gulli:board Logo

Anzeige


  Antwort
DWM
worldwide.
 
Benutzerbild von DWM
 
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: L.E.
Beiträge: 642
ich haben diesen thread erstellt um mal eine klärung des begriffes zu diskutieren.
für mich sind autonome entweder:
1.vernünftige leute,die sich selbst ihre standards "erstellen"
oder:
2.unvernünftige leute,die sich zwar auch selbst ihre standards selbst erklären,aber keine kompromisse eingehen und/oder anderen ihre meinung aufs auge drückn wollen...

was sagt ihr dazu?

greetz,
DWM
Alt 15. 03. 2001, 21:33 DWM is offline Mit Zitat antworten #1
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
Benutzerbild von Korrupt
 
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.415
Hm, Autonom heisst ja eigentlich nix anderes als Freiheit von Beherrschung. Insofern, autonom sein bedeutet Herrschaft ueber einen abzulehnen.

Hm, mom

Zitat:
Autonomie

Autonomie (griechisch autos: selbst; nomos: Gesetz), Bezeichnung für Selbstgesetzgebung, Unabhängigkeit, Selbstbestimmtheit, als politischer Begriff das Recht eines Staates auf Selbstorganisation bzw. das Regionen innerhalb eines Staates zugestandene Recht zur unabhängigen Regelung bestimmter Angelegenheiten, im föderalen politischen System Deutschlands etwa die Kulturhoheit der Bundesländer; siehe Föderalismus.

So wie die politische Autonomie den Staat erst zum Staat macht, macht im Sinn der Philosophie Immanuel Kants die Autonomie des Menschen als Willensfreiheit diesen erst zur Person. Der autonome Wille steht dabei für die von jeder äußeren und inneren Fremdbestimmung (siehe Heteronomie) befreite Vernunft. In diesem Sinn steht der Begriff auch für die Fähigkeit, sinnliche Antriebe zu kontrollieren, sich von Begierden und Leidenschaften unabhängig zu machen und für das grundsätzliche Vermögen, das eigene Handeln an den Gesetzen und Maximen der Vernunft auszurichten. Kant zufolge kann sich der Wille nur in Bezug auf die formale Gestalt des Wollens in Gestalt eines allgemeinen Gesetzes als autonom und somit frei erweisen. Diesem allgemeinen Gesetz, dem kategorischen Imperativ, gibt Kant in seiner Schrift Grundlegung zur Metaphysik der Sitten (1785) drei Formulierungen:

(1) "Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde";
(2) "Handle so, als ob die Maxime deiner Handlungen durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetz werden sollte";
(3) "Handle so, dass du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst".



Siehe auch Ethik

(Encarta *verlegenguck*)

Dem widersprechen "Autonome" natuerlich haeufig in Sprache und Tun. Gaengig sind "Autonome" meist der gewaltbereite oder zumindest der Gewalt eher indifferent bis befuerwortend gegenueberstegende linke Fluegel.

Man koennte argumentieren, dass sich Autonome gegen die Gewalt wenden, die uns angetan wird: wenn vor meinem Ort ein atomares Zwischenlager gebaut wird, dessen Gefaehrdungspotential unklar ist und ich mich nicht dagegen wehren kann, wird mir Gewalt angetan. Dagegen habe ich das Recht, mich zu wehren. Autonom sein, bedeutet demnach, sein Recht auf Selbstbestimmung gegen auch uebermaechtig wirkende Gewalt versuchen, durchzusetzen.

Ich denke, dem Begriff wird unrecht getan, wenn er mit dem gewaltbereiten Demo - Anteil gleichgesetzt wird. Der Hintergrund ist imo ein anderer, ich wuerde vom Wortsinn deinem Punkt 1 beipflichten. Die Frage ist dann aber, wie "konsequent" das vernunftbegruendete recht auf Selbstbestimmung eingefordert wird und welche Mittel dafuer legitim sind...

*gruebel*
Alt 16. 03. 2001, 13:26 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #2
Arthur_23
Mitglied
 
Benutzerbild von Arthur_23
 
Registrierungsdatum: Feb 2001
Ort: Berlin
Beiträge: 335
Hi DWM,

als du im Thread "Bullenplaketten" nicht mehr weiter auf mich eingegangen bist, hab ich mir schon fast gedacht, das du einen neuen aufgemacht hast.
THEORIE:
Autonome sind für mich Leute, die sich für Freiheit und Menschenrechte (um möglichst alle links-politischen Bereiche abzudecken) einsetzen. Also sprich sie sind meist(immer?) in der "Linken" aktiv. Desweiteren sind es Leute, die sich nicht in irgendwelchen Parteien oder Vereinen diesen Themen widmen, sonder "unabhängig" (was der Name autonom ja aussagt) von Programmen und Satzungen arbeiten. In ihren theoretischen und praktischen Ansätzen sind "die Autonomen" (links)radikal. Ich glaube, das kann man so als definition stehen lassen, oder? Natürlich wird man damit nicht jedeR Autonomen als einzelnes Individuum gerecht, aber so im großen und ganzen...
PRAXIS:
Leider habe ich die Erfahrung gemacht, daß viele Leutz, die schon länger in der "Autonomen-Szene" drin sind, sehr verbohrt sind. Da kann man, wenn man auch mal mit "bürgerlicheren Kreisen" (Gewerkschaften, Grünen, u.U. SPD) zusammenarbeiten möchte, nix mehr erreichen und wird mitleidsvoll belächelt (oder für verrückt erklärt). Ok, diese Reaktionen beruhen oft auf Erfahrungen, aber auch auf Vorurteilen.
Soll hier nicht heißen, daß ich Autonome scheiße finde. Eher im Gegenteil. Ich würde mich schon als Sympatisant bezeichnen. Aber ich habe halt auch meine Kritik an der "Autonomen".

Ok, ihr seid dran...

Gruß Arthur_23
Alt 16. 03. 2001, 14:07 Arthur_23 is offline Mit Zitat antworten #3
DWM
worldwide.
(Threadstarter)
 
Benutzerbild von DWM
 
Registrierungsdatum: Aug 2000
Ort: L.E.
Beiträge: 642
ich finde diese def. von autonomen sehr gut.
natürlcih sollte man immer offen für dieskussionen sein und auch mal anderen recht geben.
andererseits ist die 2.form der autonomen auch der def. gerecht(zumindest ein teil davon).
autonom sein heisst selbstbestimmung,richtig?
wenn man nun also meint gewalt sei richtig oder sogar gut und man wendet diese dann an,dann is es auch eine selbstbestimmung.->autonom
ich denke man sollte noch ein adjektiv vor den beiden gruppen setzen:
1.friedliche autonome
2.gewaltbereite autonome

greetz,
DWM

ich selber handle nach dem leitspruch:
"erwarte nie etwas von jmd.,was du nich auch tun würdest!"

Alt 16. 03. 2001, 14:08 DWM is offline Mit Zitat antworten #4
Arthur_23
Mitglied
 
Benutzerbild von Arthur_23
 
Registrierungsdatum: Feb 2001
Ort: Berlin
Beiträge: 335
mist, Korrupt war schneller.... (der Name hat nix mit der Band zu tun, oder?)

Gruß Arthur_23
Alt 16. 03. 2001, 14:10 Arthur_23 is offline Mit Zitat antworten #5
Arthur_23
Mitglied
 
Benutzerbild von Arthur_23
 
Registrierungsdatum: Feb 2001
Ort: Berlin
Beiträge: 335
DWM, ich glaube, das wäre auch eine zu einfache Unterteilung. Nicht jedeR die/der mal nen stein schmeißt ist gleich einE "böseR" gewaltbereiteR AutonomeR. Und nicht jeder Stein der fliegt ist unvernünftig...
Wenn jmnd z.B. nach Gorleben fährt, nur um zu randalieren, ist das nen Idiot. Wenn Barris gebaut werden, ohne dem Zweck zu dienen, ist das Blödsinn. Beides bedarf glaube ich keiner Diskussion.
Wenn ein Gefangenen-Transporter demoliert wird, kann das schon der Sache dienen und in diesem Sinne ist das auch vernünftig, oder?

Gruß Arthur_23
Alt 16. 03. 2001, 14:18 Arthur_23 is offline Mit Zitat antworten #6
hans-drach
Mitglied
 
Benutzerbild von hans-drach
 
Registrierungsdatum: Jun 2000
Beiträge: 416
hallo,
Zitat:
by Korrupt
Autonom heisst ja eigentlich nix anderes als Freiheit von Beherrschung
Doppeldeutig *g*
Wer sich nicht mehr beherschen kann ist also autonom! *bg*
Wenn ich mich recht erinnere waren und sind Autonome Menschen, die sich bei Aktionen nicht sklavisch an den Konsens halten!
D.h. wer das gleiche Ziel wie die "Autonomen" verfolgt muss damit rechnen, dass dieselben plötzlich lieber eine Gewaltorgie anzetteln oder einfach mal die Polizistenkette mit Blumen überhäufen!
Es gibt Situationen, in denen ich eine gewisse Sympathie für die Spontanität entwickle aber viel öfter wäre mir eine einheitliche und solidarische Haltung bei Aktionen lieber!
mfg
hans-drach
[br][br][Editiert von hans-drach am 17. 03. 2001 um 00:10]
Alt 17. 03. 2001, 00:07 hans-drach is offline Mit Zitat antworten #7
Korrupt
Boeses junges Fleisch
 
Benutzerbild von Korrupt
 
Registrierungsdatum: Mar 2000
Ort: BO-FH
Beiträge: 13.415
Hm :-)

Sympathisch., ich denke aber, dass es weniger das "unbeherrscht sein und von daher beliebige Handlungen an den Tag legen" geht, sondern eben um das "gegen Fremdbestimmung, gegen die Aufdoktrinierung der herrschenden Meinung". Wobei ich manchmal denke, es geht nicht mal gegen so sehr "herrschende" meinung, sondern gegen die Meinung einer recht kleinen herrschenden Klasse, ihren Buetteln und der Traegheit der gleichgueltigen Masse.

Insofern, du bringst da eine Beliebigkeit rein... ebenso koennte ein in deinem Wortsinn "Autonomer" auch ploetzlich an Seite der Bulle zu knueppeln beginnen. Das wird er aber wohl nicht tun.

Auf was du raus willst, erinnert mich aber an ein gespraech mit einem Dozi vor einiger Zeit, wo wir es sehr abstrakt von Willensfreiheit hatten. Und der Frage, wann man etwas wirklich "frei" tut. Und es endete darin, dass man selber die Handlung nicht verstehen duerfte, weil sie sonst ja Ergebnis der Erziehung ud des eingetrichterten Weltbilds waere... wird wohl zu philosophisch, aber vielleicht im OT?
Alt 17. 03. 2001, 01:06 Korrupt is offline Mit Zitat antworten #8
Themen-Optionen Antwort


Themen-Optionen

Gehe zu



Alle Zeitangaben in UTC +1. Es ist jetzt 16:33 Uhr.
Angetrieben von vBulletin
Copyright ©2000 - 2006, Jelsoft Enterprises Ltd.
borderline.gullisys.net

Anmelden

Benutzername
Kennwort
© Copyright 1998-2008 gulli.com home | regeln | sitemap | kontakt | impressum | partner | downloads | disclaimer |
Message Boards and Forums Directory