viele artikel im europäischen ausland güstiger sind, obwohl die steuersätze dort jetzt schon höher sind. bei vielen gütern ist da sicher noch ein bischen spielraum.

alles in allem ist eine umsatzsteuererhhung vlt. nicht so schlimm, wie man es vlt. meint und der haushalt muss ja schließlich irgendwie ausgeglichen werden. aus gründen der akzeptanz und der gerechtigkeit, sollte es aber auch einen zuschlag zur einkommensteuer bei besserverdienenden geben. muss ja nicht hoch sein, so um die 3 bis 5%. solange wir diese politiker am drücker haben (und das europa-, und weltweit), wird das steuersystem sowieso nicht so umgebaut, dass es grundsätzlich gerechter wird. so gesehen muss man sich schon mit dem kleineren übel zufrieden geben.
Alt 05. 11. 2005, 15:29 Arthritix is offline Mit Zitat antworten #26
Zel
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Registrierungsdatum: Oct 2004
Beiträge: 1.113
Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Also, als "sozial" würd ich die Senkung des ermäßigten Steuersatzes so schnell nicht sehen...

Der deutsche Einzelhandel hat noch nie eigene Vergünstigungen an den Verbraucher weitergegeben-wer den Euro so schamlos zur Abzocke nutzt, der nimmt auch 2% noch mit.
Für den Bürger wird sich somit nix ändern. Wer heute beim Discounter kaufen muss, muss es auch in Zukunft.

Was aber richtig wirtschaftliche Negativfolgen hat, ist die massive Verteuerung der Printmedien. Schon heute ist im Medienbereich deutlich mehr fire als hire. Abonenntenzahlen sinken stetig. Wenns da nun zu so einer massiven Verteuerung kommt, dann überlegen sich aber einige, ob die täglichen Naddelnews noch Not tun. In der Folge kommt es dann zu noch mehr Entlassungen im Medienbereich-und von Meinungsbildung per TV kann dann auch keine Rede mehr sein, so dermaßen abgeflacht, wie das Niveau der öffentlich-rechtlichen Sender ist.

Ich glaube langsam, die koksen wirklich alle im Bundestag, so wies die depperte Aktesendung einst behauptet hat. Wie sonst ist solch eine Schwachsinnpolitik noch zu erklären???

Einerseits den Leuten ihren letzten Identifikationsstrohhalm aus dem Maul reissen, denn Konsum ist eigentlich das Einzige, was in der BRD noch an Kultur über ist. Das wird dann kaum noch einer tun, bei unseren Preisen.

Und dann noch den Medien den Teppich unter den Füssen wegziehen? Den einzigen, die der Politik noch nach dem Mund schreiben.

Ich sehs im Übrigen genauso, der Weihnachtshandel wird ein Hoch erleben. Danach wird der Konsum aber ins historische Tief abrutschen. Wobei ich gespannt bin, ob die Kriminalitätsrate sofort steigt, oder ob das Volk die hohen Steuern erstmal durch Gebrauchthandel per Ebay zu umgehen versucht.
Alt 05. 11. 2005, 17:39 Zel is offline Mit Zitat antworten #27
Der Rebell
ehemaliger ex-ex
 
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Es geht doch bezüglich des Weihnachtsgeschäftes nicht nur um die MwSteuer. Bis dahin wird die Regierung alle ihre Restriktionsmaßnahmen veröffentlicht haben. Das wird eher einen Schock auslösen, der zu erneuten Sparanstrengungen führt. Und damit ist das Weihnachtsgeschäft erledigt.

DR
Alt 05. 11. 2005, 17:47 Der Rebell is offline Mit Zitat antworten #28
RvA
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Beiträge: 1
Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Die letzte MwSt. erhöhung war 1989? und hats was gebracht?
Alt 06. 11. 2005, 20:44 RvA is offline Mit Zitat antworten #29
LordOfTheFlame
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

hmn, ne? '83 wurde die auf 14%, '93 auf 15% und '98 auf 16% angehoben.
Alt 06. 11. 2005, 21:48 LordOfTheFlame is offline Mit Zitat antworten #30
Shinzon
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Ich verstehe eines nicht: Es soll ja noch eine Reichensteuer geben, jeder soll ja seinen Teil dazu beisteuern.

Ich weiss, dass das Zahlenspiel Mist ist, aber dennoch:
Arbeiter 2000 Euro Ausgaben / Monat = 275 Euro MwSt
Besserverdienender 10.000 Euro/Monat = 1379 Euro MwSt + Reichensteuer

Also - im Grunde genommen wird man bestraft, dafür, dass man mehr verdient.

Ich habe letzten Monat ne Gehaltserhöhung bekommen und bekomme nun 10 Euro weniger :-( Irgendwie ist das nen Witz!
Alt 07. 11. 2005, 13:37 Shinzon is offline Mit Zitat antworten #31
LordOfTheFlame
Hab keine Ahnung von nix!
 
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Shinzon, das Problem koennte man ganz einfach loesen, wenn man ganz Simpel 15% oder so vom Lohn/Gehalt abfuehrt und zwar bei jedem. Dann wuerde man nicht bestraft werden, dass man mehr verdient und es waere gerecht, weil ja jeder das Gleiche von seinem Geld abgibt.
Ist doch eher gemein, dass jemand, der kurz unter der Beitragsbemessungsgrenze ist nur ca. 50- 100 Euro weniger zahlen muss, als jemand, der mehr als das 5-Fache im Jahr verdient.
Alt 07. 11. 2005, 13:53 LordOfTheFlame is offline Mit Zitat antworten #32
Shinzon
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Mir wäre es generell irgendwie lieber, man würde einen gewissen Prozentsatz des Gehaltes versteuern und die MwSt und Co würde entfallen. Kommt zwar aufs selbe raus, wäre aber übersichtlicher. Und der Staat hätte mehr davon, denn dann wäre auch alles versteuert, was z.B. auf Sparbuch wandert.

Mir gefällt momentan eh nicht, was die Politiker machen - die sollen nicht mit Gerüchten, Vermutungen und "Solala - man könnte ja mal"-Aussagen kommen, sondern FAKTEN bringen und diese auch erklären.
Alt 07. 11. 2005, 14:53 Shinzon is offline Mit Zitat antworten #33
doctor666 Spender
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Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Vor zwei Tagen habe ich ein Interview mit Roland Koch gesehen, in dem er sinngemäß sagte:

"Es gibt zwei Möglichkeiten den Staatshaushalt zu sanieren. Entweder die Wirtschaft zieht an und es fließen mehr Steuergelder, oder aber die MwSt. muss erhöht werden. Da ersteres unwahrscheinlich ist, wird die MwSt. angehoben."

Da verschlägt es einem doch die Sprache...

Kann es denn wirklich so schwer sein nur daß auszugeben was auch eingenommen wird?!? Millionen Haushalte in Deutschland können das. Warum funktioniert das, was im Kleinen funktioniert, nicht auch im Großen?

Jährlich wird vom Bundesrechnungshof angeprangert wo Steuermillionen verschwendet werden, doch passieren tut nichts.

Millionen von Steuergeldern werden jährlich ans Ausland verliehen oder gespendet/geschenkt, obwohl das Geld hier fehlt.

Aberwitzige Unternehmungen werden mit Steuergeldern unterstützt, bei denen eigentlich offensichtlich ist, daß es nicht funktionieren wird (siehe CargoLifter).

Mann könnte sicherlich hunderte von Beispielen aufführen wo Geld gespart werden könnte oder effektiver eingesetzt werden könnte, sowohl im großen als auch im kleinen Maßstab.

Aber in DE läuft die Planung ja leider anders. Jährlich wird der "Haushaltsplan" aufgestellt wo Gelder verteilt werden, die nicht vorhanden sind. Ein halbes Jahr später wird sich dann Gedanken darüber gemacht, daß das Geld ja eigentlich gar nicht da ist. Also werden wieder neue Schulden aufgenommen.

[IRONIE]Kann nicht zumindest mal als Voraussetzung für ein Bundestagsmandat ein Grundkurs in BWL zur Pflicht gemacht werden?!?[/IRONIE]
Alt 10. 11. 2005, 17:23 doctor666 is offline Mit Zitat antworten #34
Last_Boyscout2
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Beiträge: 66
Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Was mich am meisten ankozt bei der ganzen Diskussion:

Wenn ich sparen muss gibt es nur einen Weg: Weniger Geld ausgeben, meine Einnahmen kann ich, dank meines Chefs nicht erhöhen.

Nur beim Staat heist sparen: mehr Geld von den Bürgern einnehmen, und nicht weniger ausgeben.
Alt 10. 11. 2005, 17:47 Last_Boyscout2 is offline Mit Zitat antworten #35
Sevenger
Kritiker
 
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Beiträge: 4.706
Re: Mehrwertsteuererhöhung? - gut fürs Weihnachtsgeschäft?

Dein Vorwürfe sind schon seltsam. Es ist nun mal so, dass über die Jahre immer weniger Geld in die Kassen kam. Ein Hauptgrund ist, dass mehr und mehr Arbeitsplätze verlagert wurden und es heute eben nicht mehr so eine hohe Beschäftigungsquote gibt, wie noch vor einigen Jahrzehnten. Gleichzeitig haben wir uns über die Jahre ein Sozialsystem aufgebaut, dass jedem ein Maximum an sozialer Sicherheit garantierte. Seit einigen Jahren sinken aber die Einnahmen, es gibt mehr, die Anspruch auf die Gelder aus dem Sozialsystem haben und damit steigen auch die Ausaben.
Und was passiert, wenn du über Jahre mehr ausgibst als einnimst, kannst du ebenfalls in tausenden deutschen Haushalten beobachten.

Ja, es gibt diese Geldverschwendung. Sie ist ein Problem, keine Frage, aber eher ein moralisches, als ursächliches. Von dem Geld, was da im Jahr verschwendet wird, können die Sozialbudgets wahrscheinlich nicht mal einen halben Monat bedient werden. Es sind, um ein unschönes Wort anzustrengen, nunmal "Peanuts".

Die Kurx an der Sache ist, dass jedem eigentliche das Problem klar ist. Es ist also auch klar, dass wir die Einnahmen erhöhen müssen, die Ausgaben senken und möglichst beides schnell. Erhöhen der Einnahmen geht z.B. durch Wirtschaftswachstum, oder durch die MwSt (siehe Koch). Senkung der Ausgaben geht z.B. durch Kürzungen der Fördermassnahmen, Senkung des Arbeitslosen oder Soziahilfesatzes etc. Es gibt eben durchaus verschiedene Ansätze, wie man diese Senkungen bzw. Erhöhungen erreichen kann. Und das führt dann dazu, dass man nicht so schnell voran kommt, da die einen Variante A scheisse finden und sich für die anderen bei Variante B die Hölle auftut.

Ein Kleinigkeit, die übrigens auch noch erwähnt werden sollte ist, dass die Wiedervereinigung die Schulden quasi verdoppelt hat. Dieser Kostenposten fällt also auch massiv zu Gewicht. Das soll keine Kritik an der Wiedervereinigung sein, sondern eher an der Giesskannenmentalität mit der da Gelder in die Sümpfe gepumpt wurden.

Aber alles jammern hilft nichts: Wir haben kein Geld. Und wenn wir nicht bald unsere Neuverschuldung unter 3% bringen, dann stehen uns Strafzahlungen ins Haus, das einem hören uns sehen vergeht. Ich meine es ginge da so um ein bis zweistellige Milliardenbeträge.

so long
Sevenger
Alt 10. 11. 2005, 17:57 Sevenger is offline Mit Zitat antworten #36
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