...aber auf wessen Wunsch?
Wenige Tage vor der erneuten Entscheidung über die geplante Porn - TLD .xxx ist die Entscheidung einmal mehr auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Grund: das Governmental Advistory Committee GAC der ICANN müsse sich erst noch durch den 350-seitigen Report zur Umsetzung der Domain-Einführung durcharbeiten.
Dies wird allenthalben als wenig glaubwürdige Verzögerungstaktik gesehen: bei keiner Einführung einer neuen TLD musste bisher vor der ICANN-Zustimmung der entsprechende Report in der jetzt praktizierten Form gesichtet werden. Gerüchte kursieren zwar, dass ausgerechnet die EU-Kommissarin Viviane Reding damit gedroht hatte, alle europäischen Vertreter aus dem Verfahren abzuziehen, bevor der Bericht nicht auf dem Tisch liege, dies wird jedoch von der ICANN bestritten: glaubwürdig, denn die EU fiel bisher vor allem durch Unterstützung des virtuellen Rotlichtbezirks auf, scharfe Opposition kam hingegen allenfalls von den USA und Brasilien.
Wahrscheinlicher scheint ein Veto der USA, wo sich vor allem die christliche Rechte gegen den Pornbereich im Netz ausspricht. Angesichts der aktuellen Diskussion über den Einfluß der USA auf die steuernden Institutionen des Internet ist jedoch verständlich, dass keine entsprechenden Statements abgegeben werden. Stattdessen liegt nun der schwarze Peter bei der ICANN, die ihren unüblichen Kurs im Fall von .xxx an der Öffentlichkeit nun alleine verteidigen darf.
Verlierer der ganzen Affäre: Stuart Lawley, Chef von ICM Registry, der die TLD betreiben will und bereits größere Geldbeträge in das Projekt investiert hat. Er wird nun weiter darauf warten können, bis die sexfeindlichen Fundamentalisten sich auf einen einheitlichen Kurs bezüglich der PornTLD geeinigt haben. Was kaum zu erwarten ist, da die Haltung
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