Er war ein kaltblütiger Mafia-Killer - bis er der deutschen Polizei ins Netz ging. Seither packt Giorgio Basile aus und erhellt das Innenleben der Verbrecher-Organisation wie kaum einer vor ihm.
Giorgio Basile führt ein geruhsames Leben. Der Gastarbeitersohn aus dem Ruhrgebiet wohnt heute irgendwo im Norden Italiens, mit ihm seine Frau und die kleine Tochter.
Der 45-Jährige hat eine Karriere als Mafia-Killer hinter sich, er war einer der Schlimmsten. Heute steht er unter dem Schutz von Polizei und Staatsanwälten.
Basile wurde 1998 auf dem Bahnhof in Kempten im Allgäu festgenommen, ein halbes Jahr nach seinem letzten Mord. Der Mafioso befand sich gerade auf dem Rückweg in die Heimat, nachdem er in Nürnberg ein lohnendes Drogengeschäft abgeschlossen hatte.
Basile war eine große Nummer im Drogenhandel, erpresste Schutzgeld, beging Raubüberfälle, Einbrüche und Brandstiftungen. Mindestens vier Morde hat der Italiener gestanden, tatsächlich dürfte er für den Tod von rund 30 Menschen mitverantwortlich sein.
Erstmals stellt sich der ehemalige Mafioso nun auch der Öffentlichkeit. In einem Chat steht er am Donnerstag von 13 bis 14 Uhr den Lesern von SPIEGEL ONLINE für Fragen zur Verfügung. Noch nie hatte SPIEGEL ONLINE einen Chat-Gast wie Basile. Darf man einem Mörder ein Forum bieten? Die Redaktion hat sich ihre Entscheidung für diesen Gesprächspartner nicht leicht gemacht, hält sie aber dennoch für gerechtfertigt. Basile hat wie kaum ein Aussteiger zuvor, den Ermittlern Einblicke in die erschreckenden Mechanismen der Verbrechensorganisation gegeben. In diesem moderierten Chat wird er sich auch Fragen nach Moral, Schuld und Sühne stellen müssen.
Quelle:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,384256,00.html
Was würdet ihr für eine Frage an den Herrn Giorgio Basile stellen?