Und schon wieder ein
STV Film, der direkt auf DVD erscheint.
Und schon wieder kann man sich darüber wundern, da es deutliche schlechtere Filme im Kino zu sehen gibt, auch wenn Freeze Frames nicht rundweg überzeugt.
Sean Vaile wurde vor 10 Jahren zu unrecht(?) des Mordes an einer Familie bezichtigt, was sich im Nachhinein wohl als abgekratetes Spiel der Polizei herausstellte. Damit ihm dieses kein 2. Mal passiert, filmt er seitdem sein komplettes Leben.
Keine Sekunde bleibt undokumentiert, nichts entgeht der Archivierung.
Natürlich kommt es, wie es kommen muss:
Eine Frauenleiche wird nach 5 Jahren gefunden und natürlich zeigen alle Spuren zu Vaile und natürlich sind genau die Bänder verschwunden die den fraglichen Zeitraum abdecken.......
Einfache Geschichte, aber mit viel Potential für einen guten Film.
Leider wird dieses Potential etwas verschenkt, da sich der Regiseur nicht recht entscheiden kann, was für eine Art Film er denn machen wollte.
Eine Allegorie auf die Medienwelt, auf deren elektronischen und gesellschaftlichen Abgründe; oder sollte es doch ehr ein Krimi oder Thriller werden?
Leider pendelt der Film ständig hin und her und machen es dem Zuschauer teilweise schwer eine Linie zu finden.
Viele Szene sehen wir nur durch eine Videocam, ständig läuft ein Timer und andere Parameter mit. Das Bild ist farblos, schlecht aufgelöst und finster (in jeder Beziehung), besonders die Aufnamen von Vails "Selfcam" die er mit einem Gestell vor sich herträgt sind extrem sonderbar.
Dazu kommt die Szenerie - Vaile haust in einer Art Kellerfestung - riesig, dunkel, unfreundlich und emotionslos wirkt diese Behausung, was den subversiven Charakter des Filmes noch weiter unterstreicht.
Dazu kommen Vailes Gedanken auf dem Off, wie er sein Leben in Zahlen und Fakten presst, wie er jeden Mord dokumentiert (er könnte ja ihm in die Schuhe geschoben werden), wie er im Laufe der Jahre selbst zum Archiv mutiert, einem lebenden Albi seiner selbst.
An dieser Stelle muss ich mal den Hauptdarsteller Lee Evans loben, der Vailes einsame, verzweifelte Paranoia wirklich großartig umsetzt und darstellt. Alleine wegen Lee Evans Leistung lohnt sich der Film schon fast.
Leider wird dieses bizarr artifizielle Szenario nicht bis zum Schluss durchgehalten. Das Ende stellt sich dann doch als recht simple Krimigeschichte da, mit einer recht banalen Auflösung.
Irgendwie habe ich ein abgründigers Ende und angemesseneres Ende erwartet. Der Schluss schmälert die Qualität des Filmes deutlich.
Wer sich allerdings einen ungewöhnlichen Film ansehen möchte, der den Zuschauer auch etwas fordert (was die Sehgewohnheiten anbetrifft), dargestellt von einem wirklich tollen Hauptdarsteller - der sollte sich
Freeze Frame ansehen.