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gulli Spender
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Registrierungsdatum: Jan 2000
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Zitat:
Original erstellt von Korrupt
Hehe...
Zitat:
computer sind wertneutrale technik.
...wenn du das nochmal in Politik postest, geh ich weiter drauf ein
dieses sei hiermit getan.

zur info: zu dieser aussage ließ sich der allseits geliebte freiherr von und zu gravenreuth in einer diskussion auf http://www.juramail.de/forum/index.cgi?read=6779 und folgenden beiträgen hinreißen. argumente pro und contra sind dort zu finden...
Alt 12. 03. 2001, 17:18 gulli is offline Mit Zitat antworten #1
Cumpadre
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Meiner Meinung nach sind Computer nur so wertneutrale Technik wie die Menschen die sie geschaffen haben. Denn es ist doch noch immer so das die Menschen die Computer lenken. Wenn ich jetzt einen Computer in eine Todesmaschine setzte und ich dazu programmiere z.B. eine bestimmte Völkergruppe zu vernichten dann kann man da nicht mehr von wertneutrale Technik sprechen.
Desweitern bedeutet für mich auch wertneutral kein Interesse an Profit usw. aber das ist ja bei Computern (bzw. wieder den Menschen die sie geschaffen haben) absolut nicht der Fall.

C ya
Alt 12. 03. 2001, 17:39 Cumpadre is offline Mit Zitat antworten #2
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
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"Nicht erst ihre Verwendung, sondern schon die Technik ist Herrschaft (über die Natur und über den Menschen), methodische, wissenschaftliche, berechnete und berechnende Herrschaft.",
....schreibt Marcuse, und ich bin nicht ganz einig mit ihm.

Die Notwendigkeit, die Produktivität immer weiter zu steigern, macht Technik und Wissenschaft zur "ersten Produktivkraft", "mit der Industrieforschung grossen Stils wurden Wissenschaft, Technik und Verwertung zu einem System zusammengeschlossen. Sie verbindet sich inzwiscehn mit einer staatlichen Auftragsforschung, die in erster Linie den wissenschaftlichen und techchnischen Fortschritt auf militärischem Gebiet fördert. Von dort fließen die Informationen in die Bereiche der zivilen Güterproduktion zurück..."

....schreibt Habermas, da kann ich schon eher ein wenig mit...

"Die maßgeblichen Fortschritte werden gemeinhin durch Technikereliten erzielt. In diesem Prozess schafft zwar schon die reine Kompetenz der "Technikschaffenden" Herrschaftsmacht, aber wichtiger ist die Rolle der Elite als gesellschaftlicher Gruppe mit bestimmten Eigenschaften und bestimmten typischen gesellschaftlichen Zugehörigkeiten. Gewöhnlich besteht sie aus einem ein Konglomerat von Organisationen, die "untereinander nach der Art von Subkulturen (auch über die von Firmen und nationalen Interessen gesetzten Grenzen hinweg) kommunizieren". Sie rekrutiert sich aus der Großindustrie, der staatlichen Forschung und bescheidener aus den Universitäten. Zudem ist ein massives Übergewicht der militärischen Forschung auszumachen, deren Anteil am Weltsozialprodukts mit 7% beziffert wurde, aber die Arbeitskraft der Hälfte der Naturwissenschaftler und Techniker bindet. So ist es kein Zufall, wenn ein Großteil der Forschung im militärisch-industriellen Komplex stattfindet und die Militärregime gewöhnlich den Erstzugriff auf eine neue Technologie besitzen. Einzige Alternativen sind finanzkräftige Privatunternehmen, einzige Gegentrends die freie Forschung an staatlichen Stellen, die zumeist von der Verwertung ihrer Ergebnisse ausgeschlossen bleibt.

...schreibe ich, in Anlehnung an Strasser und Traube, zwei leicht marxistische Techniksoziologen

Das gaert grade alles noch ein wenig... Aber grade am Internet, das alle nationalstaatlichen Grenzen und Marktschutzmechanismen in Grund und Boden schiesst, respektive das Potential dazu hat, ist imo gut zu erkennen, dass die Art der Technik durchaus gesellschaft massiv beeinflusst, dass es Akteure gibt, die diese Technik pushen. Dazu gibt es ne Menge Beispiele, ich mag nur exemplarisch auf die Einschaetzung des Net als "trojanisches Pferd, das US - interessen transportiert" verweisen, mal wieder inner TP: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/4939/1.html

...und jetzt hab ich genug gequotet

Hoffe, niemand erschlagen zu haben...

Alt 12. 03. 2001, 17:48 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #3
hans-drach
Mitglied
 
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Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 416
hallo,
Um mal wieder von der hohen Wissenschaft auf Günnis Niveau herunterzusteigen!
hmm... wertneutrale Technik, da fallen mir doch einige Sachen dazu ein, wie wertneutral ist beispielsweise eine Guillotine, oder ein Maschinenpistole, oder ein Abfangjäger?
Oder halt ein computergestütztes Raketenabwersystem?
Die Technik als solche hat einen Zweck, von daher kann sie nie wertneutral sein, ist dieser Zweck ein unmoralischer, dann ist auch der Einsatz der Technik dafür unmoralisch, der Umkehrschluss gilt ebenfalls!
Wenn also ein Computersystem dazu genützt wird um die Nahrungsmittelverteilung in einem Katastrophengebiet effektiv zu gestalten, dann ist das ein moralischer Einsatz der Technik!
Dieselbbe technik genutzt um z.B. die Menge an Zyanid zu berechnen, die es braucht ein Dorf in Kurdistan auszulöschen ist imho völlig unmoralisch!
Wie moralisch Technik ist, wird hauptsätzlich durch ihren Einsatzzweck bestimmt!
so jetzt aber mal Gute Nacht
hans-drach
Alt 13. 03. 2001, 23:49 hans-drach is offline Mit Zitat antworten #4
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